Löwenzahn-Brennnessel-Frühjahrstonikum
Ein altes Bauerngarten-Ritual aus den ersten Wochen nach der Schneeschmelze. Eine kleine bittere Tasse aus Löwenzahn und Brennnessel, einmal am Morgen über zwei oder drei Frühlingswochen.
Schritte
Eine kleine Mischung im Glas
Zu gleichen Teilen getrocknetes Löwenzahnblatt und getrocknetes Brennnesselkraut. Ein sauberes Glas mit dichtem Deckel hält die Mischung trocken. Ein halber Esslöffel Mischung pro Tasse ist das Hausmaß.
Gleich am Morgen aufgießen
Einen halben Esslöffel der Mischung in 250 Milliliter eben aufgekochtes Wasser. Zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen, abseihen.
Langsam trinken, im Stehen oder Sitzen
Die Tasse ist sanft bitter und grasig. Die alte Vorstellung lautete, dass ein bitterer Schluck am Tagesanfang zum Frühling gehört wie ein süßer Trunk zum Sommer.
Dann wie gewohnt frühstücken
Nach der Tasse möglichst zehn Minuten warten, bevor du isst. Sonst geht der Morgen weiter wie immer.
Zwei oder drei Wochen, dann pausieren
Ein Frühjahrstonikum ist überliefert als kurze saisonale Praxis, nicht als Ganzjahresgewohnheit. Nach zwei oder drei Wochen das Glas bis zum nächsten Frühling beiseitestellen.
Löwenzahnblatt und Brennnesselkraut sind alte Pflanzen aus dem österreichischen Bauerngarten. Beide gelten volksheilkundlich als leicht harntreibend; Personen, die Diuretika einnehmen, mit Nieren- oder Gallensteinen in der Vorgeschichte oder mit Harnsteinen sollten den täglichen Frühlingsbecher vorher ärztlich abklären. Bei bekannter Korbblütler-Allergie auf den Löwenzahn verzichten. Schwangerschaft und Stillzeit: eine gelegentliche kleine Tasse gilt als unproblematisch; die regelmäßige dreiwöchige Tonikum-Praxis ist genau das, worüber es Sinn ergibt, vorher mit der Hebamme zu sprechen. Kinder ab etwa sechs Jahren können eine viel kleinere, schwächere Tasse bekommen, wenn ihnen der Geschmack zusagt; vielen wird er nicht zusagen. Die Praxis ist eine saisonale Küchentradition, kein Kurmittel; ohne ärztliche Rücksprache nicht über zwei bis drei Wochen hinaus fortsetzen.