Kneipp-Armguss
Der sanfteste der Kneipp-Güsse, oft der erste, den Anfänger lernen. Ein kurzer kalter Guss vom Handrücken den Arm hinauf, zwei Minuten am Waschbecken, der Tag bleibt im Blick.
Schritte
Mit warmen Händen beginnen
Das Kneipp-Prinzip lautet: warmer Körper, kaltes Wasser. Wenn die Hände kühl sind, reibe sie eine Minute aneinander oder halte sie zuerst kurz unter warmes Wasser. Kaltes Wasser auf kalte Haut ist nicht die Praxis.
Wasser kalt, aber nicht eisig einstellen
Am Waschbecken den kalten Hahn so lange über das Handgelenk laufen lassen, bis es sich stetig kalt anfühlt, nicht stechend. Lange Ärmel über den Ellenbogen hochschieben.
Rechter Arm, außen aufwärts
Die rechte Hand am kleinen Finger unter den Strahl halten. Den Strahl langsam an der Außenseite des Unterarms hinauf bis eine Handbreit über den Ellenbogen führen, hinten herum und langsam an der Innenseite zurück zum inneren Handgelenk. Etwa zwanzig Sekunden für den ganzen Arm.
Linker Arm, derselbe Weg
Auf dem linken Arm dieselbe langsame Bahn wiederholen. Beide Arme zusammen dauern etwa eine Minute.
Wasser abstreifen, nicht abtrocknen
Das Wasser mit der Handfläche der anderen Hand abstreifen. Die Ärmel wieder herunterziehen. Die Arme werden in ein, zwei Minuten von selbst wieder warm. Dann zurück an das, was vorher dran war.
Der Armguss ist die Einstiegsanwendung in Sebastian Kneipps System der kalten Wasseranwendungen, in Bayern und Österreich in den 1880er Jahren festgehalten. Bei fieberhaftem oder ausgekühltem Körper, bei offenen Hautstellen an den Armen und wenn man sich zu Beginn kalt fühlt, die Praxis auslassen. Bei Raynaud, kardiovaskulären Erkrankungen oder medikamentös eingestelltem Blutdruck vor einer regelmäßigen Anwendung mit der Ärztin sprechen. Kinder ab etwa acht Jahren lernen den Guss gut unter Anleitung. Schwangerschaft: sanfte kurze Armgüsse gelten traditionell als unproblematisch, bei Unsicherheit die Hebamme fragen.