Christiane's Naturkraft
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Löwenzahn

Taraxacum officinale (L.) Weber ex F.H.Wigg.
WofürFür alle, die traditionelle Frühjahrsgemüse, milde Verdauungsbitter und österreichische Frühjahrskur-Klassiker entdecken möchten. Besonders gut als frischer saisonaler Salat oder nach einem schweren Essen.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
78Hohe historische Bedeutung
SicherheitGut verträglichDer Löwenzahn hat in ganz Europa eine umfassende kulinarische und traditionelle Sicherheitsgeschichte und ist im Allgemeinen gut verträglich. Die wichtigsten Vorbehalte sind die Kreuzallergie bei Korbblütler-Sensibilität, Gallensteine und theoretische Wechselwirkungen mit Diuretika und Lithium bei konzentrierten Zubereitungen.
Tradition
Übliche Zubereitungen
Frische BlätterGetrocknete BlätterWurzel TeeTinkturSirupGerösteter Wurzel KaffeeBlütenhonig

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Der Löwenzahn hat eine tiefe und durchgehende europäische Überlieferung als bitteres Verdauungskraut und als Frühjahrskur-Nahrungsmittel. Die erste schriftliche medizinische Beschreibung stammt von den arabischen Ärzten des zehnten und elften Jahrhunderts; die deutschen Renaissance-Kräuterbücher von Bock 1539 und Fuchs 1542 führen sie fort, und die Spur reicht ohne lange Lücken über das Europäische Arzneibuch, die Kommission E und die bis zur lebendigen österreichischen Frühjahrskur. Neun Traditionen treffen sich bei derselben bitteren Verdauungs- und Gallenfluss-Anwendung. Die Dokumentation ist reich, doch die früheste Erwähnung ist mittelalterlich und nicht antik, weshalb dieser Eintrag in der Stufe der hohen historischen Bedeutung steht und nicht ganz an der Spitze.

Die Studienlage ist deutlich dünner als die lange Tradition. Der Großteil der veröffentlichten Forschung ist präklinisch: pharmakologische Arbeiten zu Leber und Gallenfluss im Tiermodell, In-vitro-Untersuchungen zur antioxidativen Wirkung der Polyphenole und analytische Chemie von Blatt, Wurzel und Milchsaft. Hinter den verdauungs- und harntreibenden Anwendungen steht kein Korpus klinischer Studien am Menschen. Der EMA-HMPC-Bewertungsbericht zur Wurzel stützt die Plausibilität auf die traditionelle Anwendung und auf die Bitterpharmakologie, nicht auf eine klinische Wirksamkeit. Am ehrlichsten beschrieben ist der Löwenzahn als nützliches traditionelles Nahrungsmittel und sanftes Verdauungsbitter, nicht als bewiesene Behandlung.

Beide Lesarten treffen sich bei der europäischen Behörde, und der Wortlaut ist teilspezifisch. Die EMA-HMPC-Monografien zur traditionellen Anwendung umfassen Taraxaci radix cum herba (Wurzel mit Kraut, EMA/HMPC/212895/2008) und Taraxaci radix (Wurzel, EMA/HMPC/475726/2020) zur Linderung leichter Verdauungsbeschwerden und bei vorübergehendem Appetitmangel sowie zur Steigerung der Harnmenge und Durchspülung der Harnwege bei leichten Harnwegsbeschwerden. Die deutsche Kommission E führt Löwenzahnwurzel mit Kraut bei Gallenflussstörungen, zur Anregung der Harnausscheidung, bei Appetitmangel und dyspeptischen Beschwerden. Daraus folgen zwei praktische Hinweise. Die aquaretische, harnmengensteigernde Anwendung wirkt nur, wenn man dazu ausreichend Flüssigkeit trinkt. Und wer Gallensteine oder einen akuten Verschluss der Gallenwege hat, sollte konzentrierte Löwenzahnpräparate nicht ohne ärztliche Rücksprache verwenden, weil ein verstärkter Gallenfluss einen Stein in Bewegung setzen kann.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Evidenz-Kategorien: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikon-Einträge bewerten wir zwei unterschiedliche Evidenz-Kategorien: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine ausdauernde Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Er trägt einen hohlen Blütenstängel, eine einzelne leuchtend gelbe Korbblüte und tief gezähnte Blätter, die der Pflanze ihren französischen und englischen Namen gegeben haben (dent de lion, Löwenzahn). Sowohl Blatt als auch Wurzel haben in ganz Europa eine lange kulinarische und traditionelle Verwendung. Die Europäische Arzneimittel-Agentur () führt Löwenzahnwurzel und Löwenzahnkraut als traditionelle pflanzliche Arzneimittel zur Linderung leichter dyspeptischer Beschwerden und bei vorübergehendem Appetitmangel, sowie traditionell zur Unterstützung der Nieren- und Harnwegsfunktion.

In Österreich ist der Löwenzahn das klassische Kraut der Frühjahrskur. Junge Blätter werden im zeitigen Frühjahr für einen leicht bitteren Salat gepflückt, der die Rückkehr der frischen Gartengrünpflanzen ankündigt; geröstete Wurzeln werden als Kaffeeersatz aufgebrüht; die Blüten verkocht man zu Löwenzahnhonig (auch Löwenzahnsirup). Die bitteren Noten stammen von Sesquiterpenlactonen (unter anderem Taraxasterol); die Wurzel trägt Inulin, ein präbiotisches Kohlenhydrat; die Blätter liefern Kalium und Vitamin K. Die moderne klinische Evidenz ist begrenzt. Am ehrlichsten beschrieben ist der Löwenzahn als traditionelles Bitterkraut und saisonales Nahrungsmittel, nicht als klinische Behandlung.

02
Geschichte

Geschichte

Der Löwenzahn wird in Europa seit weit über tausend Jahren als Nahrungsmittel und als bitteres Verdauungskraut verwendet. Die früheste gesicherte medizinische Erwähnung stammt von den mittelalterlichen arabischen Ärzten des zehnten und elften Jahrhunderts, und der deutschsprachige Befund wird durch die Renaissance-Kräuterbücher von Hieronymus Bock (Kreutterbuch, 1539) und Leonhart Fuchs (De historia stirpium, 1542) gesichert, die die Pflanze und ihre Anwendungen beschrieben. Die Pflanze ist auf Wiesen, an Wegrändern und in Gärten so verbreitet, dass sie nie selten sein musste, um nützlich zu sein.

In Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum ist der Löwenzahn das klassische Kraut der Frühjahrskur. Junge Blätter werden im Frühling vor der Blüte aus der Wiese geholt und zu Löwenzahnsalat verarbeitet, einem leicht bitteren Frühlingssalat, der traditionell das Ende der Wintermonate markiert. Die Blüten werden mit Zucker, Wasser und Zitrone zu Löwenzahnhonig (auch Löwenzahnsirup genannt) eingekocht. Geröstete Löwenzahnwurzeln werden mindestens seit dem achtzehnten Jahrhundert als Kaffeeersatz verwendet, besonders in mageren Zeiten. Die deutsche Kommission E führt Löwenzahnwurzel und -kraut in positiven Monografien bei dyspeptischen Beschwerden und Gallenflussstörungen, und die hat traditionelle Anwendungsmonografien für Wurzel und Kraut veröffentlicht.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Der bittere Geschmack des Löwenzahns stammt von einer Gruppe von Sesquiterpenlactonen, darunter Taraxasterol und Taraxinsäureester, die sich in Blatt, Milchsaft und Wurzel konzentrieren. Bitterstoffe auf der Zunge stimulieren die kephale Phase der Verdauung über den Vagusnerv: mehr Speichel, mehr Magensäure, mehr Gallenfluss. Das ist die klassische Pharmakologie der Bitterkräuter (Verdauungsbitter) und liegt der traditionellen Anwendung bei leichten dyspeptischen Beschwerden und vorübergehendem Appetitmangel zugrunde.

Die Wurzel trägt eine große Menge Inulin, ein Fruktan-artiges, präbiotisches Kohlenhydrat, das auch in der Wegwartenwurzel und in der Topinambur vorkommt. Inulin wird im Dickdarm fermentiert und nährt die Bifidobakterien. Die Blätter steuern Kalium und Vitamin K zur Ernährung bei und haben eine lange traditionelle Anwendung als mildes Mittel zur Unterstützung der Harnwegsfunktion. Die formuliert das als traditionelle Anwendung zur Unterstützung der Nieren- und Harnwegsfunktion, nicht als klinischen Diuretika-Anspruch. Geröstete Wurzel hat eine andere Chemie als rohe Wurzel, weil die Hitze das Inulin in karamellisierte Zucker zerlegt; deshalb schmeckt der Wurzelkaffee nussig und nicht süß.

Die moderne klinische Evidenzbasis zum Löwenzahn ist begrenzt. Der Großteil der veröffentlichten Forschung ist präklinisch: pharmakologische Arbeiten zu Leber und Gallenfluss im Tiermodell, In-vitro-Untersuchungen zur antioxidativen Wirkung der Polyphenole, und analytische Chemie von Blatt, Wurzel und Milchsaft. Die traditionellen Indikationen bei leichten dyspeptischen Beschwerden und vorübergehendem Appetitmangel werden vor allem durch die lange ethnobotanische Anwendung und die Bitterpharmakologie getragen, nicht durch ein großes Studienkorpus.

Am ehrlichsten beschrieben ist der Löwenzahn als traditionelles Bitterkraut mit einer reichen kulinarischen Geschichte und einer dünnen modernen klinischen Datenlage. Die traditionellen Anwendungsindikationen der stützen sich auf lange beobachtete Anwendung und sind nicht dasselbe wie eine klinisch belegte Wirksamkeit. Wie bei Wegwarte, Artischocke und anderen bitteren Korbblütlern zeichnet sich das Bild eines nützlichen traditionellen Nahrungsmittels und eines sanften Verdauungsbitters ab, nicht einer klinischen Behandlung.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

4 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudien
Adults with mild digestive discomfort
Traditionelle Anwendung1 Studie
Adults with temporary loss of appetite
Traditionelle Anwendung1 Studie
Adults using leaf preparations
Traditionelle Anwendung1 Studie
In-vitro and preclinical work
Präklinische Hinweise3 Studien
05
Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

Für einen Frühlingssalat pflückst du junge Löwenzahnblätter aus einer sauberen Wiese, bevor die Pflanze blüht. Wasch sie gut, trockne sie ab und mach sie mit Olivenöl, einem Schuss Essig, Salz und idealerweise einem hart gekochten Ei oder etwas warmem Speck an, damit die bitteren Noten ausgeglichen werden. Ältere Blätter werden sehr bitter und zäh, jung ist immer besser. Für einen Tee aus dem Kraut nimmst du einen bis zwei Teelöffel getrocknete Blätter pro Tasse, übergießt sie mit frisch aufgekochtem Wasser, deckst die Tasse zu und lässt zehn Minuten ziehen. Für gerösteten Löwenzahnwurzelkaffee gräbst du die Wurzeln im Herbst aus, nachdem die Blätter eingezogen sind. Wasch und hack sie, trockne sie und röste sie dann im Backrohr bei niedriger Hitze (etwa 150 Grad Celsius) dunkelbraun und aromatisch. Mahlen und wie Kaffee aufbrühen. Für Löwenzahnhonig (auch Löwenzahnsirup) köchelst du die gelben Blütenblätter mit Zucker, Wasser und Zitrone eine Stunde lang ein, seihst ab und reduzierst die Flüssigkeit zu einer honigähnlichen Konsistenz. Für einen Wurzeltee köchelst du ein bis zwei Teelöffel getrocknete, gehackte Wurzel pro Tasse Wasser etwa fünfzehn Minuten lang (das ist ein Dekokt, kein Aufguss) und seihst dann ab.

Dosierung

Als saisonaler Salat können junge frische Löwenzahnblätter im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung ohne feste Mengenbegrenzung gegessen werden. Als Tee sind zwei bis drei Tassen pro Tag der traditionelle Bereich, bei Bedarf vor den Mahlzeiten getrunken, wenn das Ziel die Unterstützung der Verdauung ist. Bei Tinkturen und Wurzelextrakten richtest du dich nach der Packungsdosierung. Die EMA HMPC nennt in ihrer Monografie für die zugelassenen Produktformen konkrete Posologie-Bereiche. Wurzelkaffee kann wie Kaffee getrunken werden und enthält kein Koffein. Löwenzahnhonig ist eine süße Zubereitung und wird teelöffelweise dosiert, nicht tassenweise. Bei jedem konzentrierten Extrakt fang am unteren Ende des Packungsbereichs an. Probier eine Woche und schau, wie es dir damit geht, bevor du die Menge anpasst.

06
Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Der Löwenzahn gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Wenn du eine bekannte Allergie gegen Ragweed, Kamille, Ringelblume oder andere Korbblütler hast, taste dich vorsichtig heran oder verzichte ganz darauf. Kreuzreaktionen kommen vor. Bei Gallensteinen oder einem akuten Verschluss der Gallenwege bitte keine konzentrierten Löwenzahnpräparate ohne ärztliche Rücksprache verwenden, weil ein verstärkter Gallenfluss einen Stein in Bewegung setzen und Schmerzen auslösen kann. Der weiße Milchsaft aus dem gebrochenen Stängel kann bei empfindlichen Personen Kontaktdermatitis auslösen. Theoretische Wechselwirkungen bestehen mit ACE-Hemmern und kaliumsparenden Diuretika (das Löwenzahnblatt ist kaliumreich), mit Lithium (das Blatt hat eine milde traditionelle Anwendung in der Unterstützung der Harnwegsfunktion, was theoretisch die Lithiumausscheidung beeinflussen könnte) und mit verschriebenen Diuretika aus demselben Grund. Die klinische Relevanz im normalen kulinarischen Gebrauch oder bei Tee ist nicht belegt. Wenn du eines dieser Medikamente regelmäßig einnimmst, sprich vor der Anwendung konzentrierter Löwenzahnpräparate mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Kinder und Schwangere können frische Löwenzahnblätter als Lebensmittel ohne Bedenken essen. Konzentrierte Extrakte in der Schwangerschaft bitte vorab mit der Ärztin, dem Arzt oder der Hebamme besprechen.
07
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Asteraceae
Heimische Regionen
Europe (native), Central Asia (native), North America (naturalized), Austria, worldwide (naturalized)
Erntezeit
Young leaves in early spring; flowers in May; roots in autumn after leaves have died back
Lebensraum
Wiesen, Rasen, Gartenbeete, Wegränder und jeder gestörte Boden vom Tal bis in die alpine Zone. Der Löwenzahn ist eine der erfolgreichsten Pionierpflanzen der gemäßigten Klimazonen und wächst auf jedem Kontinent außer der Antarktis. Ursprünglich in Europa und Zentralasien heimisch, heute weltweit eingebürgert.
Erkennen & Sammeln
Ausdauernde Rosettenpflanze mit tief gezähnten, am Rand stark eingeschnittenen Blättern, die der Pflanze ihren Namen geben (dent de lion, Löwenzahn). Aus der Mitte der Rosette steigt ein einzelner hohler Blütenstängel mit einer einzelnen leuchtend gelben Korbblüte. Alle Pflanzenteile geben beim Brechen einen weißen Milchsaft ab. Die Blüte schließt sich zur bekannten kugelrunden Pusteblume, deren federige Samen mit dem Wind verbreitet werden. Die gesamte Pflanze ist essbar (Blätter, Blüten, Wurzeln), das macht den Löwenzahn zu einer der sichersten Wildpflanzen zum Erlernen des Sammelns.

Giftige Doppelgänger

Unangenehm

Hypochaeris radicata (Cat's Ear, Ferkelkraut)

Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) sieht dem Löwenzahn auf den ersten Blick ähnlich, ist ebenfalls essbar und nicht giftig. Unterschiede: Ferkelkraut hat einen festen, verzweigten Blütenstängel (nicht hohl, nicht ungeteilt), die Blätter sind kürzer behaart und liegen flacher am Boden, und es fehlt der charakteristische weiße Milchsaft des Löwenzahns. Geschmacklich milder und weniger bitter.

Unangenehm

Cichorium intybus (Chicory, Wegwarte)

Die Wegwarte (Cichorium intybus) ist eine andere Gattung in derselben Familie und ebenfalls essbar. Unterschiede: die Wegwarte hat hellblaue (nicht gelbe) Korbblüten, einen aufrechten verzweigten Stängel und keine Rosette; die Wurzel wird ähnlich wie die Löwenzahnwurzel als Kaffeeersatz geröstet, hat aber ein milderes, weniger bitteres Aroma. Beide gehören zur traditionellen mitteleuropäischen Bitterkräuterküche.

08
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie verwende ich junge Löwenzahnblätter im Salat?

Pflück junge Löwenzahnblätter aus einer sauberen Wiese, bevor die Pflanze blüht. Ältere Blätter werden zu bitter. Wasch sie gut, trockne sie ab und mach sie mit Olivenöl, einem Schuss Essig, Salz und idealerweise einem hart gekochten Ei oder etwas warmem Speck an, damit die bitteren Noten ausgeglichen werden. Ein Löwenzahnsalat ist die klassische österreichische Art, das Ende der Winterküche zu markieren, traditionell mit Erdäpfeln oder mit gehacktem Ei serviert.

Wie macht man Löwenzahnhonig?

Löwenzahnhonig (auch Löwenzahnsirup) wird aus den gelben Blütenblättern gemacht. Pflück an einem sonnigen Vormittag etwa drei- bis vierhundert voll geöffnete Blüten; zwick den grünen Blütenboden ab (er bringt Bitternoten hinein) und verwende nur die gelben Blütenblätter. Köchel die Blütenblätter mit Wasser, Zucker und Zitrone etwa eine Stunde lang ein, seih durch ein feines Tuch ab und reduziere die Flüssigkeit zu einer honigähnlichen Konsistenz. Noch warm in saubere Gläser füllen. Es ist ein veganer Honigersatz, der blumiger und etwas bitterer schmeckt als Bienenhonig.

Ich habe eine Kamille- oder Ragweed-Allergie. Kann ich trotzdem Löwenzahn verwenden?

Der Löwenzahn gehört zur gleichen Familie wie Kamille, Ragweed, Ringelblume und andere Korbblütler. Wenn du gegen eines dieser Kräuter allergisch bist, sind Kreuzreaktionen möglich. Taste dich vorsichtig heran (probier zuerst ein kleines Blatt und schau, ob du reagierst) oder verzichte ganz darauf, wenn deine Reaktionen eher heftig sind. Auch der weiße Milchsaft aus dem gebrochenen Stängel kann bei empfindlichen Personen Kontaktdermatitis auslösen. Beim Sammeln größerer Mengen am besten Handschuhe tragen.

Wie macht man gerösteten Löwenzahnwurzelkaffee?

Grab die Wurzeln im Herbst aus, nachdem die Blätter eingezogen sind. Dann ist der Inulingehalt am höchsten. Wasch die Wurzeln gut, hack sie in etwa zentimeterlange Stücke, trockne sie und röste sie im Backrohr bei niedriger Hitze (etwa 150 Grad Celsius) dunkelbraun und aromatisch, gelegentlich umrühren. Mahl die geröstete Wurzel und brüh sie wie Kaffee auf. Das Ergebnis ist koffeinfrei, nussig, leicht bitter und eine schöne Abendalternative zum gewöhnlichen Kaffee. Die traditionelle Zubereitung geht in Österreich und Deutschland mindestens bis ins achtzehnte Jahrhundert zurück.

Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.