Lindenblüten-Wärmepause
Eine Dorfpraxis für die ersten kühlen Abende im Herbst. Ein Topf Lindenblütentee, eine dicke Decke und eine ruhige Stunde am Fenster.
Schritte
Zuerst die Küche wärmen
Achte darauf, dass der Raum wirklich warm ist, bevor du beginnst. Diese Praxis lebt davon, dass man unter der Decke warm bleibt, nicht davon, sich erst aufzuwärmen.
Eine großzügige Kanne aufgießen
Zwei gehäufte Esslöffel getrocknete Lindenblüten in einen halben Liter eben aufgekochtes Wasser. Zugedeckt zehn Minuten ziehen lassen, dann in eine mit einer Haube warm gehaltene Teekanne abseihen.
Es sich gemütlich machen
Setze dich an deinen wärmsten Platz. Eine Wolldecke über die Schultern, eine zweite über die Knie. Die erste Tasse einschenken. Langsam trinken.
Eine Stunde bleiben
Schenke nach, wann du magst. Lies, schau aus dem Fenster, höre dem Wasserkessel zu, der noch leise tickt. Die langsame Stunde ist die Praxis, der Tee ist die Gesellschaft.
Ruhig ausklingen lassen
Wenn die Kanne leer ist, bleibe noch ein paar Minuten eingehüllt sitzen, bevor du aufstehst. Trinke danach ein Glas Wasser.
Lindenblütentee ist ein altes Küchenkraut in Mitteleuropa und wird üblicherweise gut vertragen. Schwangerschaft und Stillzeit: ein bis zwei Tassen in Haushaltsstärke gelten als unproblematisch, bei Unsicherheit die Hebamme fragen. Kinder ab etwa sechs Jahren können eine kleinere, schwächere Tasse bekommen. Die Praxis lebt von Wärme und Ruhe, nicht von einem heißen Bad; bei hohem Fieber zuerst ärztlich abklären lassen. Bei bekannter Lindenpollenallergie verzichten.