Lorbeer
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Das Lorbeerblatt gehört zu den am tiefsten verwurzelten kulinarischen und symbolischen Pflanzen des Mittelmeerraums. Dioskurides beschrieb den wärmenden Lorbeer (Daphne) im ersten Jahrhundert, Plinius behandelte ihn in seiner Naturalis Historia, und Apicius führte Lorbeerblatt und Lorbeerbeere als römische Küchengewürze; der Lorbeerkranz des Apollon, der Pythischen Spiele und des Dichterfürsten zieht sich bis heute durch die europäische Kultur. Das Blatt wurde in den karolingischen Gutsgärten gezielt angebaut (Capitulare de villis, um 795), in den deutschen Renaissance-Kräuterbüchern von Lonicerus und Tabernaemontanus dokumentiert und ist ein lebendiger Grundpfeiler der Wiener Hausmannskost in Hülsenfruchtgerichten, Sauerkraut, Beuschel und Suppen. Diese durchgehende Breite und Tiefe der Tradition stellt diesen Eintrag in die hohe Stufe der historischen Bedeutung.
Die Studienlage ist ehrlich und bescheiden. Der Lorbeer ist vor allem eine Küchen- und Symbolpflanze, und die verdauungsfördernde Anwendung nach dem Essen ist eine volkstümliche und kulinarische Tradition, kein bewiesenes Heilmittel. Für Laurus nobilis gibt es keine Monografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC)), und es ließ sich keine belegbare aktuelle positive Monografie der Kommission E bestätigen; die deutschen pharmakognostischen Nachschlagewerke führen aus, dass Blatt, Frucht und Lorbeeröl im älteren Deutschen Arzneibuch einmal offizinell waren, heute aber nicht mehr offizinell sind. Moderne Arbeiten charakterisieren das ätherische Öl (1,8-Cineol mit rund 45 Prozent) und berichten von antimikrobieller und antioxidativer Wirkung, doch das meiste davon stammt aus dem Labor (in vitro), und klinische Studien am Menschen sind selten und klein.
Am ehrlichsten beschreibt man den Lorbeer als wunderbares, traditionell etabliertes mediterranes Küchengewürz mit reicher symbolischer Geschichte, nicht als klinisch bewiesenes Mittel gegen eine bestimmte Erkrankung. Ein Sicherheitshinweis ist am wichtigsten, und er hat nichts mit dem Blatt selbst zu tun: der Echte Lorbeer (Laurus nobilis) darf nie mit dem Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) verwechselt werden, einer anderen Gartenheckenart, deren Blätter und Beeren beim Verzehr giftig sind. Der verlässliche Test ist der Geruch, denn ein zerriebenes echtes Lorbeerblatt ist warm-aromatisch, ein zerriebener Kirschlorbeer dagegen fast geruchlos. Ganze Lorbeerblätter werden vor dem Servieren aus dem Essen genommen, weil das ledrige Blatt eine Erstickungsgefahr darstellt.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Evidenz-Kategorien: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikon-Einträge bewerten wir zwei unterschiedliche Evidenz-Kategorien: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Das Lorbeerblatt (Laurus nobilis), bei uns auch Echter Lorbeer genannt, stammt von einem immergrünen Baum aus der Familie der Lauraceae, heimisch im Mittelmeerraum. Die ledrigen dunkelgrünen Blätter sind eines der klassischsten Gewürze der europäischen Küche und in der Wiener Hausmannskost schlicht unverzichtbar: ein, zwei Blätter mitgekocht in Hülsenfruchtgerichten, im Sauerkraut, im Beuschel, in der Rindsuppe, in der Bouillon und in den langgegarten Saucen vom Sonntagsbraten. Das Blatt gibt sein warm-aromatisches Wesen langsam an die Kochflüssigkeit ab und wird vor dem Servieren immer wieder herausgeholt, weil das ledrige Blatt am Gaumen hart und faserig ist.
Die prägenden Verbindungen im ätherischen Öl des Lorbeerblatts sind 1,8-Cineol (mit rund 45 Prozent dominierend, dieselbe Verbindung wie im Eukalyptus), Linalool und alpha-Pinen. Für Laurus nobilis gibt es keine eigene Monografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC)), und auch keine belegbare aktuelle positive Kommission-E-Monografie. Die Lorbeer-Drogen waren nur im älteren Deutschen Arzneibuch (DAB 6 und DAB 7) offizinell und sind heute nicht mehr offizinell, weshalb die verdauungsfördernde Anwendung nach dem Essen auf kulinarischer und volkstümlicher Tradition beruht und nicht auf einer aktuellen regulatorischen Bestätigung. Das Lorbeerblatt in normalen kulinarischen Mengen ist sicher und gut verträglich; der wichtigste Sicherheitshinweis hat nichts mit dem Blatt selbst zu tun und betrifft den giftigen Gartenverwechsler Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), der kein Küchenkraut ist und beim Verzehr giftig wirkt.
Geschichte
Der Lorbeerbaum ist eine der ältesten Kulturpflanzen des Mittelmeerraums. Im antiken Griechenland war der Lorbeer der Baum des Apollon und Quelle des Olympia-Lorbeerkranzes, der den Siegern der Pythischen Spiele und den olympischen Champions verliehen wurde; mit demselben Kranz wurden die großen Dichter gekrönt, weshalb das heute noch gebräuchliche Wort Poeta laureatus direkt aus dieser Tradition stammt. In Rom zogen siegreiche Feldherren unter Lorbeerkränzen durch die Triumphbögen, und das Blatt wurde zum Symbol für Sieg, Frieden und Ehre. Die Pflanze galt als so heilig, dass das bloße Tragen eines Lorbeerzweigs im hellenistischen Mittelmeerraum als Zeichen sicherer Reise verstanden wurde.
Im mittelalterlichen Europa wanderte der Lorbeerbaum in die Klostergärten Südfrankreichs, Italiens und Spaniens, und das karolingische Capitulare de villis aus der Zeit um 795 führt den Lorbeer (laurus) unter den Bäumen auf, die auf den kaiserlichen und klösterlichen Gütern angebaut werden sollten, und verankert so seinen Platz im frühmittelalterlichen Klostergarten. Das Blatt zog als eines der unverzichtbaren Gewürze der mitteleuropäischen Küche weiter nach Norden, und die österreichische und Wiener Küche hat es tief aufgenommen: ein Lorbeerblatt im Eintopf, in der Linsensuppe, im Sauerkraut, im Beuschel, in der Rindsuppe und im Gewürzregal jeder Küche, vom Bauernhaus bis zur Wiener Hofküche. In österreichischen Gärten wird der Lorbeerbaum als Kübelpflanze gezogen, die im Haus oder in einem frostfreien Wintergarten überwintert, weil der Baum im mitteleuropäischen Klima nicht winterhart ist.
Wirkmechanismus
Das Lorbeerblatt verdankt seinen Charakter dem ätherischen Öl, das in Drüsenzellen im Inneren des Blattes konzentriert ist. Die dominierende Verbindung ist 1,8-Cineol, auch Eukalyptol genannt, mit rund 45 Prozent des Öls; es ist dieselbe Verbindung, die die ätherischen Öle von Eukalyptus und Rosmarin dominiert, und sie bringt die warme, leicht kampferartige aromatische Qualität, die das Lorbeerblatt einem langgegarten Eintopf hinzufügt. Linalool, alpha-Pinen, alpha-Terpinylacetat, Eugenol und Methyleugenol runden die genannten Bestandteile ab. Das Blatt ist ledrig und zäh durch eine dicke wachsartige Kutikula, die das Öl schützt, weshalb das Lorbeerblatt sein Aroma langsam in heiße Kochflüssigkeit abgibt und mitgekocht statt nur kurz aufgegossen werden will.
In Laboruntersuchungen wurden 1,8-Cineol und Linalool auf karminative und spasmolytische Wirkung am Magen-Darm-Trakt untersucht, was die traditionelle Anwendung des Lorbeerblatts nach dem Essen in der mediterranen und mitteleuropäischen Küche stützt. Das bitter-aromatische Profil des Blattes in Kombination mit dem langsam freigesetzten ätherischen Öl passt zu dem wärmend-aromatischen und bitteren Profil, das die mediterrane Küchentradition seit jeher mit einer guten Verdauung schwerer und reichhaltiger Mahlzeiten verbindet, eine volkstümliche und kulinarische Anwendung und keine aktuelle regulatorische Bestätigung. Das Lorbeerblatt in einem Topf Linsensuppe oder Sauerkraut ist keine klinische Dosis ätherisches Öl; es ist ein kleiner karminativer Akzent, der sich in die Mahlzeit selbst einfügt, so wie es seit Jahrtausenden verwendet wird.
Für Laurus nobilis gibt es keine eigene Monografie der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC)). Es gibt auch keine belegbare aktuelle positive Kommission-E-Monografie für Blatt, Frucht oder Öl. Die Lorbeer-Drogen (Lauri folium, Fructus Lauri, Oleum Lauri) waren nur im älteren Deutschen Arzneibuch (DAB 6 und DAB 7) offizinell und sind heute nicht mehr offizinell, weshalb die verdauungsfördernde Anwendung auf kulinarischer und volkstümlicher Tradition beruht und nicht auf einer aktuellen regulatorischen Bestätigung. Die moderne Phytochemie hat das ätherische Öl detailliert charakterisiert: 1,8-Cineol ist mit rund 45 Prozent die dominierende Verbindung, dazu kommen Linalool, alpha-Pinen, alpha-Terpinylacetat, Eugenol und Methyleugenol als weitere genannte Bestandteile; 1,8-Cineol ist dieselbe Verbindung, die die ätherischen Öle von Eukalyptus und Rosmarin dominiert, und sie wird in der modernen Atemwegs- und Verdauungspharmakologie untersucht.
Die klinische Forschung am Menschen mit Lorbeerblatt ist begrenzt, und die meisten der modernen Studien sind klein. Laboruntersuchungen zeigen antimikrobielle Wirkung in vitro des ätherischen Öls gegen eine Bandbreite an Bakterien und Pilzen, und die bitter-aromatische karminative Wirkung über 1,8-Cineol und Linalool passt zur traditionellen Anwendung des Blattes nach dem Essen, einer volkstümlichen und kulinarischen Tradition und nicht einer aktuellen regulatorischen Bestätigung. Die ehrliche Einordnung ist, dass das Lorbeerblatt ein wunderbares, gut dokumentiertes traditionelles mediterranes Gewürz ist, dessen verdauungsfördernde Anwendung nach dem Essen auf kulinarischer und volkstümlicher Tradition beruht, und keine stark klinisch geprüfte Behandlung für eine bestimmte Erkrankung.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien |
|---|---|---|---|---|
| Digestive comfort (folk and culinary tradition)Bay leaf has a long European folk and culinary tradition as an after-meal carminative spice. There is no current EMA HMPC and no verifiable positive Commission E monograph for the leaf, fruit, or oil; the bay laurel drugs were officinal only in the older Deutsches Arzneibuch (DAB 6 and DAB 7) and are no longer officinal today, so this row reflects tradition rather than a current regulator endorsement.Adults with dyspeptic complaints; traditional after-meal use | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | |
| Carminative bitter-aromatic action (1,8-cineole + linalool)Traditional carminative bitter-aromatic action attributed to 1,8-cineole (roughly 45 percent of the essential oil) and linalool, supported by the long history of bay leaf in long-cooked dishes that benefit from gentle digestive support. This is a folk and culinary tradition, not a current regulator endorsement.Traditional culinary use across Mediterranean and central European cuisine | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | |
| Culinary and aromatic use (Mediterranean spice; Wiener Hausmannskost staple)Two-thousand-year-old Mediterranean culinary tradition and a Wiener Hausmannskost staple. Indispensable in bean and lentil dishes, Sauerkraut, Beuschel, Suppen, Rindsuppe, and the long-cooked sauces of Sunday roast. GRAS in normal kitchen amounts.General population using bay leaf as a kitchen spice | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | |
| Antimicrobial activity of the essential oil (in-vitro only)In-vitro studies show antimicrobial activity of bay laurel essential oil against a range of bacteria and fungi, attributed primarily to 1,8-cineole. The clinical translation to a felt effect in human health at tolerable doses is partial at best; grade D is the honest grade for a lab-only signal not yet translated to clinical evidence.In-vitro studies of bay laurel essential oil constituents | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Hinweis im Labor |
Anwendung
Formen und Zubereitung
In der Küche verwendest du ein bis zwei ganze getrocknete Lorbeerblätter pro Liter Kochflüssigkeit für Hülsenfruchtgerichte, Sauerkraut, Beuschel, Suppen, Eintöpfe, Rindsuppe und die langgegarten Saucen vom Sonntagsbraten. Gib das Blatt zu Beginn des Kochens dazu, damit die wärmenden aromatischen Öle Zeit zum Einziehen in die Flüssigkeit haben; nimm das Blatt vor dem Servieren immer wieder heraus, weil das ledrige Blatt hart, faserig und am Gaumen unangenehm ist, und ein verschluckter Blattrest eine Erstickungsgefahr darstellt. Für einen Tee gibst du ein getrocknetes Lorbeerblatt, zwischen den Fingern zerrieben, damit das Aroma freikommt, in eine Tasse, übergießt es mit frisch aufgekochtem Wasser, deckst die Tasse zu und lässt es etwa zehn Minuten ziehen. Vor dem Trinken abseihen. Frische Lorbeerblätter aus der Kübelpflanze sind kräftiger im Aroma als getrocknete, also nimm von einem frischen Blatt weniger als von einem getrockneten; lass frische Blätter ein, zwei Tage welken, bevor du damit kochst, weil frisch gepflückte Blätter eine leicht bittere grüne Note tragen können. Das konzentrierte ätherische Lorbeeröl (Laurusöl) ist eine eigene Zubereitung und steht in einer anderen Sicherheitskategorie als das Küchenkraut; es muss für jede äußerliche Anwendung in einem Trägeröl verdünnt werden und ist nicht für die beiläufige innerliche Anwendung gedacht. Das traditionelle Wiener Küchengewürz im Essen ist die alltägliche Form; konzentriertes ätherisches Öl ist eine andere Kategorie und braucht eigene Sorgfalt.
Dosierung
Als Gewürz fällt das Lorbeerblatt in normalen Küchenmengen nicht unter eine Dosisgrenze und ist als Lebensmittel allgemein anerkannt. Ein bis drei ganze Blätter pro Topf sind der traditionelle Bereich für einen großen Eintopf oder eine Suppe; ein bis zwei Blätter pro Liter Kochflüssigkeit ist die alltägliche Wiener-Küche-Richtschnur. Als Tee sind ein bis zwei Tassen pro Tag der traditionelle verdauungsfördernde Bereich nach dem Essen, aus einem zerriebenen getrockneten Lorbeerblatt pro Tasse; der Lorbeertee ist aromatischer und leicht bitterer als ein Kamillen- oder Melissentee und wird üblicherweise nicht als tägliche Routine-Tasse getrunken. Für konzentriertes ätherisches Lorbeeröl (Laurusöl) richtest du dich nach der Packungsdosierung und überschreitest sie nicht; reines unverdünntes ätherisches Öl ist nicht für die beiläufige innerliche Anwendung gedacht. Für jede äußerliche Anwendung des ätherischen Öls verdünnst du es zuerst in einem Trägeröl, übliche allgemeine Empfehlung liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich, und testest an einer kleinen Hautstelle auf Reizung. Steig langsam ein, wenn du Lorbeertee oder eine Zubereitung mit ätherischem Lorbeeröl neu für dich entdeckst, und brich die Anwendung ab und sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn du Reizungen oder Unwohlsein bemerkst.
Sicherheit
Verwechslungen
Giftige Doppelgänger
Cherry Laurel (Prunus laurocerasus)
WICHTIG: Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), der in vielen österreichischen Gärten als Sichtschutzhecke gepflanzt wird, ist KEIN Echter Lorbeer und enthält cyanogene Verbindungen, die beim Kauen Blausäure freisetzen; Blätter und Beeren sind beim Verzehr GIFTIG. Der Echte Lorbeer hat dunklere, ledrige Blätter mit dem unverwechselbaren warm-aromatischen Geruch beim Verreiben zwischen den Fingern und wächst als kleiner immergrüner Baum, in Österreich als Kübelpflanze; Kirschlorbeer-Blätter sind größer, glänzender, heller grün und beim Verreiben fast völlig geruchlos, und die Pflanze wächst als dichte Heckenpflanze. Im Zweifel verwende kein Blatt aus einer Gartenhecke als Küchengewürz.
Aucuba (Aucuba japonica)
Die japanische Aukube (Aucuba japonica) ist ein in mitteleuropäischen Gärten gepflanzter Zierstrauch mit großen, oft gelb-grün gefleckten Blättern, der gelegentlich mit immergrünen Sträuchern verwechselt wird. Sie ist nicht als Küchengewürz verwendbar und gehört nicht in die Familie der Lauraceae; die Blätter sind ledrig, deutlich größer als beim Echten Lorbeer und tragen kein aromatisches Küchenöl. Eine Verwechslung ist unwahrscheinlich, sobald der Geruchstest gemacht wird.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich echten Lorbeer vom Kirschlorbeer im Garten?
Sehr wichtige Frage, weil der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), der in vielen österreichischen Gärten als Sichtschutzhecke gepflanzt wird, KEIN Echter Lorbeer ist und beim Verzehr giftig wirkt. Der verlässlichste Test ist der Geruch: zerreibe ein Blatt zwischen den Fingern. Das Lorbeerblatt (Laurus nobilis) hat einen unverwechselbar warm-aromatischen Geruch, denselben Geruch, den du vom Küchengewürz kennst. Kirschlorbeer-Blätter sind beim Verreiben fast völlig geruchlos. Der Echte Lorbeer wächst an einem kleinen immergrünen Baum, hat dunklere ledrige Blätter und wird in österreichischen Gärtnereien als Kübelpflanze verkauft; der Kirschlorbeer wächst als dichte Sichtschutzhecke mit größeren, glänzenderen, helleren grünen Blättern. Blätter und Beeren des Kirschlorbeers enthalten cyanogene Verbindungen, die beim Kauen Blausäure freisetzen, und dürfen nie als Küchengewürz verwendet werden. Wenn du dir bei einem Blatt aus einer Gartenhecke unsicher bist, verwende es nicht.
Warum ist das Lorbeerblatt in der Wiener Küche so tief verankert?
Die Wiener Küche ist auf langgegarte Gerichte aufgebaut, die warme, langsam freigesetzte aromatische Tiefe brauchen: Hülsenfruchtgerichte, Sauerkraut als Grundlage vieler Braten, Beuschel, Rindsuppe, die lang gezogenen Saucen vom Sonntagsbraten und die Bouillons, die einen großen Teil der Küche tragen. Das Lorbeerblatt ist für genau diese Küche einzigartig geeignet, weil das ledrige Blatt sein 1,8-Cineol und Linalool langsam in die heiße Kochflüssigkeit abgibt und aromatische Tiefe über Stunden statt Minuten aufbaut. Das karminative bitter-aromatische Profil passt zudem natürlich zu den reichhaltigen und schweren Gerichten der mitteleuropäischen Tradition. Das Blatt fand seinen Weg durch Klostergärten und südeuropäische Handelsrouten in das Wiener Gewürzregal und ist dort seit Jahrhunderten als eine der kleinen, verlässlichen Wohltaten der Hausküche geblieben.
Kann ich Lorbeer als Tee trinken?
Ja, der Lorbeertee ist ein traditioneller verdauungsfördernder Tee nach dem Essen in der mediterranen und mitteleuropäischen Tradition. Das ist eine volkstümliche und kulinarische Tradition, ohne aktuelle EMA-HMPC- oder belegbare positive Kommission-E-Monografie. Zerreib ein getrocknetes Lorbeerblatt zwischen den Fingern, damit die aromatischen Öle freikommen, gib es in eine Tasse, übergieß es mit frisch aufgekochtem Wasser, deck die Tasse zu und lass es etwa zehn Minuten ziehen. Vor dem Trinken abseihen. Die Tasse ist warm-aromatisch, leicht bitter und deutlich kräftiger im Charakter als ein Kamillen- oder Melissentee, weshalb ein bis zwei Tassen pro Tag der traditionelle Bereich sind und nicht eine tägliche Routine-Tasse. Der Lorbeertee passt natürlich zu einer schweren Mahlzeit als verdauungsfördernder Moment danach.
Woher kommt die Lorbeerkranz-Tradition?
Die Lorbeerkranz-Tradition ist eines der ältesten Kulturbänder der europäischen Geschichte. Im antiken Griechenland war der Lorbeer der heilige Baum des Apollon, des Gottes der Dichtkunst, der Weissagung und der Sonne, und der Lorbeerkranz wurde den Siegern der Pythischen Spiele in Delphi als Zeichen göttlicher Gunst verliehen. Von dort wurde er zur Krone der olympischen Champions und krönte die großen Dichter der klassischen Welt, weshalb die modernen Wörter Poeta laureatus, Lorbeerträger und Nobelpreisträger direkt vom griechischen und römischen Lorbeer abstammen. In Rom ritten siegreiche Feldherren unter Lorbeerkränzen durch die Triumphbögen, und das Blatt wanderte in die Ikonografie von Sieg, Frieden und Ehre, die durch die europäische Kunst und Heraldik bis heute reicht. Der Lorbeer, nach dem du in deinem Gewürzregal greifst, ist dieselbe Pflanze.
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.