Königinblume (Banaba)
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Banaba, auch Königinblume genannt, ist ein tropischer Baum Asiens aus der Familie der Weiderichgewächse. Verwendet wird das große, ledrige Blatt, das als Haustee aufgebrüht wird. Am besten dokumentiert ist die philippinische Blattabkochung bei hohem Blutzucker und bei Nieren- und Blasenbeschwerden. Volksmedizinische Quellen beschreiben auch Anwendungen in Indien und Bangladesch (Jarul) und Thailand. Eine Übersicht nennt außerdem Vietnam (Bang Lang) und Malaysia, mit schwächer abgesicherten Belegen. Die erste veröffentlichte Studie zum Blutzucker erschien 1940 auf den Philippinen. Andere Volksanwendungen stehen bereits in einem indischen Arzneipflanzenbuch von 1918.
Die Forschung gilt Corosolsäure, einem Pflanzenstoff, und den Gerbstoffen des Blattes wie Lagerstroemin. Handelsextrakte werden auf einen bestimmten Corosolsäuregehalt eingestellt. Zellkulturen und Tierversuche untersuchen die Aufnahme von Glukose in Zellen, die Spaltung von Zucker im Darm und die Zuckerbildung in der Leber. Am Menschen berichteten vier Studien mit Blattextrakten niedrigere Blutzuckerwerte, darunter Choi 2014 mit einem Placebovergleich. Eine Studie an 31 Personen prüfte reine Corosolsäure getrennt vom Blattextrakt. López-Murillo 2022 untersuchte 24 Erwachsene mit metabolischem Syndrom, einer Kombination von Risikofaktoren für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In der Banaba-Gruppe sanken Blutzucker, Blutdruck und Triglyceride, also Blutfette, gegenüber ihren Ausgangswerten. Die Forschung ist noch früh. Mehrere ältere Studien prüften Mischprodukte, eine Übersicht wurde als Doppelveröffentlichung zurückgezogen, und die Stohs-Übersicht hat Autoren mit Verbindungen zu einem Anbieter von Banaba-Extrakten.
Banaba wird in der EU als Zutat von Nahrungsergänzungsmitteln verkauft. Eine gesundheitsbezogene Angabe ist nicht zugelassen. Bei Banaba ist Vorsicht geboten. Man nimmt es, um den Blutzucker zu beeinflussen. Zusammen mit Diabetesmedikamenten könnte es ihn deshalb zu stark senken. Ein veröffentlichter Fall verbindet ein Corosolsäure-Präparat mit akutem Nierenversagen bei einem Mann mit Nierenerkrankung, der zugleich Diclofenac nahm, und für Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder gibt es keine Sicherheitsdaten. Wenn du Diabetes hast, ersetzt Banaba keine ärztliche Betreuung.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Die Königinblume, besser bekannt unter ihrem philippinischen Namen Banaba, ist ein tropischer Baum aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae). Heimisch ist sie von Indien und Sri Lanka über Indochina und den Malaiischen Archipel bis zu den Philippinen. Ihre großen malven- bis purpurfarbenen Blüten haben ihr Namen wie Stolz Indiens eingebracht, verwendet werden aber die großen, ledrigen Blätter. Die Blätter werden als Haustee aufgebrüht, am bekanntesten auf den Philippinen, wo Banaba-Tee als Volksmittel bei hohem Blutzucker und bei Nieren- und Blasenbeschwerden gilt.
Gemessen an europäischen Heilpflanzen ist die schriftliche Überlieferung jung, und die erste Studie zum Blutzucker erschien 1940 auf den Philippinen. Die moderne Forschung gilt der Corosolsäure, einem Pflanzenstoff, und den Gerbstoffen des Blattes. Bei vielen Handelsextrakten wird ein bestimmter Corosolsäuregehalt eingestellt. Banaba wird in der EU als Zutat von Nahrungsergänzungsmitteln verkauft. Eine gesundheitsbezogene Angabe ist nicht zugelassen. Studien am Menschen gibt es wenige, mehrere sind sehr klein. Wenn du Blutzuckermedikamente nimmst, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, bevor du Banaba probierst.
Geschichte
Die Geschichte von Banaba spielt im tropischen Asien. Auf den Philippinen ist die Blattabkochung ein bekanntes Hausmittel bei Diabetes und bei Nieren- und Blasenbeschwerden. Wurzeln, Rinde und Blüten hatten eigene Volksanwendungen. Für Indien und Bangladesch, wo der Baum Jarul heißt, nennt eine Übersicht eine Abkochung aus Blatt und getrockneter Frucht bei Diabetes. Eine thailändische Befragung von Heilkundigen aus dem Jahr 2015 dokumentiert die Anwendung bei Diabetes. Die Übersicht von Yue 2024 beschreibt auch Anwendungen in Vietnam und Malaysia, deren Länderzuordnung und Quellen jedoch weniger gut abgesichert sind.
Schon 1918 nennt ein indisches Arzneipflanzenbuch Volksanwendungen von Wurzel, Rinde, Blättern und Blüten. Die erste veröffentlichte Studie stammt von Francisco Garcia. Er berichtete 1940 im Journal of the Philippine Medical Association, dass eine Abkochung der Blätter bei Kaninchen den Blutzucker für vier bis sechs Stunden senkte. 1951 hielt Eduardo Quisumbing die Volksanwendungen in seinem Kompendium Medicinal Plants of the Philippines fest. Ab den 1990er Jahren untersuchten japanische Forscher die Gerbstoffe des Blattes, Banaba-Tee wurde in Japan, Taiwan und den USA zum beliebten Gesundheitsgetränk, und auf Corosolsäure standardisierte Blattextrakte kamen auf den Weltmarkt für Nahrungsergänzungsmittel. Die Hausmitteltradition lebt bis heute.
Wirkmechanismus
Der am besten untersuchte Inhaltsstoff des Banaba-Blattes ist Corosolsäure, eine pentazyklische Triterpensäure. Ihr Molekül hat fünf Ringe. Sie kommt auch in der Wollmispel, in Cranberrys und einigen weiteren Pflanzen vor. Handelsextrakte werden auf einen bestimmten Gehalt an Corosolsäure eingestellt, und am meisten davon steckt in älteren Blättern, besonders in den roten kurz vor dem Laubfall. Dazu kommen wasserlösliche Gerbstoffe, die für die Art typisch sind, darunter Lagerstroemin, Flosin B und Reginin, das ungewöhnliche Lagerstannin C und Valoneasäuredilacton, das im Reagenzglas ein stärkespaltendes Enzym hemmt. Corosolsäure löst sich kaum in Wasser, die Gerbstoffe gehen dagegen leicht ins heiße Wasser über. Eine Tasse Tee und eine auf Corosolsäure standardisierte Kapsel liefern deshalb verschiedene Stoffgemische.
Fast alles, was über die Wirkweise bekannt ist, stammt aus Zellkulturen und Tierversuchen. Dort steigerten Corosolsäure und Gerbstoffe die Aufnahme von Glukose in Zellen. Bei diabetischen Mäusen brachte Corosolsäure GLUT4, ein Protein, das Glukose in Zellen transportiert, an die Zelloberfläche. In Zelllinien verstärkte Corosolsäure das Signal des Insulinrezeptors. Bei Mäusen bremste Corosolsäure die Spaltung von Haushaltszucker im Darm. Banaba-Extrakt hemmte im Labor Enzyme, die Stärke und Zucker spalten. In isolierten Rattenlebern drosselte Corosolsäure die Zuckerneubildung. Mäusestudien fanden außerdem Veränderungen an PPAR, einer Gruppe von Rezeptoren, die den Fett- und Zuckerstoffwechsel steuern. Manche dieser Effekte brauchen Konzentrationen, die nach einer Tasse Tee oder einer Kapsel im Körper kaum erreicht werden. Im Labor bremste reine Corosolsäure außerdem das arzneimittelabbauende Enzym CYP3A und Banaba-Extrakt das Enzym SULT1A3, das ebenfalls Arzneimittel verarbeitet. Deshalb rät der Sicherheitsteil bei manchen Medikamenten zur Vorsicht.
Studien mit Banaba allein am Menschen gibt es wenige, mehrere sind sehr klein. 2003 gaben Judy und Kollegen zehn Menschen mit Typ-2-Diabetes zwei Wochen lang täglich 32 oder 48 mg eines Blattextrakts, der auf 1 Prozent Corosolsäure standardisiert war. In dieser kleinen randomisierten Studie sank der Blutzucker um bis zu etwa 30 Prozent. 2006 gaben Fukushima und Kollegen 31 Personen vor einem Zuckertrunk an einem Termin 10 mg reine Corosolsäure und an einem anderen ein Placebo. Weder die Teilnehmenden noch das Studienteam wussten dabei, welche Kapsel an der Reihe war. Ab der 60. Minute lag der Blutzucker mit Corosolsäure niedriger, nach 90 Minuten statistisch gesichert. In einer einjährigen Studie aus Japan nahmen 15 Personen einen wasserlöslichen Blattextrakt, und alle wussten, was sie einnahmen. Bei jenen, die mit mehr als 110 mg pro dL begonnen hatten, lag der Nüchternblutzucker um 16,6 Prozent niedriger, ohne Nebenwirkungen und ohne Unterzuckerung. Choi und Kollegen verglichen 2014 zwölf Wochen lang Banaba-Extrakt, Sojablatt-Extrakt und Placebo in getrennten Gruppen. Die Banaba-Gruppe nahm täglich 300 mg Extrakt mit 0,3 Prozent Corosolsäure. Nach Berücksichtigung der Ausgangswerte lag ihr Blutzucker niedriger als mit Placebo. Das Körpergewicht unterschied sich nicht zwischen den Gruppen.
López-Murillo und Kollegen veröffentlichten 2022 eine Studie mit zufälliger Zuteilung. Weder die Teilnehmenden noch das Studienteam wussten, wer Banaba oder das Scheinpräparat (Placebo) bekam. Teilgenommen haben 24 Erwachsene mit metabolischem Syndrom, einer Kombination mehrerer Risikofaktoren für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Je zwölf pro Gruppe nahmen zwölf Wochen lang zweimal täglich 500 mg Banaba oder ein Placebo. In der Banaba-Gruppe sank der Nüchternblutzucker von 5,9 auf 5,7 mmol pro Liter, und die Triglyceride (Blutfette) fielen von 2,3 auf 1,7 mmol pro Liter. Auch der systolische Blutdruck (der obere Messwert), VLDL (Teilchen, die Fett im Blut transportieren) und Insulinausschüttung gingen zurück. Acht der zwölf Teilnehmenden mit Banaba erfüllten die Kriterien des metabolischen Syndroms nicht mehr. Gemessen wurden diese Rückgänge an den Ausgangswerten der Banaba-Gruppe selbst. Es ist eine kleine Studie aus einem einzigen Zentrum.
Mehrere oft zitierte Studien prüften Mischprodukte, etwa die Banabamin-Tabletten von 1999, die Banaba mit grünem Tee, grünem Kaffee und Garcinia kombinierten. Ihre Ergebnisse lassen sich Banaba nicht zuschreiben. Auch bei den beiden bekanntesten Übersichtsarbeiten ist Vorsicht angebracht. Die Übersicht von Miura und Kollegen aus dem Jahr 2012 wurde 2013 zurückgezogen, weil sie inhaltlich mit der Übersicht von Stohs und Kollegen übereinstimmte. Die Stohs-Übersicht wiederum hat Autoren mit Verbindungen zu einem Anbieter von Banaba-Extrakten.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien |
|---|---|---|---|---|
| Nüchternblutzucker und Blutzucker nach dem Essen (Blattextrakt)Vier Studien mit Blattextrakten berichteten niedrigere Blutzuckerwerte. Drei ältere Arbeiten fanden Rückgänge um etwa 10 bis 30 Prozent. Judy 2003 untersuchte 10 Personen mit Typ-2-Diabetes über zwei Wochen mit zufälliger Zuteilung. Eine einjährige offene Studie umfasste 15 Personen, eine weitere zweiwöchige Studie 12 Personen mit leicht erhöhtem Blutzucker. In diesen beiden Studien wussten die Teilnehmenden, was sie einnahmen. Choi 2014 verglich Banaba-Extrakt in einer eigenen Gruppe mit einem Scheinpräparat (Placebo) über zwölf Wochen. Nach Berücksichtigung der Ausgangswerte lag der Blutzucker mit Banaba niedriger. Die drei älteren Studien sind sehr klein, ein Teil der Arbeiten steht der Industrie nahe.Erwachsene mit erhöhtem Blutzucker oder Typ-2-Diabetes | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Frühe Studien mit Blattextrakten | |
| Messwerte beim metabolischen Syndrom, einer Kombination von Risikofaktoren für Diabetes und Herz-Kreislauf-ErkrankungenIn der Studie von López-Murillo 2022 bekamen 24 Erwachsene zwölf Wochen lang zweimal täglich 500 mg Banaba oder ein Placebo. In der Banaba-Gruppe sanken der systolische Blutdruck (der obere Messwert), der Nüchternblutzucker, die Triglyceride (Blutfette), VLDL (Teilchen, die Fett im Blut transportieren) und die Insulinausschüttung gegenüber den Ausgangswerten der Gruppe. Es ist eine kleine Studie aus einem einzigen Zentrum.Erwachsene mit metabolischem Syndrom (eine Studie, 24 Personen) | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Eine kleine randomisierte Studie | |
| Blutzucker nach einem Zuckertrunk (reine Corosolsäure)Bei Fukushima 2006 nahmen 31 Personen an zwei Terminen einmal 10 mg zu 99 Prozent reine Corosolsäure und einmal ein Placebo, jeweils fünf Minuten vor einem Zuckertrunk mit 75 g Glukose. Mit Corosolsäure lag der Blutzucker von der 60. bis zur 120. Minute niedriger, und nach 90 Minuten war der Unterschied statistisch gesichert. Geprüft wurde die reine Substanz. Über Banaba-Tee sagt das Ergebnis direkt nichts aus.31 Erwachsene, die Corosolsäure und ein Placebo im Wechsel nahmen, ohne dass Teilnehmende oder Studienteam die Zuordnung kannten | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Eine Studie, in der jede Person beide Präparate nahm | |
| Nieren-, Blasen- und HarnwegsbeschwerdenPhilippinische Quellen beschreiben die Blattabkochung bei Nieren- und Blasenentzündung und anderen Harnwegsbeschwerden. Eine Übersicht nennt für Thailand eine Blattabkochung zum Entwässern. Die hier geprüften Quellen enthalten keine klinische Studie zu diesen Anwendungen.Traditionelle Hausanwendung, vor allem philippinisch | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Nur traditionelle Anwendung | |
| GewichtsmanagementEine Angabe zum Gewichtsmanagement für Banaba (ID 3411) steht auf der EU-Warteliste für pflanzliche Stoffe und ist nicht zugelassen. Eine zweiwöchige Studie mit Banaba-Extrakt allein an zwölf Personen berichtete Gewichtsverlust, ohne Placebogruppe. Bei Choi 2014 unterschieden sich Körpergewicht und BMI, ein Maß für das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße, nach zwölf Wochen nicht zwischen Banaba, Sojablatt-Extrakt und Placebo. Studien mit Mischprodukten und Tierversuche liefern weitere Daten, die keine verlässliche Gewichtsabnahme durch Banaba allein belegen.Keine belastbare Wirksamkeit beim Menschen | UnzureichendUnzureichende Datenlage. Keine belastbaren Studien oder traditionelle Quellen verfügbar. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Nicht belegt |
Anwendung
Formen und Zubereitung
In seiner Heimat ist Banaba ein gekochter Blättertee. Nach Volksrezepten werden frische oder getrocknete Blätter geköchelt. Eine überlieferte Fassung nimmt etwa 50 g alte Blätter und getrocknete Früchte auf rund einen halben Liter kochendes Wasser, und von diesem Sud werden vier bis sechs Tassen am Tag getrunken. Das gerbstoffreiche Blatt ergibt einen rotbraunen, leicht zusammenziehenden Tee. Diese Volksrezepte sind Geschichte und keine Dosierungsempfehlung. Heute gibt es Banaba als Teeschnitt und im Teebeutel und vor allem als Extrakt, der auf Corosolsäure standardisiert ist, meist in Kapseln oder Weichkapseln. In Studien enthielten die Extrakte zwischen 0,3 und 18 Prozent Corosolsäure. Tee und Extrakt liefern verschiedene Stoffgemische, lies also das Etikett und halte dich bei einem Extrakt an seine Angaben.
Dosierung
Eine offizielle Dosierung gibt es nicht. Die veröffentlichten Studien verwendeten zwei Wochen lang täglich 32 bis 48 mg eines Extrakts mit 1 Prozent Corosolsäure oder einmalig 10 mg reine Corosolsäure. Choi 2014 verwendete zwölf Wochen lang täglich 300 mg eines Extrakts mit 0,3 Prozent Corosolsäure. Andere Studien verwendeten ein Jahr lang täglich 100 mg eines wasserlöslichen Extrakts oder zwölf Wochen lang zweimal täglich 500 mg Banaba. Das sind Studienbedingungen und keine Empfehlungen. Wenn du blutzuckersenkende Medikamente nimmst oder Diabetes hast, sprich vor jeder Anwendung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, weil sich die Wirkungen addieren könnten. Sonst halte dich an das Etikett, überschreite die Angabe nicht, und setz Banaba ab und hol dir Rat, wenn ungewöhnliche Beschwerden auftreten.
Besondere Gruppen
Zu Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit gibt es keine verlässlichen Studien. Meide Banaba deshalb in Schwangerschaft und Stillzeit, und gib es Kindern nicht. Wenn deine Nieren eingeschränkt arbeiten, meide es ebenfalls, denn der beschriebene Fall verband Corosolsäure mit chronischer Nierenerkrankung und einem Schmerzmittel. Wenn du Diabetes hast, bleib in ärztlicher Betreuung und tausch eine verordnete Behandlung nie gegen einen Blättertee.
Sicherheit
Wechselwirkungen mit Medikamenten
Die wichtigste Wechselwirkung ergibt sich daraus, dass Menschen Banaba wegen seiner möglichen Wirkung auf den Blutzucker nehmen. Zusammen mit Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten könnte der Blutzucker deshalb zu stark sinken. Diese Kombination braucht ärztliche Begleitung und häufigere Blutzuckerkontrollen. Der veröffentlichte Nierenfall kombinierte Corosolsäure mit Diclofenac bei chronischer Nierenerkrankung. Kombiniere Banaba deshalb nicht mit regelmäßig genommenen entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen, und wenn deine Nieren eingeschränkt arbeiten, meide Banaba ganz. Im Labor bremste reine Corosolsäure das Enzym CYP3A und Banaba-Extrakt das Enzym SULT1A3. Beide Enzyme bauen Arzneimittel ab, deshalb könnten die Spiegel mancher Arzneimittel steigen. Beim Menschen ist eine solche Wechselwirkung nicht bestätigt. Sag deiner Ärztin oder deinem Arzt trotzdem, dass du Banaba nimmst, wenn du Arzneimittel einnimmst, bei denen wirksame und schädliche Dosen nahe beieinanderliegen.
Gegenanzeigen
Die folgenden Gegenanzeigen stützen sich auf die veröffentlichten Studien, den Fallbericht zu den Nieren und fehlende Daten für manche Gruppen. Allergie gegen Banaba oder andere Lagerstroemia-Arten. Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder: keine Sicherheitsdaten, meiden. Bestehende Nierenerkrankung: meiden, wegen des veröffentlichten Falls von akutem Nierenversagen und Laktatazidose bei einem Mann mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion. Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente: nur mit ärztlicher Begleitung kombinieren, weil der Blutzucker sonst zu stark sinken könnte.
Nebenwirkungen
In den kleinen Studien der Stohs-Übersicht, darunter eine, in der 15 Personen Banaba ein Jahr lang täglich nahmen, wurden keine Nebenwirkungen und keine Unterzuckerungen gemeldet. Ein Fallbericht beschreibt akutes Nierenversagen mit Laktatazidose, einer Übersäuerung des Blutes, bei einem Mann mit eingeschränkter Nierenfunktion. Der Fall steht bei den Warnhinweisen. Allergische Reaktionen sind möglich, auch wenn sie in den hier geprüften Studien nicht berichtet wurden. Eine sichere Obergrenze für die Einnahme am Menschen ist nicht bestimmt. Wenn du eine unerwünschte Reaktion bemerkst, setz Banaba ab und hol dir Rat bei deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke.
Verwechslungen
Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen
Kreppmyrte (Lagerstroemia indica)
Die bekannte Zier-Kreppmyrte aus Gärten und Straßen, auch in milden Gegenden Europas gepflanzt. Sie bleibt ein Strauch oder kleiner Baum von höchstens etwa 7 Metern, und ihre Blätter sind meist nur 2,5 bis 7 cm lang. Als eigene Art mit eigener ostasiatischer Tradition und Chemie kann sie Banaba nicht ersetzen, und ihre Anwendungen sagen über Banaba nichts aus.
Andere südostasiatische Lagerstroemia-Arten (L. floribunda, L. loudonii und weitere)
In Südostasien wachsen mehrere verwandte Arten derselben Gattung, manche mit eigenen Volksanwendungen, und an den Blättern allein sind sie kaum von Banaba zu unterscheiden. Was über sie überliefert ist, gilt nur für sie. Achte beim Kauf darauf, dass Lagerstroemia speciosa auf dem Etikett steht. Ein Blatt, das nur als Kreppmyrte verkauft wird, kann von jeder dieser Arten stammen.
Häufige Fragen
Welcher Teil des Banaba-Baums wird verwendet und wie?
Das Blatt. Frische oder getrocknete Blätter werden ausgekocht und als Haustee getrunken, am bekanntesten auf den Philippinen. Ein überliefertes Volksrezept nimmt etwa 50 g alte Blätter und getrocknete Früchte auf rund einen halben Liter kochendes Wasser. Heute gibt es Banaba als Teeschnitt, in Kapseln und als Extrakt mit einem festgelegten Corosolsäuregehalt. Wurzel, Rinde und Blüten hatten eigene Volksanwendungen, Nahrungsergänzungsmittel verwenden aber das Blatt.
Senkt Banaba den Blutzucker?
Studien mit Blattextrakten haben niedrigere Blutzuckerwerte gemessen, in drei älteren Arbeiten um etwa 10 bis 30 Prozent. Bei Choi 2014 lag der Blutzucker nach zwölf Wochen mit Banaba niedriger als mit Placebo. Reine Corosolsäure wurde getrennt geprüft und ergab nach einem Zuckertrunk nach 90 Minuten niedrigere Werte als Placebo. Die Forschung ist noch früh, mehrere Studien sind sehr klein, einige stehen der Industrie nahe. Diabetes gehört in ärztliche Betreuung, und Banaba darf verordnete Medikamente nie ersetzen.
Ist Banaba von einer europäischen Behörde zugelassen?
Für Banaba ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Angaben zu Blutzucker (ID 2282) und Gewichtsmanagement (ID 3411) stehen auf der EU-Warteliste für pflanzliche Stoffe. Das ist keine Zulassung. In der geprüften EMA-Liste und im historischen Verzeichnis der deutschen Kommission E findet sich keine Banaba-Monografie. Der Verkauf als Nahrungsergänzung bedeutet keine pauschale behördliche Zulassung jedes Tees oder Extrakts.
Kann ich Banaba zusammen mit Diabetesmedikamenten einnehmen?
Nur in Absprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Banaba wird wegen seiner möglichen Wirkung auf den Blutzucker eingenommen. Zusammen mit Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten könnte es ihn deshalb zu stark senken. Im Labor bremsten Banaba-Extrakt und reine Corosolsäure außerdem Enzyme, die Arzneimittel abbauen. Wenn du Diabetesmedikamente nimmst oder andere Arzneimittel, bei denen wirksame und schädliche Dosen nahe beieinanderliegen, sprich vor dem Beginn mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und miss deinen Blutzucker engmaschig.
Ist Banaba in Schwangerschaft, Stillzeit oder für Kinder geeignet?
Nein. Für Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder gibt es keine verlässlichen Sicherheitsdaten. Meide Banaba in Schwangerschaft und Stillzeit, und gib es Kindern nicht.
Ist die Kreppmyrte in meinem Garten dieselbe Pflanze?
Meist nicht. Die Kreppmyrte in den meisten Gärten außerhalb der Tropen ist Lagerstroemia indica, eine kleinere Verwandte mit viel kleineren Blättern und Blüten und eigenen ostasiatischen Anwendungen, die über Banaba nichts aussagen. Banaba ist Lagerstroemia speciosa, ein großblättriger Tropenbaum, der keinen Frost verträgt. Wenn du Banaba möchtest, kauf ein Produkt, auf dessen Etikett Lagerstroemia speciosa steht, und pflück keine Blätter von Garten- oder Parkbäumen.
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.