Meerrettich
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Der Meerrettich, bei uns Kren, ist eine tief verwurzelte mitteleuropäische und slawische Tradition. Der Name Kren geht auf ein slawisches Wort für Wurzel zurück, das althochdeutsche merratih ist seit dem zehnten Jahrhundert belegt, und die geriebene Wurzel ist in den Renaissance-Kräuterbüchern (Bock 1539, Gerard 1597) dokumentiert und bis heute das klassische scharfe Gewürz der österreichischen und pannonischen Küche und ein Hausmittel, das man mit Honig zu Beginn einer Erkältung nimmt. Die Überlieferung ist mittelalterlich, nicht antik: Der Kren steht vermutlich seit weniger als zweitausend Jahren in Kultur. Deshalb steht dieser Eintrag in der Stufe der etablierten historischen Bedeutung.
Die klinische Evidenz betrifft eine Kombination, nicht den Meerrettich allein. Untersucht wurde die feste Kombination aus Meerrettichwurzel und dem Kraut der Kapuzinerkresse (Angocin Anti-Infekt N): Albrecht und Kollegen fanden 2007 weniger Rezidive bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten, Stange und Kollegen berichteten 2017 bei akuter Zystitis Ansprechraten ähnlich dem Antibiotikum Cotrimoxazol, konnten aber eine formale Nichtunterlegenheit nicht belegen, und eine Studie aus dem Jahr 2023 zeigte eine schnellere Symptombesserung bei akuter Bronchitis. Die Einzelevidenz für den Meerrettich beschränkt sich auf die traditionelle Anwendung und antibakterielle Labordaten, daher darf ein Nutzen der Kombination nicht dem Meerrettich allein zugeschrieben werden.
Eine EMA-HMPC-Monografie für die Meerrettichwurzel gibt es nicht; der europäische regulatorische Anker ist die positive deutsche Kommission-E-Monografie für Katarrhe der Atemwege, die unterstützende Anwendung bei den Harnwegen und die äußerliche Anwendung als Rubefaciens bei leichten muskulären Beschwerden. Dieselbe Isothiocyanat-Chemie, die dem Kren den Biss gibt, reizt in konzentrierter medizinischer Dosis die Schleimhäute. Die medizinische Form ist daher nichts für Menschen mit Magengeschwür, Gastritis oder Reflux, mit Nierenerkrankung oder mit Schilddrüsenerkrankung, und nichts für Kinder unter zwölf Jahren. Als kleine Gewürzmenge zum Essen ist der Kren sehr gut verträglich; in der Schwangerschaft bleibt man bei der gekochten Speisemenge und meidet das konzentrierte rohe Hausmittel.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Evidenz-Kategorien: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikon-Einträge bewerten wir zwei unterschiedliche Evidenz-Kategorien: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Der Meerrettich (Armoracia rusticana), bei uns in Österreich Kren, ist eine ausdauernde Wurzelpflanze aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Die lange, weiße, fleischige Pfahlwurzel ist im Ganzen kaum riechbar; erst beim Anschneiden, Reiben oder Kauen treffen die im Wurzelgewebe gespeicherten Senfölglykoside (vor allem Sinigrin) auf das Enzym Myrosinase, und die scharfen Isothiocyanate werden freigesetzt, allen voran Allylisothiocyanat (AITC). Die deutsche Kommission E gibt der Meerrettichwurzel eine positive Monografie für Katarrhe der oberen Atemwege, zur Unterstützung bei leichten Harnwegsbeschwerden und äußerlich als Rubefaciens bei leichten muskulären Beschwerden. Eine EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) oder ESCOP Monografie für die Meerrettichwurzel gibt es nicht, daher ist die deutsche Kommission E der maßgebliche regulatorische Anker.
Bei uns in Österreich ist der Kren das klassische Gewürz der ostösterreichischen Küche und der pannonischen Tiefebene. Der Anbau hat seinen Schwerpunkt in Niederösterreich, im Burgenland und über die Grenze hinaus in Slowenien und Ungarn. Über die Küche hinaus ist frisch geriebener Kren mit Honig ein klassisches Hausmittel zu Beginn einer Erkältung. Das Kombinationspräparat Angocin Anti-Infekt N, das Meerrettichwurzel mit Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) verbindet, ist die modern am besten untersuchte Form und wird in klinischen Studien zu unkomplizierten Harnwegs- und Atemwegsinfekten geprüft. Am ehrlichsten beschrieben ist der Kren als traditionelles Würz- und Hausmittel mit einer klaren Isothiocyanat-Chemie, das sorgsam dosiert wird, weil dieselben Stoffe, die den scharfen Biss machen, in zu hoher Dosis die Schleimhäute reizen können.
Geschichte
Der Meerrettich stammt aus Südosteuropa und Westasien und ist mit den slawischen und germanischen Handelswegen nach Mitteleuropa gekommen. Nach heutigem Forschungsstand wird er vermutlich seit weniger als zweitausend Jahren angebaut, und die antiken Zuordnungen, darunter die Amoracia bei Plinius dem Älteren, sind unsicher. Die ersten verlässlichen Belege sind mittelalterlich: Der althochdeutsche Name merratih ist im zehnten Jahrhundert bezeugt, und im Mittelalter gehört der Kren in den europäischen Klostergärten zur klassischen Riege neben Knoblauch, Zwiebel und Engelwurz. Die Renaissance-Kräuterbücher beschreiben ihn deutlich, Bock 1539 und Gerard 1597 halten seine Verwendung fest.
Im österreichischen und ungarischen Raum hat der Kren zu seiner heutigen kulturellen Bedeutung gefunden. Die pannonische Tiefebene und das Alpenvorland bieten den tiefen, gut durchlässigen Boden, den die lange Pfahlwurzel braucht. Der Krenanbau in Feldbach, im Marchfeld und entlang der slowenischen Grenze ist bis heute ein kleines, aber lebendiges Handwerk. Als Hausmittel ist frisch geriebener Kren mit Honig seit Generationen die klassische Anwendung zu Beginn einer Erkältung. In der modernen Phytotherapie ist das Kombinationspräparat Angocin Anti-Infekt N (Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse) die am besten untersuchte Form und in Deutschland als Arzneimittel zur Behandlung unkomplizierter Atemwegs- und Harnwegsinfekte zugelassen. Die deutsche Kommission E gibt der Meerrettichwurzel eine positive Monografie für Katarrhe der oberen Atemwege, zur Unterstützung bei Beschwerden im Bereich der Harnwege und äußerlich als Rubefaciens bei leichten muskulären Beschwerden. Eine EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) oder ESCOP Monografie für die Meerrettichwurzel gibt es nicht, daher ist die deutsche Kommission E der maßgebliche regulatorische Anker.
Wirkmechanismus
Die Leitchemie des Meerrettichs beginnt mit den Senfölglykosiden im unverletzten Wurzelgewebe, vor allem Sinigrin (liefert Allylisothiocyanat, AITC) und Gluconasturtiin (liefert Phenylethylisothiocyanat, PEITC). Für sich genommen sind diese Verbindungen geruchlos und stabil. In dem Moment, in dem die Wurzel angeschnitten, gerieben oder gekaut wird, trifft das Enzym Myrosinase auf die Senfölglykoside, und die flüchtigen Isothiocyanate werden binnen Sekunden freigesetzt. Das AITC ist verantwortlich für den charakteristischen scharfen, in die Nase ziehenden Biss. Dieselbe enzymatische Umsetzung läuft bei Senf, Wasabi und in geringerem Ausmaß bei Rettich und Radieschen ab; sie ist die prägende Chemie der Kreuzblütler.
Allylisothiocyanat ist in den im Gewebe erreichbaren Konzentrationen reaktiv und zeigt im Labor eine breite antimikrobielle Aktivität. Es wird teils über die Harnwege, teils über die Atemwege ausgeschieden, was häufig als mechanistische Grundlage für die traditionellen Indikationen Atemwege und Harnwege angeführt wird. Äußerlich wirkt frisch geriebener Kren als Rubefaciens: die Isothiocyanate dringen durch die Haut und lösen eine lokale Hyperämie aus, eine deutliche Rötung und Erwärmung der Haut ähnlich einem Senfwickel. Dieselbe Chemie, die für die Wirkung sorgt, reizt in zu hoher Dosis auch die Schleimhäute. Die Grenze zwischen traditioneller Anwendung und Überdosierung ist beim Kren schärfer gezogen als bei den meisten Küchenkräutern.
Die moderne klinische Forschung zum Meerrettich als Einzeldroge ist überschaubar; die meisten Studien betreffen das Kombinationspräparat Angocin Anti-Infekt N, ein in Deutschland zugelassenes pflanzliches Arzneimittel aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse. Mehrere offene und vergleichende Studien haben dieses Präparat bei akuten und rezidivierenden unkomplizierten Harnwegsinfekten sowie bei akuter Sinusitis und Bronchitis untersucht und berichten in einzelnen Settings Ergebnisse, die mit Standardantibiotika vergleichbar sind, bei einem anderen Nebenwirkungsprofil. Die meisten dieser Studien sind klein bis mittelgroß, einige sind nicht verblindet, und sie untersuchen die Kombination, nicht den Meerrettich allein. In-vitro-Studien zum Allylisothiocyanat (AITC) und zu senfölglykosidreichen Meerrettich-Extrakten zeigen Aktivität gegen verschiedene bakterielle Erreger, darunter gängige Uropathogene und Erreger der oberen Atemwege, was sich mit dem traditionellen Anwendungsmuster deckt.
In dieser Studienlandschaft zeichnet sich das Bild eines traditionellen Würz- und Hausmittels mit klarer Wirkstoff-Geschichte, aber begrenzter klinischer Einzelevidenz ab. Die stärkste verfügbare Evidenz steht für die Kombination Angocin; die Einzelevidenz für den Meerrettich allein bleibt im Wesentlichen traditionell. Eine EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) oder ESCOP Monografie für die Meerrettichwurzel gibt es nicht; der maßgebliche regulatorische Anker ist die positive Monografie der deutschen Kommission E, und ein in den Studien beobachteter Nutzen gehört der Kombination Angocin, nicht dem Meerrettich allein. Am ehrlichsten beschrieben ist der Kren als langgeliebtes österreichisches Gewürz und traditionelles Hausmittel mit einer spannenden Isothiocyanat-Chemie, nicht als pflanzlicher Antibiotikaersatz.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien |
|---|---|---|---|---|
| Symptoms of common cold and upper respiratory tract infectionGerman Commission E positive monograph for catarrh of the upper respiratory tract. There is no EMA HMPC or ESCOP monograph for horseradish root. The clinical evidence is for the fixed combination Angocin (horseradish root plus nasturtium herb), studied in open and comparative trials for acute sinusitis and bronchitis; single-herb clinical evidence is limited, and any benefit belongs to the combination, not to horseradish alone.Adults with uncomplicated URTI; combination preparation with nasturtium herb | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | |
| Mild urinary complaintsGerman Commission E positive monograph in support of mild urinary complaints. There is no EMA HMPC or ESCOP monograph for horseradish root. The clinical evidence is for the fixed combination Angocin (horseradish root plus nasturtium herb), investigated for uncomplicated and recurrent UTI in open and comparative trials; benefit must not be credited to horseradish alone. In-vitro evidence shows activity of AITC against common uropathogens.Adults with uncomplicated UTI; combination with nasturtium herb | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | |
| Mild muscular complaints (topical use)German Commission E positive monograph for topical rubefacient application on mild muscular complaints. There is no EMA HMPC or ESCOP monograph for horseradish root. The mechanism is well understood (isothiocyanate-induced hyperaemia), but modern clinical trial evidence on the topical indication is sparse.Adults; rubefacient compress | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | |
| Mucous-membrane irritation and gastrointestinal upset at overdoseThis is a safety boundary, not a graded evidence row: no studies exist to grade, and the entry flags overdose harm rather than a measured benefit. The same isothiocyanate chemistry that delivers the active effects can irritate mucous membranes at concentrated medicinal doses. Documented contraindications: stomach ulcer, gastritis, reflux, IBS, thyroid disease (goitrogenic potential), kidney disease, children under four, pregnancy without medical advice. This caution applies to non-condiment medicinal overuse, not to culinary amounts.All users; concentrated medicinal use only, not condiment use | UnzureichendUnzureichende Datenlage. Keine belastbaren Studien oder traditionelle Quellen verfügbar. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Schaden bei Überdosierung |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Für den Küchen- und Hausgebrauch schälst du ein Stück frische Krenwurzel und reibst sie unmittelbar vor dem Servieren auf einer feinen Reibe. Der frisch geriebene Kren hat das schärfste Aroma, weil die enzymatische Umsetzung zum Allylisothiocyanat binnen Sekunden nach dem Anschneiden läuft. Mische ihn mit etwas kaltem Wasser, Essig oder geriebenem Apfel, um die Schärfe zu mildern, oder hebe ihn unter geschlagenes Obers für den klassischen Apfelkren oder Sahnekren. Geriebener Kren verliert seine Schärfe innerhalb von Stunden, reibe also nur so viel, wie du brauchst. Für das traditionelle Hausmittel Kren-Honig schälst und reibst du ein kleines Stück Wurzel sehr fein, vermischst ein bis zwei Teelöffel mit einem Esslöffel Honig und lässt das Ganze ein paar Minuten stehen, bevor du es einnimmst. Nimm es zu Beginn einer Erkältung. Nicht auf nüchternen Magen einnehmen. Für einen äußerlichen Brei-Umschlag reibst du die Wurzel, wickelst den Brei in ein dünnes Tuch und legst ihn höchstens fünf bis zehn Minuten lang über die betroffene Stelle. Nimm den Umschlag sofort ab, wenn die Haut schmerzhaft rot wird oder brennt. Nicht auf offene Hautstellen, Schleimhäute oder empfindliche Bereiche auflegen.
Dosierung
Beim Hausmittel Kren-Honig liegt der traditionelle Bereich bei ein bis zwei Teelöffeln frisch geriebenem Kren mit Honig, zwei- bis dreimal täglich über ein paar Tage zu Beginn einer Erkältung. Immer zum Essen oder direkt nach einer Mahlzeit einnehmen; die Isothiocyanate sind auf nüchternem Magen scharf für die Magenschleimhaut. Als Gewürz in der österreichischen Küche gibt es keine feste Dosis: ein Teelöffel zum Tafelspitz, zum geräucherten Schinken oder zum Fisch ist die übliche und sehr gut verträgliche Anwendung als Lebensmittel. Bei zugelassenen Kombinationspräparaten wie Angocin Anti-Infekt N hältst du dich an die Packungsdosierung und die Indikationen auf dem Beipackzettel. Das Arzneimittel wird anders dosiert als das Küchengewürz. Bei äußerlichen Brei-Umschlägen nicht länger als fünf bis zehn Minuten pro Anwendung, und nur auf intakter Haut abseits empfindlicher Bereiche. Nicht bei Kindern unter vier Jahren anwenden. Wenn Beschwerden länger als ein paar Tage andauern oder sich verschlechtern, geh zur Ärztin oder zum Arzt. Der Kren ist eine traditionelle unterstützende Anwendung und kein Ersatz für die ärztliche Abklärung eines akuten Infekts.
Sicherheit
Verwechslungen
Häufige Fragen
Wie mache ich Kren-Honig zuhause?
Schäl ein kleines Stück frische Krenwurzel, reib es sehr fein, vermische ein bis zwei Teelöffel davon mit einem Esslöffel Honig und lass die Mischung ein paar Minuten stehen, bevor du sie einnimmst. Nimm einen Teelöffel zu Beginn einer Erkältung, zwei- bis dreimal täglich über ein paar Tage, immer zum Essen oder direkt danach. Reib für jede Anwendung frisch nach. Die Schärfe lässt schon Stunden nach dem Reiben deutlich nach, und eine fertig im Glas eingelegte Variante verliert den größten Teil der Wirkung.
Kann ich Kren-Honig bei einem Magengeschwür einnehmen?
Nein. Der Kren darf medizinisch nicht eingesetzt werden, wenn du ein Magengeschwür, eine Gastritis, Refluxbeschwerden oder ein Reizdarmsyndrom hast. Die Isothiocyanate, die dem Kren seine Schärfe geben, sind scharf für eine gereizte Magenschleimhaut und können die Beschwerden verstärken. Das Gleiche gilt für die Einnahme des Hausmittels auf nüchternen Magen, auch ohne Vorgeschichte. Wenn du eines dieser Themen hast, bleib bei der Gewürzmenge zum Essen und meide die konzentrierte Hausmittel-Form.
Kann ich Kren im Garten anbauen?
Ja, und wenn der Kren einmal Fuß gefasst hat, ist er bekanntermaßen schwer wieder loszuwerden. Er braucht tiefen, gut durchlässigen Boden, damit die lange Pfahlwurzel senkrecht in die Tiefe ziehen kann. Setz im Frühling ein Wurzelstück zwanzig bis dreißig Zentimeter tief in eine Ecke, in der du ihm sein eigenes Beet lassen kannst; auch kleine im Boden vergessene Wurzelstücke treiben im nächsten Jahr neu aus. Geerntet wird die Wurzel von Oktober bis März, außerhalb der Vegetationsperiode, wenn die Schärfe am ausgeprägtesten ist.
Wie scharf ist zu scharf?
Ein Teelöffel frisch geriebener Kren zum Tafelspitz gibt einen kurzen, klaren, in die Nase ziehenden Biss und klingt dann wieder ab. Das ist das richtige Maß. Wenn die Augen länger als ein paar Sekunden tränen, der Magen danach brennt oder ein Hitzegefühl im Hals nicht weichen will, war es zu viel. Beim Hausmittel mildert der Honig die Schärfe, immer zum Essen und nicht auf nüchternen Magen einnehmen. Wenn schon kleine Mengen anhaltende Beschwerden machen, lass den Kren stehen und behandle ihn als ein Kraut, das für dich nicht passt.
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.