Schafgarbe
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Die Schafgarbe ist seit langem als Wundkraut überliefert. Antike Texte beschreiben Pflanzen, die mit ihr in Verbindung gebracht werden. Fuchs nennt 1543 ausdrücklich die Schafgarbe. Spätere Kräuterbücher dokumentieren unter anderem Anwendungen bei Wunden, Blutungen und Verdauungsbeschwerden. Die Belege unterscheiden sich nach Region, Zeit und Genauigkeit der Pflanzenbestimmung.
Die lange Tradition ist besser dokumentiert als die Wirksamkeit am Menschen. Applequist und Moerman fassten 2011 zahlreiche überlieferte Anwendungen sowie vor allem Labor- und Tierversuche zusammen. Später erschienen auch Studien, in denen Teilnehmende nach dem Zufallsprinzip auf Behandlungsgruppen verteilt wurden, etwa zu Menstruationsschmerzen und zur Versorgung von Dammschnittwunden. Die Ergebnisse geben erste Hinweise für die jeweils untersuchte Zubereitung. Sie lassen sich nicht auf jede Schafgarben-Zubereitung übertragen.
Die EMA ordnet Schafgarbenkraut und Schafgarbenblüten als traditionell verwendete pflanzliche Arzneimittel ein. Für die Anwendung sind Pflanzenteil, Zubereitung und Beschwerde entscheidend. Bei bekannter Allergie gegen Schafgarbe oder andere Korbblütler soll sie nicht verwendet werden. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter zwölf Jahren wird die arzneiliche Anwendung wegen unzureichender Daten nicht empfohlen.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine mehrjährige Wiesenpflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Ihre fein gefiederten Blätter sehen wie kleine Federn aus. Die meist weißen, gelegentlich rosa Blütenkörbchen stehen in flachen Gruppen zusammen. In Österreich blüht sie vor allem von Juni bis September. Arzneilich verwendet werden das blühende Kraut (Millefolii herba) und die Blüten (Millefolii flos). Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) beschreibt traditionelle Anwendungen bei vorübergehender Appetitlosigkeit, leichten krampfartigen Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, leichten Menstruationskrämpfen sowie äußerlich bei kleinen oberflächlichen Wunden.
In Österreich ist die Schafgarbe auf Wiesen, an Böschungen und in Gärten verbreitet. Ihr bitter-aromatischer Tee gehört zu den traditionellen Mitteln bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden. Auch Sitzbäder sind überliefert. Zu ihren Inhaltsstoffen gehören Bitterstoffe aus der Gruppe der Sesquiterpenlaktone, weitere Pflanzenstoffe wie Flavonoide und ätherisches Öl. Das Öl kann je nach Pflanzenmaterial sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein. Laborversuche und einzelne Studien am Menschen geben Hinweise auf Wirkungen. Ein Nutzen ist damit nicht für alle traditionellen Anwendungen gesichert.
Geschichte
Die Schafgarbe hat eine lange europäische Arzneitradition. Dioskurides beschreibt im ersten Jahrhundert ein feinblättriges Wundkraut namens stratiotes chiliophyllos, das heute mit Schafgarbe in Verbindung gebracht wird. Plinius erzählt von Achilles und der Heilung des Telephos und nennt dabei unter anderem millefolia. Seine verschiedenen Pflanzenbeschreibungen lassen sich jedoch nicht alle eindeutig derselben Art zuordnen. Leonhart Fuchs führt 1543 in seinem Kapitel „Von Garb“ Schafgarbe als Wund- und Blutstillkraut auf. Volksnamen wie Tausendblatt und Soldatenkraut erinnern an Blattform und überlieferte Verwendung.
Schafgarbentee bei Verdauungsbeschwerden und Sitzbäder bei krampfartigen Unterleibsbeschwerden sind in der europäischen Pflanzenheilkunde überliefert. Die Arzneimittelbeschreibungen, auch Monografien genannt, unterscheiden sich im Umfang. Die EMA nennt vorübergehende Appetitlosigkeit, leichte krampfartige Verdauungsbeschwerden, leichte Menstruationskrämpfe und kleine oberflächliche Wunden. Die wissenschaftliche Kooperation ESCOP beschreibt auch Sitzbäder sowie unterstützende Anwendungen bei leichten Haut- und Schleimhautentzündungen. Diese Anwendungen beruhen überwiegend auf langjähriger Erfahrung.
Wirkmechanismus
Zu den Bitterstoffen der Schafgarbe gehören Sesquiterpenlaktone wie Achillin. Weitere Pflanzenstoffe sind Flavonoide, darunter Apigenin und Luteolin. Untersucht werden ihre krampflösenden Eigenschaften und ihre Wirkung gegen reaktive Stoffe im Labor, die als antioxidativ bezeichnet wird. Das ätherische Öl kann je nach Pflanzenmaterial sehr unterschiedlich zusammengesetzt sein. Bei der Gewinnung durch Destillation können bestimmte Vorstufen, die Proazulene, in blaues Chamazulen übergehen. Dessen Vorkommen allein belegt keine entzündungshemmende Wirkung eines Tees.
Im Labor wurden krampflösende Effekte von Schafgarbenextrakten und daraus gewonnenen Stoffgruppen an Darmgewebe von Kaninchen und Meerschweinchen beobachtet. Auch Gerbstoffe und weitere Pflanzenstoffe werden im Zusammenhang mit der traditionellen Wundpflege untersucht. Solche Befunde können mögliche Wirkwege erklären. Wie stark eine Tasse Tee bei Verdauungs- oder Menstruationsbeschwerden wirkt, lässt sich damit nicht bestimmen. Dafür sind Untersuchungen am Menschen nötig.
Die EMA stuft Schafgarbe aufgrund der langjährigen Anwendung als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein. Ein Nutzen ist damit für die genannten Beschwerden plausibel, aber nicht für jede Anwendung durch Studien am Menschen gesichert. Jenabi und Fereidoony untersuchten 2015 Studentinnen mit Menstruationsschmerzen ohne zugrunde liegende Erkrankung. 96 wurden nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen verteilt, 91 ausgewertet. Tee aus Schafgarbenblütenköpfen linderte ihre Schmerzen stärker als ein Scheinpräparat. Sie tranken den Tee jeweils drei Tage lang in zwei Menstruationszyklen. Das Ergebnis gibt einen begrenzten Hinweis für diese Zubereitung. Es belegt keine Wirkung anderer Schafgarbentees oder von Sitzbädern und ersetzt keine Abklärung starker oder ungeklärter Unterleibsschmerzen.
Hajhashemi und Kollegen untersuchten 140 Frauen nach ihrer ersten Geburt mit einem Dammschnitt, einem geburtshilflichen Schnitt am Scheidenausgang. Die Frauen wurden nach dem Zufallsprinzip vier Gruppen zugeteilt. Sie erhielten Schafgarbensalbe, Johanniskrautsalbe, eine Salbe ohne diese Pflanzenstoffe oder keine zusätzliche Behandlung. Unter den Pflanzensalben besserten sich einzelne Beschwerden und Hautzeichen, darunter Schmerzen und Rötung. Bei Wundsekret und dem Auseinanderweichen der Wundränder war der Unterschied zwischen den Gruppen statistisch nicht gesichert. Daraus lässt sich kein verlässlicher Nutzen selbst angesetzter Kompressen oder bei Hautentzündungen allgemein ableiten.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Leichte Verdauungsbeschwerden und vorübergehende AppetitlosigkeitDie Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) beschreibt vorübergehende Appetitlosigkeit und leichte krampfartige Verdauungsbeschwerden als traditionelle Anwendungen. Für einen verlässlich nachgewiesenen Nutzen fehlen ausreichende Studien am Menschen. Die Einordnung beruht auf der langen Verwendung und ergänzenden Laborbefunden.Erwachsene mit leichten Verdauungsbeschwerden oder vorübergehender Appetitlosigkeit | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | [4][6] | |
| Leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden und leichte Krämpfe während der MenstruationDie EMA beschreibt beide Anwendungen für Schafgarbenkraut als traditionell. Zusätzlich berichtete eine kleine Studie mit Tee aus Schafgarbenblütenköpfen über stärkere Schmerzlinderung als mit einem Scheinpräparat. Untersucht wurden Studentinnen mit Menstruationsschmerzen ohne zugrunde liegende Erkrankung. Das Ergebnis lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Schafgarbentees, Magen-Darm-Krämpfe oder Sitzbäder übertragen.Erwachsene mit leichten Magen-Darm-Krämpfen oder leichten Menstruationskrämpfen | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung mit ersten Studienhinweisen | [4][1] | |
| Äußerliche Anwendung bei kleineren Wunden und HautentzündungenDie EMA nennt kleine oberflächliche Wunden als traditionelle Anwendung. Die wissenschaftliche Kooperation ESCOP beschreibt zusätzlich unterstützende Anwendungen bei leichten Haut- und Schleimhautentzündungen. In einer Studie wurden Frauen mit Dammschnittwunden nach dem Zufallsprinzip auf Behandlungsgruppen verteilt. Unter Schafgarbensalbe besserten sich einzelne Beschwerden. Bei Wundsekret und dem Auseinanderweichen der Wundränder war der Unterschied zwischen den Gruppen statistisch nicht gesichert. Für Hautentzündungen allgemein und selbst hergestellte Auflagen ist damit kein verlässlicher Nutzen belegt.Erwachsene mit kleineren oberflächlichen Wunden oder leichter Hautreizung | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Begrenzte klinische Hinweise | [4][7][2] | |
| Wirkung gegen Mikroorganismen im LaborCandan und Kollegen fanden 2003 im Labor eine Wirkung des ätherischen Öls gegen ausgewählte Bakterien und Hefen. Die untersuchten wasserunlöslichen Teile eines mit Methanol hergestellten Extrakts waren dagegen schwach oder nicht wirksam. Die Ergebnisse hängen von Extrakt und Testverfahren ab. Eine Behandlung von Infektionen mit Tee oder Kompressen ist damit nicht belegt.Im Labor untersuchte Bakterien und Pilze | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Hinweise aus Laborversuchen | [3] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Für Tee verwendest du getrocknetes, geschnittenes Schafgarbenkraut in der zur Anwendung passenden Menge. Die Angaben findest du im Abschnitt Dosierung. Übergieße es mit kochendem Wasser, decke die Tasse ab und seihe den Aufguss nach der auf der Packung angegebenen Ziehzeit ab. Bei losem Kraut sind zehn bis fünfzehn Minuten üblich. Das Abdecken hält flüchtige Aromastoffe zurück. Eine kleine Handvoll frisches Kraut entspricht keiner verlässlichen Dosis getrockneter Schafgarbe. Für Auflagen bei kleinen oberflächlichen Wunden nennt die EMA 3 bis 4 Gramm Schafgarbenkraut auf 250 ml kochendes Wasser. Seihe den Aufguss ab, lass ihn abkühlen und wende ihn mit einer sauberen Auflage zwei- bis dreimal täglich an. Ein Sitzbad ist eine eigene traditionelle Zubereitung bei krampfartigen Unterleibsbeschwerden. Verwende dafür eine geeignete Badezubereitung nach Packungsangabe. Eine Handvoll Kraut ohne festgelegte Wassermenge ist keine verlässliche Dosierung. Kräuteressig gehört in die Küche und ist keine Zubereitung zur Wundbehandlung.
Dosierung
Für Schafgarbenkraut nennt die EMA je nach Beschwerde unterschiedliche Teemengen. Bei Appetitlosigkeit oder leichten krampfartigen Verdauungsbeschwerden sind es 1,5 bis 4 Gramm getrocknetes Kraut auf 150 bis 250 ml Wasser, drei- bis viermal täglich zwischen den Mahlzeiten. Bei Appetitlosigkeit trinkst du den Tee etwa 30 Minuten vor dem Essen. Bei leichten Menstruationskrämpfen sind es 1 bis 2 Gramm auf 250 ml Wasser, zwei- bis dreimal täglich. Diese Angaben gelten für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren. Beachte bei Arzneitees die Packungsanleitung. Verwende Schafgarbe bei bekannter Allergie gegen sie oder andere Korbblütler nicht. Mache auch keinen Verträglichkeitstest auf eigene Faust. Lass Appetit- oder Verdauungsbeschwerden abklären, wenn sie länger als zwei Wochen anhalten. Für Menstruations- oder Wundbeschwerden gilt eine Woche. Bei Verschlechterung oder Anzeichen einer Wundinfektion such früher ärztlichen Rat. Für Blüten, Tinkturen und Extrakte gelten die jeweiligen Produktangaben. Die Krautmenge lässt sich nicht einfach darauf übertragen.
Sicherheit
Verwechslungen
Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen
Wilde Karotte (Daucus carota)
Die Wilde Karotte gehört zu den Doldengewächsen (Apiaceae). Ihre Blütenstiele bilden kleine Schirmchen, die zusammen eine flache Doppeldolde ergeben. Jede Einzelblüte hat fünf Kronblätter. Schafgarbe trägt dagegen Blütenkörbchen, in denen jeweils mehrere Blüten sitzen. In Karottendolden findet sich häufig, aber nicht immer, eine dunkle Blüte in der Mitte. Blattform und Geruch können bei der Unterscheidung helfen, reichen allein aber nicht zur sicheren Bestimmung.
Zum Eintrag: Wilde Karotte (Wilde Möhre)Eisenhut (Aconitum-Arten)
Eisenhut-Arten (Aconitum) sind hochgiftig. Ihre Blätter sind handförmig gelappt oder geteilt. Die Schafgarbe hat dagegen viele feine, federartig angeordnete Blattabschnitte. Die auffälligen helmförmigen Eisenhutblüten stehen in länglichen Blütenständen. Ihre Farbe unterscheidet sich je nach Art. Eine helle Blütenfarbe schließt Eisenhut daher nicht aus. Koste unbekannte Pflanzen nicht und bearbeite verdächtige Pflanzen nicht mit bloßen Händen. Sammle Schafgarbe nur, wenn du sie sicher bestimmen kannst.
Häufige Fragen
Wie bereite ich Schafgarbentee zu?
Verwende getrocknetes Schafgarbenkraut und wiege die zur Anwendung passende Menge ab. Bei Verdauungsbeschwerden nennt die EMA 1,5 bis 4 Gramm auf 150 bis 250 ml Wasser, bei leichten Menstruationskrämpfen 1 bis 2 Gramm auf 250 ml. Übergieße das Kraut mit kochendem Wasser, decke die Tasse ab, lass den Tee nach Packungsangabe ziehen und seihe ihn ab. Der Tee schmeckt bitter und aromatisch. Bei bekannter Korbblütler-Allergie darfst du ihn nicht anwenden.
Wofür wird ein Schafgarben-Sitzbad verwendet?
Sitzbäder mit Schafgarbenkraut werden traditionell bei krampfartigen Unterleibsbeschwerden verwendet. Die wissenschaftliche Kooperation ESCOP führt sie als unterstützende Anwendung an. Die EMA beschreibt bei Menstruationskrämpfen dagegen die Einnahme von Schafgarbenkraut. Ein Sitzbad gehört nicht zu diesen Angaben. Aus einer Teestudie lässt sich die Wirkung eines Bades nicht ableiten. Für Menge, Verdünnung und Badedauer halte dich an die Anleitung einer geeigneten Badezubereitung. Lass starke, neue oder ungewöhnliche Unterleibsschmerzen ärztlich abklären.
Kann ich auf Schafgarbe allergisch reagieren?
Ja. Schafgarbe gehört zu den Korbblütlern. Bei bekannter Allergie gegen Schafgarbe oder andere Pflanzen dieser Familie, etwa Kamille, Arnika oder Beifuß, sollst du sie nicht anwenden. Auch nach Hautkontakt sind allergische Reaktionen beschrieben. Brich bei Ausschlag die Anwendung ab und hol ärztlichen Rat ein. Wähle bei Atemnot oder einer Schwellung von Mund und Rachen sofort den Notruf.
Wann kann ich Schafgarbe selbst sammeln?
In Österreich werden die blühenden Triebspitzen meist von Juni bis September gesammelt, an trockenen Tagen nach dem Abtrocknen des Taus. Sammle nur sicher bestimmte Pflanzen an unbelasteten Standorten. Ein flacher weißer Blütenstand allein reicht zur Bestimmung nicht aus: Achte auch auf die fein gefiederten Blätter und die kleinen Blütenkörbchen. Bei Unsicherheit lass die Pflanze stehen. Trockne das Kraut in dünnen Schichten an einem schattigen, luftigen Platz.
7 Belege.
- Ensiyeh Jenabi; Bita Fereidoony. Effect of Achillea Millefolium on Relief of Primary Dysmenorrhea: A Double-Blind Randomized Clinical Trial. 2015. doi:10.1016/j.jpag.2014.12.008
- Maryam Hajhashemi; Zinat Ghanbari; Minoo Movahedi; Mahmoud Rafieian; Atefeh Keivani; Fedyeh Haghollahi. The effect of Achillea millefolium and Hypericum perforatum ointments on episiotomy wound healing in primiparous women. 2018. doi:10.1080/14767058.2016.1275549
- Ferda Candan; Mehmet Unlu; Bektaş Tepe; Dimitra Daferera; Moschos Polissiou; Atalay Sökmen; H. Aşkin Akpulat. Antioxidant and antimicrobial activity of the essential oil and methanol extracts of Achillea millefolium subsp. millefolium Afan. (Asteraceae). 2003. doi:10.1016/S0378-8741(03)00149-1
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Achillea millefolium L., herba, Revision 1. 2020. Quelle
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Assessment report on Achillea millefolium L., herba, Revision 1. 2020. Quelle
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Community herbal monograph on Achillea millefolium L., flos. 2011. Quelle
- European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP). Millefolii Herba (Yarrow). 2021. Quelle
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.