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Löwenzahn

Taraxacum officinale F.H.Wigg.
Quellen
8 ausgewiesen
WofürFür Salat aus jungen Wildkräutern, gerösteten Wurzelkaffee oder Blütensirup. Beachte bei arzneilicher Anwendung die Gegenanzeigen, also wann du Löwenzahn nicht verwenden darfst.
Klinische Evidenz
SicherheitMit VorsichtÜbliche Lebensmittelmengen gelten als wahrscheinlich unbedenklich. Für die arzneiliche Anwendung sind Korbblütler-Allergie, Erkrankungen von Leber und Gallenwegen sowie je nach Pflanzenteil weitere Umstände zu beachten, bei denen du die Mittel nicht anwenden darfst.
Tradition
Übliche Zubereitungen
Frische BlätterGetrocknete BlätterWurzel TeeTinkturSirupGerösteter Wurzel KaffeeBlütenhonig

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Löwenzahn ist in der europäischen Küchen- und Kräutertradition gut dokumentiert. Frühe arabische Beschreibungen werden in späteren Kräuterbüchern erwähnt, sind hier aber nicht durch eine genaue mittelalterliche Textstelle belegt. Fuchs’ Kräuterbuch von 1543 zeigt und beschreibt die Pflanze eindeutig. Spätere Kräuterbücher und heutige Fachtexte zu Arzneipflanzen dokumentieren unterschiedliche Zubereitungen und Anwendungen. Eine lückenlose Überlieferung oder dasselbe Anwendungsgebiet in neun voneinander unabhängigen Traditionen lässt sich aus den vorhandenen Quellen nicht ableiten.

Die lange Tradition ist besser dokumentiert als die Wirksamkeit beim Menschen. Ein Großteil der Forschung stammt aus Labor- und Tierversuchen. Eine kleine Vorstudie mit Blattextrakt zeigte kurzfristige Veränderungen einzelner Messwerte beim Wasserlassen. Die tägliche Harnmenge war jedoch nicht statistisch nachweisbar erhöht. Für die Wurzel lagen dem EMA-Bewertungsbericht von 2021 keine Studien zur Wirksamkeit beim Menschen vor. Löwenzahn bleibt damit ein traditionell verwendetes Bitterkraut und saisonales Lebensmittel. Ein gesicherter Nutzen zur Behandlung von Beschwerden ist nicht belegt.

Für die arzneiliche Anwendung zählt der Pflanzenteil: Die EMA-Monografien für Wurzel und Wurzel mit Kraut umfassen leichte Verdauungsbeschwerden, vorübergehenden Appetitmangel und die unterstützende Durchspülung der Harnwege. Die Blattmonografie umfasst nur die Durchspülung. Dafür ist ausreichend Flüssigkeit nötig. Bei ärztlich verordneter Trinkmengenbegrenzung ist diese Anwendung ungeeignet. Bei Korbblütler-Allergie dürfen die Präparate nicht angewendet werden. Erkrankungen von Leber und Gallenwegen, darunter Gallensteine, sprechen ebenfalls gegen eine Selbstbehandlung. Diese Vorsicht gilt auch für Arzneitees.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Der Löwenzahn (Taraxacum officinale) ist eine mehrjährige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Seine hohlen, unverzweigten Blütenstiele tragen jeweils ein leuchtend gelbes Blütenkörbchen. Die meist tief gezähnten Blätter erinnern an Löwenzähne. Auch der englische Name dandelion geht auf das französische dent de lion zurück. Blätter und Wurzeln werden in Europa seit Langem als Lebensmittel und Arzneipflanze genutzt. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) beschreibt für Wurzel und Wurzel mit den oberirdischen Teilen, dem Kraut, traditionelle Anwendungen bei leichten Verdauungsbeschwerden, vorübergehendem Appetitmangel und zur Durchspülung der Harnwege. In ihrem eigenen Fachtext zu den Blättern, der Blattmonografie, nennt sie nur die Durchspülung.

In Österreich gehört der Löwenzahn zur traditionellen Frühjahrsküche. Junge Blätter kommen als leicht bitterer Salat auf den Tisch, geröstete Wurzeln dienen als Kaffeeersatz und aus den Blüten wird Löwenzahnsirup, oft Löwenzahnhonig genannt. Zu den Bitterstoffen gehört die Stoffgruppe der Sesquiterpenlaktone. Taraxasterol zählt zu einer anderen Gruppe, den Triterpenen. Die Wurzel enthält den Ballaststoff Inulin, die Blätter liefern Kalium und Vitamin K. Die Erkenntnisse aus Studien am Menschen sind begrenzt. Die Verwendung als Lebensmittel und die lange Arzneitradition sind kein Nachweis einer gesicherten Wirkung zur Behandlung von Beschwerden.

02
Geschichte

Geschichte

Der Löwenzahn hat eine lange europäische Nahrungs- und Arzneitradition. Maud Grieve führt in ihrem Kräuterbuch von 1931 ältere Berichte auf arabische Ärzte des zehnten und elften Jahrhunderts zurück. Ohne eine genaue mittelalterliche Textstelle ist das kein direkt geprüfter Beleg für die erste Erwähnung. Anschaulich belegt ist die Pflanze in Leonhart Fuchs’ deutschem Kräuterbuch von 1543: Im Kapitel „Von Wegwart“ beschreibt und zeigt er das Pfaffenröhrlein, den heutigen Löwenzahn. Er behandelt dort mehrere verwandte Pflanzen gemeinsam. Nicht jede genannte Anwendung lässt sich allein dem Löwenzahn zuordnen.

In Österreich und anderen deutschsprachigen Regionen gehört Löwenzahn zur Frühjahrsküche und zur überlieferten Frühjahrskur. Junge Blätter werden zu Salat verarbeitet, etwa mit Erdäpfeln. Aus den Blüten entsteht ein honigähnlicher Sirup. Auch gerösteter Wurzelkaffee ist überliefert. Grieve beschreibt ihn 1931 ausführlich. Die deutsche Kommission E führt Löwenzahnwurzel mit Kraut unter anderem bei Appetitmangel und Verdauungsbeschwerden. Die EMA bewertet Wurzel, Wurzel mit Kraut und Blätter in getrennten Fachtexten zu Anwendung und Sicherheit, den Monografien. Sie ordnet die Anwendungen als traditionell ein.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Zu den Bitterstoffen des Löwenzahns gehört die Stoffgruppe der Sesquiterpenlaktone. Beispiele sind Verbindungen, die von der Taraxinsäure abgeleitet sind. Taraxasterol gehört hingegen zur anderen Stoffgruppe der Triterpene. Bitterstoffe können Reaktionen der Verdauung auslösen. Das macht die traditionelle Anwendung bei Appetitmangel und leichten Verdauungsbeschwerden nachvollziehbar. Dass Löwenzahnpräparate beim Menschen zuverlässig die Abgabe von Magensäure oder Galle steigern, ist damit nicht nachgewiesen.

Die Wurzel enthält Inulin, einen Ballaststoff aus der Stoffgruppe der Fruktane. Sein Gehalt schwankt mit der Jahreszeit und ist im Herbst meist höher. Darmbakterien können Inulin verwerten. Daraus lässt sich jedoch kein bestimmter Nutzen einer Tasse Löwenzahntee ableiten. Die Blätter enthalten unter anderem Kalium und Vitamin K. Ihre traditionelle Anwendung als Arzneimittel betrifft die Erhöhung der Harnmenge zur Durchspülung der Harnwege. Beim Rösten verändert sich die Zusammensetzung der Wurzel, und es entstehen Röstaromen. Wurzelkaffee ist daher nicht mit einer ungerösteten Arzneizubereitung gleichzusetzen.

Zu Löwenzahn gibt es nur begrenzte Erkenntnisse aus Studien am Menschen. Viele Arbeiten untersuchen Extrakte im Labor oder an Tieren. In einer kleinen Vorstudie von Clare und Kollegen aus dem Jahr 2009 nahmen 17 Personen an einem Tag einen Extrakt aus frischen Blättern ein. Er war mit Alkohol und Wasser hergestellt worden. Es gab keine Vergleichsgruppe. Nach einzelnen Dosen nahmen die Häufigkeit des Wasserlassens oder das Verhältnis von ausgeschiedenem Harn zu getrunkener Flüssigkeit zu. Die gesamte tägliche Harnmenge stieg jedoch nicht statistisch nachweisbar. Die Teilnehmenden maßen selbst und wussten, welches Mittel sie einnahmen. Zusammen mit der kurzen Dauer begrenzt das die Aussagekraft.

Für die Wurzel fand der EMA-Bewertungsbericht von 2021 keine Studien zur Wirksamkeit beim Menschen. Eine kleine kontrollierte Studie von 2026 untersuchte später ein kommerzielles Präparat aus Wurzelpulver und Wurzelextrakt. Ausgewertet wurden die Daten von 14 gesunden, körperlich aktiven jungen Erwachsenen. Alle erhielten bei getrennten Terminen Wasser mit und ohne das Präparat. Über vier Stunden war die Harnmenge mit dem Präparat nicht statistisch gesichert höher als mit Wasser allein. Das Ergebnis gilt für diese Zubereitung und die untersuchten Bedingungen. Die behördlichen Fachtexte zu Anwendung und Sicherheit beruhen auf langjähriger Anwendung und einer nachvollziehbaren möglichen Wirkung. Die kleine Vorstudie mit Blattextrakt lässt sich nicht auf Wurzeltee, Salat oder Blütensirup übertragen. Sie belegt keine Behandlung einer Harnwegserkrankung. Auch antioxidative Ergebnisse aus Zellkultur und chemischen Tests zeigen noch keinen gesundheitlichen Nutzen beim üblichen Verzehr.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

4 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudienQuellen
Erwachsene mit leichten Verdauungsbeschwerden
Traditionelle Anwendung[3][5][4]
Erwachsene mit vorübergehendem Appetitmangel
Traditionelle Anwendung[3][5]
Erwachsene, die Blattzubereitungen verwenden
Traditionelle Anwendung[6][1]
Chemische Tests und Zellversuche
Hinweise aus Laborversuchen[2]
05
Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

Für einen Frühlingssalat pflückst du junge, sicher bestimmte Löwenzahnblätter von einer unbelasteten Wiese. Wasch sie gut, trockne sie ab und mach sie mit Öl, Essig und Salz an. Erdäpfel, hart gekochtes Ei oder etwas warmer Speck passen dazu. Ältere Blätter sind meist bitterer und zäher. Für einen Arzneitee aus den Blättern verwendest du die abgewogene Menge laut Packungsangabe und übergießt sie für einen Aufguss mit heißem Wasser. Ein Teelöffel ist kein verlässliches Gewichtsmaß, und Blatttee ist nicht mit Wurzeltee gleichzusetzen. Für Wurzelkaffee gräbst du sicher bestimmte Löwenzahnwurzeln im Herbst aus. Wasch und hack sie, trockne sie und röste sie im Backrohr bei etwa 150 Grad Celsius, bis sie braun und aromatisch sind. Rühre gelegentlich um und lass sie nicht verkohlen. Mahl die Wurzel und brüh sie wie Kaffee auf. Für Löwenzahnsirup werden die gelben, zungenförmigen Einzelblüten mit Wasser ausgekocht, abgeseiht und der Sud mit Zucker und Zitrone eingedickt. Verwende dafür ein Rezept mit festen Mengenverhältnissen. Arzneitee aus ungerösteter Wurzel wird durch Auskochen zubereitet. Die Menge findest du im Abschnitt Dosierung und auf der Packung.

Dosierung

Junge Blätter werden als Salat in üblichen Lebensmittelportionen gegessen. Für Arzneitee gelten andere Mengen: Die EMA nennt für ungeröstete, zerkleinerte Wurzel 1 bis 5 g in 150 ml Wasser zum Auskochen (als Abkochung), zwei- bis dreimal täglich. Bei Appetitmangel wird die Zubereitung eine halbe Stunde vor dem Essen eingenommen. Für Wurzel mit Kraut gelten 3 bis 4 g als Abkochung oder 4 bis 10 g zum Übergießen mit heißem Wasser (als Aufguss), bis zu dreimal täglich. Die separate Blattmonografie nennt 4 bis 10 g als Aufguss, dreimal täglich. Diese Angaben gelten ab zwölf Jahren. Halte dich an die jeweilige Packungsanweisung und beachte, wann du die Mittel nicht anwenden darfst. Reiner Wurzelkaffee ist koffeinfrei. Löwenzahnsirup ist eine zuckerreiche Süßspeise. Beides hat keine festgelegte arzneiliche Dosis. Bei alkoholischen Auszügen (Tinkturen), Säften und anderen Extrakten richtest du dich nach der jeweiligen Packungsangabe, da Zusammensetzung und Konzentration variieren. Halten Beschwerden länger als zwei Wochen an oder verschlimmern sie sich, lass sie ärztlich abklären. Bei Fieber, schmerzhaftem Wasserlassen, Krämpfen oder Blut im Urin ist eine rasche Abklärung nötig.

06
Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Bei bekannter Korbblütler-Allergie dürfen Löwenzahn-Arzneipräparate nicht angewendet werden. Der Milchsaft kann außerdem Reaktionen beim Hautkontakt auslösen. Bei Gallenwegsverschluss, Gallengangsentzündung, Gallensteinen oder anderen Leber- und Gallenerkrankungen ist keine Selbstbehandlung vorgesehen. Die EMA rät dann von Wurzelpräparaten ab. Blatt und Wurzel mit Kraut dürfen bei diesen Erkrankungen nicht angewendet werden. Das gilt für diese beiden Pflanzenteile auch bei einem bestehenden Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür. Es betrifft Arzneitees ebenso wie Extrakte. Die Anwendung zur Durchspülung der Harnwege ist ungeeignet, wenn du laut ärztlicher Anweisung nur eine begrenzte Menge trinken darfst. Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz), Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sowie Diabetes soll die arzneiliche Anwendung von Blatt und Wurzel mit Kraut laut EMA vermieden werden. Grund sind möglicherweise erhöhte Kaliumwerte im Blut. Die Monografien führen keine beim Menschen belegten Wechselwirkungen auf. Bei Lithium, harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) oder Medikamenten, die den Kaliumhaushalt beeinflussen, ist eine Prüfung in Arztpraxis oder Apotheke dennoch sinnvoll. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie unter zwölf Jahren wird die arzneiliche Anwendung mangels ausreichender Daten nicht empfohlen, auch als Tee. Für normale Lebensmittelportionen gelten andere Maßstäbe. Eine pauschale Unbedenklichkeit für jede Person lässt sich daraus nicht ableiten.
07
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Asteraceae
Heimische Regionen
Europe (native), Central Asia (native), North America (naturalized), Austria, worldwide (naturalized)
Erntezeit
Young leaves in early spring; flowers mainly in spring, with later blooms; roots in autumn
Lebensraum
Löwenzahn wächst häufig auf Wiesen, Rasenflächen, an Wegrändern und auf offenen Böden mit gestörter Pflanzendecke. Die unter Taraxacum officinale zusammengefassten Formen stammen aus Eurasien und sind in vielen weiteren gemäßigten Regionen eingebürgert, darunter Nordamerika und Teile Australiens. In Österreich ist die Artengruppe weit verbreitet. Die genaue Verbreitung hängt auch davon ab, welche sehr ähnlichen Kleinarten die Botanik zusammenfasst.
Erkennen & Sammeln
Die mehrjährige Pflanze bildet einen bodennahen Kreis aus Blättern, die Blattrosette. Ihre kräftige Hauptwurzel wächst tief in den Boden und heißt Pfahlwurzel. Die Blätter sind meist tief gezähnt oder gelappt. Aus der Rosette wachsen mehrere hohle, blattlose und unverzweigte Blütenstiele, jeder mit einem gelben Körbchen aus vielen kleinen, zungenförmigen Einzelblüten. Beim Brechen tritt weißer Milchsaft aus. Nach der Blüte entsteht der kugelige Fruchtstand, die Pusteblume: Seine kleinen Früchte tragen einen Haarkranz und werden vom Wind verbreitet. Blätter, Blüten und Wurzeln werden gegessen. Dafür ist eine sichere Bestimmung nötig. Ein einzelnes Merkmal genügt nicht.

Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen

Unangenehm

Gewöhnliches Ferkelkraut (Hypochaeris radicata)

Das Gewöhnliche Ferkelkraut (Hypochaeris radicata) hat ebenfalls gelbe Blütenkörbchen und einen bodennahen Kreis aus Blättern. Seine Blätter sind meist deutlich behaart, die drahtigen Blütenstiele gewöhnlich verzweigt. Auch Ferkelkraut enthält weißen Milchsaft. Milchsaft allein unterscheidet die Pflanzen daher nicht. Blätter und Wurzeln werden ebenfalls als Lebensmittel genutzt. Sammle nur sicher bestimmte Pflanzen.

Unangenehm

Wegwarte (Cichorium intybus)

Die Wegwarte (Cichorium intybus) gehört ebenfalls zu den Korbblütlern. Sie bildet zunächst einen bodennahen Kreis aus Blättern. Diese Blattrosette kann der des Löwenzahns ähnlich sehen. Später entwickelt sie einen aufrechten, verzweigten und beblätterten Stängel mit meist hellblauen Blütenkörbchen. Löwenzahn hat dagegen unverzweigte, blattlose Stiele mit gelben Körbchen. Auch Wegwartenwurzeln werden geröstet als Kaffeeersatz verwendet. Wie bitter das Getränk schmeckt, hängt von der Zubereitung ab.

08
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Wie verwende ich junge Löwenzahnblätter im Salat?

Pflück junge, sicher bestimmte Löwenzahnblätter von einer unbelasteten Wiese, am besten vor der Blüte. Ältere Blätter sind meist bitterer und zäher. Wasch sie gut, trockne sie ab und mach sie mit Öl, Essig und Salz an. In Österreich wird Löwenzahnsalat zum Beispiel mit noch warmen Erdäpfeln, Kürbiskernöl oder gehacktem Ei serviert. Auch etwas warmer Speck passt zu den bitteren Blättern.

Wie mache ich Löwenzahnhonig?

Der sogenannte Löwenzahnhonig ist ein veganer Blütensirup. Dafür werden die gelben, zungenförmigen Einzelblüten von den grünen Hüllblättern getrennt, mit Wasser ausgekocht und abgeseiht. Anschließend wird der Sud mit Zucker und Zitrone bis zur gewünschten Konsistenz eingekocht. Die genaue Menge an Blüten, Wasser und Zucker richtet sich nach dem Rezept. Ohne feste Mengenverhältnisse lassen sich Ergiebigkeit und Haltbarkeit nicht angeben. Verwende ein erprobtes Rezept und beachte dessen Hinweise zum Abfüllen und Lagern.

Ich habe eine Kamille- oder Ragweed-Allergie. Kann ich trotzdem Löwenzahn verwenden?

Bei bekannter Korbblütler-Allergie sind Löwenzahn-Arzneipräparate laut EMA nicht anzuwenden. Probiere deshalb auch kein Blatt als eigenen Allergietest. Ob Löwenzahn als Lebensmittel für dich infrage kommt, klärst du bei bekannter Kamille- oder Ragweed-Allergie ärztlich ab. Der Milchsaft kann bei empfindlicher Haut Reaktionen beim Hautkontakt auslösen. Falls nach Kontakt oder Verzehr Beschwerden auftreten, beende die Anwendung. Bei Atemnot oder Schwellungen im Mund- und Rachenraum ist sofort medizinische Hilfe nötig.

Wie mache ich gerösteten Löwenzahnwurzelkaffee?

Grab sicher bestimmte Löwenzahnwurzeln im Herbst aus. Dann enthalten sie meist mehr von dem Ballaststoff Inulin als im Frühjahr. Wasch sie gut, hack sie in etwa zentimeterlange Stücke und trockne sie. Röste sie im Backrohr bei etwa 150 Grad Celsius, bis sie braun und aromatisch sind. Rühre gelegentlich um und lass sie nicht verkohlen. Mahl die geröstete Wurzel und brüh sie wie Kaffee auf. Reiner Löwenzahnwurzelkaffee enthält kein Koffein. Die Zubereitung ist historisch belegt, etwa in Grieves Kräuterbuch von 1931.

09
Quellen

8 Belege.

  1. Bevin A. Clare; Richard S. Conroy; Kevin Spelman. The diuretic effect in human subjects of an extract of Taraxacum officinale folium over a single day. 2009. doi:10.1089/acm.2008.0152
  2. Belén García-Carrasco; Raquel Fernandez-Dacosta; Alberto Dávalos; José M. Ordovás; Arantxa Rodriguez-Casado. In vitro Hypolipidemic and Antioxidant Effects of Leaf and Root Extracts of Taraxacum Officinale. 2015. doi:10.3390/medsci3020038
  3. European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Taraxacum officinale F.H. Wigg., radix. 2021. Quelle
  4. European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Assessment report on Taraxacum officinale F.H. Wigg., radix. 2021. Quelle
  5. European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Community herbal monograph on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., radix cum herba. 2009. Quelle
  6. European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). Community herbal monograph on Taraxacum officinale Weber ex Wigg., folium. 2009. Quelle
  7. National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH). Dandelion: Usefulness and Safety. Quelle
  8. die umweltberatung (Austria). Steirischer Röhrlsalat. 2023. Quelle

Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.