Cordyceps
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Der traditionelle Raupenpilz Ophiocordyceps sinensis stammt aus dem tibetischen Hochland und dem Himalaya. Verwendet wird häufig die Einheit aus abgestorbener, erhalten gebliebener Mottenraupe und Pilz. Eine bei Winkler wiedergegebene tibetische Textpassage aus dem 15. Jahrhundert beschreibt ihn als Mittel zur Förderung der sexuellen Lust. Das chinesische Ben Cao Cong Xin von 1757 nennt Anwendungen im Zusammenhang mit Lunge und Niere. Diese historischen Aussagen sind keine heutigen Behandlungsnachweise.
Auch aus Sikkim in Indien ist die traditionelle Verwendung dokumentiert. Heutige Präparate enthalten unterschiedliche Materialien. C. militaris, das durch Fermentation gezüchtete Pilzfadengeflecht von Cs-4 und wild gesammelter Raupenpilz sind nicht gleichzusetzen. Zucht vermeidet die Wildsammlung, bedeutet aber nicht automatisch, dass ein Produkt vegan ist. Dafür sind das verwendete Nährmaterial und sämtliche Zutaten entscheidend.
Die Ergebnisse aus Studien am Menschen zur körperlichen Leistungsfähigkeit sind uneinheitlich. Eine kleine Cs-4-Pilotstudie zeigte keine Verbesserung der maximalen Sauerstoffaufnahme. Bei einer Mischung aus sechs Pilzen gab es erst in einer kleinen Verlängerung der Studie, die erste Hinweise liefern sollte, einen entsprechenden Hinweis. Das reicht weder für eine allgemeine Ausdauerzusage noch für eine einheitliche Dosierung aller Cordyceps-Produkte.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Unter dem Namen Cordyceps werden unterschiedliche Pilzpräparate angeboten. Der traditionelle Raupenpilz Ophiocordyceps sinensis, früher Cordyceps sinensis genannt, wächst im tibetischen Hochland und im Himalaya aus einer von ihm befallenen Mottenraupe. Cordyceps militaris ist eine andere Art, die sich unter anderem auf Reis züchten lässt. Daneben gibt es Cs-4 und andere Präparate aus Myzel, dem Geflecht aus Pilzfäden. Dieses wird durch Fermentation hergestellt, also durch Pilzwachstum unter kontrollierten Bedingungen. Diese Formen unterscheiden sich in Herkunft, Herstellung und Zusammensetzung. Studien zu einem Präparat gelten nicht automatisch für die anderen.
In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) heißt der wilde Raupenpilz Dong Chong Xia Cao, übersetzt „Winterwurm, Sommergras“. Er wird als stärkendes Mittel verwendet und den Funktionskreisen Niere und Lunge zugeordnet. Diese Funktionskreise beschreiben traditionelle Vorstellungen vom Körper. Die Zuordnung weist keine Wirkung auf die entsprechenden Organe nach. Die Forschung untersucht unter anderem Cordycepin und Polysaccharide, große Moleküle aus verbundenen Zuckerbausteinen. Kleine Studien am Menschen liefern uneinheitliche Ergebnisse zur körperlichen Leistungsfähigkeit. Eine allgemeine Ausdauersteigerung durch Cordyceps ist damit nicht belegt.
Geschichte
Der Raupenpilz gehört seit Jahrhunderten zur tibetischen Heilkunde. Daniel Winkler gibt in seiner Arbeit von 2008 eine übersetzte Passage des Arztes Nyamnyi Dorje aus dem 15. Jahrhundert wieder, die den Pilz als Mittel zur Förderung der sexuellen Lust beschreibt. Später findet er sich in chinesischen Arzneibüchern: Das Ben Cao Cong Xin von 1757 nennt Anwendungen im Zusammenhang mit Lunge und Niere. Der Name „Winterwurm, Sommergras“ greift das Erscheinungsbild auf: Aus der vom Pilz durchwachsenen Raupe wächst ein schlanker Fruchtkörper. Überliefert sind auch Zubereitungen mit Huhn oder Ente.
Der Handel mit wildem Raupenpilz ist für viele Hochlandgemeinden eine wichtige Einkommensquelle. Hohe Nachfrage und Sammeldruck belasten die Bestände. Eine Untersuchung von 2018 verbindet ihren Rückgang auch mit der Klimaerwärmung. Kultivierte Pilzpräparate benötigen diese Wildsammlung nicht. Dazu zählen C. militaris und Cs-4, ein durch Fermentation gewonnenes Präparat aus Pilzfäden. Der dabei verwendete Stamm wird in der Studie als Paecilomyces hepiali bezeichnet. Cs-4 ist weder wild gesammelter Raupenpilz noch C. militaris. Die tibetische Nutzungsgeschichte lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf solche Präparate übertragen.
Wirkmechanismus
In der Forschung stehen unter anderem Cordycepin und verschiedene Polysaccharide im Mittelpunkt. Polysaccharide bestehen aus vielen miteinander verbundenen Zuckerbausteinen. Cordycepin, chemisch 3′-Desoxyadenosin, ähnelt dem körpereigenen Stoff Adenosin und ist aus C. militaris bekannt. Sein Gehalt hängt von Art, Zuchtstamm und Zuchtbedingungen ab. In Zell- und Tierversuchen werden seine Einflüsse auf den Stoffwechsel und die Signalübertragung zwischen und innerhalb von Zellen untersucht. Auch aus Pilzen gewonnene Polysaccharide beeinflussen in solchen Versuchen Abwehrzellen. Ein gesundheitlicher Nutzen eines beliebigen Cordyceps-Produkts ist damit nicht nachgewiesen.
Für die Sportforschung ist die Frage interessant, ob bestimmte Präparate den Energiestoffwechsel oder die Sauerstoffnutzung beeinflussen. Die vorgeschlagenen Mechanismen beruhen überwiegend auf Zell- und Tierversuchen. Daraus lässt sich noch keine verlässliche Leistungssteigerung beim Menschen ableiten. Auch ein hoher Cordycepin- oder Polysaccharidgehalt allein sagt nicht aus, ob ein Produkt beim Menschen wirksam ist.
Chen und Kollegen untersuchten 2010 drei Gramm Cs-4 täglich über zwölf Wochen. 20 gesunde Erwachsene im Alter von 50 bis 75 Jahren wurden nach dem Zufallsprinzip Cs-4 oder einem Scheinpräparat zugeteilt. 15 schlossen die Studie ab. Gegenüber Studienbeginn verbesserten sich einzelne Messwerte zur Reaktion von Stoffwechsel und Atmung auf steigende Belastung. Die Gesamtanalyse zeigte jedoch keinen statistisch gesicherten Unterschied zwischen den Gruppen. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung (VO2max) stieg nicht nachweisbar. Hirsch und Kollegen untersuchten 2017 vier Gramm einer Mischung aus sechs Pilzen, darunter C. militaris. Bei 28 jungen, sportlich aktiven Erwachsenen zeigte sich nach einer Woche kein statistisch gesicherter Vorteil gegenüber einem Scheinpräparat. Nur zehn Personen nahmen an einer Verlängerung der Studie teil, die erste Hinweise liefern sollte. Nach drei Wochen zeigte sich bei ihnen ein Unterschied zugunsten der Pilzmischung bei der VO2max. Daraus lässt sich keine Wirkung von C. militaris allein ableiten.
Die Aussagekraft dieser Studien ist durch kleine Teilnehmerzahlen, kurze Laufzeiten und unterschiedliche Präparate begrenzt. Sie zeigen weder, dass Cordyceps generell die Ausdauer steigert, noch dass ein möglicher Nutzen ausschließlich älteren oder untrainierten Menschen vorbehalten wäre. Die Übersichtsarbeit von Tuli und Kollegen (2014) behandelt vor allem biologische Wirkungen und mögliche Mechanismen von Cordycepin. Sie ersetzt keinen Nachweis einer Wirkung beim Menschen für die hier beschriebenen Produkte.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Körperliche Leistungsfähigkeit mit bestimmten kultivierten PräparatenIn der kleinen Cs-4-Studie von Chen (2010) lagen für 15 Personen vollständige Daten vor. Gegenüber Studienbeginn verbesserten sich einzelne Messwerte zur Reaktion von Stoffwechsel und Atmung auf steigende Belastung. In der Gesamtanalyse fand sich jedoch kein statistisch gesicherter Unterschied zwischen den Gruppen. Auch die maximale Sauerstoffaufnahme unter Belastung (VO2max) stieg nicht nachweisbar. Hirsch (2017) prüfte eine Mischung aus sechs Pilzen mit C. militaris. Bei 28 Personen zeigte sich nach einer Woche kein statistisch gesicherter Vorteil gegenüber einem Scheinpräparat. Eine erste Auswertung nach drei Wochen mit nur zehn Personen deutete auf eine höhere VO2max hin. Daraus lässt sich weder eine allgemeine Cordyceps-Wirkung noch eine Wirkung von C. militaris allein ableiten.Gesunde Erwachsene von 50 bis 75 Jahren. Junge Freizeitsportlerinnen und Freizeitsportler | VorläufigVorläufige Forschung. Erste kleine Studien deuten einen Effekt an, sind aber noch nicht repliziert. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Gemischte Befunde | [1][2] | |
| Traditionelle Anwendung als stärkendes Mittel für die Funktionskreise Niere und Lunge in der chinesischen MedizinDas Ben Cao Cong Xin von 1757 beschreibt den Raupenpilz im Zusammenhang mit Lunge und Niere. Winkler berichtet auch von stärkenden Zubereitungen mit Huhn oder Ente. Mit Lunge und Niere sind hier traditionelle Vorstellungen von Körperfunktionen gemeint. Sie entsprechen nicht unmittelbar heutigen Organdiagnosen. Die Überlieferung belegt die Verwendung, aber keine Wirksamkeit eines modernen Präparats aus gezüchteten Pilzen.Traditionelle Verwendung des wilden Raupenpilzes in der TCM | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditioneller Gebrauch | ||
| Traditionelle Anwendung bei AtemwegsbeschwerdenChinesische Quellen und die Feldstudie aus Sikkim dokumentieren Anwendungen des wilden Raupenpilzes bei Husten und anderen Atemwegsbeschwerden. Die Angaben stammen aus historischen Texten und aus Befragungen zum örtlichen Gebrauch. Zell- und Tierversuche zu einzelnen Inhaltsstoffen stellen eine andere Art von Forschung dar und bestätigen solche Anwendungen nicht klinisch.Traditionelle Anwendung in der TCM | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditioneller Gebrauch | [4] | |
| Signalübertragung in Abwehrzellen bei Labor- und TierversuchenForschende untersuchen Cordycepin und verschiedene aus Pilzen gewonnene Polysaccharide auf ihre Einflüsse auf Abwehrzellen. Polysaccharide sind große Moleküle aus vielen verbundenen Zuckerbausteinen. Die Übersichtsarbeit von Tuli und Kollegen (2014) beschreibt vor allem biologische Wirkungen und mögliche Erklärungen dafür. Ob Menschen gesundheitlich davon profitieren und ob verschiedene Cordyceps-Präparate ähnlich wirken, lässt sich aus solchen Laborbefunden nicht ableiten.Labor- und Tierversuche | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Labor- und Tierversuche | [3] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Cordyceps wird als Pulver, Kapsel oder flüssiger Extrakt angeboten. Achte auf die Pilzart, gegebenenfalls den Zuchtstamm und das verarbeitete Material auf dem Etikett. Verarbeitet werden Fruchtkörper, das Geflecht aus Pilzfäden (Myzel) oder dieses Geflecht samt dem Nährmaterial, auf dem es gewachsen ist. Cs-4 ist ein bestimmtes Fermentationsprodukt und nicht mit C. militaris gleichzusetzen. Auch das Verfahren zur Gewinnung eines Extrakts beeinflusst seine Zusammensetzung. Eine doppelte Extraktion mit Wasser und Alkohol ist für sich genommen kein Wirksamkeitsnachweis. In historischen Zubereitungen wurde wild gesammelter Raupenpilz unter anderem mit Huhn oder Ente gekocht. Ein heutiges Pulver oder ein Extrakt ist damit nicht mengenmäßig gleichzusetzen. Ob eine Zubereitung aus gezüchteten Pilzen vegan ist, hängt vom verwendeten Nährmaterial und von weiteren Zutaten wie der Kapselhülle ab. Die Bezeichnung C. militaris allein genügt dafür nicht.
Dosierung
Die untersuchten Mengen gelten jeweils für das geprüfte Präparat. Chen und Kollegen verwendeten drei Gramm Cs-4 pro Tag, verteilt auf drei Einnahmen, über zwölf Wochen. Hirsch und Kollegen prüften vier Gramm einer Mischung aus sechs Pilzen täglich für eine Woche. Zehn Personen aus der Pilzmischungs- und der Placebogruppe nahmen an der Verlängerung auf insgesamt drei Wochen teil. Das sind Studienangaben, keine allgemeine Dosierungsempfehlung für C. militaris, wild gesammeltes Material oder beliebige Extrakte. Für eine verlässliche leistungssteigernde Dosis oder einen optimalen Einnahmezeitpunkt reichen diese Studien nicht aus. Ein Cordycepin-Wert auf dem Etikett macht verschiedene Produkte nicht gleichwertig. Richte dich bei einem konkreten Präparat nach dessen Angaben und kläre die Einnahme bei Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme ärztlich ab. Eine Dosissteigerung auf eigene Faust lässt sich aus den genannten Studien nicht begründen.
Sicherheit
Verwechslungen
Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen
Andere Raupenpilze und verwandte Arten
Unter Raupenpilzen werden verschiedene Pilze zusammengefasst, die Insekten befallen. Ähnliche Wildfunde und unterschiedlich bezeichnete Zuchtstämme können sich in ihrer Zusammensetzung unterscheiden. Ein Stamm ist eine bestimmte Zuchtlinie innerhalb einer Art. Die frühere Gattung Cordyceps wurde in mehrere Gattungen aufgeteilt. Für ein Präparat sind deshalb die genaue Art, der Stamm und das verarbeitete Material wichtiger als der Sammelbegriff.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen wildem Cordyceps sinensis und gezüchtetem Cordyceps militaris?
Wilder Ophiocordyceps sinensis besteht aus dem Pilz und der von ihm durchwachsenen Raupe. Er stammt aus dem tibetischen Hochland und dem Himalaya. Cordyceps militaris ist eine andere Art und lässt sich züchten, etwa auf Reis. Cs-4 wird dagegen durch Fermentation hergestellt, also durch das Wachstum des Pilzes unter kontrollierten Bedingungen. Verwendet wird sein Myzel, das Geflecht aus Pilzfäden. Der untersuchte Stamm wird in der Forschung als Paecilomyces hepiali bezeichnet. Zusammensetzung und Studienlage unterscheiden sich. Ergebnisse zu einer dieser Formen gelten deshalb nicht automatisch für die anderen.
Was ist Cordycepin und was bewirkt es?
Cordycepin, chemisch 3′-Desoxyadenosin, ähnelt dem körpereigenen Stoff Adenosin. Es wird aus C. militaris gewonnen und wegen seiner biologischen Wirkungen untersucht. Die Konzentration hängt unter anderem von Zuchtstamm, Nährboden und Verarbeitung ab. Ein auf dem Etikett angegebener Gehalt kann ein Produkt beschreiben, ist aber kein Beleg für bessere Ausdauer oder andere gesundheitliche Wirkungen. Eine allgemein anerkannte wirksame Mindestkonzentration von 0,2 Prozent lässt sich aus den genannten Studien nicht ableiten.
Soll ich Cordyceps vor dem Training nehmen?
Für die Empfehlung, Cordyceps 30 bis 60 Minuten vor dem Training einzunehmen, liefern die hier genannten Studien keine Grundlage. Chen untersuchte Cs-4 über zwölf Wochen, Hirsch eine Pilzmischung über eine beziehungsweise drei Wochen. Das sind keine Belege für einen optimalen Zeitpunkt vor einer einzelnen Trainingseinheit. Auch ein traditionelles asiatisches Einnahmeschema vor dem Training ist dadurch nicht dokumentiert.
Ist Cordyceps vegan?
Wild gesammelter Ophiocordyceps sinensis wird zusammen mit der abgestorbenen, erhalten gebliebenen Raupe verwendet und ist nicht vegan. Kultivierter C. militaris kann vegan hergestellt werden, wird aber auch auf tierischem Material kultiviert. Entscheidend sind das Material, auf dem der Pilz gezüchtet wurde, mögliche tierische Zusätze und weitere Produktbestandteile wie die Kapselhülle. Achte deshalb auf eine nachvollziehbare vegane Kennzeichnung. Der Artname allein reicht nicht.
4 Belege.
- Chen S, Li Z, Krochmal R, Abrazado M, Kim W, Cooper CB. Effect of Cs-4 (Cordyceps sinensis) on exercise performance in healthy older subjects: a double-blind, placebo-controlled trial. 2010. doi:10.1089/acm.2009.0226
- Hirsch KR, Smith-Ryan AE, Roelofs EJ, Trexler ET, Mock MG. Cordyceps militaris improves tolerance to high intensity exercise after acute and chronic supplementation. 2017. doi:10.1080/19390211.2016.1203386
- Tuli HS, Sandhu SS, Sharma AK. Pharmacological and therapeutic potential of Cordyceps with special reference to Cordycepin. 2014. doi:10.1007/s13205-013-0121-9
- Panda AK, Swain KC. Traditional uses and medicinal potential of Cordyceps sinensis of Sikkim. 2011. doi:10.4103/0975-9476.78183
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.