Christiane's Naturkraft
DEEN

Adzukibohne

Vigna angularis (Willd.) Ohwi & H.Ohashi
Quellen
6 ausgewiesen
WofürGewählt als nahrhafte, ballaststoffreiche Hülsenfrucht für die Alltagsküche und für Festtage, von süßer roter Bohnenpaste bis zu Brei und rotem Bohnenreis. Ihr Platz ist die Küche und der Festkalender, nicht die Hausapotheke.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
52Etablierte historische Bedeutung
SicherheitMeist gut verträglichAdzuki ist eine gekochte Speisehülsenfrucht, die sehr weit verbreitet gegessen wird, ohne Hinweis auf Schaden bei üblichen Mengen. Die Vorsichtsregeln sind die jeder Hülsenfrucht, gründlich kochen, nie roh essen, langsam steigern, dazu die übliche Umsicht bei konzentrierten Extrakten, der Verzicht auf arzneiliche Mengen in der Schwangerschaft und die Warnung vor der tödlich giftigen Paternostererbse. Das hält sie klar im sicheren Bereich.
Tradition
Übliche Zubereitungen
Ganz FoodCookedPasteExtrakt

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Die Adzukibohne gehört zu den ältesten Kulturpflanzen Ostasiens. Verkohlte Samen aus Xiaogao in Shandong, China, sind direkt auf etwa neuntausend Jahre datiert, damals wuchs die Bohne dort neben Hirse, Reis und Sojabohne. Messungen von 41 Fundstellen zeigen, dass sie allmählich und in mehreren Regionen Chinas, Koreas und Japans domestiziert wurde. Gegessen wird sie seither ohne Unterbrechung. Japans Chroniken aus dem 8. Jahrhundert nennen sie, Sekihan und süßes Anko gehören in Japan zu den Festtagen, und in Korea kochen Familien zur Wintersonnenwende bis heute Patjuk, einen roten Bohnenbrei. Ihre Tradition ist ostasiatisch und kommt aus der Küche, nach Europa gelangte sie erst in der Neuzeit.

In der chinesischen Medizin heißt die kleine rote Bohne Chi Xiao Dou. Das Shennong Bencao Jing schreibt ihr zu, Wasser abzuleiten und Eiter abzuführen, Li Shizhens Bencao Gangmu von 1578 ergänzt, dass nur die kleinen, dunkelroten Bohnen als Arznei taugen, und das chinesische Arzneibuch verzeichnet den getrockneten Samen heute mit 9 bis 30 g, wobei Adzuki und Reisbohne gleichermaßen als Quelle gelten. Diese Anwendungen beruhen auf Überlieferung, nicht auf klinischen Studien. In der Küche ist Adzuki eine nahrhafte Hülsenfrucht. 100 g gekochte Bohnen liefern bei 128 kcal 7,5 g Eiweiß, 7,3 g Ballaststoffe und 121 Mikrogramm Folat, und die rote Samenschale enthält Polyphenole wie Catechine und Kaempferol. Die Forschung am Menschen ist dünn. Bei zehn gesunden Erwachsenen hatte gedämpfte Adzuki einen glykämischen Index von 21 bis 29, weißer Reis einen von 83. In einer Studie hob ein Extrakt das HDL-Cholesterin nach vier Wochen an, nach acht Wochen lag es wieder beim Ausgangswert, und eine Übersichtsarbeit von 2024 nennt die Wirkung von Adzuki auf Diabetes beim Menschen ungeklärt.

In der Europäischen Union ist Adzuki ein gewöhnliches Lebensmittel. Für sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen, und die einzige EMA-Pflanzenmonografie zu einer Bohne betrifft die getrockneten Hülsen der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris), also eine andere Pflanze und einen anderen Pflanzenteil. Als Alltagsessen wird Adzuki von Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen und auch in der Schwangerschaft gegessen, ohne Hinweis auf Schaden bei üblichen Mengen. Die eine Regel, auf die es ankommt, gilt für jede getrocknete Bohne. Koch sie gründlich und iss sie nie roh oder halb gar, denn rohe Bohnen enthalten Lektine, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Wenn du Bohnen nicht gewohnt bist, steigere die Menge langsam, dann halten sich die Blähungen in Grenzen. Arzneiliche Mengen von Chi Xiao Dou sind in der Schwangerschaft etwas anderes, denn Quellen der chinesischen Medizin warnen, dass große Dosen eine Fehlgeburt auslösen können. Und verwechsle Adzuki nie mit der Paternostererbse, einem glänzend roten Samen mit schwarzem Fleck, der tödlich giftig ist.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Die Adzukibohne, Vigna angularis, ist eine einjährige Hülsenfrucht, deren kleine, glänzende, meist dunkelrote Samen in Ostasien seit rund neuntausend Jahren gekocht werden. Verwendet wird der getrocknete Samen. Man gart ihn ganz in Suppen und Brei, dämpft ihn in Japan mit Klebreis zum Festgericht Sekihan oder verkocht ihn mit Zucker zu Anko, der süßen Paste in unzähligen japanischen Süßigkeiten. Sie ist zuerst ein Lebensmittel, mit reichlich Ballaststoffen, pflanzlichem Eiweiß und Folat, und ihre rote Farbe trägt in China, Japan und Korea Bedeutung, zu Neujahr, bei Hochzeiten und zur Wintersonnenwende.

Auch die Medizin hat sich früh für sie interessiert. Die chinesische Arzneimittellehre führt die kleine rote Bohne, Chi Xiao Dou, seit dem Shennong Bencao Jing als Mittel, das Wasser ableitet und Eiter aus Geschwüren zieht. Das heutige chinesische Arzneibuch verzeichnet den getrockneten Samen nach wie vor und lässt als Stammpflanze sowohl die Adzuki als auch ihre nahe Verwandte, die Reisbohne (Vigna umbellata), gelten. In der Europäischen Union ist Adzuki schlicht ein Lebensmittel ohne zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Die Forschung interessiert sich für ihre Ballaststoffe, ihre langsam verdauliche Stärke und die Polyphenole der roten Samenschale. Studien am Menschen gibt es wenige, und sie laufen nur kurz. Gedämpfte Adzuki lässt den Blutzucker weit weniger steigen als weißer Reis, und in einer Studie hob ein Adzuki-Extrakt das HDL-Cholesterin für einige Wochen an. Dass der Verzehr der Bohne auf Dauer der Gesundheit nützt, hat noch keine Studie gezeigt.

02
Geschichte

Geschichte

Einige der ältesten bisher gefundenen Adzukibohnen stammen aus dem neolithischen China. 2025 veröffentlichte ein Team um Xuexiang Chen verkohlte Adzukisamen aus Xiaogao, einer Siedlung der Houli-Kultur in Shandong, direkt mit der Radiokarbonmethode auf 8985 bis 8645 Jahre vor heute datiert. Die Menschen dort lebten von Jagd, Fischfang und Sammeln ebenso wie vom Ackerbau und zogen die Bohne neben Rispen- und Kolbenhirse, Reis und Sojabohne. Das Team vermaß Bohnen von 41 Fundstellen in ganz Ostasien. Über die Jahrtausende wurden die Samen größer, aber in jeder Region auf eigenem Weg. Vor etwa 6000 bis 4500 Jahren waren die Bohnen in Japan und Korea schon auffallend groß, größer als chinesische Funde aus der Zeit davor und danach. Die Autoren schließen daraus auf eine Domestikation an mehreren Orten. Der wilde Vorfahr wächst bis heute in ganz Ostasien, und Japan hat noch ältere Funde. Verkohlte Bohnen derselben Gattung aus dem Felsdach von Tochibara sind auf rund 10.700 Jahre datiert, Adzukibohnen vom Seegrund bei Awazu am Biwa-See sind vielleicht zehntausend Jahre alt. Die Geschichte der Bohne hat also mehr als einen Anfang.

Die Schrift kam später. Das Shennong Bencao Jing, die älteste chinesische Arzneimittellehre, stellt Chi Xiao Dou in seine mittlere Klasse und schreibt, die Bohne treibe wässrige Schwellungen hinab und führe Eiter und Blut aus Abszessen ab. Li Shizhens Bencao Gangmu von 1578 liest sich stellenweise wie das Notizbuch eines Bauern. Gesät wird nach der Sommersonnenwende, die Pflanze wird etwa einen Fuß hoch und hat Blätter wie die Augenbohne, sie blüht im Herbst und wird geerntet, wenn die Hülsen zu drei Teilen grün und zu zwei Teilen gelb sind. Man kann die Bohnen kochen oder rösten und zu Brei, Bohnenreis und Füllung für Teigtaschen verarbeiten. Als Arznei, betont er, taugen nur die kleinen, festen, dunkelroten Bohnen, die größeren hellroten heilen nichts. Er erzählt auch eine alte Geschichte nach. Ein nichtsnutziger Sohn des Wassergottes Gonggong sei zur Wintersonnenwende gestorben, als Seuchendämon wiedergekehrt und habe rote Bohnen gefürchtet, deshalb koche man an diesem Tag roten Bohnenbrei. Li Shizhen tut das als weit hergeholtes Märchen ab.

In Japan gehört die Bohne zu den ältesten Mythen. Das Kojiki von 712 erzählt, wie der Sturmgott Susanoo die Speisegöttin Ōgetsuhime erschlug und aus ihrem Leib die ersten Feldfrüchte wuchsen, Reis, Hirse, Gerste und Sojabohnen, und aus ihrer Nase rote Bohnen. Mit den Jahrhunderten wurde Azuki zur Farbe des Feierns. Sekihan, Klebreis, mit den Bohnen gedämpft und von ihnen rot gefärbt, ist bis heute das Gericht für Hochzeiten, Geburtstage und andere glückliche Tage, und Anko, die süße Bohnenpaste, füllt Mochi, gedämpfte Manjū und Dorayaki. Weil die Bohne fast immer mit Zucker gegessen wird, aß Japan wenig davon, solange Zucker knapp war, wie ein Bohnenzüchter aus Hokkaido festhielt. 1970 wuchs Azuki in Japan auf 90.000 Hektar, fast die Hälfte davon auf Hokkaido, wo die Tokachi-Ebene im Jahr nur rund 134 frostfreie Tage hat. Der Handel kannte zwei Sorten, die gewöhnliche Azuki und die größere, teurere Dainagon, dazu ein wenig weiße Azuki, Shiro Shōzu, für helle Bohnenpaste.

In Korea heißt die Bohne Pat, und ihr großer Tag ist Dongji, die Wintersonnenwende, die man einst als kleines Neujahr beging. Familien kochten Patjuk, roten Bohnenbrei, stellten Schalen davon in den Hausschrein und überall ins Haus und spritzten ihn an Wände und Türen, weil die rote Farbe die Geister fernhalten sollte, die Seuchen bringen. Wie ernst man das nahm, zeigt eine Regel. Fiel die Sonnenwende früh in den Mondmonat, ein sogenannter Aedongji, kochte man keinen Patjuk, weil das den Kindern Unglück bringen sollte, und aß stattdessen gedämpften Reiskuchen. Die Bohne selbst ist auf der Halbinsel viel älter. Bohnenabdrücke auf Tonscherben aus Osanri an der Ostküste, nur bis zur Gattung sicher bestimmt, sind rund siebentausend Jahre alt, und direkt datierte verkohlte Adzuki aus Pyeonggeo-dong im Süden knapp fünftausend. Europa lernte die Bohne erst in der Neuzeit kennen, als Lebensmittel aus Ostasien.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Adzuki tut, was Hülsenfrüchte tun, und zwar über ihre Zusammensetzung, nicht über einen einzelnen Wirkstoff. 100 g gekochte Bohnen bringen 128 kcal, 7,5 g Eiweiß, 7,3 g Ballaststoffe, 532 mg Kalium, 52 mg Magnesium, 2 mg Eisen und 121 Mikrogramm Folat bei fast keinem Fett, und ein Teil der Stärke widersteht der Verdauung. Die meiste Chemie steckt in der roten Samenschale, Polyphenole wie Catechin und seine Glucoside, Kaempferol und andere Flavonoide sowie Anthocyane, dazu Saponine und Phytinsäure. Diese Stoffe sitzen in dem Teil, der gegessen wird, und sie sind der Grund, warum die Forschung sich für die Bohne interessiert.

Was man darüber weiß, wie Adzuki wirken könnte, stammt größtenteils aus dem Labor. Extrakte, Eiweiße und Stärkefraktionen der Bohne hemmen im Reagenzglas die Alpha-Glucosidase, jenes Darmenzym, das Glucose aus Stärke freisetzt, und extrudierte Adzuki hemmt es stärker als rohe. Bei Mäusen mit Typ-2-Diabetes senkten Heißwasserextrakte der Bohne den Blutzucker. Beim Menschen ist die einzige klare Beobachtung, dass der Blutzucker nach einer Mahlzeit aus gedämpften Bohnen nur wenig steigt, was zu den Enzymbefunden und zu Ballaststoffen und resistenter Stärke passt. Ob daraus ein dauerhafter Nutzen für Menschen wird, die einfach Adzuki essen, ist nicht untersucht.

Die Forschung am Menschen ist klein, reicht aber inzwischen über eine einzelne Studie hinaus. Eine davon, 2019 von Tomoko Kitano-Okada und Kollegen veröffentlicht, gab Erwachsenen mit mäßig bis deutlich erhöhtem LDL-Cholesterin acht Wochen lang randomisiert und doppelblind entweder einen polyphenolhaltigen Adzuki-Extrakt oder ein Placebo. Nach vier Wochen war das HDL-Cholesterin mit dem Extrakt um 3,8 mg/dl gestiegen und mit Placebo um 0,1 mg/dl gesunken, ein statistisch gesicherter Unterschied. Nach acht Wochen lag die Extraktgruppe wieder bei ihrem Ausgangswert und die Placebogruppe darunter, und eine Wirkung auf das LDL, dessentwegen die Teilnehmenden ausgewählt worden waren, wird nicht berichtet. Nebenwirkungen traten keine auf. Die Erstautorin arbeitete für das Lebensmittelunternehmen Cosmo Foods, und geprüft wurde ein Konzentrat, nicht die gekochte Bohne.

Zwei Studien haben die Bohne als Lebensmittel geprüft. In einer randomisierten Crossover-Studie der Chinesischen Agraruniversität von 2019 aßen zehn gesunde Erwachsene Portionen verschiedener stärkereicher Lebensmittel mit je 50 g verwertbaren Kohlenhydraten. Über Nacht eingeweicht und 40 oder 70 Minuten gedämpft, hatte Adzuki einen glykämischen Index von 21 und 29, weißer Reis einen von 83, und eine typische Blutzuckerspitze blieb ganz aus. In einer Studie am Peking Union Medical College Hospital von 2018 aßen 120 Menschen mit Typ-2-Diabetes vier Wochen lang entweder ein Fertigprodukt aus extrudierter Adzuki oder eine übliche Kost mit niedrigem glykämischem Index. Die Blutzuckereinstellung besserte sich in beiden Gruppen, ohne statistisch gesicherten Unterschied zwischen ihnen. In der Adzuki-Gruppe lag der Entzündungsmarker TNF-alpha niedriger, ein anderer, Interleukin-6, stieg leicht an. Beide Studien waren kurz, und keine maß langfristige Folgen.

Der Rest der Evidenz stammt aus Tierversuchen und dem Reagenzglas. Eine Übersichtsarbeit von Shu Hang Kwan und Elvira Gonzalez de Mejia an der University of Illinois fand 2024 dreizehn Tierstudien und zwei Laborstudien zu Adzuki und Blutzucker, aber nur eine am Menschen, die Diabetesstudie von 2018, und kam zum Schluss, dass die Wirkung des Adzuki-Verzehrs auf Typ-2-Diabetes beim Menschen ungeklärt bleibt. In einer Studie von Sato und Kollegen aus dem Jahr 2008 bekamen Ratten, die auf Bluthochdruck gezüchtet sind, acht Wochen lang Futter mit 0,8 % Adzuki-Polyphenolextrakt. Ihr Blutdruck stieg weniger stark, und in Herz und Niere fanden sich weniger Makrophagen, die Fresszellen der Entzündung. Diese Ergebnisse erklären das Interesse der Forschung. Beim Menschen gezeigt sind sie nicht.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

5 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudien
Kinder, Erwachsene und ältere Menschen, die die gekochte Bohne essen
Traditionelle Lebensmittelanwendung
Traditionelle ostasiatische Medizinpraxis
Nur traditionelle Anwendung
Erwachsene mit mäßig bis deutlich erhöhtem LDL-Cholesterin
Eine kleine Studie1 Studie
Gesunde Erwachsene und Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, dazu Labor- und Tiermodelle
Zwei kurze Ernährungsstudien2 Studien
Spontan hypertensive Ratten (Tiermodell)
Nur Tiermodell
05
Wichtige Studien

Die Studien, auf die es ankommt.

  1. Randomisierte kontrollierte Studie · 2018

    In Peking aßen 120 Menschen mit Typ-2-Diabetes vier Wochen lang entweder täglich ein Fertigprodukt aus extrudierter Adzuki oder eine übliche Kost mit niedrigem glykämischem Index, 106 hielten bis zum Ende durch. Die Blutzuckereinstellung besserte sich in beiden Gruppen, ohne statistisch gesicherten Unterschied. In der Adzuki-Gruppe lag der Entzündungsmarker TNF-alpha niedriger, Interleukin-6 stieg leicht an. Die größte Studie am Menschen zu dieser Bohne, aber kurz und ohne Placebo. Sie zeigt, dass Adzuki mit einer guten Diabeteskost mithält, nicht, dass sie besser ist.

    Liu Y, Wang Q, Li S, Yue Y, Ma Y, Ren G. Liu Y, Wang Q, Li S, Yue Y, Ma Y, Ren G. Convenient food made of extruded adzuki bean attenuates inflammation and improves glycemic control in patients with type 2 diabetes: a randomized controlled trial. Ther Clin Risk Manag. 2018;14:871-884. doi:10.2147/TCRM.S161649 doi:10.2147/TCRM.S161649
  2. Randomisierte kontrollierte Studie · 2019

    In einer randomisierten Crossover-Studie aßen zehn gesunde Erwachsene Portionen von sechs stärkereichen Lebensmitteln mit je 50 g verwertbaren Kohlenhydraten und zum Vergleich weißen Reis. Über Nacht eingeweicht und 40 oder 70 Minuten gedämpft, hatte Adzuki einen glykämischen Index von 21 und 29, weißer Reis einen von 83, und eine typische Blutzuckerspitze blieb aus. Eine kleine Studie mit einzelnen Mahlzeiten, aber eine direkte Messung am Menschen, wie sich die gekochte Bohne verhält.

    Zhu R, Fan Z, Han Y, et al. Zhu R, Fan Z, Han Y, Li S, Li G, Wang L, Ye T, Zhao W. Acute effects of three cooked non-cereal starchy foods on postprandial glycemic responses and in vitro carbohydrate digestion in comparison with whole grains: a randomized trial. Nutrients. 2019;11(3):634. doi:10.3390/nu11030634 doi:10.3390/nu11030634
  3. Randomisierte kontrollierte Studie · 2019

    Erwachsene mit mäßig bis deutlich erhöhtem LDL-Cholesterin nahmen acht Wochen lang randomisiert und doppelblind einen polyphenolhaltigen Adzuki-Extrakt oder ein Placebo. Nach vier Wochen war das HDL-Cholesterin mit dem Extrakt um 3,8 mg/dl gestiegen und mit Placebo um 0,1 mg/dl gesunken, ein statistisch gesicherter Unterschied, doch nach acht Wochen lag die Extraktgruppe wieder beim Ausgangswert. Nebenwirkungen traten keine auf. Eine einzelne kleine Extraktstudie, deren Erstautorin aus einem Lebensmittelunternehmen kommt. Für sich allein zählt sie wenig, und über die gekochte Bohne sagt sie nichts.

    Kitano-Okada T, Nagata R, Han KH, et al. Kitano-Okada T, Nagata R, Han KH, Mikami N, Satoh K, Nishihira J, Sasaki K, Ohba K, Fukusima M. Safety and efficacy of adzuki bean extract in subjects with moderate to high LDL-C: a randomized trial. Biosci Biotechnol Biochem. 2019;83(5):933-941. doi:10.1080/09168451.2019.1574553 doi:10.1080/09168451.2019.1574553
  4. Übersichtsarbeit · 2024

    Diese narrative Übersichtsarbeit trug die Forschung zu Adzuki und Typ-2-Diabetes zusammen und fand eine Studie am Menschen, dreizehn Tierstudien und zwei Laborstudien. Extrakte, Eiweiße und Ballaststoffe der Bohne senkten bei Tieren den Blutzucker und hemmten im Reagenzglas die Alpha-Glucosidase. Das Autorenteam schließt, dass die Wirkung des Adzuki-Verzehrs auf Typ-2-Diabetes beim Menschen ungeklärt bleibt, und fordert randomisierte Studien am Menschen. Eine nützliche Landkarte der Evidenz, kein Beleg für einen Nutzen.

    Kwan SH, Gonzalez de Mejia E. Kwan SH, Gonzalez de Mejia E. The potential of the adzuki bean (Vigna angularis) and its bioactive compounds in managing type 2 diabetes and glucose metabolism: a narrative review. Nutrients. 2024;16(2):329. doi:10.3390/nu16020329 doi:10.3390/nu16020329
  5. 2025

    Archäobotaniker beschrieben verkohlte Adzukisamen aus Xiaogao, einer Fundstelle der Houli-Kultur in Shandong, direkt mit der Radiokarbonmethode auf 8985 bis 8645 Jahre vor heute datiert, und vermaßen Adzukisamen von 41 Fundstellen in ganz Ostasien. Die Samen wurden mit der Zeit größer, aber in jeder Region auf eigenem Weg, was die Autoren als Domestikation in mehreren Regionen deuten. Der stärkste Beleg für Alter und Geschichte der Bohne, über Gesundheit sagt er nichts.

    Chen X, Sun Z, Zhang S, Lee GA, Nasu H, Zhang F, et al. Chen X, Sun Z, Zhang S, Lee GA, Nasu H, Zhang F, et al. The discovery of adzuki bean (Vigna angularis) in eastern China during the 9th millennium BP and its domestication in East Asia. Proc Natl Acad Sci U S A. 2025;122(39):e2510835122. doi:10.1073/pnas.2510835122 doi:10.1073/pnas.2510835122
06
Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

Adzuki wird wie jede getrocknete Bohne gekocht, nur schneller. Spül die Bohnen ab, weich sie einige Stunden oder über Nacht ein und lass sie dann in frischem Wasser weich köcheln, was je nach Bohne und Einweichzeit etwa 45 Minuten bis eineinviertel Stunden dauert. Weil sie klein ist, gart Adzuki verhältnismäßig schnell und kommt oft ohne langes Einweichen aus. Iss die Bohnen ganz in Suppen, Eintöpfen und Brei, dämpf sie mit Klebreis zu Sekihan oder koch sie mit Zucker zu Anko ein, glatt oder stückig, als Füllung für Mochi, gedämpfte Germteigbällchen und Gebäck. Li Shizhen nannte 1578 fast dieselben Verwendungen, gekochte oder geröstete Bohnen, Brei, Bohnenreis und Füllung für Teigtaschen. Über die Küche hinaus gibt es Adzuki auch als Mehl, als gekochte Bohne in Dosen und als konzentrierten Polyphenol-Extrakt in manchen Nahrungsergänzungsmitteln, meist mit dem Polyphenolgehalt beworben. Ein Extrakt ist ein Konzentrat, es gelten das Etikett und der vorgesehene Gebrauch, und die eine Studie, die das HDL-Cholesterin für einige Wochen anhob, prüfte einen solchen Extrakt und nicht die gekochte Bohne. Als Lebensmittel braucht Adzuki nichts als Einweichen und gründliches Kochen.

Dosierung

Eine offizielle Dosierung für Adzuki als Lebensmittel gibt es nicht. Sie wird als Teil von Mahlzeiten gegessen, in Portionen wie jede andere gekochte Bohne. Für arzneiliches Chi Xiao Dou nennt das chinesische Arzneibuch 9 bis 30 g des getrockneten Samens, und gepulvert wird der Samen auch auf Schwellungen und Geschwüre aufgetragen. Das ist eine traditionelle Bezugsgröße, keine moderne Empfehlung. Der Extrakt, der in einer Studie das HDL-Cholesterin für einige Wochen anhob, war ein Studienprotokoll und keine Portionsgröße. Bei konzentrierten Extrakten gilt das Etikett, und es gibt keinen Grund, über übliche Küchenmengen der gekochten Bohne hinauszugehen.

Besondere Gruppen

Als gewöhnliches gekochtes Lebensmittel wird Adzuki von Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit als Teil einer normalen Ernährung gegessen. Es gelten die üblichen Hinweise für jede Hülsenfrucht. Steigere die Menge langsam, wenn du Bohnen nicht gewohnt bist, weil die Ballaststoffe Blähungen machen können, und koch sie immer gründlich. Arzneiliches Chi Xiao Dou ist in der Schwangerschaft etwas anderes. Li Shizhens Bencao Gangmu von 1578 setzte es ein, um schwere Geburten zu erleichtern und die Nachgeburt auszutreiben, und ein modernes Nachschlagewerk der chinesischen Medizin warnt, dass große Dosen eine Fehlgeburt auslösen können. Das betrifft arzneiliche Mengen, nicht eine Schale roter Bohnensuppe, doch in der Schwangerschaft lässt du arzneiliche Zubereitungen und konzentrierte Extrakte besser weg, solange deine Ärztin, dein Arzt oder deine Hebamme nicht zustimmt. Extrakte wurden in Schwangerschaft und Stillzeit nicht bewertet.

07
Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Adzuki ist ein Alltagsessen und meist sehr gut verträglich. Der zentrale Sicherheitspunkt gilt für alle getrockneten Bohnen. Einweichen, gründlich kochen und nie roh oder halb gar essen. Rohe Bohnen enthalten Lektine, darunter Phytohämagglutinin, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen, und schon vier oder fünf rohe Kidneybohnen können dafür reichen. Die US-Lebensmittelbehörde FDA rät, rote Kidneybohnen, die am meisten davon enthalten, mindestens 30 Minuten sprudelnd zu kochen, und warnt, dass Schongarer nicht heiß genug werden. Diese Regel ist auch für Adzuki die sichere. Eine behördliche Monografie und eine offizielle Liste von Gegenanzeigen gibt es für Adzuki nicht, diese Hinweise stammen aus der Lebensmittelsicherheit. Dazu ein paar Hinweise. Eine große Portion Bohnen kann Blähungen und Völlegefühl verursachen, wenn du sie nicht gewohnt bist, was nachlässt, sobald sich der Darm anpasst, und durch langsames Steigern und gutes Kochen leichter wird. Konzentrierte Polyphenol-Extrakte sind ein anderes Produkt als die gekochte Bohne. Die eine Extraktstudie sah über acht Wochen keine Nebenwirkungen, doch Extrakte wurden nicht breit bewertet, halte dich also an das Etikett und sag deiner Ärztin oder deinem Arzt Bescheid, wenn du wichtige Medikamente nimmst. Schmucksamen gehören nicht in die Küche, denn die Paternostererbse, scharlachrot mit schwarzem Fleck, ist tödlich giftig. Wer eine bekannte Bohnen- oder Hülsenfruchtallergie hat, sollte Adzuki meiden.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Eine behördliche Liste von Wechselwirkungen gibt es für Adzuki nicht, und als gewöhnliches gekochtes Lebensmittel hat sie keine bekannten Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die im Alltag zählen. Wie bei anderen ballaststoffreichen Lebensmitteln könnte eine sehr große Bohnenmenge die Aufnahme mancher gleichzeitig eingenommener Arzneimittel verlangsamen. Wer darauf achten will, hält etwas zeitlichen Abstand. Konzentrierte Polyphenol-Extrakte sind weniger untersucht als das Lebensmittel. Wer Arzneimittel mit geringer Sicherheitsspanne nimmt und einen solchen Extrakt verwenden will, sagt es am besten der Ärztin oder dem Arzt. Das alles ist allgemeine Umsicht. Dokumentiert ist keine dieser Wechselwirkungen.

Gegenanzeigen

Es gibt keine förmlichen Gegenanzeigen für Adzuki, denn sie ist ein Lebensmittel und kein registriertes Arzneimittel. Bekannte Bohnen- oder Hülsenfruchtallergie: Wer auf Bohnen reagiert, sollte Adzuki meiden. Rohe oder halb gare Bohnen: wegen der natürlichen Lektine nicht essen, sondern immer gründlich einweichen und kochen. Konzentrierte Extrakte: Wer Arzneimittel mit geringer Sicherheitsspanne nimmt oder eine Erkrankung hat, verwendet sie mit der üblichen Umsicht, denn Extrakte sind nicht die gekochte Bohne und wurden nicht breit geprüft.

Nebenwirkungen

In üblichen Mengen als Lebensmittel hat Adzuki keine bekannten unerwünschten Wirkungen und wird gut vertragen. Was Menschen am ehesten bemerken, sind Blähungen und Völlegefühl wie bei jeder Hülsenfrucht, und beides lässt nach, wenn du die Menge langsam steigerst und die Bohnen gründlich kochst. Allergische Reaktionen sind möglich, aber selten. Rohe oder halb gare Bohnen können wegen ihrer Lektine Übelkeit und Magen-Darm-Beschwerden auslösen, deshalb werden sie immer gekocht. Tritt eine unerwartete Reaktion auf, lass die Bohnen weg und hol dir Rat.

08
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Fabaceae
Heimische Regionen
East Asia (China, Japan, Korea), centre of origin and domestication, Cultivated across Northeast Asia and the Himalayas, Grown worldwide as a food crop, including in North America and parts of Europe
Erntezeit
Pods harvested when mature and dry in late summer to autumn; seeds threshed and dried
Lebensraum
Eine wärmeliebende einjährige Hülsenfrucht der Kulturfelder und Gärten, in Ostasien heimisch und domestiziert, für ihren trockenen Samen in gemäßigten und subtropischen Regionen mit warmer Wachstumszeit angebaut.
Erkennen & Sammeln
Eine aufrechte bis windende einjährige Pflanze aus der Familie der Hülsenfrüchtler, meist einen halben bis einen Meter hoch, mit dreizähligen Blättern und kleinen gelben Schmetterlingsblüten. Die glatten, walzenförmigen Hülsen enthalten mehrere kleine Samen. Diese sind kurz und tonnenförmig, etwa 4 bis 6 Millimeter dick, glänzend dunkel rotbraun und tragen an einer Seite eine schmale weiße Linie, den Nabel (Hilum), der flach anliegt und nicht vorsteht. Daneben gibt es weiße, schwarze und gesprenkelte Sorten. Verwendet wird der getrocknete Samen, eingeweicht und gekocht.

Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen

Unangenehm

Rice bean (Vigna umbellata), the second chi xiao dou species

Die Reisbohne ist die zweite Art, die das chinesische Arzneibuch als Chi Xiao Dou zulässt. In der chinesischen Medizin teilen sich beide Bohnen also einen Namen. Die Reisbohne ist länger und etwas abgeflacht, 5 bis 8 Millimeter lang, purpurrot und kaum glänzend, mit einem vorstehenden weißen Nabel, der sich über etwa zwei Drittel des Samens zieht. Adzuki ist kürzer und tonnenförmig, dunkel rotbraun und glänzend, mit flachem Nabel. Giftig ist keine der beiden, doch es sind verschiedene Arten. Auf einer Packung mit medizinischem Chi Xiao Dou oder in einer Studie lohnt deshalb der Blick auf den botanischen Namen.

Unangenehm

Mung bean (Vigna radiata)

Eine weitere kleine asiatische Vigna-Bohne, oft im selben Regal. Mungbohnen sind kleiner, olivgrün und geschält gelb, und sie spielen in der Küche eine andere Rolle, oft gekeimt oder zu heller Paste und Suppe gekocht. Sie sind eine eigene Art mit eigenem Geschmack und eigener Chemie, in einem Rezept oder einer Studie ersetzt die eine die andere also nicht.

Unangenehm

Pigeon pea (Cajanus cajan, mu dou)

Eine Untersuchung von Samendrogen auf dem taiwanischen Markt fand Straucherbsen, die unter dem Namen Chi Dou verkauft wurden, der chinesischen Bezeichnung für Adzuki, neben echter Adzuki und Reisbohne. Ihre Samen sind abgeflachte Kugeln ähnlicher Größe, 4 bis 6 Millimeter, dunkelrot, mit einem auffällig vorstehenden, länglichen weißen Nabel, und zerkaut schmecken sie nach roher Bohne. Die Straucherbse gehört zu einer anderen Gattung und ersetzt weder Adzuki noch Reisbohne. Prüfe deshalb Samenform und botanischen Namen, wenn du lose rote Bohnen für einen bestimmten Zweck kaufst.

Lebensgefahr

Rosary pea (Abrus precatorius), deadly poisonous

Ein glänzend scharlachroter Samen mit schwarzem Fleck an einem Ende, etwas größer und ovaler als Adzuki, als Schmuckperle verkauft und in China Liebesbohne (Xiangsi Dou) genannt. Er enthält Abrin, und die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt, dass verschluckte Samen blutiges Erbrechen und blutigen Durchfall und über mehrere Tage ein Versagen von Leber, Milz und Nieren auslösen können. Adzuki hat keinen schwarzen Fleck, nur eine feine weiße Linie an einer Seite. Mit Schmucksamen wird nie gekocht, und wer welche verschluckt hat, braucht sofort ärztliche Hilfe.

09
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist eine Adzukibohne und welcher Teil wird verwendet?

Die Adzukibohne (Vigna angularis) ist eine kleine Hülsenfrucht aus Ostasien mit glänzenden, meist dunkelroten Samen von etwa einem halben Zentimeter. Verwendet wird der getrocknete Samen. Man kocht ihn weich und isst ihn ganz in Suppen, Brei und Reis oder verkocht ihn mit Zucker zu Anko, der süßen roten Bohnenpaste der japanischen Zuckerbäckerei. Sie ist zuerst ein Lebensmittel, reich an Ballaststoffen und pflanzlichem Eiweiß.

Ist die Adzukibohne von der europäischen Behörde für eine gesundheitliche Anwendung zugelassen?

Nein. In der Europäischen Union ist Adzuki ein gewöhnliches Lebensmittel, für sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen, und eine Packung darf keine gesundheitliche Wirkung versprechen. Die einzige EMA-Pflanzenmonografie zu einer Bohne betrifft die getrockneten Hülsen der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris), eine andere Pflanze und einen anderen Pflanzenteil. In China dagegen ist der getrocknete Samen eine offizielle Arzneidroge des chinesischen Arzneibuchs.

Ist die Adzukibohne dasselbe wie das medizinische Chi Xiao Dou in der chinesischen Medizin?

Teilweise ja. Das chinesische Arzneibuch definiert Chi Xiao Dou als den getrockneten reifen Samen entweder der Reisbohne (Vigna umbellata) oder der Adzukibohne (Vigna angularis) und setzt ihn ein, um die Harnausscheidung anzuregen, Schwellungen zu lindern und Eiter abzuleiten. Adzuki ist also eine offizielle Stammpflanze der Arzneidroge und teilt sich den Namen mit einer nahen Verwandten. Auf einer Arzneipackung oder in einer Studie zeigt der botanische Name, welche Bohne gemeint ist.

Müssen Adzukibohnen gekocht werden, und sind rohe Bohnen unbedenklich?

Ja. Wie alle getrockneten Bohnen muss Adzuki richtig gekocht werden und darf nie roh oder halb gar gegessen werden. Rohe Bohnen enthalten Lektine, die Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen können. Das bekannteste, Phytohämagglutinin, steckt in roten Kidneybohnen in der höchsten Menge, und die US-Lebensmittelbehörde FDA rät, sie mindestens 30 Minuten sprudelnd zu kochen, weil die sanfte Hitze eines Schongarers nicht reicht. Dieselbe Regel ist für jede getrocknete Bohne die sichere, und Adzuki braucht ohnehin 45 Minuten oder länger, bis sie weich ist.

Kann man Adzuki mit einer giftigen roten Bohne verwechseln?

Ja, und es ist schon passiert. Die Paternostererbse (Abrus precatorius), in China Xiangsi Dou oder Liebesbohne genannt und zu Armbändern aufgefädelt, ist ein glänzend roter Samen mit schwarzem Fleck an einem Ende, etwas größer und ovaler als Adzuki. Sie enthält Abrin, und die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt, dass verschluckte Samen blutiges Erbrechen und blutigen Durchfall und binnen einiger Tage ein Versagen von Leber, Milz und Nieren auslösen können. 2016 gab eine junge Frau in Hangzhou zwei davon in ihren Reisbrei und kam auf die Intensivstation. Rote Bohnen zum Kochen kauft man nur als Lebensmittel, und mit Schmucksamen wird nie gekocht.

Gibt es einen wissenschaftlichen Beweis, dass Adzukibohnen den Blutzucker oder das Cholesterin senken?

Noch nicht. Die Studien am Menschen sind wenige und kurz. Gedämpfte Adzuki ließ den Blutzucker bei zehn gesunden Erwachsenen weit weniger steigen als weißer Reis, ein Fertigprodukt aus Adzuki schnitt bei 120 Menschen mit Typ-2-Diabetes über vier Wochen etwa so gut ab wie eine übliche Kost mit niedrigem glykämischem Index, und ein konzentrierter Extrakt hob bei Erwachsenen mit hohem LDL das HDL-Cholesterin für einige Wochen an. Eine Übersicht von 2024 bewertet die Wirkung beim Menschen als ungeklärt und fordert ordentliche randomisierte Studien. Ihren Platz hat Adzuki als gute Hülsenfrucht, nicht als Behandlung.

Warum ist die Adzukibohne in der japanischen und koreanischen Kultur wichtig?

Rot gilt in Ostasien seit Langem als Farbe des Feierns und des Schutzes, und die Bohne trägt diese Farbe. In Japan kommt Sekihan, Klebreis, der mit Adzuki gedämpft und von ihr rot gefärbt wird, zu Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Freudentagen auf den Tisch, und süßes Anko füllt unzählige Süßigkeiten. In Korea kocht man zur Wintersonnenwende Patjuk, einen roten Bohnenbrei, und spritzte früher etwas davon an Wände und Türen, um böse Geister fernzuhalten. Schon Japans älteste Chronik, das Kojiki von 712, lässt rote Bohnen aus dem Körper einer Speisegöttin wachsen.

10
Quellen

6 Belege.

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