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Glänzender Lackporling

Ganoderma lucidum (Curtis) P.Karst.
WofürFür Erwachsene, die ein traditionelles chinesisches konstitutionelles Tonikum mit langer Anwendungsgeschichte suchen; üblicherweise als Dualextrakt aus dem reifen Fruchtkörper über Wochen oder Monate eingenommen, nicht als akut wirkendes Mittel. Vorsicht bei Gerinnungshemmern oder Immunsuppressiva.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
62Etablierte historische Bedeutung
SicherheitGut verträglichBei den üblichen Supplement-Dosen (ein bis drei Gramm standardisierter Extrakt pro Tag) ist Reishi bei gesunden Erwachsenen in der kurzfristigen Anwendung in der Regel gut verträglich. Die Einstufung als "gut verträglich" bezieht sich auf die kurzfristige Anwendung; theoretische Wechselwirkungen mit Gerinnungshemmern, Plättchenhemmern und Immunsuppressiva sowie die fehlende Datenlage in Schwangerschaft und Stillzeit bedeuten, dass Menschen in diesen Situationen vor dem Beginn mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen sollten.
Tradition
Übliche Zubereitungen
PulverKapselTinkturTeeDualextraktFruchtkörper vs. Myzel

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Reishi, der Lingzhi oder Pilz spiritueller Potenz, gehört zu den ältesten dokumentierten Mitteln der chinesischen Materia medica. Das Shen Nong Ben Cao Jing, vor etwa achtzehnhundert Jahren zusammengestellt, führt Ling Zhi in der obersten Klasse der Mittel, also unter den Pflanzen zur konstitutionellen Langzeitanwendung statt zur akuten Behandlung, und verbindet ihn mit Vitalität, langem Leben und einem ruhigen, klaren Geist. Diese Tonikum-Anwendung reicht durchgehend über das Ben Cao Gang Mu der Ming-Zeit, das koreanische Dongui Bogam und das japanische Kampo, wo Reishi Mannentake hieß, der Zehntausend-Jahre-Pilz, bis in die moderne Pharmakopöe der Volksrepublik China. Quer durch diese ostasiatischen Traditionen taucht dieselbe Idee auf: ein langsames Langzeit-Tonikum fuer die Vitalitaet, kein schnell wirkendes Heilmittel.

Diese Tiefe ist echt, die Breite jedoch schmal. Die belegte Tradition beschränkt sich im Wesentlichen auf einen regionalen Bereich, die ostasiatische Tonikum-Tradition, sowie eine moderne globale Wiederentdeckung; einen griechisch-römischen, europäischen, ayurvedischen oder Hildegard-Beleg gibt es nicht. Auch beim Namen gibt es eine echte Schwierigkeit: Das gewohnte Etikett Ganoderma lucidum wurde an europäischem Material typisiert und über ein Jahrhundert lang fälschlich auf den asiatischen Heilpilz angewendet, weshalb molekulare Arbeiten den kultivierten ostasiatischen Lingzhi heute als Ganoderma lingzhi behandeln. Es gibt keine EMA-HMPC-Monografie und keinen zugelassenen EFSA-Health-Claim; in Europa wird Reishi als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, nicht als registriertes traditionelles pflanzliches Arzneimittel.

Die moderne klinische Evidenz ist klein und überwiegend explorativ. Der belastbarste Teil liegt in der onkologischen Supportivversorgung, wo ein Cochrane-Review von 2016 begrenzte Evidenz geringer bis mäßiger Qualität für Reishi als Begleittherapie neben der konventionellen Behandlung fand, nicht als alleinige Therapie. Die meisten immunbezogenen Befunde stammen aus Zellkultur und Tiermodellen, und die häufige Werbeaussage, Reishi stärke das Immunsystem, wird durch die aktuelle klinische Evidenz nicht getragen. Am ehrlichsten beschrieben ist Reishi als tief verwurzeltes ostasiatisches Langzeit-Tonikum mit einer aufkommenden und noch begrenzten modernen Evidenzbasis, eingenommen als Dualextrakt aus dem Fruchtkörper, nicht als bewiesene klinische Behandlung. Menschen, die gerinnungshemmende, plättchenhemmende oder immunsuppressive Medikamente nehmen, sollten vor der Anwendung mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Evidenz-Kategorien: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikon-Einträge bewerten wir zwei unterschiedliche Evidenz-Kategorien: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Der Glänzende Lackporling (Ganoderma lucidum), in der traditionellen chinesischen Medizin als Ling Zhi (灵芝) bekannt, ist ein holziger Konsolenpilz aus der Familie der Ganodermataceae. Er ist ursprünglich in Ostasien beheimatet und wird heute weltweit auf Hartholzstämmen und Sägespanblöcken kultiviert. In der ältesten erhaltenen chinesischen Materia Medica, dem Shen Nong Ben Cao Jing, ist Ling Zhi der obersten Klasse der überlegenen Mittel zugeordnet, also Pflanzen zur konstitutionellen Langzeitanwendung statt zur akuten Behandlung. Der getrocknete Fruchtkörper ist hart und bitter und wird traditionell als langsam gekochter Sud oder als Pulverextrakt zubereitet.

Die beiden wichtigsten Wirkstoffgruppen im Reishi sind Triterpenoide (die Ganodersäuren, alkohollöslich und verantwortlich für die charakteristische Bitterkeit) und Beta-Glucan-Polysaccharide (wasserlösliche Peptidoglycane, in Laboruntersuchungen mit immunmodulatorischer Aktivität verbunden). Eine Monografie für Ganoderma lucidum existiert nicht, ebenso wenig ein zugelassener EFSA Health-Claim. Die moderne klinische Evidenz ist begrenzt und stammt überwiegend aus der onkologischen Begleittherapie. Reishi ist am ehrlichsten beschrieben als überlegenes Mittel der TCM mit einer kleinen, vorwiegend explorativen modernen Studienbasis.

02
Geschichte

Geschichte

Reishi gehört zu den ältesten dokumentierten Pflanzen der chinesischen Materia Medica. Das Shen Nong Ben Cao Jing, vor etwa zweitausend Jahren zusammengestellt, führt Ling Zhi (灵芝) in der obersten Klasse der überlegenen Mittel, also Pflanzen zur konstitutionellen Langzeitanwendung und nicht zur akuten Behandlung einer benannten Krankheit. Die Überlieferung verbindet den Pilz mit Langlebigkeit und einem klaren, ruhigen Geist; in der klassischen chinesischen Malerei und in der daoistischen Ikonografie steht er als Symbol für Vitalität. Historisch war Ling Zhi selten und wurde aus alten Hartholzwäldern wild gesammelt; eine zuverlässige Kultivierung auf Stämmen und Sägespanblöcken ist eine Entwicklung des zwanzigsten Jahrhunderts, die den Pilz in größerem Umfang verfügbar gemacht hat.

Reishi ist kein Bestandteil der österreichischen oder mitteleuropäischen Hausmittelkultur und hat keinen historischen Platz im Kanon Hildegards oder der Kommission E. Er ist ein moderner Import an den europäischen Markt, der zusammen mit dem wachsenden Interesse an adaptogenen Pflanzen und an der traditionellen chinesischen Medizin im späten zwanzigsten Jahrhundert hierhergekommen ist. Eine Monografie für Ganoderma lucidum gibt es nicht. Der Pilz wird in Europa vor allem als Nahrungsergänzungsmittel unter der Novel-Food-Verordnung und dem allgemeinen Supplement-Recht verkauft, ohne eine traditionelle Anwendung auf EU-Ebene.

03
Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Im Reishi sind zwei Wirkstoffgruppen besonders gut beschrieben. Die erste ist eine Familie von Triterpenoiden, die Ganodersäuren; mittlerweile sind über einhundertfünfzig einzelne Ganodersäuren bekannt, und sie sind für die typische Bitterkeit des Pilzes verantwortlich. Ganodersäuren sind alkohollöslich und lassen sich mit heißem Wasser allein nicht effizient extrahieren. Die zweite Gruppe sind Beta-Glucan-Polysaccharide und Peptidoglycane, wasserlösliche Polymere, die in Labor- und Tiermodellen auf immunmodulatorische Aktivität untersucht wurden, unter anderem mit Effekten auf Makrophagen, natürliche Killerzellen und das Zytokin-Signaling.

Der überwiegende Teil der mechanistischen Literatur zu Reishi stammt aus Zellkulturen und Tiermodellen, daneben gibt es eine kleinere Zahl kleiner Studien am Menschen. Der Bezug zwischen diesen Laborbefunden und einer klinisch fassbaren Wirkung bei gesunden Menschen ist nicht eindeutig belegt. Am ehrlichsten beschrieben ist Reishi als traditionelles chinesisches Tonikum mit einem plausiblen, aber nicht abschließend geklärten modernen Mechanismus, nicht als pharmakologisch verifizierte Intervention. Die im Supplement-Marketing häufige Aussage, Reishi würde "das Immunsystem stärken", wird durch die aktuelle klinische Evidenz nicht getragen und ist hier bewusst nicht verwendet.

Die moderne klinische Forschung zu Reishi ist klein im Umfang und konzentriert sich vor allem auf die onkologische Begleittherapie. Jin und Kollegen haben 2016 ein Cochrane-Review zu Ganoderma lucidum als Begleittherapie in der Krebsbehandlung veröffentlicht; die Übersicht kam zu dem Schluss, dass die verfügbare Evidenz begrenzt und von geringer bis mäßiger Qualität ist, mit gewissen Signalen bei Lebensqualität und Immunparametern als adjuvante Anwendung neben konventioneller Therapie, aber ohne Stützung für Reishi als alleinige Krebsbehandlung. Wachtel-Galor und Kollegen haben 2011 ein Lehrbuchkapitel in Herbal Medicine: Biomolecular and Clinical Aspects veröffentlicht, das nach wie vor eine brauchbare Synthese der Chemie und der frühen klinischen Literatur darstellt.

Außerhalb der onkologischen Begleittherapie ist die moderne Evidenzbasis dünner. Kleinere Studien berichten Tendenzen bei Erschöpfung, Schlaf und Blutzuckermarkern, aber die Studienlandschaft ist zu heterogen und zu klein, um daraus belastbare Aussagen zu machen. Einen zugelassenen EFSA Health-Claim für Ganoderma lucidum gibt es nicht. Reishi bleibt am ehrlichsten beschrieben als überlegenes Mittel der TCM mit einer begrenzten und explorativen modernen Evidenzbasis, eingesetzt in begleitenden Settings unter klinischer Aufsicht und in der Tradition als Langzeit-Tonikum.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

4 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudien
Erwachsene unter konventioneller Krebsbehandlung
Begrenzte Evidenz5 Studien
In-vitro- und Tiermodelle; kleine Studien am Menschen
Laborbefunde, klinisch unklar8 Studien
Erwachsene in der Praxis der traditionellen chinesischen Medizin
Lange Tradition
Erwachsene mit Typ-2-Diabetes oder gestörter Glukosetoleranz
Gemischte Befunde3 Studien
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Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

Die klassische Zubereitung von Reishi ist ein lange gekochter Sud. Du legst Scheiben oder Stücke des getrockneten Fruchtkörpers in Wasser und lässt sie ein bis zwei Stunden, manchmal länger, leise köcheln, um die wasserlöslichen Polysaccharide zu lösen. Die Bitterkeit des Suds gehört zur Erfahrung dazu und wird traditionell nicht überdeckt. Moderne Supplement-Extrakte unterscheiden sich stark. Empfohlen wird in der Fachliteratur meist ein Dualextrakt (Heißwasser-Extraktion gefolgt von einer Alkohol-Extraktion, die beiden Auszüge anschließend wieder zusammengeführt), weil heißes Wasser allein die alkohollöslichen Triterpenoide nicht effizient herauslöst und Alkohol allein die wasserlöslichen Polysaccharide nicht extrahiert. Wenn du ein Produkt auswählst, greif vorzugsweise zu Dualextrakten aus dem reifen Fruchtkörper und nicht zu Myzel auf Getreide. Myzel-auf-Getreide-Produkte sind günstiger in der Produktion, enthalten aber deutlich weniger der charakteristischen Wirkstoffe und sind oft mit dem Getreide-Substrat verdünnt. Reishi ist bitter; Kapseln und Dualextrakt-Pulver sind die häufigsten modernen Formen, daneben werden Tinkturen und Tees (lang gekocht, nicht aufgegossen) von Menschen verwendet, die eine traditionelle Zubereitung bevorzugen.

Dosierung

Die traditionelle Tagesdosis des getrockneten Fruchtkörpers liegt im Bereich von drei bis zehn Gramm, als langsam gekochter Sud zubereitet. Moderne Supplement-Dosen eines standardisierten Extrakt-Pulvers sind typischerweise niedriger, im Bereich von ein bis drei Gramm pro Tag, eingenommen zum Essen. Konkrete Mengenangaben hängen von der Darreichungsform und vom Extraktverhältnis ab; orientier dich an der Produktkennzeichnung und an der Empfehlung des Herstellers, statt zwischen den Formen einfach nach Gewicht umzurechnen. Reishi ist ein traditionelles Langzeit-Tonikum, kein akut wirkendes Mittel. Die meisten traditionellen und modernen Anwendungsschemata setzen ihn täglich über Wochen oder Monate ein, nicht als einmalige Gabe. Steig im unteren Bereich der Dosis ein, nimm ihn zum Essen ein und plan mehrere Wochen ein, bevor du beurteilst, ob die Pflanze bei dir etwas bewirkt. Eine etablierte Obergrenze für die Langzeitanwendung gibt es nicht; Anwendungen über mehrere Monate hinaus sind in modernen Studien bislang nicht ausreichend untersucht.

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Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Reishi ist in der kurzfristigen Anwendung bei üblichen Supplement-Dosen in der Regel gut verträglich; gelegentlich werden leichte Magen-Darm-Beschwerden, ein trockener Mund oder Hautausschläge berichtet. Die wichtigsten Sicherheitsüberlegungen sind theoretische Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten. Beta-Glucan-Polysaccharide wurden in Labormodellen mit einer plättchenhemmenden Aktivität in Verbindung gebracht, daher sprich vor der Anwendung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, wenn du gerinnungshemmende oder plättchenhemmende Medikamente nimmst (Warfarin, direkte orale Antikoagulanzien, Aspirin). Das immunmodulatorische Profil bedeutet außerdem: Wenn du immunsuppressive Medikamente nimmst (nach Organtransplantation, bei Autoimmunerkrankung), nimm Reishi nur in Absprache mit deinem behandelnden Facharzt oder deiner Fachärztin. Für die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine belastbaren Daten; die traditionelle chinesische Praxis ist hier zurückhaltend und dieselbe Vorsicht gilt vorsichtshalber. Wenn du Allergien gegen Pilze hast, geh entsprechend behutsam heran. Wer in Europa wilde Ganoderma-Arten sammelt: die Bestimmung ist nicht trivial, mehrere Ganoderma-Arten sehen ähnlich aus, und Ganoderma lucidum im engeren Sinn ist in Mitteleuropa nicht häufig. Für die Supplement-Anwendung zählt die Quelle; kauf bei Anbietern, die die Art benennen, das verwendete Pflanzenteil deklarieren (Fruchtkörper, nicht Myzel auf Getreide) und das Extraktionsverfahren offenlegen.
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Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Ganodermataceae
Heimische Regionen
China, Japan, Korea, cultivated worldwide
Erntezeit
Mature fruiting bodies harvested in summer and autumn from logs and sawdust blocks
Lebensraum
Heimisch in Ostasien, wo der Pilz auf zersetzendem Hartholz in gemäßigten und subtropischen Wäldern wächst. Die klassischen chinesischen Fundorte sind alte Eichen- und Pflaumenwälder; in der Wildform war der Pilz historisch selten und entsprechend hochgeschätzt. Die im mittleren zwanzigsten Jahrhundert in Japan und China entwickelte Kultivierung auf Hartholzstämmen und Sägespanblöcken ist heute weltweit die wichtigste kommerzielle Quelle. In Mitteleuropa ist Ganoderma lucidum im engeren Sinn nicht häufig; mehrere verwandte Ganoderma-Arten (G. resinaceum, G. carnosum) kommen vor und sehen ihm oberflächlich ähnlich.
Erkennen & Sammeln
Konsolenpilz mit hartem, holzigem Stiel- und Hutgewebe und einer glänzenden, wie lackiert wirkenden, rotbraun bis mahagonifarbenen Hutoberfläche. Die Hutform reicht von nierenförmig bis fächerförmig, oft mit konzentrischen Wachstumszonen in helleren und dunkleren Bändern. Die Unterseite ist hell und porig (kein Lamellenpilz). Ein Stiel kann seitlich angesetzt sein oder ganz fehlen; ist er vorhanden, ist er meist lang, lackiert glänzend und in derselben Rotbraun-Farbe wie der Hut. Sporenpulver braun. Wuchs auf Hartholz: in Ostasien klassisch auf Eiche und Pflaume, in der Kultur weltweit auf Stämmen und Sägespanblöcken verschiedener Hartholzarten.
08
Häufige Fragen

Häufige Fragen

Was ist Ling Zhi?

Ling Zhi (灵芝) ist der chinesische Name für Ganoderma lucidum, im deutschsprachigen Raum als Glänzender Lackporling bekannt, im internationalen Supplement-Markt meist als Reishi (vom japanischen Namen). Übersetzt heißt Ling Zhi sinngemäß "Pilz spiritueller Potenz". Im Shen Nong Ben Cao Jing, der ältesten erhaltenen chinesischen Materia Medica, ist Ling Zhi in der obersten Klasse der überlegenen Mittel geführt, also Pflanzen zur konstitutionellen Langzeitanwendung. Reishi und Ling Zhi bezeichnen dieselbe Art; die Namen unterscheiden sich nur nach Sprache und Tradition.

Fruchtkörper oder Myzel: was ist besser?

Greif zum Fruchtkörper. Die charakteristischen Wirkstoffe des Reishi, vor allem die Ganodersäuren und die Beta-Glucan-Polysaccharide, sind im reifen Fruchtkörper deutlich höher konzentriert als im Myzel. Myzel-auf-Getreide-Produkte sind in der Produktion günstiger, enthalten aber meist viel Restsubstrat (das Getreide selbst) und entsprechend weniger Wirkstoff pro Gramm. Auf einem seriösen Produkt steht "Fruchtkörper" oder "fruiting body extract"; wenn auf der Verpackung "Myzel" oder "mycelium" steht, lass es im Regal, außer du weißt genau, was du kaufst.

Was ist ein Dualextrakt und warum ist er empfohlen?

Ein Dualextrakt ist eine zweistufige Extraktion. Im ersten Schritt wird der Pilz lange in heißem Wasser ausgekocht, was die wasserlöslichen Beta-Glucan-Polysaccharide herauslöst. Im zweiten Schritt wird derselbe Pilz in Alkohol mazeriert, was die alkohollöslichen Triterpenoide (Ganodersäuren) extrahiert. Die beiden Auszüge werden danach wieder zusammengeführt. Empfohlen ist diese Methode, weil heißes Wasser allein die Triterpenoide nicht erfasst und reiner Alkohol allein die Polysaccharide nicht extrahiert. Ein reiner Wasserauszug (klassische Tee-Zubereitung) erfasst nur die Polysaccharide; ein reiner Alkoholauszug (Tinktur) nur die Triterpenoide.

Wie lange kann ich Reishi einnehmen?

Reishi ist traditionell ein Langzeit-Tonikum, kein akut wirkendes Mittel. In der chinesischen Praxis wird er häufig täglich über Wochen oder Monate eingenommen. Eine in modernen Studien etablierte Obergrenze für die Langzeitanwendung gibt es nicht, weil entsprechend langfristige Untersuchungen fehlen. Wenn du Reishi länger als einige Monate einnimmst, ist es sinnvoll, das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen, vor allem wenn du verschreibungspflichtige Medikamente nimmst (insbesondere Gerinnungshemmer oder Immunsuppressiva).

Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.