Kümmel
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Kümmel wird in der Küche und als Hausmittel verwendet. Apicius nennt das Gewürz in römischen Rezepten. Das Capitulare de villis führt es unter den Pflanzen königlicher Gärten auf, Culpeper beschreibt die Früchte als Mittel gegen Blähungen. Diese Quellen belegen verschiedene Verwendungen. Sie zeigen nicht, dass alle genannten Traditionen unabhängig voneinander dieselbe medizinische Anwendung überliefert haben.
Die aussagekräftigeren Studien am Menschen betreffen Kapseln mit Pfefferminzöl und Kümmelöl bei funktioneller Dyspepsie. Gemeint sind wiederkehrende Oberbauchbeschwerden ohne erklärende organische Ursache. Madisch und Kollegen verglichen die Kombination 1999 mit Cisaprid, einem Arzneimittel, das die Bewegungen von Magen und Darm anregt. May und Kollegen untersuchten sie 2000 im Vergleich mit einem Scheinpräparat, einem Placebo. Diese Studien sagen nichts über Kümmeltee oder eine allgemeine Wirkung beim Reizdarmsyndrom aus. Auch bei Teemischungen mit Fenchel und Anis lässt sich eine Wirkung der Mischung nicht automatisch dem Kümmel allein zuschreiben.
Die EMA ordnet Kümmelfrüchte als traditionellen Arzneitee bei Völlegefühl und Blähungen ein. Sie empfiehlt die arzneiliche Anwendung erst ab 12 Jahren. Für Schwangerschaft und Stillzeit fehlen ausreichende Sicherheitsdaten. Das gilt nicht als Bewertung einer üblichen Gewürzmenge im Essen. Konzentriertes Kümmelöl und Pfefferminz-Kümmel-Kapseln sind gesondert zu beurteilen. Bei Allergien gegen Doldenblütler sowie bei Leber- oder Gallenwegserkrankungen sind die Gegenanzeigen und Warnhinweise zu beachten.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Kümmel (Carum carvi) ist ein meist zweijähriger Doldenblütler. Seine Blätter sind in viele feine Abschnitte geteilt. Die weißen bis blassrosa Blüten bilden kleine Schirme, die gemeinsam in größeren Doppeldolden stehen. Verwendet werden die aromatischen, längs gerippten Früchte, die im Alltag Kümmelsamen heißen. Die Duftstoffe Carvon und Limonen prägen ihr ätherisches Öl. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ordnet Kümmelfrüchte als traditionellen Arzneitee zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen ein. Das beruht auf langjähriger Anwendung. Eine Wirkung ist damit noch nicht durch aussagekräftige Studien am Menschen belegt.
In Österreich wird Kümmel in Roggen- und Kümmelbrot, Sauerkraut, Erdäpfelgerichten, Gulasch und Schweinsbraten verwendet. Auch die Teemischung aus Fenchel, Anis und Kümmel ist weithin bekannt. Gewürz und Hausmittel sind kulturell eng verbunden. Eine Prise im Essen hat deshalb nicht automatisch dieselbe Wirkung wie ein Arzneitee oder eine Ölkapsel mit festgelegtem Wirkstoffgehalt.
Geschichte
Kümmel hat eine lange europäische Küchen- und Heilpflanzengeschichte. In der römischen Rezeptsammlung des Apicius erscheint careum als Gewürz. Eine Variante der als verdauungsfördernd bezeichneten Sauce Oxygarum enthält carei. Die moderne Übersetzung gibt den Namen als Kümmel wieder. Antike Pflanzennamen lassen sich allerdings nicht immer sicher heutigen Arten zuordnen. Die römischen Rezepte zeigen, wie eng Würzen und Vorstellungen von Bekömmlichkeit schon damals verbunden waren.
Das Capitulare de villis aus der Zeit um 800 nennt careium unter den Pflanzen, die auf königlichen Gütern angebaut werden sollten. Es ordnet den Anbau an, nennt aber keine Anwendung bei Verdauungsbeschwerden. Spätere Kräuterbücher verbinden Kümmel ausdrücklich mit Verdauungsbeschwerden: Culpeper beschreibt die Früchte als Mittel gegen Blähungen. In der österreichischen Küche ist das Gewürz bis heute in Brot, Sauerkraut, Krautfleckerl, Erdäpfelgulasch und Schweinsbraten verbreitet. Die heutige EMA-Beurteilung knüpft mit der traditionellen Anwendung des Arzneitees bei Völlegefühl und Blähungen an die Hausmittelgeschichte an.
Wirkmechanismus
Carvon und Limonen machen den größten Teil des ätherischen Kümmelöls aus, eines Gemischs aus Duftstoffen, die leicht verdunsten. Der Anteil von Carvon liegt je nach Ölqualität etwa bei 50 bis 65 Prozent. Labor- und Tieruntersuchungen verschiedener Kümmelzubereitungen beschreiben unter anderem Wirkungen auf die glatte Muskulatur, die Magen und Darm ohne bewusste Steuerung bewegt. Das kann Hinweise darauf geben, wie Kümmelzubereitungen wirken könnten. Wie gut ein Tee oder eine Gewürzmenge Beschwerden beim Menschen lindert, zeigen solche Versuche nicht.
Bei Pfefferminz-Kümmel-Öl-Kapseln wurden auch die Bewegungen von Magen und Zwölffingerdarm untersucht, unter anderem in einer kleinen Studie mit sechs gesunden Freiwilligen. Der Zwölffingerdarm ist der erste Abschnitt des Dünndarms nach dem Magen. Mit einem magensaftresistenten Überzug sollen die Öle erst im Darm freigesetzt werden. Die Studien bei wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden ohne erklärende organische Ursache beziehen sich auf die gemeinsame Zubereitung. Wie viel jedes Öl beiträgt, lässt sich daraus nicht getrennt bestimmen. Auch eine feste Aufteilung in einen oberen und einen unteren Wirkbereich ist damit nicht belegt.
Kapseln mit einer fest zusammengesetzten Kombination aus Pfefferminzöl und Kümmelöl sind besser in Studien am Menschen untersucht als Kümmel allein. Die Studien betreffen funktionelle Dyspepsie, also wiederkehrende Oberbauchbeschwerden ohne erklärende organische Ursache. Madisch und Kollegen verglichen die Kombination 1999 mit Cisaprid, einem Arzneimittel, das die Bewegungen von Magen und Darm anregt. May, Köhler und Schneider untersuchten sie 2000 im Vergleich mit einem Scheinpräparat, einem Placebo. In dieser Studie erhielten 96 Betroffene vier Wochen lang zweimal täglich eine Kapsel mit 90 Milligramm Pfefferminzöl und 50 Milligramm Kümmelöl oder Placebo. Schmerzen, Druck- und Völlegefühl sowie die ärztliche Gesamteinschätzung besserten sich unter der Kombination stärker. Diese Befunde gelten für die untersuchte Kombination. Sie lassen sich nicht auf Kümmel allein oder pauschal auf das Reizdarmsyndrom übertragen.
Zur Wirkung von Kümmeltee und Kümmel als Küchengewürz gibt es deutlich weniger Erkenntnisse aus Studien am Menschen. Die EMA stützt die medizinische Anwendung des Tees auf langjährige Erfahrung. Auch Kümmelöl allein wird in einer eigenen Monografie, einer Beurteilung seiner Anwendung und Sicherheit, als traditionelles Arzneimittel eingeordnet. Die Studien zur Pfefferminz-Kümmel-Kombination belegen damit keine Wirkung von Kümmel allein oder einer Prise im Essen.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Völlegefühl und Blähungen (Kümmelfrüchte)Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ordnet Kümmelfrüchte als traditionellen Arzneitee zur Linderung von Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen ein. Das beruht auf der langjährigen Anwendung. Eine Wirkung ist damit noch nicht durch aussagekräftige Studien am Menschen belegt. Studien zur Pfefferminz-Kümmel-Öl-Kombination sind gesondert zu bewerten.Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit leichten Verdauungsbeschwerden | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | [4] | |
| Wiederkehrende Oberbauchbeschwerden ohne erklärende organische Ursache (funktionelle Dyspepsie, Pfefferminz-Kümmel-Öl-Kombination)Studien mit der fest zusammengesetzten Ölkombination berichten von einer Besserung der Oberbauchbeschwerden. May und Kollegen fanden 2000 nach vier Wochen stärkere Verbesserungen von Schmerzen, Druck- und Völlegefühl als mit einem Scheinpräparat, einem Placebo. Madisch und Kollegen verglichen die Kombination 1999 mit Cisaprid, einem Arzneimittel, das die Bewegungen von Magen und Darm anregt. Die Ergebnisse gelten für die Kombination und belegen keine Wirkung von Kümmel allein. Sie sind auch kein allgemeiner Nachweis beim Reizdarmsyndrom.Erwachsene mit wiederkehrenden Oberbauchbeschwerden ohne erklärende organische Ursache | KlinischKlinisch belegt. Randomisiert kontrollierte Studien oder Metaanalysen bestätigen den Effekt am Menschen. | BEvidenzqualität B. Gute Evidenz, aber weniger oder mittelgroße Studien. Effekt plausibel, nicht abschließend bestätigt. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Leichte Verbesserung | [1][2][6] | |
| Traditioneller Arzneitee bei Völlegefühl und BlähungenDie EMA beschreibt Tee aus Kümmelfrüchten in ihrer Monografie, einer Beurteilung der Anwendung und Sicherheit, als traditionelles Arzneimittel. Diese Einstufung beruht auf langjähriger Verwendung. Aussagekräftige Studien am Menschen zum Tee fehlen. Die besser untersuchten Pfefferminz-Kümmel-Öl-Kapseln erlauben keine Aussage über die Wirkung des Aufgusses.Erwachsene mit Völlegefühl nach schweren Mahlzeiten | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | [4] | |
| Kümmel als Verdauungsgewürz in der KücheKümmel wird traditionell für Sauerkraut, Brot, Erdäpfelgerichte, Gulasch und Schweinsbraten verwendet und gilt als Verdauungsgewürz. Ob eine übliche Gewürzmenge Beschwerden lindert, ist damit nicht durch Studien am Menschen belegt. Auch die EMA-Beurteilung des Arzneitees beantwortet diese Frage nicht.Erwachsene, die schwere mitteleuropäische Gerichte oder durch Gärung hergestellte Speisen wie Sauerkraut essen | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | [4] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Für einen Arzneitee ab 12 Jahren wiegst du 0,5 bis 2 Gramm Kümmelfrüchte ab und zerdrückst sie leicht im Mörser. Übergieß sie mit 150 Millilitern kochendem Wasser, deck die Tasse ab und lass den Tee nach Packungsangabe ziehen, üblicherweise etwa zehn Minuten. Anschließend abseihen. Das Zerkleinern setzt die aromatischen Öle frei. Durch das Abdecken geht weniger davon mit dem Wasserdampf verloren. In der Küche kannst du Kümmel ganz oder gemahlen verwenden, etwa für Kraut, Sauerkraut, Erdäpfel, Roggenbrot, Schweinsbraten und Gulasch. Wie viel passt, hängt vom Rezept und deinem Geschmack ab. Eine Prise im Essen ist nicht mit einem Arzneitee oder einer Ölkapsel gleichzusetzen. Nimm magensaftresistente Pfefferminz-Kümmel-Kapseln nach Packungsbeilage ein. Ihr Überzug soll sich erst im Darm lösen. Öffne oder zerkaue sie deshalb nicht.
Dosierung
Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nennt die EMA als Einzeldosis 0,5 bis 2 Gramm Kümmelfrüchte in 150 Millilitern kochendem Wasser, ein- bis dreimal täglich als Tee. Gewichtsangaben sind genauer als Teelöffel, deren Inhalt stark schwanken kann. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an oder werden sie stärker, lass sie ärztlich abklären. Die Verwendung als Gewürz richtet sich nach dem Rezept und ist keine arzneiliche Dosierung. Für Carmenthin nennt der Hersteller ab 12 Jahren zweimal täglich eine Kapsel, unzerkaut mit ausreichend Wasser mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit. Andere Präparate können anders dosiert sein. Beachte daher die jeweilige Packungsbeilage. Die vierwöchige Dauer vieler Studien ist keine allgemeine Vorgabe für jede Anwendung. Nimm konzentriertes Kümmelöl nicht pur ein. Bei Beschwerden über mehr als eine Woche oder wiederkehrenden Beschwerden empfiehlt die Fachinformation ärztlichen Rat.
Sicherheit
Verwechslungen
Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen
Wasserschierling (Cicuta virosa)
Der Wasserschierling (Cicuta virosa) ist hochgiftig und wächst an nassen Standorten, etwa in Gewässern und Röhrichten. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders der Wurzelstock. Der Wurzelstock kann nach Sellerie riechen. Geruch und Standort allein erlauben daher keine sichere Unterscheidung. Wenn du einen Doldenblütler nicht zweifelsfrei bestimmen kannst, lass ihn stehen und verwende Kümmel aus dem Handel.
Kreuzkümmel (Cuminum cyminum)
Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) gehört ebenfalls zu den Doldenblütlern, ist aber eine andere Art. Sein Aroma ist erdiger und unterscheidet sich deutlich vom Kümmel. Wenn du die beiden Gewürze in einem Rezept austauschst, verändert sich der Geschmack. Ihre Verwendung und medizinische Bewertung sind getrennt zu betrachten.
Häufige Fragen
Warum wird Kümmel in Sauerkraut und Gulasch verwendet?
Kümmel gibt Kraut, Sauerkraut, Erdäpfeln und Gulasch sein typisches würziges Aroma. Traditionell gilt er auch als Verdauungsgewürz. Die EMA ordnet den Arzneitee aus Kümmelfrüchten aufgrund langjähriger Anwendung ein. Ob eine Prise im Essen Beschwerden lindert, ist damit nicht durch Studien am Menschen belegt.
Was ist Carmenthin und was bedeutet Pfefferminz-Kümmel-Kombination?
Carmenthin enthält pro Kapsel 90 Milligramm Pfefferminzöl und 50 Milligramm Kümmelöl. Die Kapsel ist magensaftresistent, ihr Überzug soll sich also erst im Darm lösen. Die Studien am Menschen zu dieser Kombination betreffen vor allem funktionelle Dyspepsie, also wiederkehrende Oberbauchbeschwerden ohne erklärende organische Ursache. Dabei wurden unter anderem Schmerzen und Völlegefühl untersucht. Die Ergebnisse lassen sich nicht dem Kümmel allein zuschreiben. Beachte für die Anwendung die Altersgrenze, Dosierung und Gegenanzeigen der jeweiligen Packungsbeilage.
Ist Kümmel dasselbe wie Kreuzkümmel?
Nein. Kümmel (Carum carvi) und Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) gehören zwar beide zu den Doldenblütlern, sind aber unterschiedliche Arten. Kümmel ist in vielen österreichischen Gerichten vertraut und schmeckt würzig, leicht süßlich. Kreuzkümmel hat ein deutlich erdigeres Aroma und ist etwa in nordafrikanischen, nahöstlichen und indischen Rezepten verbreitet. Ein Austausch verändert den Geschmack. Auch die medizinischen Aussagen zu den beiden Arten sind getrennt zu betrachten.
Dürfen Säuglinge Kümmeltee bekommen?
Gib einem Säugling Kümmeltee gegen Beschwerden nur nach kinderärztlicher Rücksprache. Eine verlässlich geprüfte Säuglingsdosierung lässt sich aus der Hausmitteltradition nicht ableiten. Die EMA empfiehlt Kümmelfrüchte als Arzneitee erst ab 12 Jahren, weil für jüngere Kinder ausreichende Daten fehlen. Auch Carmenthin ist nicht für Kinder unter 12 Jahren vorgesehen. Konzentriertes Kümmelöl darf einem Säugling nicht zum Einnehmen gegeben werden.
6 Belege.
- May B, Köhler S, Schneider B. Efficacy and tolerability of a fixed combination of peppermint oil and caraway oil in patients suffering from functional dyspepsia. 2000. doi:10.1046/j.1365-2036.2000.00873.x
- Madisch A, Heydenreich CJ, Wieland V, Hufnagel R, Hotz J. Treatment of functional dyspepsia with a fixed peppermint oil and caraway oil combination preparation as compared to cisapride. A multicenter, reference-controlled double-blind equivalence study. 1999. doi:10.1055/s-0031-1300528
- Micklefield GH, Greving I, May B. Effects of peppermint oil and caraway oil on gastroduodenal motility. 2000. PMID:10641042
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products. European Union herbal monograph on Carum carvi L., fructus. 2015. Quelle
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products. Carvi aetheroleum: herbal medicinal product assessment overview. 2015. Quelle
- Rich G, Shah A, Koloski N, Funk P, Stracke B, Köhler S, Holtmann G. A randomized placebo-controlled trial on the effects of Menthacarin, a proprietary peppermint- and caraway-oil-preparation, on symptoms and quality of life in patients with functional dyspepsia. 2017. doi:10.1111/nmo.13132
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.