Echinacea
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Medizinisch verwendet werden vor allem drei Echinacea-Arten: E. purpurea, E. angustifolia und E. pallida. Ihre Nutzung geht auf indigene Gemeinschaften Nordamerikas zurück. Ein Tagebucheintrag von William Clark aus dem Jahr 1804 erwähnt eine über Hugh Heney beschriebene Wurzel, die spätere Herausgeber als E. angustifolia identifizieren. Der Eintrag zeigt nicht, wann die indigene Anwendung begann. Im späten 19. Jahrhundert verbreitete sich die Pflanze in der eklektischen Medizin, einer damaligen medizinischen Richtung Nordamerikas. Später wurde Echinacea auch in der europäischen Pflanzenheilkunde verwendet.
Die Ergebnisse der Studien am Menschen bei Erkältungen sind uneinheitlich. Die Cochrane-Übersicht von 2014 umfasste 24 Studien mit 4631 Teilnehmenden und betonte die Unterschiede zwischen den Präparaten. Die EMA erkennt für bestimmte Presssaftzubereitungen aus frischem E.-purpurea-Kraut eine kurzzeitige Anwendung bei Erkältungen an. Daraus folgt keine allgemeine Wirksamkeit von Echinacea. Laborbefunde zu Alkylamiden, einer pflanzlichen Stoffgruppe, und Immunzellen zeigen mögliche Wirkungsweisen. Sie belegen keine Linderung von Beschwerden beim Menschen.
Bei bekannter Allergie gegen Echinacea oder andere Korbblütler darfst du entsprechende Arzneimittel nicht anwenden. Bei Autoimmunerkrankungen oder bei einer unterdrückten Immunabwehr (Immunsuppression) wird die Einnahme nicht empfohlen. Auch für Kinder unter zwölf Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit reichen die Daten nicht aus. Achte auf Art, Pflanzenteil, Zubereitung und Beipackzettel: Dosierungen und Einnahmedauer lassen sich nicht zwischen Presssaft, Tinktur und Extraktkapseln übertragen.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Echinacea ist eine Gattung nordamerikanischer Pflanzen aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Medizinisch verwendet werden vor allem Echinacea purpurea, E. angustifolia und E. pallida. Je nach Art kommen das Kraut, also die oberirdischen Teile, oder die Wurzeln zum Einsatz. Die Studien am Menschen untersuchen unterschiedliche Zubereitungen, die sich nicht ohne Weiteres gleichsetzen lassen.
Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA/HMPC) bewertet bestimmte Presssaftzubereitungen aus frischem E.-purpurea-Kraut. Er erkennt deren Einnahme zur kurzzeitigen Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen als medizinisch anerkannte Anwendung an. Sein Fachtext zu Anwendung und Sicherheit, die Monografie, beschreibt außerdem die traditionelle äußerliche Anwendung bei kleinen oberflächlichen Wunden. Die Cochrane-Übersicht von 2014 fand bei Erkältungen insgesamt uneinheitliche Ergebnisse. Eine Aussage zu einem untersuchten Präparat gilt deshalb nicht für jedes Echinacea-Produkt.
Geschichte
Verschiedene indigene Gemeinschaften der Great Plains, der großen Ebenen im Inneren Nordamerikas, verwendeten Echinacea, besonders die Wurzel von E. angustifolia. Überliefert sind unter anderem Anwendungen bei Zahnweh, Halsschmerzen und Verletzungen. Die Berichte unterscheiden sich nach Gemeinschaft, Art und Pflanzenteil. Auch Anwendungen nach Schlangenbissen sind dokumentiert. Sie sind historische Überlieferung und kein Wirksamkeitsnachweis für diesen medizinischen Notfall.
Im späten 19. Jahrhundert verbreitete die eklektische Medizin, eine damalige medizinische Richtung in Nordamerika, E.-angustifolia-Zubereitungen. King’s American Dispensatory von 1898 beschreibt die Pflanze ausführlich. Im 20. Jahrhundert gewann E. purpurea in der europäischen Pflanzenheilkunde an Bedeutung. Die dort entwickelten Kraut- und Extraktpräparate unterscheiden sich von den älteren Wurzelzubereitungen. Historische Anwendungen und moderne Studien müssen jeweils der passenden Art und Zubereitung zugeordnet werden.
Wirkmechanismus
Echinacea-Arten enthalten unter anderem Alkylamide, Verbindungen der Kaffeesäure und Mehrfachzucker (Polysaccharide). Ihre Zusammensetzung hängt von Art, Pflanzenteil und Herstellung ab. Cichoriensäure ist ein charakteristischer Inhaltsstoff von E. purpurea. Echinacosid ist besonders aus E. angustifolia und E. pallida bekannt. In Zellversuchen beeinflussen Alkylamide, eine Gruppe pflanzlicher Inhaltsstoffe, die Weitergabe von Signalen in Immunzellen. Dabei spielen unter anderem Andockstellen für Botenstoffe eine Rolle, die Cannabinoid-CB2-Rezeptoren.
Versuche mit Zellen und Tieren zeigen unterschiedliche Effekte auf Entzündungssignale und die Aktivität von Immunzellen. Solche Befunde belegen keine allgemeine „Stärkung“ des Immunsystems durch die Einnahme von Echinacea. Ob und wie sie zu einem Nutzen beim Menschen beitragen, ist nicht geklärt. Auch die EMA-Monografie nennt für die erfassten Presssaftzubereitungen keinen gesicherten Wirkmechanismus.
Karsch-Völk und Kollegen werteten 2014 für Cochrane 24 Studien mit 4631 Teilnehmenden aus. In diesen Studien wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip den Vergleichsgruppen zugeteilt. Weil sich Arten, Pflanzenteile und Extrakte unterschieden, fasste die Übersicht nicht alle Präparate in einer gemeinsamen Hauptauswertung zusammen. Die Ergebnisse zur Behandlung von Erkältungen waren uneinheitlich. Nur einzelne Studien fanden eine statistisch nachweisbare Verkürzung der Erkältungsdauer. Ein verlässlicher allgemeiner Behandlungseffekt war damit nicht belegt. Ein schwacher Nutzen einzelner Produkte blieb möglich.
Goel und Kollegen nahmen 2004 insgesamt 282 Erwachsene in eine Studie auf. Davon bekamen 128 während der Studie eine Erkältung. Untersucht wurde der E.-purpurea-Extrakt Echinilin, dessen Gehalt an bestimmten Inhaltsstoffen festgelegt war. Bei den Teilnehmenden, die alle Vorgaben des Studienplans einhielten, war die täglich erfasste Gesamtpunktzahl für die Beschwerden um 23,1 Prozent niedriger als mit einem Scheinpräparat. Jawad und Kollegen untersuchten 2012 über vier Monate einen alkoholischen Extrakt aus 95 Prozent frischem E.-purpurea-Kraut und 5 Prozent Wurzel. Die 755 Erwachsenen wurden nach dem Zufallsprinzip dem Extrakt oder einem Scheinpräparat zugeteilt. Für 717 lagen Angaben zum weiteren Verlauf vor. In der Extraktgruppe gab es insgesamt weniger Erkältungstage und weniger Erkältungen, bei denen Schmerzmittel eingenommen wurden. Die Gesamtzahl der Erkältungen unterschied sich jedoch nicht statistisch nachweisbar.
Die EMA-Monografie beschreibt Anwendung und Sicherheit bestimmter Arzneizubereitungen. Die Cochrane-Übersicht vergleicht hingegen Studien zu sehr verschiedenen Produkten. Für die Einnahme bestimmter Presssäfte aus frischem E.-purpurea-Kraut nennt die EMA eine medizinisch anerkannte Anwendung zur kurzzeitigen Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen. Das belegt keine Wirksamkeit beliebiger Nahrungsergänzungsmittel oder anderer Arten und Extrakte.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kurzzeitige Anwendung bei Erkältungen: bestimmte E.-purpurea-PresssäfteDie Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertet bestimmte Presssaftzubereitungen aus frischem E.-purpurea-Kraut. Deren Einnahme zur kurzzeitigen Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen ordnet sie als medizinisch anerkannt ein. Ihr Fachtext zu Anwendung und Sicherheit, die Monografie, beschreibt außerdem die traditionelle äußerliche Anwendung bei kleinen oberflächlichen Wunden. Diese Einordnung gilt nicht für alle Extrakte. | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bewertet bestimmte Presssaftzubereitungen aus frischem E.-purpurea-Kraut. Deren Einnahme zur kurzzeitigen Vorbeugung und Behandlung von Erkältungen ordnet sie als medizinisch anerkannt ein. Ihr Fachtext zu Anwendung und Sicherheit, die Monografie, beschreibt außerdem die traditionelle äußerliche Anwendung bei kleinen oberflächlichen Wunden. Diese Einordnung gilt nicht für alle Extrakte. | [9] | |
| Vorbeugung und Behandlung von ErkältungenDie Cochrane-Übersicht von 2014 mit 24 Studien und 4631 Teilnehmenden fand uneinheitliche Ergebnisse. Die Präparate unterschieden sich in Art, Pflanzenteil und Herstellung. Ein allgemeiner Behandlungseffekt war nicht belegt. Ein schwacher Nutzen einzelner Produkte oder ein kleiner vorbeugender Effekt blieb möglich. | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Die Cochrane-Übersicht von 2014 mit 24 Studien und 4631 Teilnehmenden fand uneinheitliche Ergebnisse. Die Präparate unterschieden sich in Art, Pflanzenteil und Herstellung. Ein allgemeiner Behandlungseffekt war nicht belegt. Ein schwacher Nutzen einzelner Produkte oder ein kleiner vorbeugender Effekt blieb möglich. | [5][6][2][1] | |
| Beeinflussung von Immunzellen in ZellversuchenZell- und Tierstudien zeigen Effekte auf Entzündungssignale und Immunzellen. Daraus lässt sich keine allgemeine Immunstärkung oder verlässliche Linderung von Beschwerden durch die Einnahme eines Echinacea-Produkts ableiten. | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Zell- und Tierstudien zeigen Effekte auf Entzündungssignale und Immunzellen. Daraus lässt sich keine allgemeine Immunstärkung oder verlässliche Linderung von Beschwerden durch die Einnahme eines Echinacea-Produkts ableiten. | [8][3][4] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Echinacea-Arzneimittel enthalten je nach Produkt Presssaft, Tinkturen oder Trockenextrakte. Entscheidend sind die genaue Art, der Pflanzenteil und das Herstellungsverfahren. Die EMA-Monografie zum frischen E.-purpurea-Kraut erfasst ausgepressten Saft mit einem Verhältnis von eingesetztem Kraut zu gewonnenem Saft von 1,5 bis 2,5:1 sowie entsprechenden getrockneten Saft. Ein alkoholischer Extrakt ist damit nicht automatisch gleichzusetzen. Richte dich nach dem Beipackzettel des konkreten Arzneimittels.
Dosierung nach Ziel
| Ziel | Dosis | Form | Dauer | Personengruppe |
|---|---|---|---|---|
| Acute common cold, starting at first symptoms | 6 bis 9 mL/d, Divided into single doses of 1.5–4.5 mL; total 6–9 mL daily | Fresh E. purpurea herb expressed juice (DER 1.5–2.5:1) or equivalent dried juice | ||
| Prevention of common colds in the trial protocol | 2.7 mL/d, 0.9 mL three times daily | Echinaforce: alcoholic extract of fresh E. purpurea herb (95%) and root (5%) |
Für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren nennt die EMA bei den erfassten E.-purpurea-Presssaftzubereitungen zum Einnehmen insgesamt 6 bis 9 ml täglich, bei Einzeldosen von 1,5 bis 4,5 ml. Die Anwendung beginnt bei ersten Erkältungszeichen und dauert höchstens zehn Tage. Auch für die kurzzeitige Vorbeugung gilt diese Grenze. Die Menge ist keine allgemeine Tinkturdosis. Bei hohem Fieber, einer Verschlechterung oder Beschwerden über zehn Tage holst du ärztlichen Rat ein. Für andere Extrakte gelten deren eigene Produktangaben.
Sicherheit
Wechselwirkungen
| Substanz | Schweregrad | Mechanismus | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Immunosuppressants (tacrolimus, ciclosporin, methotrexate) | Hoch | Echinacea könnte theoretisch der Unterdrückung der Immunabwehr entgegenwirken. Eine solche Wechselwirkung ist beim Menschen nicht gesichert. Wegen möglicher Wirkungen auf das Immunsystem wird die Kombination nicht empfohlen. | Kombination vermeiden und eine geplante Einnahme mit deinem Behandlungsteam besprechen. |
| Caffeine | Niedrig | Ein E.-purpurea-Wurzelpräparat verringerte in einer kleinen Studie den Koffeinabbau. Die Bedeutung für andere Präparate oder spürbare Beschwerden ist unklar. | Wenn du empfindlich auf Koffein reagierst, achte während der Einnahme auf Unruhe oder Schlafprobleme und reduziere bei Bedarf die Koffeinmenge. |
| Midazolam | Mittel | In einer Studie mit E.-purpurea-Wurzel wurde direkt in eine Vene verabreichtes Midazolam schneller aus dem Blut entfernt. Dieser Messwert heißt Clearance. Bei Midazolam zum Einnehmen zeigte sich für diesen Messwert kein statistisch gesicherter Unterschied. Welche Bedeutung das für die Behandlung hat, ist unklar. | Informiere das für die Narkose zuständige Team vor einem Eingriff darüber, welche pflanzlichen Präparate du einnimmst. |
Wechselwirkungen mit Medikamenten
In einer Studie mit zwölf gesunden Erwachsenen veränderte ein E.-purpurea-Wurzelpräparat, wie schnell Koffein und das direkt in eine Vene verabreichte Midazolam aus dem Blut entfernt wurden. Bei Midazolam zum Einnehmen zeigte sich für diesen Messwert, die Clearance, kein statistisch gesicherter Unterschied. Die Ergebnisse lassen sich nicht auf alle Echinacea-Produkte oder alle Medikamente übertragen, die das Enzym CYP3A4 abbaut. Welche Bedeutung das für die Behandlung hat, ist unklar. Auch eine Abschwächung von Arzneimitteln, die die Immunabwehr unterdrücken (Immunsuppressiva), wird theoretisch befürchtet. Als Wechselwirkung beim Menschen ist das nicht gesichert. Bei einer unterdrückten Immunabwehr wird Echinacea nicht empfohlen.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen Echinacea oder andere Korbblütler. Für Kinder unter zwölf Jahren empfiehlt die EMA die erfassten Presssaftzubereitungen wegen unzureichender Daten nicht. In Schwangerschaft und Stillzeit wird die Einnahme ebenfalls nicht empfohlen, außer auf ärztlichen Rat. Bei Autoimmunerkrankungen, Immunschwäche oder einer unterdrückten Immunabwehr (Immunsuppression) gelten die oben genannten Einschränkungen.
Nebenwirkungen
| Wirkung | Häufigkeit | Schweregrad | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Unangenehmer Geschmack / Kribbeln auf der Zunge (Tinktur) | Unbekannt | Leicht | Alkylamide können Kribbeln verursachen. Das belegt weder die Qualität noch die Wirksamkeit eines Produkts. Bei Schwellung, Ausschlag oder Atemproblemen nicht als harmlosen Geschmackseffekt abtun. |
| Leichte Magen-Darm-Beschwerden | Unbekannt | Leicht | Bei anhaltenden Beschwerden absetzen und ärztlichen Rat oder Rat in der Apotheke einholen. |
| Allergische Hautreaktionen (Ausschlag, Juckreiz) | Unbekannt | Mittel | Absetzen und ärztlichen Rat einholen. Bei bekannter Echinacea- oder Korbblütler-Allergie nicht anwenden. |
| Schwere allergische Allgemeinreaktion (Anaphylaxie) | Unbekannt | Stark | Bei Atemnot, Kreislaufproblemen oder Schwellung von Zunge oder Rachen sofort medizinische Hilfe holen. Das Risiko ist nicht auf Menschen mit bekannter Korbblütler-Allergie beschränkt. |
Berichtet werden unter anderem Magen-Darm-Beschwerden und unangenehme Empfindungen im Mund. Allergische Reaktionen können Hautausschlag, Juckreiz und Schwellungen umfassen. Auch schwere Reaktionen sind bekannt. Für die einzelnen Reaktionen sind keine verlässlichen Häufigkeiten angegeben. Setze das Präparat bei einem Allergieverdacht ab. Bei Atemnot oder Schwellung von Zunge oder Rachen brauchst du sofort medizinische Hilfe.
Verwechslungen
Häufige Fragen
Wirkt Echinacea wirklich gegen Erkältungen?
Ein verlässlicher Nutzen für alle Echinacea-Produkte ist nicht belegt. Die Cochrane-Übersicht von 2014 fand uneinheitliche Ergebnisse und hielt einen schwachen Nutzen einzelner Präparate für möglich. Die EMA erkennt für bestimmte Presssaftzubereitungen aus frischem E.-purpurea-Kraut eine kurzzeitige Anwendung bei Erkältungen an. Entscheidend ist deshalb, welche Art, welcher Pflanzenteil und welcher Extrakt untersucht wurden.
Wer sollte Echinacea nicht einnehmen?
Bei bekannter Allergie gegen Echinacea oder andere Korbblütler darfst du entsprechende Arzneimittel nicht anwenden. Bei Autoimmunerkrankungen richtet sich die Abwehr gegen den eigenen Körper. Bei solchen Erkrankungen, bei Immunschwäche oder wenn die Immunabwehr unterdrückt wird (Immunsuppression), wird die Einnahme nicht empfohlen. Für Kinder unter zwölf Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit sind die Daten unzureichend. Besprich eine geplante Einnahme in diesen Situationen mit deinem Behandlungsteam.
Wie lange kann ich Echinacea einnehmen?
Für die in der EMA-Monografie erfassten E.-purpurea-Presssaftzubereitungen gilt für die Einnahme eine Höchstdauer von zehn Tagen. Ein bestimmter Kraut-Wurzel-Extrakt wurde in der Studie von Jawad vier Monate lang untersucht. Das erlaubt keine Übertragung auf andere Präparate und ist keine allgemeine Empfehlung für eine dauerhafte Einnahme. Für Einnahmepausen in festen Zyklen gibt es aus diesen Quellen ebenfalls keine allgemeine Regel. Halte dich an den Beipackzettel.
Echinacea purpurea, angustifolia oder pallida: Welche Art ist am besten?
Eine allgemein beste Art lässt sich aus den Studien nicht ableiten. E. purpurea, E. angustifolia und E. pallida unterscheiden sich in ihren Inhaltsstoffen. Zusätzlich spielen Pflanzenteil und Herstellung eine Rolle. Auch ein Ganzpflanzenextrakt ist nicht automatisch besser als ein Kraut- oder Wurzelpräparat. Prüfe, welche Art, welcher Pflanzenteil und welche Herstellung auf der Packung angegeben sind und ob die Studien diese Zubereitung untersucht haben.
9 Belege.
- Shah SA, Sander S, White CM, Rinaldi M, Coleman CI. Evaluation of echinacea for the prevention and treatment of the common cold: a meta-analysis. 2007. doi:10.1016/S1473-3099(07)70160-3
- Jawad M, Schoop R, Suter A, Klein P, Eccles R. Safety and Efficacy Profile of Echinacea purpurea to Prevent Common Cold Episodes: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Trial. 2012. doi:10.1155/2012/841315
- Mattace Raso G, Pacilio M, Di Carlo G, Esposito E, Pinto L, Meli R. In-vivo and in-vitro anti-inflammatory effect of Echinacea purpurea and Hypericum perforatum. 2002. doi:10.1211/002235702760345464
- Zhai Z, Solco A, Wu L, Wurtele ES, Kohut ML, Murphy PA, Cunnick JE. Echinacea increases arginase activity and has anti-inflammatory properties in RAW 264.7 macrophage cells, indicative of alternative macrophage activation. 2009. doi:10.1016/j.jep.2008.11.028
- Karsch-Völk M, Barrett B, Kiefer D, Bauer R, Ardjomand-Woelkart K, Linde K. Echinacea for preventing and treating the common cold. 2014. doi:10.1002/14651858.CD000530.pub3
- Goel V, Lovlin R, Barton R, Lyon MR, Bauer R, Lee TDG, Basu TK. Efficacy of a standardized echinacea preparation (Echinilin) for the treatment of the common cold: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. 2004. doi:10.1111/j.1365-2710.2003.00542.x
- Gorski JC, Huang SM, Pinto A, Hamman MA, Hilligoss JK, Zaheer NA, Desai M, Miller M, Hall SD. The effect of echinacea (Echinacea purpurea root) on cytochrome P450 activity in vivo. 2004. doi:10.1016/j.clpt.2003.09.013
- Gertsch J, Schoop R, Kuenzle U, Suter A. Echinacea alkylamides modulate TNF-alpha gene expression via cannabinoid receptor CB2 and multiple signal transduction pathways. 2004. doi:10.1016/j.febslet.2004.10.064
- European Medicines Agency, Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC). European Union herbal monograph on Echinacea purpurea (L.) Moench, herba recens. 2015. Quelle
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