Schwarzkümmel
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Schwarzkümmel hat eine lange Tradition als Gewürz und Hausmittel, besonders im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in Südasien. Ein Fund aus Boyalı Höyük belegt die Samen bereits um 1650 v. Chr. Plinius beschreibt später gith als Gewürz und Heilmittel. In der islamischen Überlieferung hat Schwarzkümmel einen besonderen Stellenwert, dokumentiert etwa in Sahih al-Bukhari. Die ayurvedische Pharmakopöe Indiens, ein amtliches Arzneibuch, führt Nigella sativa unter Upakuñcikā. Diese Belege erzählen von kultureller Bedeutung und Verwendung, nicht von nachgewiesener Heilwirkung.
Kleine Studien zu allergisch bedingtem Schnupfen, Asthma und Typ-2-Diabetes liefern Hinweise auf mögliche Vorteile, aber auch uneinheitliche Ergebnisse. Bei Asthma etwa ließen sich die Beschwerden in einer Studie besser kontrollieren. Der Unterschied in der Lungenfunktion war dagegen statistisch nicht abgesichert. Viel Forschung zu Thymoquinon findet im Labor statt. Daraus lässt sich weder eine allgemeine Therapieempfehlung noch eine Heilwirkung ableiten.
Als Küchengewürz wird Schwarzkümmel meist gut vertragen. Für die regelmäßige Einnahme von Öl oder Kapseln gelten andere Mengen und Vorsichtsmaßnahmen. Vermeide konzentrierte Zubereitungen in der Schwangerschaft. Auch in der Stillzeit fehlen ausreichende Sicherheitsdaten. Wenn du Medikamente einnimmst, insbesondere zur Blutzuckersenkung oder zur Hemmung der Blutgerinnung, klär die Einnahme vorher ärztlich ab. Schwarzkümmel ersetzt keine notwendige Behandlung.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Schwarzkümmel (Nigella sativa) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Er ist in Teilen Südosteuropas und Westasiens heimisch. Die kleinen, kantigen, tiefschwarzen Samen haben ein scharfes, leicht bitteres Aroma. Sie werden seit Langem als Küchengewürz und Hausmittel verwendet, besonders im Mittelmeerraum, im Nahen Osten und in Südasien. In der islamischen Tradition sind sie auch als Habat al-Baraka, „Same des Segens“, bekannt. Ihre kulturelle Bedeutung reicht weit vor die heutige Erforschung der Inhaltsstoffe zurück.
Ein typischer Inhaltsstoff der Samen und des Öls ist Thymoquinon. Seine Wirkungen werden vor allem im Labor untersucht. Studien am Menschen prüfen häufig Samenpulver oder Öl mit mehreren Inhaltsstoffen. Kleine Studien liefern Hinweise auf mögliche Vorteile bei Atemwegsbeschwerden und Typ-2-Diabetes, erlauben aber keine verlässliche allgemeine Therapieempfehlung. Schwarzkümmel und Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) sind verschiedene Arten aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien und unterscheiden sich auch in Samenform und Aroma. Die Vermarktung von Schwarzkümmelöl als „Wundermittel“ geht deutlich über die belegten Wirkungen hinaus.
Geschichte
Ein Samenfund aus einem althethitischen Gefäß in Boyalı Höyük in Anatolien belegt Schwarzkümmel bereits um 1650 v. Chr. Salih, Sipahi und Oybak Dönmez beschrieben den Fund 2009. Eine medizinische Verwendung lässt sich daraus nicht unmittelbar nachweisen. Die oft wiederholte Angabe, Schwarzkümmel sei im Grab Tutanchamuns gefunden worden, wird hier ohne Grabungs- oder Inventarnachweis nicht als Tatsache übernommen. Antike Texte beschreiben den Samen als Gewürz und Heilmittel: Plinius nennt ihn in seiner Naturgeschichte gith beziehungsweise melanthion und erwähnt unter anderem Brotgewürz, Schnupfen und Atembeschwerden.
Besondere kulturelle Bedeutung erhielt Schwarzkümmel in der islamischen Tradition durch einen Hadith, einen überlieferten Ausspruch. Er wird dem Propheten Mohammed zugeschrieben und beschreibt den schwarzen Samen als Mittel „gegen jede Krankheit außer dem Tod“. Die Stelle ist in Sahih al-Bukhari 5687 überliefert. Daneben ist der Name Habat al-Baraka, „Same des Segens“, gebräuchlich. Die zitierte Stelle erklärt jedoch nicht seine Entstehung. Die lange Überlieferung ist ein kulturgeschichtlicher Beleg und kein Nachweis einer solchen Heilwirkung. Auch die heutige Bekanntheit von Schwarzkümmelöl in Österreich sagt für sich genommen nichts über seinen medizinischen Nutzen aus.
Wirkmechanismus
Die Samen enthalten fettes Öl und einen kleineren Anteil an ätherischem Öl. Dazu kommen Eiweiße und weitere Pflanzenstoffe, darunter Alkaloide und Saponine. Ein typischer Inhaltsstoff des ätherischen Öls ist Thymoquinon. Es gehört zur Stoffgruppe der Chinone. Der Gehalt schwankt je nach Herkunft, Verarbeitung und Lagerung. Die Bezeichnung „kaltgepresst“ allein garantiert deshalb keinen bestimmten Thymoquinon-Gehalt.
In Laborstudien hemmt Thymoquinon Entzündungsprozesse und beeinflusst Reaktionen des Immunsystems. Es zeigt auch antioxidative Aktivität, kann also schädlichen Reaktionen mit besonders reaktionsfreudigen Molekülen entgegenwirken. Untersucht werden unter anderem Signalwege von Immunbotenstoffen, den Zytokinen, und oxidativer Stress durch solche Moleküle. Diese Befunde stammen überwiegend aus Zell- und Tierversuchen. Sie zeigen mögliche Wirkungsweisen, belegen aber keinen entsprechenden Nutzen beim Menschen. Auch Ergebnisse mit Samenpulver oder Öl lassen sich nicht ohne Weiteres dem einzelnen Inhaltsstoff Thymoquinon zuschreiben.
Die Studien am Menschen verwenden unterschiedliche Zubereitungen und unterscheiden sich in ihrer Qualität. Yimer und Kollegen veröffentlichten 2019 eine breit angelegte Literaturübersicht. Sie ist keine systematische Auswertung speziell zu Asthma und allergisch bedingtem Schnupfen. Einzelne Studien mit Vergleichsgruppen berichten über weniger Nasenbeschwerden oder eine bessere Kontrolle der Asthmabeschwerden. In der vierwöchigen Asthmastudie von Koshak und Kollegen 2017 verbesserte sich das Ergebnis im Asthma-Control-Test, einem Fragebogen zu den Beschwerden. Der Unterschied beim Lungenfunktionswert FEV1 war jedoch statistisch nicht abgesichert. Dieser Wert misst, wie viel Luft jemand in der ersten Sekunde kräftig ausatmen kann. Kurze Laufzeiten, kleine Gruppen und Studienabbrüche begrenzen die Aussagekraft.
Bei Typ-2-Diabetes berichten Studien über Verbesserungen einzelner Blutzuckerwerte zusätzlich zur üblichen Behandlung. Kaatabi und Kollegen untersuchten 2015 bei 114 Erwachsenen zwei Gramm Samenpulver täglich über ein Jahr. Sie fanden im Studienverlauf günstigere Werte beim Nüchternblutzucker, der nach einer Zeit ohne Essen gemessen wird, und beim Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Die Veröffentlichung beschreibt die Zuteilung zu den Gruppen allerdings widersprüchlich, was die Bewertung erschwert. Die bisherigen Ergebnisse reichen nicht aus, Schwarzkümmel allgemein zur Behandlung von Diabetes zu empfehlen. Verordnete Medikamente bleiben notwendig. Werbeversprechen einer Heilung von Krebs, Autoimmunerkrankungen oder chronischen Krankheiten sind durch diese Studien nicht gedeckt.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Stärke der Beschwerden bei allergisch bedingtem Schnupfen, gemessen mit einem FragebogenNikakhlagh und Kollegen untersuchten 2011 Schwarzkümmelöl bei 66 Personen über etwa vier Wochen. Als Vergleich diente ein Placebo, also ein Scheinpräparat. Sie berichteten Verbesserungen einiger Nasenbeschwerden. Unklare Angaben zur Zuteilung zu den Gruppen und Widersprüche im Bericht begrenzen die Verlässlichkeit. Die Studie belegt keine allgemein wirksame Behandlung von allergisch bedingtem Schnupfen.Personen mit allergisch bedingtem Schnupfen | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Leichte Verbesserung | [2] | |
| Symptome bei leichtem Asthma und LungenfunktionKoshak und Kollegen untersuchten 2017 Schwarzkümmelöl zusätzlich zur üblichen Asthmabehandlung. Von 80 aufgenommenen Personen beendeten 60 die vierwöchige Studie. Die Beschwerden ließen sich besser kontrollieren als mit einem Placebo, einem Scheinpräparat. Der Unterschied beim Lungenfunktionswert FEV1 war statistisch nicht abgesichert. Er misst die Luftmenge, die jemand in der ersten Sekunde kräftig ausatmen kann. Längerfristiger Nutzen bleibt unklar.Erwachsene mit leichtem bis mittelschwerem Asthma | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Gemischte Befunde | [1] | |
| Blutzucker nach einer Zeit ohne Essen und Langzeitblutzuckerwert HbA1c bei Typ-2-DiabetesKaatabi und Kollegen berichteten 2015 bei 114 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes im Studienverlauf günstigere Blutzuckerwerte. Gemessen wurden Nüchternblutzucker und Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Zusätzlich zu ihren verordneten Medikamenten erhielten die Teilnehmenden zwei Gramm Samenpulver täglich oder ein Placebo, hier Kapseln ohne Schwarzkümmel. Sie wussten nicht, welcher Gruppe sie angehörten. Die Studie dauerte ein Jahr. Widersprüchliche Angaben zur Gruppenzuteilung begrenzen die Bewertung. Schwarzkümmel ersetzt die Diabetesbehandlung nicht.Erwachsene mit Typ-2-Diabetes mellitus | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Leichte Verbesserung | [3] | |
| Werbung mit umfassenden Heilungsversprechen bei Krebs, Autoimmunerkrankungen und chronischen KrankheitenPauschale Heilungsversprechen für Krebs, Autoimmunerkrankungen oder chronische Krankheiten sind nicht durch die beschriebenen Studien gedeckt. Einzelne Ergebnisse aus dem Labor und aus Studien am Menschen zu bestimmten Fragestellungen lassen sich nicht auf solche umfassenden Werbeaussagen übertragen.Menschen, die Werbung für Nahrungsergänzungsmittel erreicht | UnzureichendUnzureichende Datenlage. Keine belastbaren Studien oder traditionelle Quellen verfügbar. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Nicht belegt | [4] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Ganze Samen werden in der türkischen, nahöstlichen, nordafrikanischen und indischen Küche verwendet, etwa auf Fladenbrot, Gemüse oder Joghurt. Für ein kräftiges Aroma kannst du sie frisch mörsern oder kurz trocken anrösten. Kaltgepresstes Schwarzkümmelöl schmeckt pfeffrig und leicht bitter und lässt sich in kleinen Mengen unter kalte Speisen rühren. Lagere es lichtgeschützt und beachte die Angaben des Herstellers zur Aufbewahrung nach dem Öffnen und zur Haltbarkeit. Eine bestimmte Temperaturgrenze für einen raschen Thymoquinon-Verlust lässt sich nicht pauschal auf jedes Öl übertragen. Kapseln mit Samenpulver oder Öl sind ebenfalls verbreitet und können den kräftigen Geschmack umgehen. Tinkturen sind seltener. Beachte jeweils die Angaben zum konkreten Produkt. Schwarzkümmel und Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) gehören verschiedenen Pflanzenfamilien an und schmecken deutlich unterschiedlich. Ein Austausch verändert daher das Aroma eines Gerichts.
Dosierung
Als Küchengewürz kannst du kleine Mengen nach Geschmack verwenden. Eine allgemein anerkannte Dosis zur Behandlung von Erkrankungen gibt es für Schwarzkümmelöl nicht. In der Asthmastudie von Koshak und Kollegen wurden vier Wochen lang zweimal täglich 500 Milligramm Öl in Kapseln zusätzlich zur üblichen Behandlung eingesetzt. In der Diabetesstudie von Kaatabi und Kollegen waren es zwei Gramm Samenpulver täglich über ein Jahr. So wurden die Präparate in diesen Studien eingesetzt. Daraus folgt keine Dosierungsempfehlung für die Selbstbehandlung. Öl, Samenpulver und Extrakte unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und lassen sich auch bei gleichem Gewicht nicht gegeneinander austauschen. Halte dich bei Nahrungsergänzungen an die Produktangaben und klär eine Einnahme zur Behandlung von Beschwerden ärztlich ab. Aus den unterschiedlichen Studiendauern lässt sich keine allgemeine Empfehlung für einen mehrmonatigen Selbstversuch ableiten. Auch längerfristige Verträglichkeit ist durch einzelne Studien nicht umfassend geklärt.
Sicherheit
Verwechslungen
Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen
Kreuzkümmel (Cuminum cyminum)
Vollständig andere Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), nicht aus den Hahnenfußgewächsen. Die Samen sind länglich, hellbraun und gerippt, das Aroma ist warm und erdig, anders als bei Schwarzkümmel. Die Verwechslung passiert vor allem im Englischen, wo beide manchmal als "cumin" bezeichnet werden. Ein Austausch verändert das Aroma des Gerichts.
Jungfer im Grünen (Nigella damascena)
Eine verwandte Zierpflanze derselben Gattung Nigella, in mitteleuropäischen Gärten als „Jungfer im Grünen“ bekannt. Die Samen ähneln jenen des Schwarzkümmels, stammen aber von einer anderen Art mit anderer Zusammensetzung. Verwende zum Würzen oder für Nahrungsergänzungen nur eindeutig als Nigella sativa bestimmtes Material.
Häufige Fragen
Sind Schwarzkümmel und Kreuzkümmel dasselbe?
Nein, das sind zwei vollständig verschiedene Pflanzen. Schwarzkümmel (Nigella sativa) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Die Samen sind klein, kantig und tiefschwarz, das Aroma ist pfeffrig und leicht oreganoartig. Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Die Samen sind länglich, hellbraun und gerippt, das Aroma ist warm und erdig. Die Verwechslung passiert vor allem im Englischen, wo beide gelegentlich als "cumin" bezeichnet werden. Es sind unterschiedliche Gewürze. Ein Austausch verändert das Aroma eines Gerichts.
Ist Schwarzkümmelöl wirklich ein "Wunder-Mittel"?
Nein. Kleine Studien liefern Hinweise auf mögliche Vorteile bei allergisch bedingtem Schnupfen, Asthma und Typ-2-Diabetes. Die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich und reichen nicht für eine allgemeine Therapieempfehlung. Laborbefunde zu Thymoquinon sind ebenfalls kein Heilungsnachweis. Werbeversprechen gegen Krebs, Autoimmunerkrankungen oder chronische Krankheiten gehen weit über das Belegte hinaus. Schwarzkümmelöl ersetzt keine notwendige Behandlung.
Wie nehme ich Schwarzkümmelöl täglich ein?
Eine allgemein anerkannte Tagesdosis zur Behandlung von Erkrankungen gibt es nicht. Als Speiseöl kannst du kleine Mengen nach Geschmack unter kalte Gerichte rühren. Bei Nahrungsergänzungen gelten die Angaben des konkreten Produkts. Öl und Samenpulver sind nicht gleich dosierbar. Die im Abschnitt Dosierung genannten Mengen stammen aus Studien und sind keine Empfehlung für einen mehrmonatigen Selbstversuch. Lagere das Öl lichtgeschützt und nach den Herstellerangaben. Wenn du Beschwerden behandeln möchtest oder Medikamente einnimmst, klär die Einnahme vorher ärztlich ab.
Kann ich Schwarzkümmel in der Schwangerschaft verwenden?
Die Verwendung kleiner Mengen als Küchengewürz ist von der regelmäßigen Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels zu unterscheiden. Konzentriertes Schwarzkümmelöl und Kapseln solltest du in der Schwangerschaft vermeiden, weil ausreichende Sicherheitsdaten fehlen. Für die Stillzeit fehlen insbesondere Angaben zum Übergang in die Muttermilch und zur Sicherheit beim Säugling. Besprich die Einnahme konzentrierter Präparate deshalb mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme.
Ist Schwarzkümmel ein österreichisches Hausmittel?
Schwarzkümmel ist besonders mit der Küche und Heilkunde des Mittelmeerraums, des Nahen Ostens und Südasiens verbunden. In der islamischen Tradition besitzt er als Habat al-Baraka einen besonderen kulturellen Stellenwert. Daraus lässt sich jedoch nicht schließen, dass die Pflanze in Mitteleuropa historisch unbekannt war. Für eine eigenständige österreichische Hausmitteltradition bietet dieser Eintrag keinen konkreten historischen Beleg. Die heutige Bekanntheit von Schwarzkümmelöl ist für sich genommen kein solcher Nachweis.
5 Belege.
- Abdulrahman Koshak; Li Wei; Emad Koshak; Siraj Wali; Omer Alamoudi; Abdulrahman Demerdash; Majdy Qutub; Peter Natesan Pushparaj; Michael Heinrich. Nigella sativa Supplementation Improves Asthma Control and Biomarkers: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. 2017. doi:10.1002/ptr.5761
- Soheila Nikakhlagh; Fakher Rahim; Faezeh Hossein Nejad Aryani; Amir Syahpoush; Mehri Ghafouryan Brougerdnya; Nader Saki. Herbal treatment of allergic rhinitis: the use of Nigella sativa. 2011. doi:10.1016/j.amjoto.2010.07.019
- Huda Kaatabi; Abdullah Omar Bamosa; Ahmed Badar; Abdulmohsen Al-Elq; Bodour Abou-Hozaifa; Fatma Lebda; Akram Al-Khadra; Sameeh Al-Almaie. Nigella sativa Improves Glycemic Control and Ameliorates Oxidative Stress in Patients with Type 2 Diabetes Mellitus: Placebo Controlled Participant Blinded Clinical Trial. 2015. doi:10.1371/journal.pone.0113486
- Ebrahim M. Yimer; Kald Beshir Tuem; Aman Karim; Najeeb Ur-Rehman; Farooq Anwar. Nigella sativa L. (Black Cumin): A Promising Natural Remedy for Wide Range of Illnesses. 2019. doi:10.1155/2019/1528635
- B. Salih; T. Sipahi; E. Oybak Dönmez. Ancient nigella seeds from Boyali Höyük in north-central Turkey. 2009. doi:10.1016/j.jep.2009.05.039
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.