Schwarzer Pfeffer
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Die lange Geschichte des Pfeffers ist durch Handelsberichte und Kräuterbücher belegt. Theophrast beschreibt runden und langen Pfeffer. Plinius nennt Preise für mehrere Pfeffersorten. Spätere Quellen behandeln ihn als kostbares Gewürz und als Verdauungsmittel. Dabei müssen Handels- und Speisegebrauch von einer bestimmten medizinischen Anwendung unterschieden werden. Nicht jede historische Pfefferbezeichnung lässt sich eindeutig einer heutigen Art zuordnen.
Die viel zitierte Shoba-Studie von 1998 untersuchte 2 Gramm Curcumin mit und ohne 20 Milligramm Piperin bei gesunden Erwachsenen. Die Autoren berichteten eine Steigerung der Bioverfügbarkeit um 2000 Prozent. Sie beschreibt, wie viel des eingenommenen Curcumins unverändert den Blutkreislauf erreicht. Das Ergebnis gilt für diese Studienbedingungen und bedeutet keine entsprechend stärkere Heilwirkung. Auch Befunde zur ayurvedischen Trikatu-Mischung gelten für die Kombination aus schwarzem Pfeffer, langem Pfeffer und Ingwer, nicht automatisch für Pfeffer allein.
Pfeffer als Gewürz und isoliertes Piperin in Nahrungsergänzungsmitteln sind unterschiedlich zu beurteilen. Entscheidend sind neben der Menge auch Konzentration, Zubereitung und Einnahme mit einer Mahlzeit. Piperin kann die Aufnahme und den Abbau bestimmter Arzneistoffe verändern. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, klär ein Piperin-Präparat vor der Einnahme ärztlich oder in der Apotheke ab.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum) ist eine mehrjährige tropische Kletterpflanze aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae). Er stammt aus Südindien. Seine kleinen Steinfrüchte reifen von grün zu rot. Reifegrad und Verarbeitung bestimmen die Pfefferfarbe. Schwarzer Pfeffer entsteht aus noch nicht vollreifen, getrockneten Früchten, weißer aus reifen Früchten ohne die äußere Fruchthülle. Grüner Pfeffer wird unreif geerntet und so verarbeitet, dass seine Farbe erhalten bleibt. Echter roter Pfeffer besteht aus reifen Früchten. Für die Schärfe sorgt vor allem Piperin, ein Stoff aus der Gruppe der Alkaloide. Die ätherischen Öle tragen zum Aroma bei. Der Piperingehalt schwankt je nach Herkunft und Verarbeitung.
Pfeffer hat einen festen Platz in der österreichischen Küche und eine lange Tradition als aromatisches Verdauungsgewürz. Heute wird besonders isoliertes Piperin untersucht, also der einzelne Stoff in konzentrierter Form. Es kann verändern, wie viel von bestimmten gleichzeitig eingenommenen Stoffen im Körper verfügbar ist. Shoba und Kollegen berichteten 1998 nach 2 Gramm Curcumin zusammen mit 20 Milligramm Piperin eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit von Curcumin. Damit ist gemeint, wie viel eines eingenommenen Stoffes unverändert den Blutkreislauf erreicht. Die kleine Studie untersuchte, wie viel Curcumin im Blut verfügbar war. Einen größeren gesundheitlichen Nutzen belegt sie damit nicht. Bei Piperin-Präparaten sind mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten zu beachten.
Geschichte
Schwarzer Pfeffer ist seit der Antike als Handelsgut und Gewürz belegt. Theophrast unterscheidet runden und langen Pfeffer und beschreibt beide als erhitzend. Plinius nennt im ersten Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung unterschiedliche Preise für langen, weißen und schwarzen Pfeffer und kommentiert die Nachfrage nach dem indischen Gewürz. Im Ayurveda heißt schwarzer Pfeffer Maricha und gehört mit langem Pfeffer und getrocknetem Ingwer zur Trikatu-Mischung. Diese historischen Beschreibungen sind keine modernen Wirksamkeitsnachweise.
Auch im mittelalterlichen Europa war Pfeffer ein kostbares Importgewürz. Handelswege über den Mittelmeerraum verbanden asiatische Anbaugebiete mit europäischen Märkten. Der spätere Seeweg um das Kap der Guten Hoffnung veränderte diesen Handel. Heute ist Pfeffer in der Küche alltäglich. Seine frühere heilkundliche Verwendung zeigt sich noch in King’s American Dispensatory von 1898, das ihn als anregendes Magenmittel und gegen Blähungen beschreibt.
Wirkmechanismus
Die Schärfe des Pfeffers stammt vor allem vom Piperin. In Zellversuchen aktiviert es unter anderem TRPV1 und TRPA1. Das sind Ionenkanäle, also kleine Durchgänge in der Zellhülle für elektrisch geladene Teilchen. Sie sind an der Wahrnehmung reizender und scharfer Stoffe beteiligt. Das erklärt einen Teil des Wärme- und Schärfeeindrucks im Mund. Ein Nachweis am Menschen, dass Pfeffer Verdauungsbeschwerden lindert, ergibt sich daraus nicht.
Piperin kann Enzyme und Transportproteine beeinflussen. Diese Eiweiße helfen dabei, Fremdstoffe wie Arzneistoffe aufzunehmen, chemisch umzubauen und auszuscheiden. Dazu gehören das Enzym CYP3A4, Enzyme der Glucuronidierung und das Transportprotein P-Glykoprotein. Bei der Glucuronidierung werden Stoffe chemisch so verändert, dass sie leichter ausgeschieden werden können. Die Hemmung von CYP3A4 und P-Glykoprotein wurde unter anderem in Zellen und an Bestandteilen von Leberzellen, den Lebermikrosomen, untersucht. Welche Wirkung beim Menschen entsteht, hängt vom jeweiligen Stoff, der Dosis und der Zubereitung ab. Die Shoba-Studie belegt deshalb nicht, dass bei Curcumin oder sämtlichen Medikamenten derselbe Mechanismus und dieselbe Wirkungsstärke vorliegen.
Shoba und Kollegen berichteten 1998 bei gesunden Erwachsenen eine höhere Bioverfügbarkeit von Curcumin nach der gemeinsamen Einnahme von 2 Gramm Curcumin und 20 Milligramm Piperin. Es war also mehr Curcumin im Blut verfügbar. Die oft zitierte Steigerung um 2000 Prozent stammt aus dieser kleinen Studie zur Aufnahme und Verarbeitung der Stoffe im Körper. Sie bedeutet keine entsprechend stärkere medizinische Wirkung von Curcumin und lässt sich nicht auf jede Zubereitung übertragen. Die Studie untersuchte auch keine Prise Pfeffer im Essen.
Auch Wechselwirkungen wurden am Menschen untersucht. Bano und Kollegen beobachteten 1991 nach sieben Tagen mit täglich 20 Milligramm Piperin eine höhere Verfügbarkeit von Propranolol beziehungsweise Theophyllin im Blut. Daraus lässt sich nicht vorhersagen, wie ein anderes Medikament reagiert, nur weil es vom selben Enzym abgebaut wird. Studien mit Curcumin-Piperin-Kombinationen erlauben zudem keine getrennte Aussage über Piperin oder Küchenpfeffer allein. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, klär Nahrungsergänzungsmittel mit Piperin vorher ärztlich oder in der Apotheke ab.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Verfügbarkeit von Curcumin im Blut bei gemeinsamer Einnahme mit PiperinShoba und Kollegen berichteten 1998 nach 2 Gramm Curcumin zusammen mit 20 Milligramm Piperin bei gesunden Erwachsenen eine Steigerung der Bioverfügbarkeit um 2000 Prozent. Bioverfügbarkeit beschreibt, wie viel eines eingenommenen Stoffes unverändert den Blutkreislauf erreicht. Das Ergebnis stammt aus dieser kleinen Studie zur Aufnahme und Verarbeitung im Körper. Es belegt weder eine unabhängig mehrfach bestätigte Steigerung dieser Größenordnung noch einen medizinischen Mehrnutzen oder denselben Effekt von Küchenpfeffer.Gesunde Erwachsene, Shoba-Studie 1998 mit Curcumin plus 20 mg Piperin | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Hinweis auf höhere Verfügbarkeit im Körper | [1] | |
| Hemmung des Enzyms CYP3A4 und veränderte Verfügbarkeit von Arzneistoffen im KörperLaborversuche zeigen, dass Piperin das Enzym CYP3A4 und das Transportprotein P-Glykoprotein beeinflusst. Beide sind daran beteiligt, wie der Körper Arzneistoffe verarbeitet. In einer kleinen Studie am Menschen erhöhte die siebentägige Einnahme von 20 Milligramm Piperin pro Tag die Verfügbarkeit von Propranolol beziehungsweise Theophyllin im Blut. Wirkung und Ausmaß hängen vom Arzneistoff und der Einnahme ab. Sie sind nicht für ganze Medikamentengruppen gleichermaßen belegt.Laboruntersuchungen und kleine Studien mit gesunden Erwachsenen | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Hinweis auf Wechselwirkungen | [2][3] | |
| Traditionelle Verwendung als wärmendes VerdauungsgewürzPfeffer wird in verschiedenen Heiltraditionen als wärmendes Verdauungsgewürz verwendet. King’s American Dispensatory von 1898 beschreibt ihn beispielsweise als anregendes Magenmittel und gegen Blähungen. Solche Überlieferungen und die Verwendung in Trikatu belegen nicht, dass heutige Pfefferpräparate für sich allein beim Menschen wirksam sind.Erwachsene, traditionelle Verwendung in der ayurvedischen, europäischen und chinesischen Praxis | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | ||
| Sicherheit von Pfeffer in üblichen GewürzmengenDie lange Verwendung als Lebensmittel spricht für die Verträglichkeit üblicher Gewürzmengen. Individuelle Unverträglichkeit und Allergien sind damit nicht ausgeschlossen. Konzentrierte Piperin-Präparate müssen wegen ihrer anderen Zusammensetzung und Einnahme gesondert beurteilt werden.Menschen, die Pfeffer in üblichen Gewürzmengen verwenden | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Meist gut verträglich | [3] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Mahl Pfeffer möglichst frisch, wenn du sein volles Aroma möchtest. Am Ende des Kochens oder beim Servieren bleiben die flüchtigen Duftstoffe besonders gut wahrnehmbar. Schwarzer Pfeffer passt zu vielen pikanten Speisen, weißer zu hellen Suppen, Saucen und Erdäpfelpüree. Grüner Pfeffer wird etwa für Pfeffersaucen oder Currys verwendet. Echter roter Pfeffer ist seltener erhältlich und wird unter anderem in Lake angeboten. In Nahrungsergänzungsmitteln wird Piperin als angereicherter Extrakt eingesetzt, häufig zusammen mit Curcumin. Solche Präparate sind mit dem Küchengewürz nicht gleichzusetzen. Auch ätherisches Pfefferöl hat eine andere Zusammensetzung als ein Piperin-Extrakt. Die ayurvedische Trikatu-Zubereitung ist wiederum eine Gewürzmischung aus schwarzem Pfeffer, langem Pfeffer und getrocknetem Ingwer.
Dosierung
Verwende Pfeffer zum Würzen nach Geschmack und Verträglichkeit. Eine bestimmte Gewürzmenge enthält nicht immer dieselbe Menge Piperin. Der Gehalt schwankt, und die Aufnahme aus einer Mahlzeit unterscheidet sich von der Einnahme eines konzentrierten Extrakts. Aus den in Studien verwendeten Mengen lässt sich hier keine allgemeine Einnahmeempfehlung für Piperin-Präparate ableiten. Trikatu enthält schwarzen Pfeffer, langen Pfeffer und getrockneten Ingwer. Eine Dosis dieser Mischung lässt sich nicht in Umdrehungen einer Pfeffermühle umrechnen oder auf Piperin-Extrakte übertragen. Für Kinder sind konzentrierte Piperin-Präparate keine gewöhnliche Würze. Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme klär solche Präparate vorab ärztlich oder in der Apotheke ab.
Sicherheit
Verwechslungen
Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen
Langer Pfeffer (Piper longum)
Langer Pfeffer (Piper longum) ist eine verwandte Art, im Ayurveda als Pippali bekannt. Verwendet wird ein länglicher Fruchtstand aus vielen kleinen Früchten, nicht ein einzelnes rundes Pfefferkorn. Auch langer Pfeffer enthält Piperin. Gemeinsam mit schwarzem Pfeffer und getrocknetem Ingwer gehört er zur Trikatu-Mischung. Die Arten und ihre Zubereitungen sind medizinisch nicht ohne Weiteres austauschbar.
Rosa Pfefferbeeren (Schinus-Arten)
Rosa Pfefferbeeren stammen von Schinus-Arten aus der Familie der Sumachgewächse, etwa vom Brasilianischen Pfefferbaum (Schinus terebinthifolius). Sie sind kein echter Pfeffer. Wenn du gegen Cashews oder Pistazien allergisch bist, könntest du auch auf rosa Pfefferbeeren reagieren. Eine kleine Studie fand häufig positive Hauttests, prüfte aber keine Reaktion nach dem Essen. Verwende rosa Pfefferbeeren bei diesen Allergien erst nach einer ärztlichen Abklärung der möglichen Allergie.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen schwarzem, weißem, rotem und grünem Pfeffer?
Schwarzer, weißer, grüner und echter roter Pfeffer stammen von Piper nigrum. Für schwarzen Pfeffer werden noch nicht vollreife Früchte getrocknet. Weißer Pfeffer entsteht aus reifen Früchten, deren äußere Hülle entfernt wird. Grüner Pfeffer wird unreif geerntet und etwa eingelegt oder gefriergetrocknet, damit seine Farbe erhalten bleibt. Echter roter Pfeffer wird reif geerntet und beispielsweise in Lake konserviert. Weißer Pfeffer passt optisch gut zu hellen Saucen und Erdäpfelpüree. Grüner Pfeffer wird gern für Pfeffersaucen verwendet. Rosa Pfefferbeeren in bunten Mischungen stammen dagegen von Schinus-Arten.
Warum enthalten manche Curcumin-Präparate Piperin?
Piperin kann die Bioverfügbarkeit von Curcumin erhöhen, also die Menge, die unverändert den Blutkreislauf erreicht. Die häufig zitierte Studie von Shoba und Kollegen aus dem Jahr 1998 verwendete 2 Gramm Curcumin und 20 Milligramm Piperin bei gesunden Erwachsenen. Eine höhere Bioverfügbarkeit bedeutet aber nicht automatisch eine bessere medizinische Wirkung. Weder muss Kurkuma grundsätzlich mit Pfeffer kombiniert werden, noch ist belegt, dass eine Prise Pfeffer im Essen dasselbe Ergebnis erzielt.
Was ist BioPerine und brauche ich es als Nahrungsergänzung?
BioPerine ist ein Markenname für einen stark mit Piperin angereicherten Pfefferextrakt, der unter anderem in Curcumin-Kombinationen eingesetzt wird. Ein solcher Zusatz ist keine Voraussetzung dafür, Pfeffer oder Kurkuma als Gewürz zu verwenden. Aus der höheren Aufnahme eines Inhaltsstoffs lässt sich auch kein allgemeiner Bedarf an diesem Präparat ableiten. Ein Pfefferkorn oder eine Prise gemahlener Pfeffer liefert keine gleichbleibende Piperinmenge und ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz. Wenn du Medikamente einnimmst, besprich ein Piperin-Präparat vorab ärztlich oder in der Apotheke.
Sind rosa Pfefferbeeren echter Pfeffer?
Rosa Pfefferbeeren stammen von Schinus-Arten aus der Familie der Sumachgewächse, etwa vom Brasilianischen Pfefferbaum (Schinus terebinthifolius). Sie sind kein echter Pfeffer. Wenn du gegen Cashews oder Pistazien allergisch bist, könntest du auch auf rosa Pfefferbeeren reagieren. Eine kleine Studie fand häufig positive Hauttests, prüfte aber keine Reaktion nach dem Essen. Verwende rosa Pfefferbeeren bei diesen Allergien erst nach einer ärztlichen Abklärung der möglichen Allergie. Echter roter Pfeffer stammt dagegen von reifen Früchten der Art Piper nigrum.
4 Belege.
- Shoba G, Joy D, Joseph T, Majeed M, Rajendran R, Srinivas PS. Influence of piperine on the pharmacokinetics of curcumin in animals and human volunteers. 1998. doi:10.1055/s-2006-957450
- Bano G, Raina RK, Zutshi U, Bedi KL, Johri RK, Sharma SC. Effect of piperine on bioavailability and pharmacokinetics of propranolol and theophylline in healthy volunteers. 1991. doi:10.1007/BF00314996
- Ziegenhagen R, Heimberg K, Lampen A, Hirsch-Ernst KI. Safety Aspects of the Use of Isolated Piperine Ingested as a Bolus. 2021. doi:10.3390/foods10092121
- Too JJY, Shek LP, Rajakulendran M. Cross-reactivity of pink peppercorn in cashew and pistachio allergic individuals. 2019. doi:10.5415/apallergy.2019.9.e25
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.