Ginkgo
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Ginkgo ist der letzte lebende Vertreter einer sehr alten Pflanzenlinie. Seine medizinische Überlieferung ist wesentlich jünger. In chinesischen Texten werden vor allem die Samen, Bai Guo, beschrieben, etwa im Bencao Gangmu bei Husten, keuchender Atmung und Harnbeschwerden. Die heute untersuchten standardisierten Blattextrakte sind eine Entwicklung der Arzneimittelforschung des 20. Jahrhunderts. Die Geschichte der Samen belegt daher keine jahrhundertealte Behandlung mit diesen Extrakten bei Denk- oder Gedächtnisproblemen.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) unterscheidet zwei Zubereitungen. Einen genau festgelegten Blattextrakt stuft sie als medizinisch anerkannt ein, um altersbedingte Probleme mit Denken und Gedächtnis sowie die Lebensqualität bei leichter Demenz zu verbessern. Blattpulver wird traditionell bei schweren Beinen sowie kalten Händen und Füßen durch leichte Durchblutungsstörungen verwendet. Ernste Ursachen müssen zuvor ärztlich ausgeschlossen werden. Studien mit einem bestimmten Extrakt lassen sich nicht auf beliebige Kapseln oder selbst gemachten Tee übertragen.
Bei Demenz sind Verbesserungen der Beschwerden möglich, die Studienlage bleibt aber unsicher. Bei einer ärztlich festgestellten leichten Beeinträchtigung des Denkens oder Gedächtnisses ohne Demenz findet die aktuelle Cochrane-Auswertung wahrscheinlich wenig oder keinen Nutzen. Die große GEM-Studie zeigte keinen Schutz vor Demenz. Bei verengten Beinarterien ist auch nicht überzeugend belegt, dass Ginkgo die Gehstrecke für Betroffene spürbar verbessert. Wenn du gerinnungshemmende Medikamente einnimmst oder ein Eingriff geplant ist, besprich Ginkgo mit deinem Behandlungsteam. Samen und selbst gesammelte Blätter sind kein Ersatz für ein geprüftes Arzneimittel.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Der Ginkgo (Ginkgo biloba) ist der einzige heute lebende Vertreter einer uralten Pflanzenlinie. In der modernen Pflanzenheilkunde werden seine fächerförmigen Blätter verwendet. Blattextrakte mit festgelegtem Gehalt an Inhaltsstoffen werden seit Jahrzehnten am Menschen untersucht, vor allem bei Problemen mit Denken und Gedächtnis älterer Menschen sowie bei Durchblutungsstörungen. Als Zierbaum wächst der Ginkgo auch in Wien und vielen anderen europäischen Städten. Seine Blätter eignen sich jedoch nicht dazu, ein gleichwertiges Arzneimittel zu Hause herzustellen.
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erkennt eine Anwendung mit einem genau festgelegten Trockenextrakt medizinisch an. Er soll altersbedingte Probleme mit Denken und Gedächtnis sowie die Lebensqualität bei leichter Demenz verbessern. Ihr Fachtext, die Monografie, beschreibt die erforderliche Qualität des Extrakts. Sie empfiehlt damit nicht pauschal Nahrungsergänzungsmittel. Blattpulver hat eine eigene traditionelle Anwendung bei schweren Beinen sowie kalten Händen und Füßen durch leichte Durchblutungsstörungen. Ernste Ursachen müssen zuvor ärztlich ausgeschlossen werden. Die Studien zu Denken und Gedächtnis liefern weiterhin uneinheitliche Ergebnisse.
Geschichte
Ginkgo biloba wird oft als lebendes Fossil bezeichnet: Die Pflanzenlinie, deren letzter Vertreter er ist, reicht bis in die Zeit der Dinosaurier zurück. In China und Japan wurden Ginkgobäume in Tempelgärten angepflanzt. Im 18. Jahrhundert kamen Samen nach Europa. In der chinesischen Medizin haben vor allem die Samen eine lange Geschichte. Auch ältere Verwendungen der Blätter sind beschrieben, aber sie entsprechen nicht der heutigen Behandlung mit standardisierten Extrakten bei Denk- oder Gedächtnisproblemen.
Die moderne Forschung zu Ginkgo-Blattextrakten wurde wesentlich in Deutschland entwickelt. Schwabe brachte 1965 das Ginkgo-Arzneimittel Tebonin auf den Markt. Der Spezialextrakt EGb 761 wurde später in zahlreichen Studien am Menschen untersucht. Diese Entwicklung ist von der älteren Verwendung der Samen als Bai Guo zu unterscheiden. Li Shizhens Bencao Gangmu aus dem 16. Jahrhundert beschreibt sie unter anderem bei Husten, keuchender Atmung und Harnbeschwerden. Solche historischen Angaben belegen eine frühere Verwendung, aber weder heutige Wirksamkeit noch Sicherheit.
Wirkmechanismus
Ginkgo-Blattextrakte enthalten mehrere Gruppen von Pflanzenstoffen. Dazu gehören Flavonglykoside, darunter Verbindungen von Kämpferol, Quercetin und Isorhamnetin, sowie Terpenlactone wie Ginkgolide und Bilobalid. Für den Spezialextrakt EGb 761 werden meist etwa 24 Prozent Flavonglykoside und 6 Prozent Terpenlactone angegeben. Für die Qualität nach dem Arzneibuch zählt auch, wie der Extrakt hergestellt wird. Der Gehalt an Ginkgolsäuren ist auf höchstens 5 ppm begrenzt, also 5 mg pro Kilogramm Extrakt. Zwei Prozentangaben auf dem Etikett reichen deshalb nicht aus, um verschiedene Extrakte als gleichwertig einzustufen.
Untersucht werden unter anderem Veränderungen der Durchblutung und antioxidative Effekte, also ein Schutz vor schädlichen Oxidationsreaktionen. Diskutiert wird auch, ob vor allem Ginkgolid B den plättchenaktivierenden Faktor hemmt. Dieser Botenstoff kann Blutplättchen zum Verklumpen bringen. Viele dieser Befunde stammen aus Zell- oder Tierversuchen. Wie Ginkgo beim Menschen wirkt, ist nicht vollständig geklärt. Aus einem Laborbefund lässt sich weder ein bestimmter Nutzen in der Behandlung noch die Höhe eines Blutungsrisikos ableiten.
Die Cochrane-Übersichtsarbeit von Wieland und Kollegen aus dem Jahr 2026 umfasst 82 Studien zu Problemen mit Denken und Gedächtnis sowie zu Demenz. Bei einer ärztlich festgestellten leichten Beeinträchtigung des Denkens oder Gedächtnisses ohne Demenz zeigte Ginkgo nach sechs Monaten wahrscheinlich wenig oder keinen Nutzen für das Denken oder die Bewältigung alltäglicher Aufgaben. Bei Demenz sind Verbesserungen beim Denken, beim Gesamtzustand und bei einzelnen Alltagsaufgaben möglich. Diese Befunde sind unsicher, und die Ergebnisse unterscheiden sich stark zwischen den Studien. Die beiden Patientengruppen sind deshalb getrennt zu beurteilen.
Die GEM-Studie von DeKosky und Kollegen (2008) prüfte die Vorbeugung einer Demenz bei 3.069 Menschen ab 75 Jahren. Zu Beginn hatten sie eine normale Denk- und Gedächtnisleistung oder eine ärztlich festgestellte leichte Beeinträchtigung dieser Fähigkeiten. Zweimal täglich 120 mg Ginkgo-Extrakt verringerten das Demenzrisiko nicht. Die Nachbeobachtung dauerte im Median 6,1 Jahre. Der Median liegt in der Mitte der nach ihrer Länge geordneten Beobachtungszeiten. Die Studie untersuchte die Vorbeugung und beantwortet damit nicht, ob Ginkgo Beschwerden einer bereits bestehenden Demenz lindert. Eine eigene Cochrane-Übersicht von 2013 mit 14 Studien untersuchte die Gehstrecke bei verengten Beinarterien. Sie fand keinen überzeugenden Vorteil, der für Betroffene spürbar wäre.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Denken und Gedächtnis bei DemenzDie Cochrane-Übersicht von Wieland und Kollegen (2026) fand bei Menschen mit Demenz nach sechs Monaten mögliche Verbesserungen beim Denken und bei alltäglichen Aufgaben. Die Befunde sind unsicher, und die Ergebnisse unterscheiden sich stark zwischen den Studien. Bei einer ärztlich festgestellten leichten Beeinträchtigung des Denkens oder Gedächtnisses ohne Demenz zeigt sich wahrscheinlich wenig oder kein Nutzen.Erwachsene mit Demenz. Eine ärztlich festgestellte leichte Beeinträchtigung des Denkens oder Gedächtnisses ohne Demenz ist gesondert zu beurteilen. | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Gemischte Befunde | [1] | |
| Gehstrecke bei verengten Beinarterien (periphere arterielle Verschlusskrankheit)Die Cochrane-Übersicht von 2013 umfasste 14 Studien mit 739 Personen. Untersucht wurde, wie weit sie höchstens gehen konnten. Der Unterschied zwischen Blattextrakt und einem Scheinpräparat war statistisch nicht gesichert. Ein für Betroffene spürbarer Vorteil ist damit nicht überzeugend belegt. Daraus lässt sich kein Nutzen für die traditionelle EMA-Anwendung von Blattpulver ableiten.Erwachsene mit Schmerzen beim Gehen durch verengte Beinarterien (Claudicatio intermittens) | UnzureichendUnzureichende Datenlage. Keine belastbaren Studien oder traditionelle Quellen verfügbar. | CEvidenzqualität C. Gemischte oder begrenzte Evidenz. Kleine Studien, Signale, oder traditionelle Anwendung mit EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Kein überzeugender Nutzen belegt | [3] | |
| Vorbeugung einer Demenz bei älteren Erwachsenen ohne DemenzDie GEM-Studie von DeKosky und Kollegen (2008) untersuchte 3.069 Menschen ab 75 Jahren ohne Demenz. Darunter waren 482 mit einer ärztlich festgestellten leichten Beeinträchtigung des Denkens oder Gedächtnisses. Zweimal täglich 120 mg Ginkgo-Extrakt verringerten das Demenzrisiko nicht. Die Nachbeobachtung dauerte im Median 6,1 Jahre. Der Median liegt in der Mitte der nach ihrer Länge geordneten Beobachtungszeiten.Menschen ab 75 Jahren mit normaler Denk- und Gedächtnisleistung oder mit einer ärztlich festgestellten leichten Beeinträchtigung dieser Fähigkeiten | UnzureichendUnzureichende Datenlage. Keine belastbaren Studien oder traditionelle Quellen verfügbar. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Kein Schutz vor Demenz belegt | [2] | |
| Blutungen bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmenEinzelne Fallberichte deuten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Ginkgo und Blutungen hin. Häufig lagen weitere Risikofaktoren vor. Eine gemeinsame Auswertung von 18 Studien fand bei Messwerten zur Blutgerinnung keinen Hinweis auf ein erhöhtes Risiko durch standardisierte Extrakte. Seltene Blutungen oder Risiken bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente sind damit nicht ausgeschlossen. Wenn du gerinnungshemmende Medikamente einnimmst, rät die EMA zur ärztlichen Rücksprache.Erwachsene, die Gerinnungshemmer oder Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen einnehmen. Auch die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel ohne Kortison gehört hier dazu. | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Mögliches Blutungsrisiko | [4][5][6] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Bei Problemen mit Denken und Gedächtnis beziehen sich Forschung und EMA-Monografie auf bestimmte Blattextrakte. Die Monografie nennt einen gereinigten Trockenextrakt mit festgelegtem Gehalt an Inhaltsstoffen. Für einen Teil Extrakt werden 35 bis 67 Teile getrocknete Blätter eingesetzt. Das ist das Drogen-Extrakt-Verhältnis von 35 bis 67:1. Zur Herstellung dient ein Gemisch mit 60 Prozent Aceton nach Gewicht, angegeben als 60 Prozent (m/m). EGb 761 ist ein häufig untersuchter Spezialextrakt. Auch LI 1370 wurde untersucht, ist aber eine eigene Zubereitung. Achte bei einem Arzneimittel auf die genaue Extraktbezeichnung und die Packungsbeilage. Die Angabe „24 Prozent Flavonglykoside, 6 Prozent Terpenlactone“ allein garantiert keine Gleichwertigkeit. Selbst gesammelte Ginkgoblätter und hausgemachter Tee sind mit einem gereinigten Arzneimittelextrakt nicht vergleichbar. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte die Sicherheit von Ginkgoblättertees wegen fehlender Daten nicht abschließend bewerten. Untersuchte Teemischungen enthielten bedenkliche Mengen an Ginkgolsäuren. Sammle die Blätter eines Straßenbaums deshalb nicht für einen Gesundheitstee. Lass dich bei der Auswahl eines Arzneimittels in der Apotheke beraten.
Dosierung
Für den Trockenextrakt aus der EMA-Monografie beträgt die Tagesdosis bei Erwachsenen 240 mg. Du nimmst sie auf einmal oder zweimal täglich je 120 mg. Die Behandlung soll mindestens acht Wochen dauern. Wenn nach drei Monaten keine Besserung eintritt, soll ärztlich geprüft werden, ob du die Einnahme fortsetzt. Werden die Beschwerden zu irgendeinem Zeitpunkt schlimmer, lass die Behandlung dann ärztlich prüfen. Für die gesonderte traditionelle Anwendung von Blattpulver nennt die EMA 750 mg pro Tag. Halten die Beschwerden länger als zwei Wochen an, brauchst du ärztlichen Rat. Die Dosis für Extrakt und Blattpulver lässt sich nicht gegeneinander austauschen. Halte dich an die Packungsbeilage des konkreten Arzneimittels. Besprich vor der Einnahme alle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder in der Apotheke, besonders Mittel, die die Blutgerinnung beeinflussen. Bei solchen Kombinationen ist ärztliche Rücksprache nötig. Eine höhere Dosis ist kein Ausweg, wenn eine Wirkung ausbleibt.
Sicherheit
Verwechslungen
Häufige Fragen
Ist ein gewöhnliches Ginkgo-Präparat dasselbe wie EGb 761?
Nein, nicht automatisch. EGb 761 ist ein bestimmter Spezialextrakt. Sein Herstellungsverfahren, sein Gehalt an Inhaltsstoffen und die Begrenzung der Ginkgolsäuren gehören gemeinsam zu seiner Qualität. Selbst dieselben Prozentangaben auf einer anderen Packung belegen keine Gleichwertigkeit. Auch LI 1370 ist eine eigene Zubereitung. Lass dir in der Apotheke erklären, welcher Extrakt enthalten ist und welche Anwendung und Dosierung die jeweilige Packungsbeilage vorsieht.
Kann ich Ginkgo zusammen mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure einnehmen?
Nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei Ginkgo zusammen mit Acetylsalicylsäure lässt sich ein erhöhtes Blutungsrisiko nicht ausschließen. Fallberichte begründen Vorsicht, beweisen aber weder das genaue Risiko noch eine gleich starke Wechselwirkung bei allen Menschen. Das gilt auch für niedrig dosierte Acetylsalicylsäure zur Herz-Kreislauf-Vorbeugung. Setz ein verordnetes Medikament nicht selbstständig ab, um Ginkgo einzunehmen.
Bei mir ist eine Operation geplant. Wann sollte ich Ginkgo absetzen?
Sag dem Operations- oder Narkoseteam rechtzeitig, welches Ginkgo-Präparat du einnimmst. Die EMA-Monografie empfiehlt, den Blattextrakt vorsorglich drei bis vier Tage vor einer Operation abzusetzen. Je nach Eingriff, Präparat und weiteren Medikamenten kann dein Team eine andere Frist festlegen. Informiere auch vor dem Ziehen eines Zahns oder anderen Eingriffen in den Körper die behandelnde Person. Ist der Termin kurzfristig, melde die Einnahme sofort und lass das weitere Vorgehen abstimmen.
Kann ich aus frischen Ginkgoblättern im Herbst Tee machen?
Davon ist abzuraten. Für selbst gesammelte Ginkgoblätter und hausgemachten Tee sind weder eine vergleichbare Wirkung noch eine sichere Dosierung belegt. Die darin enthaltenen Ginkgolsäuren sind ein zusätzlicher Grund zur Vorsicht. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte Ginkgoblättertees wegen fehlender Daten nicht abschließend als sicher bewerten. Die Studien zu Denken und Gedächtnis untersuchten bestimmte Extrakte. Auch die traditionelle EMA-Anwendung von Blattpulver ist keine Empfehlung für selbst gemachten Tee.
6 Belege.
- Wieland LS; Ludeman E; Chi Y; Feinberg TM; Chen I-H; Chen K-H; Zhu Y; Wolverson E; Amri H. Ginkgo biloba for cognitive impairment and dementia. 2026. doi:10.1002/14651858.CD013661.pub2
- DeKosky ST; Williamson JD; Fitzpatrick AL; Kronmal RA; Ives DG; Saxton JA; et al.; Ginkgo Evaluation of Memory Study Investigators. Ginkgo biloba for prevention of dementia: a randomized controlled trial. 2008. doi:10.1001/jama.2008.683
- Nicolaï SPA; Kruidenier LM; Bendermacher BLW; Prins MH; Stokmans RA; Broos PPHL; Teijink JAW. Ginkgo biloba for intermittent claudication. 2013. doi:10.1002/14651858.CD006888.pub3
- Bent S; Goldberg H; Padula A; Avins AL. Spontaneous bleeding associated with ginkgo biloba: a case report and systematic review of the literature. 2005. doi:10.1007/s11606-005-0114-4
- Kellermann AJ; Kloft C. Is there a risk of bleeding associated with standardized Ginkgo biloba extract therapy? A systematic review and meta-analysis. 2011. doi:10.1592/phco.31.5.490
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Ginkgo biloba L., folium. 2015. Quelle
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.