Christiane's Naturkraft
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Mandelpilz

Agaricus subrufescens Peck
Quellen
19 ausgewiesen
WofürFür alle, die den Mandelpilz in der Küche, als Pulver oder als einen der bekanntesten Heilpilze kennenlernen wollen. Er ist ein Lebensmittel, keine Behandlung, und die Leberfälle mit konzentrierten Extrakten gehören in jede Entscheidung für ein solches Präparat.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
21Modern, keine vormoderne Tradition
SicherheitMit VorsichtGegart für die meisten Menschen gut essbar, doch konzentrierte Extrakte stehen mit schweren Leberschäden und zwei Todesfällen in Verbindung, und der Pilz hemmt im Reagenzglas CYP3A4, eine mögliche Wechselwirkung mit Arzneimitteln, kann den Blutzucker senken, wirkt im Labor östrogenähnlich und kann anorganisches Arsen enthalten. Darum gilt Vorsicht statt unbedenklich.
Tradition
Übliche Zubereitungen
PulverKapselExtraktAufguss

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Der Mandelpilz ist Agaricus subrufescens, 1893 von Charles Horton Peck beschrieben und im späten 19. Jahrhundert im Osten der Vereinigten Staaten als Marktpilz verkauft. Der Handelsname Agaricus blazei geht auf eine Fehlbestimmung brasilianischer Funde im Jahr 1967 zurück. Seine Laufbahn als Heilpilz begann 1960, als ein Züchter ihn bei Piedade in Brasilien fand, und nahm in Japan Fahrt auf, wo er zum Himematsutake wurde. Keine antike Quelle, keine Hildegard-Schrift und kein klassisches chinesisches Werk kennt ihn, seine Überlieferung ist also jung und reicht nur bis ins späte 19. Jahrhundert zurück.

Das Interesse gilt seinen Beta-Glucanen, stark verzweigten Beta-1,3- und Beta-1,6-Glucanen, die in Zellkultur und an Mäusen Monozyten, natürliche Killerzellen und dendritische Zellen aktivieren. Beim Menschen ist die Datenlage dünn. Bei 39 Frauen mit gynäkologischem Krebs unter Chemotherapie ging ein Extrakt mit höherer Aktivität der natürlichen Killerzellen und weniger Beschwerden wie Appetitlosigkeit und Schwäche einher. In einer placebokontrollierten Studie mit 72 Menschen mit Typ-2-Diabetes senkten 1500 mg Extrakt täglich, zusätzlich zu Metformin und Gliclazid, die Insulinresistenz binnen 12 Wochen. Die strengste Studie, an 40 Menschen mit multiplem Myelom, veränderte Immunwerte, aber weder das Ansprechen auf die Therapie noch das Überleben.

In der EU gilt der Fruchtkörper als gewöhnliches Lebensmittel, ohne Arzneipflanzen-Monografie und ohne zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Gegart ist er für die meisten Menschen gut essbar, und Garen senkt seinen natürlichen Gehalt an Agaritin, einer Hydrazinverbindung, die in Labortests das Erbgut schädigt. Das Risiko liegt bei konzentrierten Extrakten. 2006 berichteten japanische Krebsärzte von drei Kranken mit schweren Leberschäden unter einem Extrakt, zwei starben an fulminanter Hepatitis, und bei einer Patientin kehrte der Schaden zurück, als sie das Mittel wieder nahm. Außerdem hemmt der Pilz im Reagenzglas das Enzym CYP3A4, das Arzneimittel abbaut, kann den Blutzucker senken und wirkt im Labor östrogenähnlich. Bei einer Lebererkrankung meide Extrakte. Wenn du mehrere Medikamente nimmst, eine hormonabhängige Erkrankung hast oder in Krebsbehandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Mandelpilz ist der deutsche Name von Agaricus subrufescens Peck, dem Pilz, der weltweit als Agaricus blazei verkauft wird. Er gehört zu den Agaricaceae, der Familie des gewöhnlichen Champignons, und sein Name ist keine Erfindung der Werbung. Das frische Fleisch riecht nach Marzipan, und Analysen finden in seinem Duft vor allem aromatische Stoffe wie Benzaldehyd, das auch Bittermandeln ihren Geruch gibt. Verwendet wird der Fruchtkörper, gegart als Speisepilz, getrocknet und gemahlen oder als Extrakt mit heißem Wasser und Alkohol. Berühmt gemacht haben ihn die Polysaccharide seiner Zellwand, vor allem stark verzweigte Beta-1,3- und Beta-1,6-Glucane, die im Labor auf Immunzellen wirken.

Seine Geschichte ist kurz und voller Umwege. Im späten 19. Jahrhundert bauten Gärtner im Osten der Vereinigten Staaten ihn als Marktpilz an, dann verschwand er aus dem Handel. 1960 fand ihn ein Pilzzüchter bei Piedade in Brasilien wieder, 1965 kam er nach Japan und wurde dort als Himematsutake zu einem der beliebtesten Mittel unter Krebskranken. In der EU ist der Fruchtkörper rechtlich ein gewöhnliches Lebensmittel. Die Studien am Menschen sind wenige und klein, die strengste fand keinen Vorteil beim Überleben, und konzentrierte Extrakte stehen mit schweren Leberschäden in Verbindung, darunter zwei Todesfälle.

02
Geschichte

Geschichte

Für einen Pilz mit so moderner Karriere beginnt seine wissenschaftliche Geschichte erstaunlich früh. Der amerikanische Mykologe Charles Horton Peck beschrieb Agaricus subrufescens 1893 im Bericht des Staatsbotanikers von New York, zum Teil nach Pilzen, die damals schon als Speisepilz gezogen wurden. Im späten 19. Jahrhundert baute man ihn im Osten der Vereinigten Staaten an und verkaufte ihn als beliebten Marktpilz, im frühen 20. Jahrhundert verschwand er wieder aus dem Handel. Mit den Kräuterbüchern der Antike, mit Hildegard von Bingen oder der klassischen chinesischen Arzneimittellehre hat er nichts zu tun. Sein Ruf als Heilpilz gehört ganz den letzten sechzig Jahren.

Das zweite Leben begann in Brasilien. 1960 fand der Pilzzüchter Takatoshi Furumoto beim Dorf Piedade, im Bergland des Atlantischen Regenwalds im Bundesstaat São Paulo, einen Pilz, der nach Mandeln duftete, und schickte ihn 1965 zur Untersuchung nach Japan. 1967 bestimmte ihn der belgische Botaniker Heinemann als Agaricus blazei. Diesen Namen hatte William Murrill 1945 allerdings einem anderen Pilz aus Florida gegeben. In Japan wurde er zum Himematsutake, zum Prinzessinnen-Matsutake, und Mitte der 2000er Jahre war er eines der beliebtesten alternativen Mittel unter japanischen Krebskranken. In Brasilien heißt er Cogumelo do sol, Pilz der Sonne, und Cogumelo de Deus, Pilz Gottes.

Mit dem Namen dauerte es länger als mit dem Handel. 2002 zeigten Solomon Wasser und Kollegen, dass der brasilianische Pilz nicht Murrills Agaricus blazei ist, und nannten ihn Agaricus brasiliensis, doch diesen Namen trug seit 1830 schon eine andere Art. 2005 klärte der amerikanische Pilzforscher Richard Kerrigan, der brasilianische Stämme seit 1992 kultivierte, die Frage mit DNA-Analysen und Kreuzungsversuchen. Der brasilianische Pilz ist mit dem nordamerikanischen Agaricus subrufescens kreuzbar und dieselbe Art, und auch Wildfunde aus Westeuropa, beschrieben als Agaricus rufotegulis, gehören offenbar dazu. Pecks Name von 1893 hat damit Vorrang, und der Novel-Food-Katalog der EU hält fest, dass der Name Agaricus blazei für den Kulturpilz nicht mehr verwendet werden soll.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Fast alles, was man über die Wirkweise des Mandelpilzes weiß, stammt aus dem Labor. Sein Fruchtkörper ist reich an stark verzweigten Beta-1,3- und Beta-1,6-Glucanen und an proteingebundenen Polysacchariden. In Zellkultur binden sie an Rezeptoren angeborener Immunzellen, darunter Dectin-1, der Toll-like-Rezeptor 2 und der Komplex aus CD11b und CD18, und bringen Monozyten, Makrophagen, natürliche Killerzellen und dendritische Zellen in Gang, die daraufhin Botenstoffe, die Zytokine, ausschütten. An Mäusen bremsten Extrakte mehrere Tumorarten, schützten vor Infektionen und dämpften allergische Entzündungen der Atemwege, indem sie das Gleichgewicht zwischen Th1- und Th2-Antworten verschoben. Das sind Labor- und Tierbefunde, und beim Menschen ist daraus bisher kein belegter Nutzen geworden.

Dieselbe Chemie hat eine weniger willkommene Seite. Wie der Champignon enthält auch der Mandelpilz Agaritin, eine Hydrazinverbindung, die in Labortests das Erbgut schädigt, und verwandte Hydrazine haben bei Tieren Tumoren ausgelöst. Japanische Forscher maßen in Agaricus-Lebensmitteln und -Produkten 112 bis 1836 Mikrogramm Agaritin je Gramm Trockenmasse. Was solche Mengen beim Menschen bewirken, ist nicht geklärt. Pilze nehmen außerdem Elemente aus dem Boden auf, auf dem sie wachsen, und Laborproben von Mandelpilz enthielten viel anorganisches Arsen.

Die Studien am Menschen passen auf eine kurze Liste, und die meisten sind klein und mit Handelsprodukten gemacht. In Korea begleiteten Ahn und Kollegen 2004 100 Frauen mit Gebärmutterhals-, Eierstock- oder Gebärmutterkörperkrebs durch die Chemotherapie. Die 39, die zusätzlich einen Extrakt namens Agaricus blazei Murill Kyowa einnahmen, hatten eine statistisch gesichert höhere Aktivität der natürlichen Killerzellen als die 61 ohne Extrakt und berichteten von besserem Appetit, weniger Haarausfall, ausgeglichenerer Stimmung und weniger Schwäche, während sich andere Immunwerte nicht unterschieden. Ob die Gruppen zufällig gebildet oder verblindet waren, geht aus der Zusammenfassung nicht hervor. In Taiwan teilten Hsu und Kollegen 2007 72 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die alle bereits Metformin und Gliclazid nahmen, nach dem Zufall täglich 1500 mg Extrakt oder ein Placebo aus Zellulose zu. Nach 12 Wochen war die Insulinresistenz bei den 29 ausgewerteten Teilnehmenden der Pilzgruppe statistisch gesichert niedriger als bei den 31 unter Placebo (HOMA-IR 3,6 gegenüber 6,6), und ihr Adiponektin, ein Hormon des Fettgewebes, das mit der Insulinempfindlichkeit zusammenhängt, war um ein Fünftel gestiegen.

Die strengste Prüfung ist zugleich die ernüchterndste. Am Universitätsklinikum Oslo teilten Tangen und Kollegen 40 Menschen mit multiplem Myelom vor einer Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation doppelblind und nach dem Zufall zu, die rund sieben Wochen lang täglich 60 ml AndoSan oder gefärbtes Wasser als Placebo tranken. AndoSan ist ein japanischer Extrakt aus 82 Prozent Mandelpilz mit etwas Igel-Stachelbart und Maitake. Das Immunsystem bemerkte ihn deutlich. In den gewonnenen Stammzellen stiegen regulatorische T-Zellen und plasmazytoide dendritische Zellen an, im Blut die Werte von IL-1ra, IL-5 und IL-7. Die Krankheit bemerkte ihn nicht. Ansprechen auf die Behandlung, Zeit bis zur nächsten Therapie und Überleben unterschieden sich nicht statistisch gesichert, die mittlere Überlebenszeit lag bei 50,7 gegenüber 47,4 Monaten unter Placebo.

Dieselbe norwegische Gruppe prüfte AndoSan auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. In zwei einfach verblindeten Studien von 2016 mit je 50 Kranken, die ihre übliche Therapie weiter nahmen, verbesserten 21 Tage Extrakt bei Colitis ulcerosa die Werte für Beschwerden und Erschöpfung statistisch gesichert stärker als Placebo, bei Morbus Crohn besserten sich die Beschwerden in der AndoSan-Gruppe, aber nicht statistisch gesichert stärker als unter Placebo. Calprotectin im Stuhl, ein Marker für Entzündung im Darm, blieb in beiden Studien unverändert, und zwei der Autoren halten Patente und Anteile rund um AndoSan. Zur Verträglichkeit gab eine japanische Phase-I-Studie 78 Krebskranken in Remission sechs Monate lang täglich 1,8 bis 5,4 g Mandelpilzpulver. Neun hatten Nebenwirkungen, meist Übelkeit und Durchfall, eine Person bekam eine Leberfunktionsstörung, die einer Nahrungsmittelallergie zugeschrieben wurde, und keine dieser Beschwerden nahm mit der Dosis zu. Alles in allem sind die Studien am Menschen klein, kurz und meist mit Handelsprodukten gemacht.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

5 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudien
In-vitro- und Tiermodelle
Nur Labor- und Tierbefunde
Frauen mit Gebärmutterhals-, Eierstock- oder Gebärmutterkörperkrebs unter Chemotherapie (100 Frauen, 39 mit Extrakt)
Eine kleine Vergleichsstudie1 Studie
Menschen mit multiplem Myelom während Hochdosis-Chemotherapie und Stammzelltransplantation (randomisiert, doppelblind, 40 Personen)
Kein Unterschied bei Ansprechen und Überleben1 Studie
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes unter Metformin und Gliclazid (randomisiert, 72 Personen, 60 ausgewertet)
Eine kleine Zusatzstudie1 Studie
Erwachsene mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn (zwei randomisierte, einfach verblindete Studien mit je 50 Personen)
Zwei kleine Studien, gemischte Ergebnisse2 Studien
05
Wichtige Studien

Die Studien, auf die es ankommt.

  1. Randomisierte kontrollierte Studie · 2015 · 40 Teilnehmende

    In Oslo nahmen 40 Menschen mit multiplem Myelom rund um Hochdosis-Chemotherapie und Stammzelltransplantation etwa sieben Wochen lang täglich 60 ml AndoSan, einen Extrakt aus 82 Prozent Mandelpilz, oder ein Placebo, doppelblind. Immunwerte veränderten sich, mit mehr regulatorischen T-Zellen und höheren Werten von IL-1ra, IL-5 und IL-7. Ansprechen auf die Behandlung, Zeit bis zur nächsten Therapie und Überleben unterschieden sich nicht (mittleres Überleben 50,7 gegenüber 47,4 Monaten). Es ist die strengste Studie zum Pilz, und sie fand keinen klinischen Nutzen.

    Tangen JM, Tierens A, Caers J, Binsfeld M, Olstad OK, Trøseid AM, Wang J, Tjønnfjord GE, Hetland G. Tangen JM, Tierens A, Caers J, et al. Immunomodulatory effects of the Agaricus blazei Murrill-based mushroom extract AndoSan in patients with multiple myeloma undergoing high dose chemotherapy and autologous stem cell transplantation: a randomized, double blinded clinical study. Biomed Res Int. 2015;2015:718539. doi:10.1155/2015/718539
  2. Randomisierte kontrollierte Studie · 2007 · 72 Teilnehmende

    In Taiwan erhielten 72 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, die bereits Metformin und Gliclazid nahmen, nach dem Zufall und doppelblind 12 Wochen lang täglich 1500 mg Extrakt oder ein Placebo aus Zellulose. Die Insulinresistenz (HOMA-IR) war am Ende mit dem Pilz statistisch gesichert niedriger, 3,6 gegenüber 6,6, und das Adiponektin stieg um 20 Prozent, während es unter Placebo um 12 Prozent sank. Ausgewertet wurden nur 60 Personen, es ist also eine kleine, kurze Studie und eher ein Hinweis als eine gesicherte Wirkung.

    Hsu CH, Liao YL, Lin SC, Hwang KC, Chou P. Hsu CH, Liao YL, Lin SC, Hwang KC, Chou P. The mushroom Agaricus blazei Murill in combination with metformin and gliclazide improves insulin resistance in type 2 diabetes: a randomized, double-blinded, and placebo-controlled clinical trial. J Altern Complement Med. 2007;13(1):97-102. doi:10.1089/acm.2006.6054
  3. Randomisierte kontrollierte Studie · 2016 · 50 Teilnehmende

    In Oslo nahmen 50 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Colitis ulcerosa 21 Tage lang zusätzlich zur üblichen Therapie AndoSan oder ein Placebo, einfach verblindet. Die Werte für Beschwerden und Erschöpfung besserten sich mit AndoSan statistisch gesichert stärker, Calprotectin im Stuhl, ein Marker für Entzündung im Darm, blieb unverändert. Die Studie war kurz, ausgewertet wurde nur, wer nach Plan teilnahm, zwei Autoren halten Patente auf das Produkt, und die Parallelstudie bei Morbus Crohn fand keinen statistisch gesicherten Unterschied zu Placebo. Für sich allein wiegt sie daher wenig.

    Therkelsen SP, Hetland G, Lyberg T, Lygren I, Johnson E. Therkelsen SP, Hetland G, Lyberg T, Lygren I, Johnson E. Effect of a medicinal Agaricus blazei Murill-based mushroom extract, AndoSan, on symptoms, fatigue and quality of life in patients with ulcerative colitis in a randomized single-blinded placebo controlled study. PLoS One. 2016;11(3):e0150191. doi:10.1371/journal.pone.0150191
  4. Kontrollierte Studie · 2004 · 100 Teilnehmende

    In Korea wurden 100 Frauen mit Gebärmutterhals-, Eierstock- oder Gebärmutterkörperkrebs während der Chemotherapie begleitet, 39 von ihnen nahmen zusätzlich einen Agaricus-blazei-Extrakt. In dieser Gruppe war die Aktivität der natürlichen Killerzellen statistisch gesichert höher, und Appetit, Haarausfall, Stimmung und Schwäche waren besser, andere Immunwerte unterschieden sich nicht. Ungleiche Gruppen und keine beschriebene Zufallszuteilung machen daraus einen frühen, schwachen Hinweis.

    Ahn WS, Kim DJ, Chae GT, Lee JM, Bae SM, Sin JI, Kim YW, Namkoong SE, Lee IP. Ahn WS, Kim DJ, Chae GT, et al. Natural killer cell activity and quality of life were improved by consumption of a mushroom extract, Agaricus blazei Murill Kyowa, in gynecological cancer patients undergoing chemotherapy. Int J Gynecol Cancer. 2004;14(4):589-594. doi:10.1111/j.1048-891X.2004.14403.x
  5. Fallbericht · 2006 · 3 Teilnehmende

    Japanische Onkologen beschrieben drei Menschen mit fortgeschrittenem Krebs, die unter einem Agaricus-blazei-Extrakt schwere Leberschäden bekamen, zwei von ihnen starben an fulminanter Hepatitis. Bei einer Patientin erholte sich die Leber nach dem Absetzen und verschlechterte sich wieder, als sie erneut zum Extrakt griff. Ein Fallbericht beweist keine Ursache, doch diese erneute Verschlechterung macht ihn zum Kern der Leberwarnung für konzentrierte Extrakte.

    Mukai H, Watanabe T, Ando M, Katsumata N. Mukai H, Watanabe T, Ando M, Katsumata N. An alternative medicine, Agaricus blazei, may have induced severe hepatic dysfunction in cancer patients. Jpn J Clin Oncol. 2006;36(12):808-810. doi:10.1093/jjco/hyl108
06
Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

In der Küche wird der Mandelpilz wie jeder Zuchtpilz gegart. Sein leicht süßlicher Geschmack und der Marzipanduft passen in Suppen und Saucen, und getrocknete Scheiben lassen sich einweichen und zu einer duftenden Suppe oder einem Tee auskochen. Garen lohnt sich, weil Hitze das Agaritin senkt, doch ein guter Teil davon geht ins Kochwasser über, eine Suppe ist also nicht frei davon. Als Nahrungsergänzung gibt es ihn gefriergetrocknet, als Pulver, in Kapseln und als flüssigen oder getrockneten Extrakt, meist mit heißem Wasser gewonnen, das die Beta-Glucane löst, manchmal zusätzlich mit Alkohol für andere Inhaltsstoffe. Extrakte sind konzentrierte Produkte und kein beiläufiges Lebensmittel, und die berichteten Leberschäden betrafen Extrakte, nicht den gegarten Pilz. Die Produkte unterscheiden sich stark in der Herstellung und im Gehalt an Beta-Glucanen, und manche sind Mischungen. AndoSan, der Extrakt aus den norwegischen Studien, besteht nur zu 82 Prozent aus Mandelpilz. Laborproben enthielten viel anorganisches Arsen, wähle also einen Anbieter, der auf Schwermetalle prüft, und achte auf den Artnamen auf dem Etikett.

Dosierung

Eine offizielle Dosierung gibt es nicht, denn der Mandelpilz ist in der EU rechtlich ein Lebensmittel, und für Lebensmittel legt keine Behörde eine Dosis fest. Die Studien verwendeten ganz unterschiedliche Produkte und Mengen, etwa 1500 mg Extrakt täglich in der Diabetesstudie, 60 ml des flüssigen Extrakts AndoSan täglich in der Myelomstudie und 1,8 bis 5,4 g Pulver täglich in einer sechsmonatigen Studie zur Verträglichkeit. Das waren Studienprotokolle, keine Empfehlungen. Wenn du ein Nahrungsergänzungsmittel verwendest, ist das Etikett die praktische Richtschnur. Wegen der Leberfälle gilt bei konzentrierten Extrakten Vorsicht. Bei einer Lebererkrankung meide sie, und wenn du mehrere Medikamente nimmst oder in Krebsbehandlung bist, sag es deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Besondere Gruppen

Für Schwangerschaft und Stillzeit ist die Sicherheit nicht belegt, meide in dieser Zeit also konzentrierte Extrakte. Bei einer Lebererkrankung sind konzentrierte Extrakte wegen der dokumentierten Leberfälle zu meiden. Wenn du in Krebsbehandlung bist oder mehrere Medikamente nimmst, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, denn der Pilz hemmt im Labor CYP3A4 und kann den Blutzucker senken. In Labortests wirkt er außerdem östrogenähnlich, Vorsicht also bei hormonabhängigen Erkrankungen. Keine Behörde hat für ihn besondere Personengruppen festgelegt, weil er als Lebensmittel verkauft wird und nicht als registriertes pflanzliches Arzneimittel.

07
Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Gegart ist der Mandelpilz für die meisten Menschen gut essbar. Garen lohnt sich trotzdem, denn es senkt den Gehalt an Agaritin, einer Hydrazinverbindung, die in Labortests das Erbgut schädigt. In Versuchen mit seinen gezüchteten Verwandten verschwand beim Braten etwa ein Drittel bis zwei Drittel, fünf Minuten Kochen spülten dagegen rund die Hälfte ins Kochwasser, eine Suppe oder ein Tee enthält also viel davon. Auch Behörden haben bei Handelsprodukten schon eingegriffen. 2006 ließ das japanische Gesundheitsministerium drei Agaricus-Produkte auf Giftigkeit prüfen. Eines davon, ein Granulat aus Agaricus mit aufgebrochenen Zellwänden, fiel als einziges in zwei von drei Labortests auf Erbgutschäden positiv aus und wirkte bei Ratten als Tumorpromotor, es beschleunigte also Krebs, den andere Stoffe ausgelöst hatten. Das Ministerium forderte den Vertreiber zu Verkaufsstopp und Rückruf auf, hielt aber zugleich fest, dass ein solcher Rattenbefund keine Krebsentstehung beim Menschen belegt. Die Vorsichtshinweise dieses Eintrags gelten vor allem konzentrierten Extrakten und Nahrungsergänzungsmitteln. Eine amtliche Liste von Gegenanzeigen gibt es nicht, das Bild stützt sich auf Fallberichte, Studien und klinische Nachschlagewerke. Der ernsteste Hinweis betrifft die Leber. 2006 beschrieben Ärzte des National Cancer Center Hospital East in Japan drei Menschen mit fortgeschrittenem Krebs, die unter einem Agaricus-blazei-Extrakt schwere Leberschäden bekamen. Zwei starben an fulminanter Hepatitis. Bei der dritten Patientin erholte sich die Leber nach dem Absetzen und verschlechterte sich wieder, als sie den Extrakt erneut nahm. 2013 berichtete ein japanisches Team von zwei weiteren arzneimittelbedingten Leberschäden, deren Gewebebild einer Autoimmunhepatitis glich, beide bei Menschen, die zusätzlich ein zweites Präparat nahmen. Bei einer Lebererkrankung sind konzentrierte Extrakte zu meiden. Im Labor hemmt der Pilz CYP3A4, ein Enzym, das viele Arzneimittel abbaut, und wirkt östrogenähnlich. Außerdem kann er den Blutzucker senken. Wenn du mehrere Medikamente oder blutzuckersenkende Mittel nimmst, eine hormonabhängige Erkrankung hast oder in Krebsbehandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Für Schwangerschaft und Stillzeit ist die Sicherheit nicht belegt. Setz das Präparat sofort ab und hol ärztlichen Rat, wenn du Müdigkeit, Übelkeit, dunklen Urin, Schmerzen im Oberbauch oder eine Gelbfärbung von Haut oder Augen bemerkst.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Eine amtliche Liste von Wechselwirkungen gibt es für den Mandelpilz nicht. Im Reagenzglas hemmt er CYP3A4, ein Enzym, das viele Arzneimittel abbaut, und das Memorial Sloan Kettering Cancer Center hält fest, dass die Bedeutung für die Praxis noch offen ist. Vorsicht gilt bei Medikamenten, die über dieses Enzym abgebaut werden und eine geringe Sicherheitsspanne haben. Der Pilz kann den Blutzucker senken, und in der Diabetesstudie kam er zusätzlich zu Metformin und Gliclazid. Wenn du blutzuckersenkende Mittel nimmst, behalte deine Werte im Blick. Wegen der Leberfälle solltest du konzentrierte Extrakte nur nach ärztlicher Rücksprache mit anderen Medikamenten oder Präparaten kombinieren, die die Leber belasten. Diese Hinweise beruhen auf Laborarbeiten und Fallberichten, nicht auf Wechselwirkungsstudien am Menschen.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Pilze: Wer auf Pilze reagiert, sollte ihn meiden. Lebererkrankung: konzentrierte Extrakte meiden, wegen der Fallberichte schwerer Leberschäden, darunter zwei Todesfälle. Schwangerschaft und Stillzeit: konzentrierte Extrakte am besten zu meiden, weil die Sicherheit nicht belegt ist. Hormonabhängige Erkrankungen: Vorsicht, weil der Pilz im Labor östrogenähnlich wirkt. Laufende Krebstherapie oder mehrere Arzneimittel: vor der Anwendung eines konzentrierten Extrakts einen Arzt befragen, wegen einer möglichen CYP3A4-Wechselwirkung und der Leberfallberichte.

Nebenwirkungen

In einer sechsmonatigen Studie mit 78 Krebskranken in Remission, die täglich 1,8 bis 5,4 g Pulver nahmen, hatte etwa jede achte Person Nebenwirkungen, meist Übelkeit und Durchfall. Allergische Reaktionen wie eine entzündete, geschwollene Lippe (Cheilitis) wurden beschrieben. Am ernstesten sind erhöhte Leberwerte und Leberschäden, die in Fallberichten mit konzentrierten Extrakten auftraten, darunter zwei Todesfälle durch fulminante Hepatitis bei Krebskranken. Setz das Mittel ab und hol ärztlichen Rat, wenn Zeichen einer Leberstörung auftreten, etwa Müdigkeit, Übelkeit, dunkler Urin, Bauchschmerzen oder eine Gelbfärbung von Haut oder Augen.

08
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Agaricaceae
Heimische Regionen
Northeastern United States and Canada (type range), Brazil (Piedade region, São Paulo State, where it was popularised), Japan (large scale cultivation), Now cultivated worldwide
Erntezeit
Cultivated fruiting bodies harvested year round; wild fruiting in late summer and autumn
Lebensraum
Ein saprotropher Pilz, der auf nährstoffreichem, kompostiertem Boden und in der Laubstreu lebt, oft in der Nähe von Häusern und Gärten. Peck beschrieb ihn aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten, wild wächst er aber auch in Brasilien, woher die heutigen Zuchtstämme stammen. Wildfunde aus Westeuropa, einst Agaricus rufotegulis genannt, gehören offenbar zur selben Art. Gezüchtet wird er auf angereichertem oder pasteurisiertem Kompost, vor allem in Japan, China und Brasilien. Verwendet wird der Fruchtkörper.
Erkennen & Sammeln
Ein großer, kräftiger Lamellenpilz aus der Familie der Agaricaceae. Der Hut ist zuerst halbkugelig und öffnet sich dann, anfangs mit seidigen Fasern bedeckt, später mit kleinen bräunlichen Schuppen. Die Lamellen sind frei und stehen dicht, erst weißlich, dann rosa und mit reifen Sporen schließlich schokoladenbraun, am Stiel hängt ein großer Ring. Am bekanntesten ist sein Geruch, ein deutlicher Duft nach Mandeln oder Marzipan, der von aromatischen Stoffen wie Benzaldehyd und Benzylalkohol stammt. Für Nahrungsergänzungsmittel werden Zuchtpilze getrocknet und gemahlen oder extrahiert.

Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen

Giftig

Yellow stainer (Agaricus xanthodermus)

Ein häufiger, giftiger wilder Champignon, der vielen Menschen auf den Magen schlägt, mit Schwitzen, Hitzegefühl und Krämpfen. Schneidet man die Stielbasis an, färbt sie sich sofort leuchtend gelb, und der Pilz riecht unangenehm nach Tinte, Karbolseife oder Phenol statt nach Mandeln, besonders beim Kochen. Weil Karbolchampignons zwischen essbaren Champignonarten wachsen, muss beim Sammeln jeder einzelne Pilz sicher bestimmt sein. Der Mandelpilz in Nahrungsergänzungsmitteln stammt aus der Zucht, nicht aus dem Wald.

Unangenehm

Common button mushroom (Agaricus bisporus)

Der alltägliche weiße oder braune Champignon ist ein naher Verwandter aus derselben Gattung und ein guter Speisepilz, aber eine andere Art. Ihm fehlt der Mandelduft, und die hier beschriebenen Studien prüften Produkte aus Mandelpilz, nicht aus Champignons. Wenn dir die Art wichtig ist, achte auf den botanischen Namen auf dem Etikett.

Lebensgefahr

Death cap and destroying angels (Amanita phalloides, Amanita virosa), deadly poisonous

Junge weiße Champignons lassen sich leicht mit tödlichen Knollenblätterpilzen verwechseln, etwa der weißen Form des Grünen Knollenblätterpilzes oder dem Kegelhütigen Knollenblätterpilz, und solche Verwechslungen kosten noch heute Menschenleben. 2024 vergifteten sich im Nordosten Chinas 19 Menschen mit einem Wulstling (Amanita), den sie für einen Zuchtchampignon hielten, zwei starben an Leberversagen. Bei Knollenblätterpilzen bleiben die Lamellen zeitlebens weiß, bei Champignons werden sie rosa und dann schokoladenbraun. Iss nie einen wilden weißen Pilz, wenn nicht jedes einzelne Exemplar von einer kundigen Person bestimmt wurde.

09
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist Agaricus blazei dasselbe wie Agaricus subrufescens?

Ja. Der als Agaricus blazei verkaufte Pilz ist Agaricus subrufescens, 1893 von Charles Horton Peck beschrieben. Richard Kerrigan zeigte 2005 mit DNA-Analysen und Kreuzungsversuchen, dass die brasilianischen Stämme und die nordamerikanische Art ein und dieselbe sind. Der Name Agaricus blazei gehört zu einem anderen Pilz aus Florida, den William Murrill 1945 beschrieb, und der Novel-Food-Katalog der EU verlangt, ihn für den Kulturpilz nicht mehr zu verwenden.

Ist der Mandelpilz in der EU für eine gesundheitliche Anwendung zugelassen?

Nein. In der EU gilt der Fruchtkörper als gewöhnliches Lebensmittel, das der Novel-Food-Katalog als nicht neuartig führt, während getrocknetes Myzelpulver noch eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel braucht. Eine Arzneipflanzen-Monografie gibt es nicht, und keine gesundheitsbezogene Angabe ist für ihn zugelassen. Die einzigen zugelassenen Angaben zu Beta-Glucanen betreffen Beta-Glucane aus Hafer und Gerste, für den Cholesterinspiegel und den Blutzucker nach dem Essen.

Ist der Mandelpilz ein Risiko für die Leber?

Konzentrierte Extrakte können es sein, und das ist der ernsteste Punkt in diesem Eintrag. 2006 beschrieben japanische Krebsärzte drei Menschen mit fortgeschrittenem Krebs, die unter einem Agaricus-blazei-Extrakt schwere Leberschäden bekamen, zwei von ihnen starben an fulminanter Hepatitis. Bei einer Patientin erholte sich die Leber nach dem Absetzen und verschlechterte sich wieder, als sie erneut zum Extrakt griff, für die Autoren ein starkes Zeichen eines ursächlichen Zusammenhangs. Spätere Berichte beschreiben weitere arzneimittelbedingte Leberschäden, die einer Autoimmunhepatitis ähnelten. Fallberichte beweisen keine Ursache, doch bei einer Lebererkrankung meide Extrakte, und wenn du mehrere Medikamente nimmst oder in Krebsbehandlung bist, sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Was macht der Mandelpilz mit dem Immunsystem?

Er verändert Immunwerte, und das ist nicht dasselbe, wie jemanden vor Krankheit zu schützen. Seine Beta-Glucane aktivieren Immunzellen in Zellkultur und an Mäusen, und beim Menschen haben Extrakte die Aktivität natürlicher Killerzellen erhöht und Zytokine sowie Immunzellzahlen verschoben. In der strengsten Studie, beim multiplen Myelom, blieben Ansprechen auf die Behandlung und Überleben trotz dieser Veränderungen gleich. Eine gesundheitsbezogene Angabe zum Immunsystem ist für ihn in der EU nicht zugelassen.

Hat eine Studie gezeigt, dass er bei Typ-2-Diabetes hilft?

Eine kleine Studie deutet darauf hin. In Taiwan nahmen 2007 72 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die bereits Metformin und Gliclazid nahmen, täglich 1500 mg Extrakt oder ein Placebo, und nach 12 Wochen war die Insulinresistenz in der Pilzgruppe statistisch gesichert niedriger. Weil beide Gruppen ihre Medikamente behielten, zeigt das Ergebnis eine Wirkung zusätzlich zur Behandlung, keinen Ersatz dafür. Es ist eine einzelne kleine Studie, und an einer Diabetesmedikation ändert man nur gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt etwas.

Wie alt ist die Tradition des Mandelpilzes?

Jünger, als sein Ruf vermuten lässt. Im späten 19. Jahrhundert zog man den Pilz im Osten der Vereinigten Staaten als Speisepilz, dann geriet er in Vergessenheit. Seine Laufbahn als Heilpilz begann 1960 mit dem Fund bei Piedade in Brasilien und nahm in Japan als Himematsutake Fahrt auf. Keine antike, mittelalterliche oder klassische chinesische Quelle erwähnt ihn, jede solche Behauptung ist also erfunden.

10
Quellen

19 Belege.

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