Christiane's Naturkraft
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Afrikanische Gurke

Zehneria scabra (L.f.) Sond.
Quellen
23 ausgewiesen
WofürEine wilde Kletterpflanze, deren zerdrückte Blätter, Saft und Dampf in Äthiopien Hausmittel bei Fieber, Schwellungen, Wunden und Durchfall sind.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
28Regionale historische Bedeutung
SicherheitMit VorsichtEingestuft als Vorsicht. Mausstudien zeigen bei 2000 mg pro kg eine geringe akute Giftigkeit, doch die Wurzel ist als Brech- und Abführmittel bekannt, die Pflanze wird zum Einleiten von Abtreibungen verwendet und hat in der Schwangerschaft nichts verloren, Sicherheitsdaten und eine Dosis für den Menschen fehlen, und zu ihren volksmedizinischen Anwendungen zählen ernste Krankheiten.
Tradition
Übliche Zubereitungen
Frisch HerbUmschlagAbkochungAufguss

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Afrikanische Gurke meint hier Zehneria scabra, eine wilde Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse mit rauen Blättern und kleinen roten Beeren, verbreitet im tropischen Afrika, in Arabien, Indien und Teilen Südostasiens. Sie ist weder die Bittermelone noch die Kiwano, die im Englischen denselben Namen tragen. Am besten belegt ist ihre Anwendung in Äthiopien, wo hareg resa in örtlichen Erhebungen ganz oben unter den Heilpflanzen steht. Zerdrückte Blätter werden auf Schwellungen gebunden, Blätter kommen auch auf Wunden, Blattsaft wird bei Durchfall geschluckt, gekochte Blätter liefern Dampf und Getränke gegen Fieber. Am Kap verzeichnete der Arzt Ludwig Pappe ihre Wurzel schon in den 1850er Jahren als altes Heilmittel der Khoikhoi.

Was man über ihre Wirkungen weiß, stammt von Mäusen und aus dem Labor. Blattsalben schlossen Wunden bei Mäusen schneller, über den Mund gegebener Blattextrakt linderte Rizinusöl-Durchfall und Pfotenschwellungen, ein Wurzelextrakt unterdrückte Malariaparasiten, und im Labor hemmte der Blattextrakt Staphylococcus aureus und Escherichia coli. Im Blatt finden sich Gerbstoffe, Phenole und Flavonoide. Am Menschen hat noch keine Studie die Pflanze geprüft, und Befunde zu Blatt und Wurzel betreffen verschiedene Ausgangsstoffe.

Keine europäische Behörde hat die Pflanze bewertet, es gibt also keine anerkannte Anwendung und keine Dosis. Zwei Mausstudien fanden nach einer einmaligen oralen Dosis von 2000 mg pro kg keine Todesfälle, Sicherheitsdaten am Menschen fehlen jedoch. Am Kap kannte man den Wurzelabsud als Brech- und Abführmittel, und in Tansania wird die Pflanze zum Einleiten von Abtreibungen verwendet, in der Schwangerschaft hat sie deshalb nichts verloren. Fieber und die anderen ernsten Krankheiten aus ihrer Überlieferung gehören in ärztliche Hand, nicht in die Hausapotheke.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Afrikanische Gurke meint in dieser Enzyklopädie Zehneria scabra, eine wilde Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie rankt an Waldrändern, in Ufergebüschen und Pflanzungen im ganzen tropischen Afrika, von Liberia bis Äthiopien und südwärts bis zum Kap, und weiter über Arabien und Indien bis Java und auf die Philippinen. Ihre Blätter fühlen sich rau an, daher der Name scabra, und die Ranken tragen Büschel etwa zentimetergroßer Beeren, die leuchtend rot reifen. Nicht zu verwechseln ist sie mit zwei bekannteren Pflanzen, die im Englischen denselben Namen tragen, der Bittermelone (Momordica charantia) und der Kiwano (Cucumis metuliferus), die beide eigene Einträge haben.

Am besten belegt ist ihre Anwendung in Äthiopien. Unter dem amharischen Namen hareg resa steht sie in örtlichen Erhebungen ganz oben unter den Heilpflanzen, und die Menschen dort verwenden die frischen Blätter bei Fieber, Schwellungen, Wunden und Durchfall, manchmal auch die Wurzel. Am Kap verzeichnete der Arzt Ludwig Pappe die Wurzel in den 1850er Jahren als altes Heilmittel der Khoikhoi bei Hautleiden, Wassersucht und Syphilis. Seit Mitte der 2010er Jahre prüfen äthiopische Pharmakologen Blatt und Wurzel an Mäusen, mit ermutigenden Ergebnissen bei Wundheilung, Durchfall und einem Malariaerreger der Nagetiere. Am Menschen hat noch keine Studie die Pflanze geprüft, und keine europäische Behörde hat sie bewertet.

02
Geschichte

Geschichte

In die europäische Botanik kam Zehneria scabra über das Kap. 1782 beschrieb Carl von Linné der Jüngere sie nach einem Beleg vom Kap als Bryonia scabra, die raue Zaunrübe. Die Gattung, zu der sie heute gehört, benannte 1833 Stephan Endlicher in einer Flora der Norfolkinsel, die auf den Pflanzen beruhte, die Ferdinand Bauer dort 1804 und 1805 gesammelt und gemalt hatte und die im kaiserlichen Naturalienkabinett in Wien lagen. Endlicher widmete die Gattung dem Wiener Joseph Zehner, in seinen Worten einem überaus geschickten Maler der Naturdinge und kundigen Beobachter. 1862 stellte Sonder die Pflanze vom Kap in der Flora Capensis zu Zehneria, und so kam sie zu ihrem heutigen Namen.

Auch der erste schriftliche Beleg für eine Heilanwendung stammt vom Kap. 1850 führte der Arzt Ludwig Pappe eine Wurzel an, die die Einheimischen Davidjeswortel nannten. In der zweiten Auflage von 1857 ordnete er sie dieser Pflanze zu, unter dem Namen Pilogyne ecklonii, heute ein Synonym von Zehneria scabra, und beschrieb ihre knollige, harzige Wurzel als altes Heilmittel der Khoikhoi mit ekelerregendem Geschmack. Abgekocht wirkte sie zugleich als Brechmittel, Abführmittel und harntreibendes Mittel, und man nahm sie bei Hautleiden, Wassersucht und Syphilis. Pappe zitierte außerdem den schwedischen Botaniker Carl Peter Thunberg, nach dem eine in Wein oder Branntwein angesetzte Wurzel ein starkes Brech- und Abführmittel ergab. Watt und Breyer-Brandwijk ordneten diese Notiz später einer anderen Kletterpflanze vom Kap zu, Kedrostis nana. 1932 übernahmen sie Pappes Befund unter dem afrikaansen Namen Dawidjieswortel und ergänzten, was Farmer beobachtet hatten. Rinder fraßen die unangenehm riechende Ranke gern, vor allem im Herbst und Winter, wenn frisches Futter knapp war. Sie stand im Verdacht, Vieh zu vergiften, und bei Verdachtsfällen fanden sich Durchfall und ein gereizter Magen-Darm-Trakt. Fütterungsversuche an Schafen blieben dagegen ohne Schaden.

Die reichste lebendige Überlieferung ist heute die äthiopische, und Ethnobotaniker finden hareg resa immer wieder an der Spitze ihrer Listen. 2015 erzielte sie unter 163 Heilpflanzen rund um die Wälder von Tara-gedam und Amba die höchste Übereinstimmung der Befragten, 2024 war sie im Bezirk Jawi die am häufigsten genannte Art. Weiter südlich und östlich ist der Befund dünner, aber aufschlussreich. Heiler der Marakwet in Kenia geben die zerdrückten Blätter bei Erkältung und Husten, und in Kagera im Nordwesten Tansanias gehört sie zu den Kräutern, mit denen traditionelle Heilkundige eine Abtreibung herbeiführen. Im Dorf Kikuku in derselben Region trinkt man den Blättersud bei Hautkrankheiten, Gonorrhö, Syphilis und Malaria und um vor einer Geburt die Gebärmutter zu reinigen, und im Westen Ugandas nannten Befragte sie an erster Stelle bei Hautinfektionen. Seit Mitte der 2010er Jahre prüfen pharmakologische Arbeitsgruppen äthiopischer Universitäten, von Addis Abeba bis Mizan-Tepi, Blatt und Wurzel an Mäusen und im Labor.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Untersuchungen des Blattes finden die Abwehrstoffe, die viele Heilpflanzen tragen. Der Blattextrakt bei Tadesse 2014 enthielt Gerbstoffe, Saponine, Anthrachinone und Phenole, aber keine Alkaloide. Im Extrakt bei Abate 2025 fanden sich zusätzlich Terpenoide, Alkaloide und Flavonoide, und im Gaschromatogramm dominierten ein Fettaldehyd, Valerensäure und Methylester von Fettsäuren. Aus einer kamerunischen Form der Art isolierten Chemiker ein neues Triterpenoid, die Sonhafouonsäure, die das Wachstum zweier pflanzenschädlicher Eipilze hemmte und für Larven des Salinenkrebses giftig war. Gerbstoffe, Phenole und Flavonoide kommen in unzähligen Pflanzen vor, und keine Einzelsubstanz aus Zehneria scabra wurde an Säugetieren oder Menschen geprüft.

Wie die Extrakte wirken, wird aus den Tiermodellen erschlossen, nicht gemessen. Die Autoren der Durchfallstudie führen den trockeneren Stuhl und die geringere Sekretion bei Mäusen auf Gerbstoffe und Flavonoide zurück, die im Darm die Rückaufnahme von Wasser und Salzen fördern. Die Wundforscher verweisen auf Flavonoide, die entzündungsfördernde Enzyme bremsen, und auf Gerbstoffe, die Gewebe zusammenziehen und Bakterien hemmen. Das passt zur geringeren Pfotenschwellung und zur Hemmung von Staphylococcus aureus und Escherichia coli im Labor, zwei häufigen Wundkeimen. Für die Wirkung der Wurzel auf Malariaparasiten ist kein Wirkstoff bekannt. Diese Erklärungen sind plausibel, am Menschen bestätigt ist keine davon.

Keine klinische Studie hat Zehneria scabra geprüft. Die moderne Evidenz stammt von Mäusen und aus dem Labor, fast ganz von äthiopischen Universitätsgruppen, die die überlieferten Anwendungen der Pflanze nachprüfen. Am stärksten ist die Wundforschung. Tekleyes und Kollegen (2021) trugen Salben mit 5 und 10 Prozent Blattextrakt auf Schnitt- und Exzisionswunden von Mäusen auf, fünf Tiere pro Gruppe. Beide Salben schlossen die Wunden schneller, verkürzten die Zeit bis zur neuen Haut und machten das verheilte Gewebe fester, und beim Wundverschluss hielt die 10-prozentige Salbe ab dem 12. Tag mit dem antiseptischen Vergleichsmittel Nitrofurazon Schritt. Fisseha und Kollegen (2022) wiederholten die Wundmodelle mit Blattfraktionen, fanden eine schnellere Heilung mit der Ethylacetat- und der Wasserfraktion und zeigten, dass über den Mund gegebener Blattextrakt die Carrageenan-Pfotenschwellung dosisabhängig verringerte. Bei Durchfall gaben Tadesse und Kollegen (2014) Mäusen 100 bis 400 mg pro kg eines 80-prozentigen methanolischen Blattextrakts. Nach Rizinusöl sank die Zahl der Stuhlgänge um 40 bis 55 Prozent, und in einem zweiten Versuch verringerte der Extrakt die Flüssigkeitsansammlung im Darm um 26 bis 30 Prozent. Im Labor hemmte ein Blattextrakt bei Abate und Kollegen (2025) Staphylococcus aureus und Escherichia coli.

Eine eigene Forschungslinie nutzt die Wurzel. Nureye und Kollegen (2021) gaben Mäusen, die mit dem Malariaerreger der Nagetiere Plasmodium berghei infiziert waren, einen 80-prozentigen hydroalkoholischen Wurzelextrakt über den Mund, sechs Tiere pro Gruppe. Jede Dosis unterdrückte die Parasiten statistisch gesichert, die höchste von 600 mg pro kg um etwa 73 Prozent, und die behandelten Tiere lebten länger und verloren weniger rote Blutkörperchen. Das Vergleichsmittel Chloroquin beseitigte die Parasiten vollständig und hielt alle Tiere die 28 Beobachtungstage über am Leben, die beste Wurzeldosis verlängerte das Überleben von etwa 7 auf 12,5 Tage. Über Malaria beim Menschen sagt ein Mausmodell mit einem empfindlichen Stamm nichts aus. In diesen Studien tötete eine einmalige orale Dosis von 2000 mg pro kg Blatt- oder Wurzelextrakt keine Maus, und Blattsalben schadeten der Haut der Tiere nicht. Ein weiterer Laborversuch weist für die Schwangerschaft in die andere Richtung. Im Organbad ließ ein Extrakt der Pflanze Gebärmuttergewebe von Ratten häufiger kontrahieren, was zu ihrer Anwendung als Abtreibungsmittel in Tansania passt.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

5 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudien
Anwender der äthiopischen und ostafrikanischen Volksmedizin
Belegte volksmedizinische Anwendung
Mäuse (Blattsalben auf Wunden und oraler Blattextrakt, zwei Studien)
Nur Tierversuch2 Studien
Mäuse (oraler Blattextrakt, eine Studie)
Nur Tierversuch1 Studie
Mäuse (oraler Wurzelextrakt, Plasmodium berghei)
Nur Tierversuch1 Studie
In vitro (Staphylococcus aureus, Escherichia coli)
Nur im Labor1 Studie
05
Wichtige Studien

Die Studien, auf die es ankommt.

  1. Beobachtungsstudie · 2015

    Forschende befragten 105 Menschen rund um die Wälder von Tara-gedam und Amba in Libo Kemkem im Nordwesten Äthiopiens und verzeichneten 163 Heilpflanzen. Hareg resa stand an erster Stelle, genannt von 60 Befragten (57 Prozent) bei Durchfall, Wunden, fieberhaften Erkrankungen und Schwellungen. Das Blatt wird zerdrückt auf Schwellungen gebunden oder bei Durchfall gekaut, die gekochte Pflanze liefert Dampf gegen Fieber. Die Erhebung zeigt, wie verbreitet die Pflanze ist, nicht ob sie wirkt.

    Chekole G, Asfaw Z, Kelbessa E. Ethnobotanical study of medicinal plants in the environs of Tara-gedam and Amba remnant forests of Libo Kemkem District, northwest Ethiopia. J Ethnobiol Ethnomed 2015;11:4 doi:10.1186/1746-4269-11-4
  2. Tierstudie · 2021

    Salben mit 5 und 10 Prozent Blattextrakt wurden an Schnitt- und Exzisionswunden von Mäusen geprüft, fünf Tiere pro Gruppe. Beide schlossen die Wunden schneller, verkürzten die Zeit bis zur neuen Haut und machten das verheilte Gewebe fester, und beim Wundverschluss hielt die 10-prozentige Salbe ab dem 12. Tag mit dem Antiseptikum Nitrofurazon Schritt. Eine kleine Tierstudie, die das Interesse an der überlieferten Wundanwendung erklärt, am Menschen aber nie wiederholt wurde.

    Tekleyes B, Huluka SA, Wondu K, Wondmkun YT. Wound Healing Activity of 80% Methanol Leaf Extract of Zehneria scabra (L.f) Sond (Cucurbitaceae) in Mice. J Exp Pharmacol 2021;13:537-544 doi:10.2147/JEP.S303808
  3. Tierstudie · 2014

    Mäuse erhielten vor Rizinusöl 100, 200 oder 400 mg pro kg eines 80-prozentigen methanolischen Blattextrakts. Die Zahl der Stuhlgänge sank um 40 bis 55 Prozent, in einem zweiten Versuch die Flüssigkeitsansammlung im Darm um 26 bis 30 Prozent, und eine einmalige orale Dosis von 2000 mg pro kg verursachte in 14 Tagen keine Todesfälle. Es ist die einzige Prüfung der Anwendung bei Durchfall, an Tieren, und der wichtigste Beleg für die geringe akute Giftigkeit des Blattes beim Schlucken.

    Tadesse WT, Hailu AE, Gurmu AE, Mechesso AF. Experimental assessment of antidiarrheal and antisecretory activity of 80% methanolic leaf extract of Zehneria scabra in mice. BMC Complement Altern Med 2014;14:460 doi:10.1186/1472-6882-14-460
  4. Tierstudie · 2021

    Mäuse, die mit dem Malariaerreger der Nagetiere Plasmodium berghei infiziert waren, erhielten einen 80-prozentigen methanolischen Wurzelextrakt oder dessen Fraktionen über den Mund, sechs Tiere pro Gruppe. Jede Dosis unterdrückte die Parasiten statistisch gesichert, bei 600 mg pro kg um 73 Prozent, die Butanolfraktion um 74 Prozent, und das Überleben stieg von etwa 7 auf 12,5 Tage. Chloroquin beseitigte die Parasiten und hielt alle Tiere 28 Tage am Leben. Die einzige Prüfung der Wurzel gegen Malaria, in einem Mausmodell mit einem empfindlichen Stamm.

    Nureye D, Tekalign E, Fisseha N, Tesfaye T, Hammeso WW. Evaluation of Antiplasmodial Activity of Hydroalcoholic Crude Extract and Solvent Fractions of Zehneria scabra Roots Against Plasmodium berghei in Swiss Albino Mice. Infect Drug Resist 2021;14:2583-2596 doi:10.2147/IDR.S314262
  5. Tierstudie · 2022

    Die Wundmodelle wurden an Mäusen mit Chloroform-, Ethylacetat- und Wasserfraktionen des Blattes wiederholt, am deutlichsten verbesserte die Ethylacetatfraktion Wundverschluss und Hautneubildung. Über den Mund gegeben verringerte der Blattextrakt in Dosen von 100 bis 400 mg pro kg die Carrageenan-Pfotenschwellung um 38 bis 53 Prozent, mit höherer Dosis stärker. Eine zweite Versuchsreihe an Mäusen, die die erste Wundstudie stützt, weiterhin ohne Daten am Menschen.

    Fisseha N, Hammeso WW, Nureye D, Tesfaye T, Yimer T. In-vivo Wound Healing and Anti-Inflammatory Activity of the Solvent Fraction of Zehneria scabra L.F. Sond (Cucurbitaceae) Leaves. J Exp Pharmacol 2022;14:367-377 doi:10.2147/JEP.S387364
06
Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

In Äthiopien arbeitet man mit der frischen Pflanze. Bei Schwellungen werden zerdrückte Blätter auf die Stelle gebunden. Bei Durchfall kaut man die Blätter und schluckt den Saft. Bei Fieber kocht man die Blätter, setzt sich in einem geschlossenen Raum in den Dampf, trinkt oft auch einen Becher des Suds und wäscht sich am Morgen damit. In Metema kocht man die Blätter zusammen mit denen der Maulbeerfeige (Ficus sycomorus) und von Cordia africana, das Fiebermittel ist dort also eine Mischung und nicht Zehneria allein. Wo die Wurzel genutzt wird, etwa in Tigray bei Bauchschmerzen, bereitet man sie getrennt zu. Das sind Hauszubereitungen aus einer Wildpflanze, keine Produkte. Ein standardisiertes Präparat aus Zehneria scabra gibt es nicht, und die Beschreibungen hier halten eine Überlieferung fest. Eine Anleitung zum Selbermachen sind sie nicht.

Dosierung

Eine Dosis für den Menschen gibt es nicht. Volksrezepte rechnen in Bechern Sud statt in abgewogenen Mengen, und die Zahlen in der Literatur, 100 bis 600 mg Extrakt pro Kilogramm Körpergewicht, sind Dosen für Mäuse, die sich nicht auf den Menschen umrechnen lassen. Dosiere die Pflanze bei keiner Beschwerde selbst, und mit einer ernsten Krankheit geh zur Ärztin oder zum Arzt.

Besondere Gruppen

Verwende Zehneria scabra nicht in Schwangerschaft und Stillzeit. In Kagera im Nordwesten Tansanias gehört sie zu den Pflanzen, mit denen traditionelle Heilkundige eine Abtreibung herbeiführen, im Dorf Kikuku trinkt man sie, um vor einer Geburt die Gebärmutter zu reinigen, und im Organbad ließ ihr Extrakt Gebärmuttergewebe von Ratten häufiger kontrahieren. Über Wirkungen bei Kindern ist nichts bekannt, gib sie ihnen daher nicht ohne ärztlichen Rat.

07
Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Zehneria scabra hat eine gemischte Sicherheitsbilanz. Bei Mäusen verursachte eine einmalige orale Dosis von 2000 mg pro kg Blatt- oder Wurzelextrakt in zwei Studien keine Todesfälle, und Blattsalben schädigten die Haut nicht. Dem steht gegenüber, dass die Wurzel am Kap als Brech- und Abführmittel bekannt war und die Pflanze im Verdacht stand, Vieh zu vergiften. Watt und Breyer-Brandwijk fanden keine gesicherten Vergiftungen auf der Weide, doch Verdachtsfälle zeigten Durchfall und einen gereizten Magen-Darm-Trakt, und im Versuch löste eine in die Vene gespritzte Blatttinktur heftigen Durchfall und den Tod aus. Wie Menschen die Pflanze vertragen, wurde nie gemessen. Es gibt keine Dosis für den Menschen, keine Untersuchung ihrer Wechselwirkungen mit Arzneimitteln und keine europäische Sicherheitsbewertung. Aus der Überlieferung folgen drei Vorsichtsregeln. Erstens wird die Pflanze bei ernsten Krankheiten eingesetzt, darunter Malaria und andere Fieber, Syphilis, Gonorrhö, Darmwürmer und in Kenia Krebs. Wer sich darauf statt auf ärztliche Behandlung verlässt, bringt sich in Gefahr, also behandle keine ernste Krankheit selbst damit. Zweitens gehört sie nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, und Kinder sollen sie nur mit ärztlichem Rat bekommen. In der Region Kagera in Tansania zählt sie zu den Kräutern, mit denen Abtreibungen eingeleitet werden, und wird auch getrunken, um vor einer Geburt die Gebärmutter zu reinigen, und im Labor ließ ihr Extrakt Gebärmuttergewebe von Ratten häufiger kontrahieren. Drittens sammle sie nur, wenn du sie sicher bestimmen kannst, denn mehrere wilde Verwandte aus der Familie der Kürbisgewächse sind bitter und giftig. Treten unerwartete Beschwerden auf, absetzen und ärztlichen Rat einholen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Wechselwirkungen wurden weder untersucht noch berichtet, weil die Pflanze nie zusammen mit Arzneimitteln geprüft wurde. Wenn du verschreibungspflichtige Medikamente nimmst, kombiniere sie nicht ohne Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Apotheke mit diesem unerforschten Kraut.

Gegenanzeigen

Behördlich festgelegte Gegenanzeigen gibt es für Zehneria scabra nicht, weil sie nie als Arzneimittel bewertet wurde. Die folgenden Punkte ergeben sich aus ihrer Überlieferung und den Tierdaten. Schwangerschaft und Stillzeit: nicht anwenden. In Tansania gehört die Pflanze zu den Kräutern, mit denen Abtreibungen eingeleitet und vor einer Geburt die Gebärmutter gereinigt wird, ihr Extrakt ließ Gebärmuttergewebe von Ratten im Labor häufiger kontrahieren, und Sicherheitsdaten am Menschen fehlen. Kinder: nicht ohne ärztlichen Rat geben. Bei Kindern ist sie nie untersucht worden, und die Wurzel wirkt als Brech- und Abführmittel. Fieber und ernste Krankheiten: Malaria, Fieber unklarer Ursache, Syphilis, Gonorrhö oder eine andere ernste Erkrankung aus ihrer Überlieferung nicht mit dieser Pflanze behandeln. Geh zur Ärztin oder zum Arzt. Allergie gegen Kürbisgewächse: Wer auf Pflanzen dieser Familie reagiert, sollte sie meiden.

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen beim Menschen wurden nie systematisch erfasst. Die alten Quellen vom Kap beschreiben den Wurzelabsud als ekelerregend, brechreizend, abführend und harntreibend, Erbrechen, Durchfall und häufiges Wasserlassen sind bei der Wurzel also die zu erwartenden Wirkungen. Bei Mäusen richteten Blatt- und Wurzelextrakte in den geprüften Dosen keinen erkennbaren Schaden an. Wie bei jedem Kürbisgewächs sind allergische Reaktionen möglich. Treten Beschwerden auf, setz die Pflanze sofort ab und geh zur Ärztin oder zum Arzt.

08
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Cucurbitaceae
Heimische Regionen
Tropical Africa (Liberia and Benin to Ethiopia, Eritrea and Somalia, Kenya, Uganda, Tanzania, Rwanda, Burundi, Angola, Zambia, Malawi), Southern Africa (Zimbabwe, Mozambique, Free State, Northern Provinces, KwaZulu-Natal, Eswatini, Lesotho, Cape Provinces), Arabian Peninsula and tropical Asia (Saudi Arabia, Yemen, India, Bangladesh, eastern Himalaya, Java, Sulawesi, Lesser Sunda Islands, Philippines)
Erntezeit
Leaves and above ground parts gathered from wild plants in the growing season; root dug where used
Lebensraum
Eine Kletterpflanze der Wälder und Waldränder, der Ufergebüsche und Pflanzungen, in Simbabwe zwischen etwa 600 und 2250 Metern Seehöhe, im Hochland Nordäthiopiens noch auf knapp 2200 Metern gesammelt. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet umfasst den Großteil des tropischen Afrika von Liberia und Benin bis Äthiopien und Somalia, reicht über Angola, Simbabwe und Mosambik bis KwaZulu-Natal und ans Kap und setzt sich nach Saudi-Arabien, in den Jemen, nach Indien, in den östlichen Himalaya, nach Java und auf die Philippinen fort. Sie wird wild gesammelt und nicht angebaut.
Erkennen & Sammeln
Ein kriechendes oder kletterndes Kraut, das sich mit seinen Ranken durch Gebüsch zieht. Die Triebe werden bis etwa sechs Meter lang, nach äthiopischen Beschreibungen bis zehn Meter. Ältere Stängel verholzen und tragen eine korkige, gerippte Rinde. Die Blätter sind breit herzförmig und gezähnt, meist ungelappt, manchmal drei- bis fünflappig, oben tiefgrün und durch kurze Haare rau, unten heller. Daher der Artname, denn scabra heißt auf Lateinisch rau. Männliche und weibliche Blüten wachsen auf getrennten Pflanzen. Beide sind klein und weiß, die männlichen sitzen gebüschelt in den Blattachseln, die weiblichen einzeln oder zu wenigen. Die runden, glatten Beeren hängen in Büscheln, messen 8 bis 13 Millimeter und reifen leuchtend rot. Unter der Erde bildet die Pflanze eine knollige Wurzel, jenen Teil, den die Khoikhoi am Kap als Heilmittel nutzten. Verwendet werden heute vor allem Blätter und Stängel, mancherorts auch die Wurzel.

Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen

Unangenehm

Bitter melon (Momordica charantia) and kiwano (Cucumis metuliferus), the other African cucumbers

Verwechselt wird vor allem der Name. Im Englischen heißen zwei andere Pflanzen weit öfter African cucumber, die Bittermelone (Momordica charantia), das warzige, längliche Gemüse der asiatischen und afrikanischen Küche, und die Kiwano (Cucumis metuliferus), die Horngurke. Beide haben eigene Einträge und eine eigene Forschung. Zehneria scabra ist eine wilde Kletterpflanze mit kleinen, glatten, roten Beeren, die als Heilpflanze gesammelt und nicht als Gemüse angebaut wird. Eine Studie, ein Rezept oder ein Produkt unter dem Namen Afrikanische Gurke sagt über diese Pflanze also nichts aus, solange nicht Zehneria scabra genannt ist.

Giftig

Other wild cucurbit climbers (Coccinia, Kedrostis, Cucumis species)

Mehrere wilde Kürbisgewächse, darunter Arten von Cucumis, Coccinia und Kedrostis, enthalten bittere Cucurbitacine. Ein bitterer wilder Kürbis oder ein bitterer Kürbissaft kann heftiges Erbrechen und Durchfall auslösen, in schweren Fällen einen Kreislaufschock. Der bittere Geschmack ist das Warnzeichen, also spuck den Bissen aus und wirf den Rest weg. Sammle ein wildes Kürbisgewächs nur, wenn du die Art sicher bestimmt hast.

09
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist die Afrikanische Gurke dasselbe wie Bittermelone oder Kiwano?

Nein. Afrikanische Gurke meint hier Zehneria scabra, eine wilde afrikanische Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse, die in der Volksmedizin genutzt wird. Der englische Name African cucumber steht häufiger für die Bittermelone (Momordica charantia) und für die Kiwano (Cucumis metuliferus). Das sind andere Arten mit eigenen Einträgen und eigener Forschung, prüf also den botanischen Namen, bevor du etwas Gelesenes auf diese Pflanze beziehst.

Wie heißt die Pflanze in Afrika?

Auf Amharisch heißt sie hareg resa oder areg resa, auf Ge'ez etse sabieq, auf Afaan Oromo daaymii, auf Tigrinya hafaflo und auf Gedeo kiete. Die Marakwet in Kenia nennen sie cheserya, die Menschen in Kagera im Nordwesten Tansanias engenyi oder akabindizi, und in Südafrika hieß ihre Wurzel Davidjeswortel, später Dawidjieswortel.

Welcher Teil der Pflanze wird verwendet und wofür?

Vor allem die frischen Blätter und Stängel. In Äthiopien bindet man zerdrückte Blätter auf Schwellungen, Blätter kommen auch auf Wunden, bei Durchfall wird der Saft gekauter Blätter geschluckt, und gekochte Blätter liefern Dampf und Getränke gegen Fieber. Manche Gemeinschaften nutzen auch die Wurzel, in Tigray bei Bauchschmerzen, im Südwesten Äthiopiens gegen Malaria. Blatt und Wurzel sind verschiedene Ausgangsstoffe, und Laborbefunde zum einen gelten nicht für das andere.

Gibt es wissenschaftliche Belege, dass sie wirkt?

Am Menschen noch nicht, denn keine klinische Studie hat die Pflanze geprüft. Bei Mäusen heilten Wunden unter Blattsalben schneller, über den Mund gegebener Blattextrakt linderte Rizinusöl-Durchfall und Pfotenschwellungen, und ein Wurzelextrakt unterdrückte Malariaparasiten. Im Labor hemmte der Blattextrakt Staphylococcus aureus und Escherichia coli. Diese Ergebnisse passen zu den überlieferten Anwendungen und erklären das wissenschaftliche Interesse, zeigen aber nicht, was die Pflanze beim Menschen bewirkt.

Hat sie in Europa einen offiziellen Status?

Nein. Keine europäische Behörde hat Zehneria scabra geprüft, weder als Arzneipflanze noch als Lebensmittel, und eine gesundheitsbezogene Angabe ist für sie nicht zugelassen. Für Anwendung, Dosis und Qualität gibt es in Europa daher keine Vorgabe. Was in Äthiopien ein Hausmittel ist, ist in Europa eine ungeprüfte Pflanze.

Ist die Afrikanische Gurke sicher in der Anwendung?

Am Menschen ist sie nicht untersucht, und ihre Überlieferung enthält echte Warnungen. Zwei Mausstudien fanden nach einer einmaligen oralen Dosis von 2000 mg pro kg keine Todesfälle, und Blattsalben schadeten der Haut der Tiere nicht. Dagegen kannte man am Kap den Wurzelabsud als Brech- und Abführmittel, und im Nordwesten Tansanias zählt die Pflanze zu den Kräutern, mit denen traditionelle Heilkundige Abtreibungen einleiten. Verwende sie nicht in Schwangerschaft und Stillzeit, gib sie Kindern nicht ohne ärztlichen Rat und behandle Fieber oder eine ernste Krankheit nicht selbst damit, sondern geh zur Ärztin oder zum Arzt.

Wo wächst die Pflanze?

In weiten Teilen des tropischen Afrika, von Liberia bis Äthiopien und südwärts bis zum Kap, und weiter über Arabien und Indien bis Java und auf die Philippinen. Sie rankt an Waldrändern, in Ufergebüschen und Pflanzungen, im Hochland Nordäthiopiens bis auf knapp 2200 Meter Seehöhe. Sie wird wild gesammelt.

10
Quellen

23 Belege.

  1. Chekole G, Asfaw Z, Kelbessa E. Ethnobotanical study of medicinal plants in the environs of Tara-gedam and Amba remnant forests of Libo Kemkem District, northwest Ethiopia. J Ethnobiol Ethnomed 2015;11:4. 2015. doi:10.1186/1746-4269-11-4
  2. Tadesse WT, Hailu AE, Gurmu AE, Mechesso AF. Experimental assessment of antidiarrheal and antisecretory activity of 80% methanolic leaf extract of Zehneria scabra in mice. BMC Complement Altern Med 2014;14:460. 2014. doi:10.1186/1472-6882-14-460
  3. Tekleyes B, Huluka SA, Wondu K, Wondmkun YT. Wound Healing Activity of 80% Methanol Leaf Extract of Zehneria scabra (L.f) Sond (Cucurbitaceae) in Mice. J Exp Pharmacol 2021;13:537-544. 2021. doi:10.2147/JEP.S303808
  4. Fisseha N, Hammeso WW, Nureye D, Tesfaye T, Yimer T. In-vivo Wound Healing and Anti-Inflammatory Activity of the Solvent Fraction of Zehneria scabra L.F. Sond (Cucurbitaceae) Leaves. J Exp Pharmacol 2022;14:367-377. 2022. doi:10.2147/JEP.S387364
  5. Nureye D, Tekalign E, Fisseha N, Tesfaye T, Hammeso WW. Evaluation of Antiplasmodial Activity of Hydroalcoholic Crude Extract and Solvent Fractions of Zehneria scabra Roots Against Plasmodium berghei in Swiss Albino Mice. Infect Drug Resist 2021;14:2583-2596. 2021. doi:10.2147/IDR.S314262
  6. Abate SG, Endris YA, Abdu KY, Mekonnen KD. Integrated analysis of Zehneria scabra leaf extract: phytochemical screening, GC-MS, FT-IR spectroscopy, and antibacterial activity evaluation. Nat Prod Res 2026;40:3897-3900 (online 2025). 2025. doi:10.1080/14786419.2025.2491117
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