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Taigawurzel

Eleutherococcus senticosus (Rupr. & Maxim.) Maxim.
Quellen
5 ausgewiesen
WofürFür Erwachsene zur traditionellen Anwendung bei Müdigkeit und Schwäche. Nimm Taigawurzel höchstens zwei Monate ein. Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an, lass sie ärztlich abklären. Nicht mit Panax ginseng gleichzusetzen.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
41Regionale historische Bedeutung
SicherheitMeist gut verträglichTaigawurzel gilt unter den Anwendungsbedingungen der EMA-Monografie als im Allgemeinen gut verträglich. Möglich sind Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Herzrasen und Kopfschmerzen. Die Einnahmedauer ist auf zwei Monate begrenzt. Bei Beschwerden über mehr als zwei Wochen ist ärztlicher Rat vorgesehen. Dosierung und Eignung richten sich nach dem konkreten Präparat.
Tradition
Übliche Zubereitungen
Standardisierter ExtraktKapselTinkturWurzelpulverTee

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Eleutherococcus senticosus, auch Taigawurzel oder Sibirischer Ginseng genannt, ist ein stacheliger Strauch aus der Familie der Araliengewächse. Er gehört zu einer anderen Gattung als Panax ginseng und enthält andere charakteristische Inhaltsstoffe. In der chinesischen Medizin heißt die Wurzel Ci Wu Jia. International bekannt wurde sie vor allem durch die sowjetische Forschung des zwanzigsten Jahrhunderts zu sogenannten Adaptogenen. Diese Stoffe sollen den Körper widerstandsfähiger gegen unterschiedliche Belastungen machen. Die Geschichte des Echten Ginseng lässt sich nicht auf diese Pflanze übertragen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) beschreibt 2014 die traditionelle Anwendung der Taigawurzel bei Müdigkeit und Schwäche. Ihr Fachtext zu Anwendung und Sicherheit heißt Monografie. Die Bewertung stützt sich auf langjährige Anwendung. Eine durch Studien am Menschen gesicherte Wirksamkeit im Sinne einer allgemein medizinisch anerkannten Anwendung ist damit nicht belegt. Die Monografie selbst lässt kein Produkt zu. Sie kann als Grundlage dienen, um entsprechende pflanzliche Arzneimittel zu beurteilen. Auch die Kommission E und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschreiben Anwendungen als Stärkungsmittel.

Die Forschung am Menschen ist begrenzt. Kleine Studien, etwa Kuos Ausdauerstudie von 2010 mit neun Männern, liefern einzelne positive Befunde. Schaffler und Kollegen fanden 2013 dagegen keinen zusätzlichen Nutzen eines Wurzelextrakts gegenüber Stressbewältigungstraining allein. Laborbefunde zu Immunzellen belegen keinen Nutzen für das menschliche Immunsystem. Ergebnisse eines bestimmten Extrakts lassen sich nicht ohne Weiteres auf Tee oder andere Präparate übertragen. Die EMA begrenzt die Einnahme auf zwei Monate. Bei Beschwerden über mehr als zwei Wochen ist ärztlicher Rat vorgesehen.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Eleutherococcus senticosus, in der traditionellen chinesischen Medizin als Ci Wu Jia (刺五加) bekannt und im Deutschen meist Taigawurzel genannt, ist ein stacheliger Strauch aus der Familie der Araliengewächse (Araliaceae). Er wirft seine Blätter ab. Die Pflanze wächst in gemäßigten Regionen des russischen Fernen Ostens, Chinas, Koreas und Japans. Verwendet werden die getrockneten Wurzeln und Wurzelstöcke. Wurzelstöcke sind unterirdische Sprossteile. Traditionell wird Taigawurzel als Stärkungsmittel verwendet. Der Artname senticosus verweist auf die Stacheln an den Trieben.

Trotz des Namens Sibirischer Ginseng ist Eleutherococcus kein Echter Ginseng. Die Pflanze gehört zwar zur selben Familie wie Panax ginseng, aber zu einer anderen Gattung. Zu ihren charakteristischen Inhaltsstoffen zählen die Eleutheroside. Der Gehalt an Eleutherosid B und E wird gemessen, um die Qualität von Wurzelzubereitungen zu prüfen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) beschreibt in ihrem Fachtext von 2014 die traditionelle Anwendung bei Müdigkeit und Schwäche. Ein als Sibirischer Ginseng oder Eleuthero verkauftes Präparat ist nicht mit einem Panax-ginseng-Präparat austauschbar.

02
Geschichte

Geschichte

Die Taigawurzel gehört zur ostasiatischen Heilpflanzenkunde und ist in der chinesischen Medizin als Ci Wu Jia bekannt. Breitere wissenschaftliche Aufmerksamkeit erhielt sie durch die sowjetische Forschung im zwanzigsten Jahrhundert. Israel Brekhman und I. V. Dardymov veröffentlichten 1969 eine Arbeit über pflanzliche Substanzen, die die unspezifische Widerstandsfähigkeit erhöhen sollen. Ihre Arbeiten prägten die Forschung zu sogenannten Adaptogenen. Damit sind Stoffe gemeint, die den Körper widerstandsfähiger gegen unterschiedliche Belastungen machen sollen. Wie weit die Anwendung von Wurzel und Wurzelstock dieser Pflanzenart in China zurückreicht, lässt sich aus den hier belegten Quellen nicht genau bestimmen.

Für die europäische Anwendung sind vor allem moderne Fachtexte zur Anwendung von Pflanzen als Arzneimittel maßgeblich. Die deutsche Kommission E beschrieb Taigawurzel als Stärkungsmittel bei Müdigkeit, nachlassender Arbeits- und Konzentrationsfähigkeit sowie in der Erholungszeit nach einer Krankheit. Die EMA-Monografie von 2014 bewertet die traditionelle Anwendung bei Müdigkeit und Schwäche. Diese Dokumente betreffen Eleutherococcus und dürfen nicht mit den Monografien oder historischen Überlieferungen zu Panax ginseng gleichgesetzt werden.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Die Taigawurzel enthält verschiedene Stoffgruppen. Dazu zählen Glykoside, bei denen Zuckerbausteine an andere Bestandteile gebunden sind, sowie Lignane und Cumarine. Polysaccharide bestehen aus vielen miteinander verbundenen Zuckerbausteinen. Besonders wichtig für die Qualitätskontrolle sind Eleutherosid B, ein Phenylpropanoid-Glykosid namens Syringin, und Eleutherosid E, ein Lignan-Glykosid. Ihr Gehalt wird zur Prüfung von Wurzelzubereitungen gemessen. Deshalb heißen sie chemische Marker. Sie unterscheiden sich von den Ginsenosiden des Echten Ginseng. Ein festgelegter Markergehalt hilft, Zubereitungen zu beschreiben. Er belegt für sich genommen keine Wirkung beim Menschen.

Untersucht werden mögliche Einflüsse auf die Stressreaktion und das Zusammenspiel von Gehirn und Nebennieren über Hormone. Dieser Regelkreis heißt Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Viele Befunde stammen aus Zell- und Tierversuchen. Welche Bestandteile beim Menschen zu einer möglichen Wirkung beitragen, ist nicht abschließend geklärt. Auch der Gesamtextrakt kann sich anders verhalten als einzelne Eleutheroside. Aus der unterschiedlichen Zusammensetzung von Taigawurzel und Panax ginseng folgt nicht, dass alle Stellen, an denen die Stoffe in einer Zelle wirken, verschieden sein müssen.

Die Forschung an Menschen zu Eleutherococcus senticosus ist begrenzt. Schaffler und Kollegen teilten 2013 insgesamt 144 Erwachsene zufällig drei Gruppen zu. Sie erhielten einen bestimmten Wurzelextrakt, nahmen an einem Stressbewältigungstraining teil oder kombinierten beides. Die Untersuchung war offen, die Behandlung war also bekannt. Nach acht Wochen zeigte der zusätzliche Extrakt keinen Vorteil gegenüber dem Training allein. Kuo und Kollegen untersuchten 2010 neun männliche Freizeitsportler. Sie erhielten in zufälliger Reihenfolge sowohl ein Taigawurzelpräparat als auch ein Scheinpräparat. Die Forscher berichteten über Verbesserungen einzelner Ausdauermesswerte. Die kleine Teilnehmerzahl begrenzt die Aussagekraft stark. Ältere sowjetische Studien zu Sport und Arbeit unterscheiden sich in ihren Methoden und erfüllen häufig nicht die heutigen Anforderungen an Studien mit Vergleichsgruppen.

Die EMA-Monografie beschreibt eine traditionelle arzneiliche Anwendung bei Müdigkeit und Schwäche. Ihre Bewertung ist keine Zulassung von Aussagen über einen gesundheitlichen Nutzen für Nahrungsergänzungsmittel. Sie belegt auch keine allgemein medizinisch anerkannte Wirksamkeit für Leistungssteigerung oder Immunstärkung. Für die in der Monografie beschriebenen Zubereitungen gilt eine Einnahmedauer von höchstens zwei Monaten. Beschwerden, die länger als zwei Wochen anhalten oder sich verschlimmern, sollen ärztlich abgeklärt werden. Insgesamt bleiben die Belege aus Studien am Menschen begrenzt und hängen vom untersuchten Präparat ab.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

4 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudienQuellen
Erwachsene, die sich müde fühlen oder sich nach einer Krankheit erholen
Traditionelle Anwendung[1][2]
Freizeitsportlich aktive Erwachsene in kleinen Studien mit zufälliger Zuteilung
Gemischte Befunde[3]
Zell- und Tierversuche
Hinweise im Labor[4]
Erwachsene im Kontext der traditionellen chinesischen Medizin
Traditionelle AnwendungKeine Quellen
05
Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

Taigawurzel ist als zerkleinerte Wurzel für Tee, als Wurzelpulver sowie in flüssigen und trockenen Extrakten erhältlich. Laut EMA-Fachtext übergießt du die zerkleinerte Wurzel für einen Tee mit kochendem Wasser. Extrakte unterscheiden sich durch das Verhältnis von eingesetzter Wurzel zu Extrakt und die Flüssigkeit, mit der die Inhaltsstoffe herausgelöst werden (das Lösungsmittel). Studienergebnisse zu einem bestimmten Extrakt lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf Tee oder ein anderes Präparat übertragen. Da Schlaflosigkeit auftreten kann, ist eine Einnahme am Morgen eine mögliche praktische Wahl. Maßgeblich bleibt die Gebrauchsinformation, auch zur Einnahme mit oder ohne Mahlzeit. Wenn du das Präparat wechselst, vergleiche neben der Dosis auch die Zusammensetzung und Angaben zur Herstellung: Wie viel Wurzel wurde für wie viel Extrakt eingesetzt und welche Flüssigkeit wurde zum Herauslösen verwendet? Der Gehalt an Eleutherosid B und E allein macht zwei Präparate nicht gleichwertig.

Dosierung

Die EMA unterscheidet die Zubereitungen: Für Tee nennt sie täglich 0,5 bis 4 Gramm zerkleinerte Wurzel. Übergieße diese Menge mit insgesamt 150 Millilitern kochendem Wasser und verteile den Aufguss auf ein bis drei Einnahmen. Für Wurzelpulver sind es täglich 0,75 bis 3 Gramm. Für einen Flüssigextrakt nennt sie 2 bis 3 Milliliter täglich, wenn das Verhältnis von eingesetzter Wurzel zu gewonnenem Extrakt 1:1 beträgt. Die Flüssigkeit zum Herauslösen der Inhaltsstoffe enthält dabei 30 bis 40 Prozent Alkohol (Ethanol). Trockenextrakte haben je nach Herstellung eigene Dosierungen. Dabei zählen das Mengenverhältnis von eingesetzter Wurzel zu gewonnenem Extrakt und die Flüssigkeit, mit der die Inhaltsstoffe herausgelöst werden. Eine pauschale Milligrammangabe für alle Extrakte mit festgelegter Zusammensetzung ist deshalb nicht sinnvoll. Halte dich an die Gebrauchsinformation deines Präparats. Nimm Taigawurzel höchstens zwei Monate lang ein. Halten Müdigkeit oder Schwäche länger als zwei Wochen an oder verschlimmern sie sich, lass die Ursache ärztlich abklären. Richte dich bei der Dosierung nach der Gebrauchsinformation. Der EMA-Fachtext legt nicht fest, wie lange eine Pause vor einer erneuten Einnahme dauern soll.

06
Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Mögliche Nebenwirkungen sind Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Herzrasen und Kopfschmerzen. Ihre Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei Überempfindlichkeit gegen die Taigawurzel darfst du entsprechende Präparate nicht verwenden. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren empfiehlt die EMA die Anwendung mangels ausreichender Daten nicht. Bei Bluthochdruck oder einer Herzerkrankung besprich die Einnahme mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Die EMA strich 2014 nach erneuter Prüfung das pauschale Anwendungsverbot bei Bluthochdruck. Die EMA-Monografie nennt keine berichteten Arzneimittelwechselwirkungen. Beim Herzmedikament Digoxin ist dennoch ein besonderer Hinweis wichtig: Bestimmte als Sibirischer Ginseng verkaufte Präparate können einzelne Labortests verfälschen, die die Digoxinmenge im Blut messen. Das belegt keine allgemeine Veränderung der Verarbeitung von Digoxin im Körper. Informiere deshalb die behandelnde Praxis über die Einnahme. Zu möglichen Wechselwirkungen mit Koffein, Schlafmitteln oder Diabetesmedikamenten gibt es keine belastbaren Daten aus Studien am Menschen. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, besprich die zusätzliche Anwendung mit der behandelnden Praxis.
07
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Araliaceae
Heimische Regionen
Russian Far East, China, Korea, Japan
Erntezeit
Roots after several years of growth, dried
Lebensraum
Eleutherococcus senticosus wächst in den gemäßigten Regionen des russischen Fernen Ostens, Chinas, Koreas und Japans. Sein chinesisches Verbreitungsgebiet reicht über den Nordosten hinaus bis nach Zentralchina. Die Art kommt in Wäldern, Gebüschen, Tälern und an Wegrändern vor.
Erkennen & Sammeln
Eleutherococcus senticosus ist ein Strauch, der seine Blätter abwirft und mehrere Meter hoch werden kann. Seine Triebe tragen feine, borstenartige Stacheln. Jedes Blatt besteht meist aus fünf, gelegentlich drei Teilblättchen. Sie gehen wie die Finger einer Hand von einem Punkt aus und haben einen gesägten Rand. Die kleinen violett-gelblichen Blüten bilden Dolden an den Triebspitzen. In einer Dolde entspringen die Blütenstiele einem gemeinsamen Punkt. Die Blütezeit liegt im Juni und Juli, die Fruchtreife im Spätsommer und Herbst. Die rundlichen, dunklen Früchte, botanisch Steinfrüchte, werden etwa acht Millimeter groß. Heilkundlich verwendet werden die getrockneten Wurzeln und Wurzelstöcke. Wurzelstöcke sind unterirdische Sprossteile.

Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen

Unangenehm

Panax ginseng (Echter Ginseng)

Eleutherococcus und Panax ginseng gehören zur Familie der Araliengewächse, aber zu verschiedenen Gattungen. Taigawurzel enthält andere charakteristische Inhaltsstoffe als Echter Ginseng und wird in einem eigenen europäischen Fachtext zu Anwendung und Sicherheit, einer Monografie, behandelt. Der Name Sibirischer Ginseng kann deshalb zu Verwechslungen führen. Die Pflanzen unterscheiden sich auch im Wuchs: Eleutherococcus ist ein stacheliger Strauch, Panax ginseng eine niedrige, mehrjährige Pflanze ohne verholzte Triebe und mit roten Früchten. Ein als Sibirischer Ginseng bezeichnetes Präparat ist kein Panax-ginseng-Präparat.

Zum Eintrag: Ginseng
08
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist Sibirischer Ginseng dasselbe wie Echter Ginseng (Panax ginseng)?

Nein. Eleutherococcus senticosus, oft Sibirischer Ginseng oder Taigawurzel genannt, gehört zur gleichen Familie der Araliengewächse wie Panax ginseng, gehört aber einer anderen Gattung an und ist nicht dieselbe Pflanze. Die charakteristischen Inhaltsstoffe sind unterschiedlich: Eleutherococcus enthält Eleutheroside, Panax ginseng enthält Ginsenoside. Die Anwendung in der traditionellen chinesischen Medizin unterscheidet sich: Eleutherococcus ist Ci Wu Jia, Panax ist Renshen. Auch die Fachtexte zu pflanzlichen Arzneimitteln der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) behandeln beide als getrennte Pflanzen. Wenn auf einem Etikett Sibirischer Ginseng oder Eleuthero steht, kaufst du kein Panax-ginseng-Präparat.

Was sind Eleutheroside?

Eleutheroside sind unterschiedlich aufgebaute Inhaltsstoffe der Taigawurzel. Eleutherosid B, auch Syringin genannt, und Eleutherosid E werden bei der Qualitätskontrolle von Wurzelzubereitungen gemessen. Solche zur Prüfung verwendeten Inhaltsstoffe heißen chemische Marker. B gehört zu den Phenylpropanoid-Glykosiden, E zu den Lignan-Glykosiden. Bei solchen Verbindungen sind Zuckerbausteine an andere chemische Bestandteile gebunden. Ihr Gehalt allein belegt weder die Wirksamkeit eines Präparats noch seine Gleichwertigkeit mit einem anderen Extrakt. Mit den Ginsenosiden des Echten Ginseng sind sie nicht gleichzusetzen.

Wann am Tag sollte ich Taigawurzel einnehmen?

Richte dich nach der Gebrauchsinformation deines Präparats. Schlaflosigkeit ist eine mögliche Nebenwirkung, deshalb kann eine Einnahme am Morgen sinnvoll sein. Wenn du eine Herzerkrankung hast, kläre die Einnahme vorher ärztlich ab. Ein Abstand zum Sport ersetzt diese Abklärung nicht.

Wie lange darf ich Taigawurzel durchgehend einnehmen?

Der EMA-Fachtext zur Taigawurzel sieht eine Einnahmedauer von höchstens zwei Monaten vor. Wenn Müdigkeit oder Schwäche länger als zwei Wochen anhalten oder sich verschlimmern, lass die Beschwerden ärztlich abklären. Eine feste Pause von ein bis zwei Wochen mit anschließendem Neustart schreibt die Monografie nicht vor.

09
Quellen

5 Belege.

  1. European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products. Community herbal monograph on Eleutherococcus senticosus (Rupr. et Maxim.) Maxim., radix. 2014. Quelle
  2. Schaffler K, Wolf OT, Burkart M. No benefit adding eleutherococcus senticosus to stress management training in stress-related fatigue/weakness, impaired work or concentration, a randomized controlled study. 2013. doi:10.1055/s-0033-1347178
  3. Kuo J, Chen KWC, Cheng IS, Tsai PH, Lu YJ, Lee NY. The effect of eight weeks of supplementation with Eleutherococcus senticosus on endurance capacity and metabolism in human. 2010. doi:10.4077/cjp.2010.amk018
  4. Steinmann GG, Esperester A, Joller P. Immunopharmacological in vitro effects of Eleutherococcus senticosus extracts. 2001. doi:10.1055/s-0031-1300006
  5. Dasgupta A, Wu S, Actor J, Olsen M, Wells A, Datta P. Effect of Asian and Siberian ginseng on serum digoxin measurement by five digoxin immunoassays. Significant variation in digoxin-like immunoreactivity among commercial ginsengs. 2003. doi:10.1309/34BJ-ECP7-UK6F-H13V

Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.