Knoblauch
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Der Knoblauch (Allium sativum) ist eine der ältesten und am weitesten gereisten Heilpflanzen der Welt. Er erscheint um 1550 v. Chr. unter den Kräuterzubereitungen des ägyptischen Papyrus Ebers und war eine Ration für die Arbeiter, die die Pyramiden bauten. Die Griechen verzeichneten ihn als Skorodon, Plinius widmete ihm ein römisches Kapitel mit einundsechzig Heilmitteln, die Ayurveda führte ihn als Rasona und die chinesische Medizin als Da Suan, und die griechisch-arabischen Ärzte trugen ihn weiter. In Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum gehört er fix zur Küche und zum Hausmittelschrank, wo Knoblauch im Honig seit Generationen bei ersten Anzeichen einer Erkältung genommen wird.
Die modernen Monografien sind zurückhaltender als der Ruf des Knoblauchs. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC)) führt die Knoblauchzwiebel nur unter traditioneller Anwendung, sowohl als Zusatz zur Vorbeugung von Arteriosklerose als auch zur Linderung von Erkältungssymptomen, gestützt auf die lange Anwendung und nicht auf einen gut etablierten klinischen Nachweis. Die deutsche Kommission E bewertet den Knoblauch in einer eigenen Stellungnahme positiv bei erhöhten Blutfettwerten und altersbedingten Gefäßveränderungen, und die ESCOP unterstützt die Herz-Kreislauf- und Atemwegsanwendungen. Zwei Formen prägen die Forschung und sie sind nicht austauschbar: frisch zerdrückter Knoblauch, der das instabile, aber wirksame Allicin liefert, und gereifter Knoblauchextrakt, der allicinfrei, dafür reich an stabilem S-Allyl-Cystein ist, sodass beim Extrakt die Packungsdosierung der richtige Bezug ist.
Die moderne klinische Forschung konzentriert sich auf Herz und Kreislauf. Ried und Kollegen berichteten 2013 über eine moderate Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin über neununddreißig Studien, und das Cochrane-Review von Stabler und Kollegen fand 2012 eine moderate Blutdrucksenkung. Die Effekte sind real, aber moderat, die Studien verwenden sehr unterschiedliche Zubereitungen, und die Dosis-Wirkungs-Beziehung ist uneinheitlich, daher ist die Evidenz unterstützend und nicht abschließend. Die thrombozytenhemmende Wirkung ist vor allem ein Sicherheitspunkt: Wer Blutverdünner nimmt, sollte vor konzentrierten Knoblauchpräparaten mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen, und solche Präparate gehören mindestens eine Woche vor einer geplanten Operation abgesetzt. Am ehrlichsten beschrieben ist der Knoblauch als tief verwurzeltes Traditions- und Küchenkraut mit einer moderaten modernen Evidenzbasis für die Herz-Kreislauf-Unterstützung, nicht als klinische Behandlung.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Evidenz-Kategorien: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikon-Einträge bewerten wir zwei unterschiedliche Evidenz-Kategorien: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Der Knoblauch (Allium sativum) ist eine scharf duftende Zwiebelpflanze aus der Familie der Amaryllisgewächse mit einer kulinarischen und medizinischen Geschichte von mindestens fünftausend Jahren. Die Knolle besteht aus einzelnen Zehen mit papierdünner Hülle. Jede Zehe enthält Alliin, eine schwefelhaltige Aminosäurevorstufe, die beim Zerkleinern in den aktiven Stoff Allicin übergeht. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC)) führt die Knoblauchzwiebel in beiden Anwendungen als traditionelles pflanzliches Arzneimittel: als Hilfsmittel zur Vorbeugung von Arteriosklerose und zur Linderung von Erkältungssymptomen. Beide Anwendungen beruhen auf langjähriger Erfahrung, nicht auf gut etablierter Anwendung. Die deutsche Kommission E ist die Stelle, die die Herz-Kreislauf-Anwendung positiv bewertet und sie zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei erhöhten Blutfettwerten und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen anerkennt.
In Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum gehört der Knoblauch fix zur Küche und zum Hausmittelschrank. Das traditionelle Hausmittel Knoblauch im Honig wird seit Generationen im Herbst und Winter angesetzt. In der modernen Forschung stehen zwei Formen im Vordergrund: frisch zerdrückter Knoblauch, der das instabile, aber wirksame Allicin liefert, und gereifter Knoblauchextrakt (Aged Garlic Extract, AGE), der zwar allicinfrei, dafür aber reich an stabilem S-Allyl-Cystein ist. Ried und Kollegen haben 2013 eine Meta-Analyse zu Knoblauch und Cholesterin veröffentlicht, Stabler und Kollegen 2012 ein Cochrane-Review zu Knoblauch und Bluthochdruck. Am ehrlichsten beschrieben ist der Knoblauch als seit langem etabliertes Küchen- und Hausmittel mit einer moderaten Evidenzbasis für die Herz-Kreislauf-Unterstützung, nicht als klinische Behandlung.
Geschichte
Der Knoblauch zählt zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Im Grab des Tutanchamun haben sich Knoblauchzehen erhalten, Hippokrates und Dioskurides empfahlen ihn bei einer breiten Palette von Beschwerden, und römische Soldaten und Arbeiter trugen ihn auf langen Märschen mit sich. In der europäischen Volkstradition steht der Knoblauch durchgehend als Hausmittel gegen Wintererkrankungen und als kräftiges Würzkraut für die kargen Monate, in denen sonst wenig im Vorrat lag.
In Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum hat der Knoblauch einen festen Platz in der Küche und im Hausmittelschrank. Die traditionelle Zubereitung Knoblauch im Honig, eine frische Zehe eingelegt in rohem Honig, wird seit Generationen bei ersten Anzeichen einer Erkältung genommen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC)) führt die Knoblauchzwiebel in beiden Anwendungen unter traditioneller Anwendung: als Hilfsmittel zur Vorbeugung von Arteriosklerose und bei Erkältungssymptomen. Beide beruhen auf langjähriger Erfahrung, nicht auf gut etablierter Anwendung. Die deutsche Kommission E ist die Stelle, die die Herz-Kreislauf-Anwendung positiv bewertet und den Knoblauch zur unterstützenden Behandlung diätetischer Maßnahmen bei erhöhten Blutfettwerten und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen anerkennt.
Wirkmechanismus
Die charakteristische Chemie des Knoblauchs beginnt mit Alliin, einer schwefelhaltigen Aminosäurevorstufe, die in der intakten Zehe gespeichert ist. Beim Zerdrücken, Zerschneiden oder Kauen einer Zehe trifft das Enzym Alliinase auf Alliin und setzt innerhalb weniger Sekunden Allicin frei. Allicin ist sehr reaktiv und kurzlebig: bei Raumtemperatur zerfällt es binnen Minuten, beim Kochen umso schneller. Den zerdrückten Knoblauch etwa zehn Minuten ruhen zu lassen, bevor er in die Pfanne kommt, ist der klassische Küchentrick, um der Alliinase Zeit für die Umsetzung zu geben.
Gereifter Knoblauchextrakt (Aged Garlic Extract, AGE) ist eine eigene Kategorie. Die Zehen werden viele Monate in verdünntem Ethanol mazeriert, wobei das Allicin zerfällt und stabile, wasserlösliche Schwefelverbindungen entstehen, allen voran S-Allyl-Cystein (SAC). AGE ist deshalb geruchsneutral und stabil. Ein großer Teil der modernen klinischen Forschung zu Herz-Kreislauf-Endpunkten verwendet standardisierte AGE-Präparate. Die beiden Formen wirken über verwandte, aber unterschiedliche Chemie. Die Dosis-Wirkungs-Beziehung lässt sich nicht eins zu eins von einer Form auf die andere übertragen.
Die moderne klinische Forschung zum Knoblauch hat sich vor allem auf Herz-Kreislauf-Endpunkte konzentriert. Ried und Kollegen haben 2013 eine Meta-Analyse zu Knoblauchpräparaten und Blutfettwerten veröffentlicht und über neununddreißig Studien hinweg eine moderate Senkung von Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin berichtet, mit einem deutlicheren Signal bei Erwachsenen mit erhöhten Ausgangswerten. Stabler und Kollegen haben 2012 ein Cochrane-Review zu Knoblauch und Bluthochdruck publiziert, das im Vergleich zu Placebo eine moderate Blutdrucksenkung über die eingeschlossenen Studien zeigte. Die thrombozytenhemmende Wirkung von frischem Knoblauch ist in einer kleineren Studienlandschaft beschrieben, mit ex-vivo Plättchen-Aggregationsuntersuchungen vor allem zu gereiftem Knoblauchextrakt.
In dieser Studienlandschaft zeichnet sich das Bild einer traditionellen Küchen- und Hausmittelpflanze mit einer moderaten, aber nicht abschließenden Evidenzbasis für die Herz-Kreislauf-Unterstützung ab. Die Effekte auf Blutfette und Blutdruck sind real, aber moderat. Die Studien verwenden sehr unterschiedliche Präparate (gereiften Knoblauchextrakt, Knoblauchpulver, Knoblauchöl, frischen Knoblauch), und das Bild bei der Dosis-Wirkungs-Beziehung ist uneinheitlich. Die Anwendung bei Erkältungssymptomen ist traditionell und nicht klinisch belegt: die EMA HMPCEuropäische Arzneimittel-Agentur, Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) führt sie unter traditioneller Anwendung, die moderne Studienlage zu diesem Endpunkt ist begrenzt. Am ehrlichsten beschrieben ist der Knoblauch als beliebtes Küchenkraut mit einer moderaten Evidenzbasis für die Herz-Kreislauf-Unterstützung, nicht als Ersatz für eine medizinische Behandlung.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien |
|---|---|---|---|---|
| Blutfettwerte (Gesamtcholesterin, LDL)Die Meta-Analyse von Ried und Kollegen aus dem Jahr 2013 über neununddreißig Studien berichtete über alle Knoblauchpräparate hinweg eine moderate Senkung von Gesamtcholesterin und LDL, mit einem deutlicheren Signal bei Erwachsenen mit erhöhten Ausgangswerten. Die EMA HMPC führt die Herz-Kreislauf-Anwendung unter traditioneller Anwendung, und die deutsche Kommission E ist die Stelle, die sie positiv bewertet. Hier als unterstützender Hinweis eingeordnet, nicht als Aussage von CNP.Erwachsene mit leicht erhöhten Cholesterinwerten | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Leichte Verbesserung | |
| BlutdruckDas Cochrane-Review von Stabler und Kollegen aus dem Jahr 2012 berichtete über die eingeschlossenen Studien hinweg eine moderate Blutdrucksenkung. Der Effekt ist real, aber moderat, und die Zubereitungen und Dosen sind unterschiedlich.Erwachsene, auch solche mit Bluthochdruck | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Leichte Verbesserung | |
| Thrombozytenhemmende WirkungEine kleinere Studienlandschaft aus mechanistischen und ex-vivo Untersuchungen zur Plättchenaggregation mit frischem Knoblauch und gereiftem Knoblauchextrakt. Die praktische Bedeutung zeigt sich am deutlichsten als Sicherheitshinweis für Wechselwirkungen mit Blutverdünnern und für die Zeit vor einer Operation, nicht als eigenständige Nutzenaussage.Gesunde Erwachsene und Erwachsene mit Herz-Kreislauf-Risiko | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Traditional-Use Monographie. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Leichter Effekt | |
| ErkältungssymptomeDie EMA HMPC führt die Linderung von Erkältungssymptomen unter traditioneller Anwendung. Die moderne Studienlage zu diesem Endpunkt ist begrenzt, und die Anwendung beruht vor allem auf der langjährigen traditionellen Anwendung in europäischen Haushalten.Erwachsene mit saisonalen Beschwerden der oberen Atemwege | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Traditional-Use Monographie. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Für die Küche und die traditionelle Anwendung zerdrückst oder hackst du eine frische Zehe und lässt sie etwa zehn Minuten bei Raumtemperatur stehen, bevor sie in die Pfanne kommt. Diese Pause gibt der Alliinase Zeit, das Alliin in Allicin umzuwandeln, und ist der einfache Küchenschritt, der eine sofort ins heiße Fett geworfene Zehe von einer Zehe mit voller Schwefelchemie unterscheidet. Wenn möglich, gib den Knoblauch erst gegen Ende des Kochvorgangs dazu, denn hohe Hitze verkürzt die Lebensdauer der Wirkstoffe. Für Knoblauch im Honig schälst du ein bis drei frische Zehen, schneidest oder zerdrückst sie leicht und gibst sie in ein sauberes Glas mit rohem Honig, so dass sie vollständig bedeckt sind. Lass das Glas mindestens drei Tage bei Raumtemperatur ziehen, gerne länger. Bei ersten Anzeichen einer Erkältung nimmst du einen Teelöffel. Beim gereiften Knoblauchextrakt richtest du dich nach der Dosierung auf der Packung. Diese Form ist geruchsneutral und stabil, hier zählt die Packungsangabe, nicht die Küchen-Zehen-Methode.
Dosierung
In der Küche sind ein bis zwei frische Zehen pro Tag der traditionelle Alltagsbereich und liegen grob am unteren Ende der in der Forschung untersuchten Dosen. Die EMA HMPC-Monografie führt die Vorbeugung von Arteriosklerose unter traditioneller Anwendung und nennt eine typische Tagesdosis, die etwa vier Gramm frischem Knoblauch entspricht, als standardisierte Zubereitung. Die positive Bewertung dieser Herz-Kreislauf-Anwendung stammt von der deutschen Kommission E. Gereifter Knoblauchextrakt wird üblicherweise mit sechshundert bis zwölfhundert Milligramm pro Tag dosiert, Knoblauchpulver-Präparate mit sechshundert bis neunhundert Milligramm pro Tag. Halte dich an die Packungsdosierung, denn die richtige Bezugszahl hängt vollständig von der Präparateform ab. Steig langsam ein. Beginne mit dem unteren Ende der Packungsdosierung der gewählten Form, nimm das Präparat zu einer Mahlzeit und schau eine Woche lang, wie es dir damit geht, bevor du etwas anpasst. Der Weg über die Küchenzehe ist der sanfteste Einstieg und gleichzeitig der traditionelle. Bei konzentrierten Extrakten ist die Packungsdosierung der richtige Bezug, und der Hinweis zur thrombozytenhemmenden Wirkung im Sicherheitsteil unten ist die wichtigste praktische Anmerkung dazu.
Sicherheit
Verwechslungen
Giftige Doppelgänger
Allium ursinum (Bärlauch, wild garlic / ramsons)
Bärlauch ist ein harmloser Verwandter aus derselben Gattung und keine Gefahr für den Knoblauch-Garten. Er wächst im Frühling in feuchten Auwäldern, hat breite, lanzettliche Blätter und einen deutlichen Knoblauchgeruch, wenn du sie zwischen den Fingern verreibst. Beim Sammeln von Bärlauch im Wald ist umgekehrt Vorsicht geboten, weil seine Blätter mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt werden können, die hochgiftig sind. Der einfachste Test im Wald: an einem zerriebenen Blatt riechen. Riecht es nach Knoblauch, ist es Bärlauch.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen frischem Knoblauch und gereiftem Knoblauchextrakt?
Frischer Knoblauch liefert Allicin, die reaktive Schwefelverbindung, die entsteht, sobald Alliin beim Zerkleinern der Zehe auf das Enzym Alliinase trifft. Allicin ist die Quelle des kräftigen Knoblauchgeruchs und trägt viel zur kurzfristigen biologischen Aktivität bei, zerfällt aber bei Raumtemperatur innerhalb von Minuten und beim Kochen umso schneller. Gereifter Knoblauchextrakt (AGE) entsteht, wenn Zehen viele Monate in verdünntem Ethanol mazerieren. Das Allicin ist dann weg, dafür entstehen stabile, wasserlösliche Schwefelverbindungen, allen voran S-Allyl-Cystein. AGE ist deshalb geruchsneutral und lange haltbar. Der überwiegende Teil der modernen Herz-Kreislauf-Studien verwendet standardisierte AGE-Präparate. Für AGE ist die Packungsdosierung der richtige Bezug, für frischen Knoblauch die Küchenzehe.
Ich nehme Aspirin. Kann ich trotzdem Knoblauchpräparate nehmen?
Knoblauch hat eine dokumentierte thrombozytenhemmende Wirkung, die sich mit Aspirin, Warfarin, Clopidogrel und anderen Blutverdünnern addieren kann. Das Risiko ist bei konzentrierten standardisierten Knoblauchpräparaten in täglicher Einnahme höher als bei normalem Küchenknoblauch. Sprich vor der Einnahme einer täglichen Knoblauchkapsel oder eines gereiften Knoblauchextrakts zusätzlich zu verschriebenen Blutverdünnern mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, und setze konzentrierte Knoblauch-Präparate mindestens eine Woche vor jeder geplanten Operation ab, einschließlich zahnärztlicher Eingriffe. Knoblauch in normalen Kochmengen ist hier üblicherweise nicht das Thema, der Hinweis gilt für die Dosierungen auf Präparate-Niveau.
Was tun gegen den Knoblauchgeruch?
Der Knoblauchgeruch kommt von Schwefelverbindungen, die sowohl im Mund als auch nach der Verdauung über die Lunge ausgeatmet werden, weshalb Zähneputzen alleine nie ganz reicht. Klassische Küchentricks sind: frische Petersilie, Minze oder Korianderblätter kauen, einen Apfel essen, während der Mahlzeit Milch trinken und im Anschluss auch die Zunge mitbürsten. Wer den Herz-Kreislauf-Bezug ohne den sozialen Preis möchte, ist beim gereiften Knoblauchextrakt richtig: er ist von Hause aus geruchsneutral. Der Tausch ist allerdings, dass die Chemie sich vom frischen Knoblauch unterscheidet und die Packungsdosierung der richtige Bezug ist.
Wie macht man Knoblauch im Honig?
Knoblauch im Honig ist ein traditionelles österreichisches und deutsches Hausmittel bei ersten Anzeichen einer Erkältung. Schäl ein bis drei frische Zehen, schneide oder zerdrücke sie leicht, damit die Schnittflächen offen sind, und gib sie in ein sauberes Glas mit rohem, nicht pasteurisiertem Honig, so dass sie vollständig bedeckt sind. Lass das Glas mindestens drei Tage bei Raumtemperatur ziehen, gerne länger. Der Honig zieht mit der Zeit Feuchtigkeit aus den Zehen und wird ein wenig flüssiger. Bei kratzigem Hals oder am ersten kühlen Abend nimmst du einen Teelöffel. Ein fertiges Glas hält sich mehrere Monate in einem kühlen, dunklen Schrank. Wie bei allen Honigzubereitungen gilt: nicht für Kinder unter einem Jahr.
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.