Christiane's Naturkraft
DEEN
Enzyklopädie/Pflanze/TCM · TEM · Volksmedizin/encyclopedia-illicium-verum-star-anise

Sternanis

Illicium verum
Quellen
6 ausgewiesen
WofürZum Würzen von Glühwein, Punsch und Lebkuchen. Kaufe Sternanis aus verlässlicher Quelle, denn giftige verwandte Arten sehen ähnlich aus.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
64Etablierte historische Bedeutung
SicherheitMit VorsichtSternanis wird seit Langem als Küchengewürz verwendet. Entscheidend ist die sichere Herkunft, denn giftige verwandte Arten sehen ähnlich aus. Gib Säuglingen keinen Sternanistee. Ätherisches Öl ist stark konzentriert und darf nicht pur eingenommen werden. Für die arzneiliche Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit fehlen ausreichende Sicherheitsdaten; konzentrierte Tees und Öl sind vorsichtshalber zu vermeiden.
Tradition
Übliche Zubereitungen
Ganze Sterne GewürzgemahlenTeeKombi mit Anis Fenchel KuemmelGlühwein Punsch GewürzLebkuchen GewürzÄtherisches Öl Vorsicht

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Sternanis ist ein ostasiatisches Küchengewürz mit einer langen medizinischen Tradition, besonders in China. Er würzt Fünf-Gewürze-Pulver und vietnamesische Pho-Brühe. In Österreich kennen wir ihn vor allem aus Glühwein, Punsch und Lebkuchen. Als Hausmittel wird er bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden verwendet. Diese Überlieferung ist kein Beleg dafür, wie gut er Menschen heute tatsächlich hilft.

Für eine verlässliche Aussage zur Wirkung bei Verdauungsbeschwerden fehlen ausreichende Studien am Menschen. Die deutsche Kommission E bewertete die Sternanisfrucht zwar positiv, eine eigene EMA-HMPC-Monografie gibt es dafür aber nicht. Anis ist eine andere Pflanze mit einer eigenen Bewertung. Auch die Verbindung zu Tamiflu wird oft missverstanden: Sternanis liefert einen Ausgangsstoff für dessen Herstellung. Der Arzneistoff Oseltamivir entsteht erst durch chemische Verarbeitung. Sternanistee ist kein Ersatz für eine Grippebehandlung.

Japanischer Sternanis (Illicium anisatum) ist giftig und kann Krampfanfälle verursachen. Er sieht dem Gewürzsternanis sehr ähnlich. Kaufe deshalb nur Sternanis, der ausdrücklich als Lebensmittel angeboten wird und dessen Herkunft nachvollziehbar ist. Gib Säuglingen keinen Sternanistee. Die FDA warnte 2003 nach rund 40 Erkrankungen, darunter etwa 15 Säuglinge; welche Art beteiligt war, stand damals noch nicht fest. Konzentrierte Tees und ätherisches Öl sind in Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber zu vermeiden.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
Mehr lesen

In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Sternanis (Illicium verum) ist die sternförmige, holzige Frucht eines immergrünen Baumes aus Südchina und Nordvietnam. Er gehört zur Familie der Schisandraceae. Die Frucht besteht meist aus acht Armen mit je einem glänzenden braunen Samen. Für ihren süßen, warmen Duft sorgt vor allem der Aromastoff trans-Anethol. Er kommt auch im Anis (Pimpinella anisum) vor. Trotz des ähnlichen Duftes sind es verschiedene Pflanzen: Anis ist ein Kraut aus der Familie der Doldenblütler, Sternanis ein Baum mit einer langen Tradition in der ostasiatischen Küche.

In Österreich ist Sternanis vor allem als Weihnachtsgewürz bekannt. Er würzt Glühwein, Punsch, Lebkuchen und Gewürzbrot. Auch im chinesischen Fünf-Gewürze-Pulver ist er enthalten. Die deutsche Kommission E bewertete Sternanis bei Verdauungsbeschwerden positiv; die Anwendung beruht vor allem auf Erfahrung. Die Frucht liefert außerdem Shikimisäure, einen Ausgangsstoff für die Herstellung von Oseltamivir, dem Wirkstoff in Tamiflu. Sternanistee enthält diesen Arzneistoff nicht.

02
Geschichte

Geschichte

Sternanis hat in China eine lange Tradition als Gewürz und Heilpflanze. Sein Name Ba Jiao bedeutet „acht Hörner“ und beschreibt die Fruchtform. In der chinesischen Medizin wird er als wärmend eingeordnet und bei bestimmten Verdauungsbeschwerden verwendet. Er ist auch Bestandteil des Fünf-Gewürze-Pulvers, meist zusammen mit Nelken, Zimt, Sichuan-Pfeffer und Fenchelsamen. Über den Gewürzhandel kam Sternanis nach Europa und fand später Eingang in die Weihnachtsküche.

In österreichischen und deutschen Haushalten ist Sternanis heute ein typisches Weihnachtsgewürz. Mit Zimt, Nelken und Orangenschalen gibt er Glühwein und Punsch ihr Aroma. Auch manche Lebkuchen- und Gewürzbrotrezepte enthalten ihn. Eine andere Geschichte verbindet Sternanis mit der Arzneimittelherstellung: Aus seiner Shikimisäure lässt sich in mehreren chemischen Schritten Oseltamivir herstellen, der Wirkstoff von Tamiflu. Shikimisäure wird auch mithilfe von Mikroorganismen gewonnen. Solche Verfahren wurden bereits vor der H1N1-Pandemie 2009 kommerziell eingesetzt.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Der wichtigste Aromastoff im Sternanis ist trans-Anethol. Er macht etwa 85 bis 95 Prozent des ätherischen Öls aus und kommt auch im Anis vor. Dieser gemeinsame Inhaltsstoff erklärt den ähnlichen Duft. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass beide Pflanzen als Tee gleich wirken. Eine mögliche krampflösende Wirkung einzelner Inhaltsstoffe ist noch kein Nachweis, dass Sternanis Verdauungsbeschwerden zuverlässig lindert.

Die Frucht enthält außerdem Shikimisäure. Sie dient als Ausgangsstoff für eine mehrstufige chemische Herstellung von Oseltamivir, dem Wirkstoff in Tamiflu. Der Ausgangsstoff und das fertige Arzneimittel sind verschiedene Stoffe. Die Behauptung „Sternanis enthält den Wirkstoff von Tamiflu“ ist deshalb falsch. Eine Wirkung von Sternanistee gegen Grippe ist nicht klinisch belegt.

Bei Sternanis stützt sich die Anwendung gegen Verdauungsbeschwerden vor allem auf überlieferte Erfahrung. Die positive Bewertung der deutschen Kommission E von 1988 nennt Verdauungsbeschwerden und Katarrhe der Luftwege, also entzündliche Beschwerden mit vermehrter Schleimbildung. Das ist keine Bestätigung durch mehrere gute klinische Studien. Eine eigene EMA-HMPC-Monografie für Illicium verum gibt es nicht. Die EMA-Bewertung von Anis (Pimpinella anisum) lässt sich nicht auf Sternanis übertragen.

Gut nachvollziehbar ist die Rolle der Shikimisäure bei der Herstellung von Oseltamivir. Das ist ein chemischer Herstellungsprozess, keine klinische Studie zum Gewürz. Shikimisäure kann aus Sternanis gewonnen oder mithilfe von Mikroorganismen hergestellt werden. Eine solche Produktion für Tamiflu wurde bereits 2006 kommerziell genutzt. Für eine Grippebehandlung mit Sternanistee ergibt sich daraus kein Wirksamkeitsbeleg.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

4 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudienQuellen
Erwachsene, die Sternanis als Küchengewürz oder verdauungsfördernden Tee verwenden
Traditionelle Anwendung; Kommission E positiv[3]
Erwachsene, die Sternanis beim Kochen und als Tee verwenden
Traditionelle Anwendung[4]
Industrielle Herstellung; keine Anwendung bei Patienten
Ausgangsstoff für die Arzneimittelherstellung[4][5]
Beschriebene Fälle nach Sternanistee, besonders bei Säuglingen
Vergiftungen nach Sternanistee beschrieben[1][2]
05
Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

Für einen Sternanistee halte dich an Menge und Ziehzeit auf der Packung. Decke die Tasse beim Ziehen zu, damit weniger flüchtige Aromastoffe entweichen, und seihe den Tee danach ab. Die ganze holzige Sternfrucht wird nach dem Ziehen entfernt. In Schmorgerichten, Eintöpfen oder Schweinsbraten reichen je nach Rezept oft ein bis zwei ganze Sterne für den Topf. Entferne sie vor dem Servieren. Für Glühwein oder Punsch kannst du ein bis zwei ganze Sterne pro Liter mit Zimt, Nelken und Orangenschalen etwa eine halbe Stunde bei milder Hitze ziehen lassen. Beim Backen wird Sternanis meist gemahlen in einer Lebkuchen-Gewürzmischung verwendet. Ganze Sterne halten ihr Aroma länger als gemahlenes Gewürz und lassen sich nach dem Kochen leicht herausnehmen. Ätherisches Sternanisöl darf nicht pur eingenommen werden; seine innerliche Anwendung erfordert fachliche Beratung.

Dosierung

Zum Würzen eines Topfes reichen je nach Rezept oft ein bis zwei ganze Sterne. Gemahlenen Sternanis gibst du sparsam nach Rezept zu Lebkuchen oder Gewürzbrot. Für die arzneiliche Anwendung nannte die Kommission E 3 g getrocknete Frucht pro Tag. Das ist eine historische Arzneidosierung, keine allgemeine Empfehlung für selbst gemachten Tee und keine sichere Höchstmenge. Ein ganzer Stern ist keine genaue Dosiseinheit. Halte dich bei einem Arzneitee an die Packungsangaben oder lass dich in der Apotheke beraten. Gewürzmengen beim Kochen und Backen lassen sich nicht mit konzentriertem ätherischem Öl gleichsetzen. Nimm das Öl nicht pur ein und verwende es innerlich nur nach fachlicher Beratung. Kaufe Sternanis aus verlässlicher Quelle und ausdrücklich als Lebensmittel oder Arzneitee. Verwechslungen mit japanischem Sternanis können schwere Vergiftungen verursachen.

06
Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Japanischer Sternanis (Illicium anisatum, shikimi) ist giftig. Sein Inhaltsstoff Anisatin wirkt auf das Nervensystem und kann Krampfanfälle auslösen. Verunreinigte oder falsch bestimmte Früchte sind deshalb ein ernstes Risiko. Verlasse dich nicht auf Aussehen oder Geruch, um die Arten selbst zu unterscheiden. Verwende nur Sternanis, der als Lebensmittel angeboten wird und aus verlässlicher Quelle stammt. Früchte aus unbekannter Wildsammlung und Dekorationsware gehören nicht in Speisen oder Tee. Gib Säuglingen und kleinen Kindern keinen Sternanistee zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Auch andere Kräutertees sind dafür nicht ohne Weiteres geeignet. In Schwangerschaft und Stillzeit solltest du konzentrierte Tees und ätherisches Sternanisöl vorsichtshalber vermeiden. Das Öl darf nicht pur eingenommen werden. Allergische Reaktionen sind möglich; bei bekannter Allergie gegen Sternanis oder Anethol solltest du entsprechende Produkte meiden.
07
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Schisandraceae (formerly Illiciaceae)
Heimische Regionen
Southern China (native: southern and western Guangxi), Northern Vietnam (native and cultivated), East and Southeast Asia (cultivated)
Erntezeit
Star-shaped fruits harvested just before ripening, then dried
Lebensraum
Der Sternanisbaum stammt aus dem Süden Chinas, insbesondere Guangxi, und aus Nordvietnam. Er wächst in subtropischen Wäldern und wird vor allem in China und Vietnam angebaut. Weitere Anbaugebiete liegen in Ost- und Südostasien. In Europa ist meist die getrocknete Frucht als Gewürz erhältlich.
Erkennen & Sammeln
Der immergrüne Baum wird in Kultur oft fünf bis zehn Meter hoch. Er trägt glänzende, ledrige Blätter. Seine kleinen Blüten sind gelbgrün und können rosa bis dunkelrot überhaucht sein. Die Frucht besteht meist aus acht bootförmigen Teilfrüchten, den Balgfrüchten. Jede enthält einen Samen. Beim Trocknen wird die gesamte Sternfrucht holzig. Der süße Anisduft ist typisch, reicht aber nicht zur sicheren Unterscheidung von giftigen verwandten Arten. Verwende nur ausdrücklich als Lebensmittel angebotenen Sternanis aus verlässlicher Quelle.

Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen

Giftig

Japanischer Sternanis (Illicium anisatum, shikimi)

Giftig: Japanischer Sternanis (Illicium anisatum), auf Japanisch shikimi, enthält das Nervengift Anisatin. Es kann unter anderem Krampfanfälle auslösen. Nach hausgemachten Sternanistees wurden schwere Beschwerden bei Säuglingen beobachtet; in untersuchten Proben fanden Forschende auch Verunreinigungen mit japanischem Sternanis. Aussehen und Geruch reichen für Laien nicht aus, um die Arten sicher zu unterscheiden. Verwende keine Früchte aus unbekannter Wildsammlung oder Dekorationsware.

Unangenehm

Anis (Pimpinella anisum)

Anis (Pimpinella anisum) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Er trägt kleine gerippte Früchte, keine holzigen Sterne. Beide Gewürze enthalten trans-Anethol und duften deshalb ähnlich. Ihre medizinischen Bewertungen und Sicherheitshinweise lassen sich jedoch nicht gleichsetzen. In Lebkuchen und Gewürzbrot können beide vorkommen.

Zum Eintrag: Anis
08
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Anis (Pimpinella anisum) und Sternanis (Illicium verum)?

Anis (Pimpinella anisum) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler. Verwendet werden seine kleinen gerippten Früchte. Sternanis (Illicium verum) ist dagegen ein immergrüner Baum aus Ostasien mit holzigen Sternfrüchten. Beide enthalten den Aromastoff trans-Anethol und duften deshalb ähnlich. Die EMA bewertet Anisfrüchte für bestimmte Verdauungsbeschwerden und erkältungsbedingten Husten auf Grundlage ihrer traditionellen Anwendung. Das ist keine gut belegte klinische Wirksamkeit und gilt nicht automatisch für Sternanis. In der Küche können beide Gewürze in Lebkuchen und Gewürzbrot vorkommen.

Wie erkenne ich japanischen Sternanis im Unterschied zum chinesischen Sternanis, und warum ist das wichtig?

Japanischer Sternanis (Illicium anisatum) enthält das Nervengift Anisatin und kann schwere Vergiftungen mit Krampfanfällen auslösen. Die Früchte sehen echtem Sternanis sehr ähnlich. Für Laien ist weder das Aussehen noch der Geruch ein sicherer Test. Kaufe deshalb Sternanis, der ausdrücklich als Lebensmittel verkauft wird, bei einem verlässlichen Händler mit nachvollziehbarer Herkunft. Verwende keine Früchte aus unbekannter Wildsammlung und keine Dekorationsware.

Wird Tamiflu wirklich aus Sternanis hergestellt?

Sternanis kann einen Ausgangsstoff dafür liefern: Shikimisäure. Erst durch mehrere chemische Verarbeitungsschritte entsteht daraus Oseltamivir, der Wirkstoff in Tamiflu. Das Gewürz selbst enthält diesen Arzneistoff nicht. Shikimisäure wird auch mithilfe von Mikroorganismen hergestellt; eine solche kommerzielle Produktion für Tamiflu gab es bereits 2006. Sternanistee hat keine klinisch belegte Wirkung gegen Grippe.

Wie verwende ich Sternanis in Glühwein und in der Weihnachtsbäckerei?

Für Glühwein kannst du ein bis zwei ganze Sterne pro Liter Rotwein mit Zimt, Nelken, Orangenschalen und etwas Zucker etwa eine halbe Stunde bei milder Hitze ziehen lassen. Lass den Wein nicht kochen. Punsch lässt sich ähnlich würzen. Beim Backen wird Sternanis meist gemahlen in Gewürzmischungen für Lebkuchen oder Gewürzbrot verwendet. Richte dich dabei nach dem Rezept. Anisbrezerl und Springerle werden üblicherweise mit echtem Anis gewürzt; beide Gewürze sind nicht in jedem Rezept austauschbar. Ganze Sterne halten ihr Aroma länger als gemahlenes Gewürz und lassen sich nach dem Kochen herausnehmen.

Darf ich Sternanistee in der Schwangerschaft trinken oder ihn meinem Säugling geben?

Gib deinem Säugling keinen Sternanistee. Es wurden Vergiftungen mit neurologischen Beschwerden beschrieben. Auch eine Fenchel-Anis-Kümmel-Mischung ist keine pauschal geeignete Alternative für Babys; besprich Verdauungsbeschwerden mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt. Für Sternanis als Arzneitee in Schwangerschaft und Stillzeit fehlen ausreichende Sicherheitsdaten. Verzichte vorsichtshalber auf konzentrierte Tees und ätherisches Öl. Kleine Mengen zum Würzen sind von solchen Zubereitungen zu unterscheiden.

09
Quellen

6 Belege.

  1. Diego Ize-Ludlow, Sean Ragone, Isaac S. Bruck, Jeffrey N. Bernstein, Michael Duchowny, Barbara M. Garcia Peña. Neurotoxicities in infants seen with the consumption of star anise tea. 2004. doi:10.1542/peds.2004-0058
  2. US Food and Drug Administration. Center for Food Safety and Applied Nutrition 2003: FDA Issues Advisory on Teas. 2003. Quelle
  3. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). List of Substances of the Competent Federal Government and Federal State Authorities: Category Plants and plant parts. 2014. doi:10.1007/978-3-319-10732-5
  4. Royal Botanic Gardens, Kew. Illicium verum Hook.f. – Plants of the World Online. Quelle
  5. Martek Biosciences Corporation. Martek Selected by Roche as a Production Partner for Key Ingredient for Tamiflu(R) Production. 2006. Quelle
  6. European Medicines Agency, HMPC. Anisi fructus: Community herbal monograph on Pimpinella anisum L., fructus. 2014. Quelle

Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.