Christiane's Naturkraft
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Anis

Pimpinella anisum
WofürFür alle, die einen gut verträglichen traditionellen Tee bei Verdauungsbeschwerden und Atemwegskatarrh suchen, oder beim Backen den unverwechselbaren Anisduft in Lebkuchen, Gewürzbrot und Anisbrezerl wollen.
Klinische Evidenz
Historische Bedeutung
85Hohe historische Bedeutung
SicherheitGut verträglichAnistee in moderaten Mengen und Anis als Backgewürz haben beide eine lange, gut bewährte Hausmittelgeschichte in der mediterranen und österreichischen Tradition. Der Estragol-Vorbehalt gilt dem konzentrierten ätherischen Öl, nicht dem aufgegossenen Tee oder der gewürzlichen Verwendung. Seltene Doldenblütler-Kreuzreaktivitäten mit Sellerie, Karotte, Fenchel oder Kümmel sind der zweite Bedacht, und Anis ist nicht dieselbe Pflanze wie Sternanis.
Tradition
Übliche Zubereitungen
Samen ganzSamen gemahlenTeeSirupÄtherisches Öl VorsichtLebkuchen Gewürz

In Kürze

Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen

Der Anis (Pimpinella anisum) ist ein aromatisches Doldenblütler-Kraut, dessen reife Früchte, der Anissamen, eine ungewöhnlich tiefe Traditionsgeschichte tragen. Dioskurides beschrieb ihn um 65 nach Christus als wärmend, verdauungsfördernd und karminativ, Plinius schrieb ein Jahrzehnt später über ihn, und das karolingische Capitulare de villis ordnete bereits im frühen neunten Jahrhundert seinen Anbau in den Kron- und Klostergärten an. Von dort fand er seinen Platz in der österreichischen und deutschen Hausmittelpraxis und in der Weihnachtsbäckerei, ein durchgehender Faden von der Antike bis heute.

Unabhängige Traditionen treffen sich bei derselben Hauptanwendung: sanfte Unterstützung der Verdauung und bei Blähungen und Völlegefühl, mit einer zweiten Rolle als Expektorans bei Husten im Rahmen einer Erkältung. Die Europäische Arzneimittel-Agentur () führt Anisfrucht und Anisöl als pflanzliche Arzneimittel der traditionellen Anwendung für diese Indikationen, und die deutsche Kommission E sowie ESCOP zeichnen dasselbe Bild. Die moderne Einzelkräuter-Studienlage ist überschaubar, und vieles der Forschung hat den Anis innerhalb von Mehrkräuter-Mischungen wie der Fenchel-Anis-Kümmel-Mischung untersucht, sodass der regulatorische Status mehr auf langer pharmakologischer Erfahrung und der europäischen Arzneibuchtradition ruht als auf einer einzelnen Studie.

In der Praxis nimmst du den Anis als abgedeckten Tee aus leicht zerquetschten Früchten, oft in der Drei-Kräuter-Mischung Fenchel-Anis-Kümmel. Der prägende Inhaltsstoff ist trans-Anethol. Der Estragol-Sicherheitsvorbehalt gilt dem konzentrierten ätherischen Oel in hoher Dosierung, nicht dem aufgegossenen Tee und nicht der gewürzlichen Verwendung beim Backen, und Anis ist nicht dieselbe Pflanze wie Sternanis (Illicium verum). Bei Säuglingen besprichst du die regelmäßige Anwendung des Tees am besten zuerst mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt.

Klinische Evidenz ↔ Historische Bedeutung
Wir zeigen zwei getrennte Evidenz-Kategorien: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.
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In jedem unserer Lexikon-Einträge bewerten wir zwei unterschiedliche Evidenz-Kategorien: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.

Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.

Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.

01
Überblick

Überblick

Der Anis (Pimpinella anisum) ist ein aromatisches einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) mit einem charakteristischen süßen Anisduft, der die ganze Pflanze durchzieht. Verwendet werden vor allem die reifen Spaltfrüchte, im Volksmund Anissamen oder Anis genannt, als Tee, als Gewürz in der Backstube und als bewährtes Verdauungs-Hausmittel in der mediterranen und mitteleuropäischen Tradition. Die Europäische Arzneimittel-Agentur () führt die Anisfrucht als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung leichter krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden mit Völlegefühl und Blähungen sowie zur Linderung von Katarrh der oberen Atemwege, mit traditionellen Anwendungen als Expektorans und bei leichten Verdauungsbeschwerden.

In Österreich und im gesamten deutschsprachigen Raum hat der Anis seit jeher seinen festen Platz in der Weihnachtsbäckerei und in der Küche, wo Lebkuchen, Gewürzbrot und Anisbrezerl seinen süßen Duft über Generationen weitertragen. Er ist außerdem eines der drei Kräuter im klassischen Fenchel-Anis-Kümmel-Kindertee zur Linderung von Verdauungsbeschwerden. Der prägende Inhaltsstoff hinter dem unverwechselbaren Anisaroma ist trans-Anethol, das mehr als neunzig Prozent des ätherischen Öls ausmacht. Daneben kommt eine kleine Menge Estragol vor; der Estragol-Vorbehalt gilt für konzentriertes ätherisches Öl in hohen Dosen, nicht für den aufgegossenen Tee oder die gewürzliche Verwendung in der Backstube.

02
Geschichte

Geschichte

Der Anis wird im östlichen Mittelmeerraum und in Kleinasien seit mindestens viertausend Jahren angebaut. Die alten Griechen und Römer haben ihn breit in der Küche und in ihrer Heilpraxis verwendet. Hippokrates beschrieb ihn als Verdauungs- und Atemwegskraut, Dioskurides würdigte ihn in seiner De Materia Medica, und römische Bäcker haben ihn im mustaceum verbacken, einem gewürzten Kuchen, der am Ende eines schweren Essens den Magen beruhigen sollte. Aus dem Mittelmeerraum hat er sich entlang der römischen Handelswege nach Norden ausgebreitet und ist bereits im frühen Mittelalter eine vertraute Gartenpflanze in Mitteleuropa geworden.

Im mittelalterlichen Europa hat der Anis seinen Platz im Klostergarten und in der Klostermedizin gefunden. Das karolingische Capitulare de villis aus der Zeit um 800 führt den Anis (anesum) unter den Pflanzen auf, die auf den kaiserlichen und klösterlichen Gütern angebaut werden sollten, und verankert so seinen Platz im europäischen Klostergarten. Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit haben österreichische und deutsche Bäcker eine ganze Weihnachtsbäckerei-Tradition um ihn aufgebaut, von Lebkuchen und Anisbrezerl bis zu Springerle und Gewürzbrot. Generationen österreichischer und deutscher Eltern haben den klassischen Fenchel-Anis-Kümmel-Kindertee als sanftes Verdauungsmittel gereicht, und sowohl die Europäische Arzneimittel-Agentur () als auch die deutsche Kommission E führen die Anisfrucht in ihren Monografien.

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Wirkmechanismus

Wirkmechanismus

Der Inhaltsstoff, der für das charakteristische süße Aroma des Anis verantwortlich ist, ist trans-Anethol, ein Phenylpropen, das mehr als neunzig Prozent des ätherischen Öls ausmacht. Trans-Anethol wurde auf antispasmodische und karminative Wirkung untersucht, das heißt auf die Entspannung der glatten Muskulatur im Magen-Darm-Trakt und auf die Linderung der eingeschlossenen Gase, die hinter Völlegefühl und Unbehagen stehen. Zusätzlich wirkt es mild expektorierend, also schleimlösend in den oberen Atemwegen, was die mechanistische Grundlage für die gut belegte Indikation bei Katarrh der oberen Atemwege bildet.

Ein Nebenbestandteil, Estragol, kommt im ätherischen Anisöl in einer Menge von ein bis zwei Prozent vor und steht im Mittelpunkt regulatorischer Aufmerksamkeit, weil hochdosierte Tierstudien ein kanzerogenes Potenzial gezeigt haben. Die Europäische Arzneimittel-Agentur kommt zu dem Schluss, dass Anistee in moderaten Mengen und Anis als Backgewürz keine bedeutsamen Sicherheitsbedenken aufwerfen. Der Vorbehalt gilt für konzentriertes ätherisches Öl, das pur oder in hohen Dosen eingenommen wird, was nicht der traditionellen Anwendungsform entspricht. In-vitro-Studien berichten zudem von einer milden Bindung von trans-Anethol und verwandten Verbindungen an Östrogenrezeptoren. Das ist im Labor interessant, eine klinische Relevanz bei Tee- oder Gewürzzubereitungen ist aber nicht belegt.

Die moderne Forschung zum Anis ruht auf einem breiten Fundament traditioneller Anwendung. Die registriert die Anisfrucht für die traditionelle Anwendung bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden mit Völlegefühl und Blähungen sowie bei Katarrh der oberen Atemwege. Diese Registrierung der traditionellen Anwendung spiegelt eine lange pharmakologische Erfahrung mit antispasmodischer, karminativer und expektorierender Wirkung wider, vieles davon in den älteren europäischen Arzneibüchern und im aktuelleren Bewertungsbericht dokumentiert.

Die moderne klinische Evidenz zum Einzelkräuter-Anis ist im Umfang überschaubar. Vieles der Forschung hat den Anis als Teil von Mehrkräuter-Kombinationen untersucht, etwa in der klassischen Fenchel-Anis-Kümmel-Drei-Kräuter-Mischung, in der sich karminative und antispasmodische Wirkungen überschneiden und ergänzen. Die Registrierung der traditionellen Anwendung gründet daher auf der langen pharmakologischen Erfahrung und der europäischen Arzneibuchtradition, weniger auf einzelnen klinischen Studien. Das Inhaltsstoffprofil, dominiert von trans-Anethol mit Spuren von Estragol und Methylchavicol, ist gut charakterisiert und über die europäischen Anbauregionen hinweg konstant.

04
Wirksamkeit

Wirksamkeit

4 Outcomes evaluiert. Sortierung: Note absteigend.
ZielKlasseNoteWirkungStudien
Adults with mild spasmodic GI complaints, bloating, and flatulence
Traditionelle Anwendung5 Studien
Adults with mild upper respiratory catarrh
Traditionelle Anwendung3 Studien
Adults and children with bloating and trapped gas
Traditionelle Anwendung4 Studien
High-dose animal studies of concentrated estragole
Sicherheitsvorbehalt (konzentriertes Öl)5 Studien
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Anwendung

Anwendung

Formen und Zubereitung

Für den Tee zerdrückst du ein bis zwei Teelöffel Anissamen leicht mit dem Löffelrücken oder im Mörser, bevor du sie aufbrühst. Das Zerquetschen öffnet die aromatischen Öle, die den Geschmack und den karminativen Charakter tragen. Gib die zerquetschten Samen in eine Tasse, übergieß sie mit frisch aufgekochtem Wasser, deck die Tasse zu und lass den Tee etwa zehn Minuten ziehen. Vor dem Trinken abseihen. Das Abdecken ist hier wichtig, weil das flüchtige Anethol sonst mit dem Wasserdampf entweicht und einen deutlich schwächeren Aufguss zurücklässt. Für die klassische österreichische und deutsche Drei-Kräuter-Kindermischung kombinierst du gleiche Teile zerquetschten Anis, Fenchel und Kümmel und brühst sie genauso auf. Als Gewürz ist der Anis das Herzstück unzähliger österreichischer und deutscher Weihnachtsbäckereien, von Lebkuchen über Anisbrezerl bis Springerle. Ätherisches Anisöl gehört, genauso wie ätherisches Fenchelöl, niemals pur in den Mund. Jede innerliche Anwendung des konzentrierten Öls gehört in die Hand einer qualifizierten Fachperson und zu den verdünnten Dosierungen, wie sie die EMA HMPC Monografie beschreibt.

Dosierung

Als Tee sind drei Tassen pro Tag der traditionelle Bereich für Erwachsene, zwischen den Mahlzeiten oder nach dem Essen zur Unterstützung der Verdauung. Die EMA HMPC Monografie nennt eineinhalb bis drei Gramm zerquetschten Anis pro Tasse, zehn bis fünfzehn Minuten ziehen lassen, bis zu dreimal täglich für Erwachsene. Für die klassische Fenchel-Anis-Kümmel-Kindermischung hat die traditionelle Hausmittelpraxis eine einzelne schwache Tasse pro Tag verwendet, mit einer reduzierten Samenmenge und einer kürzeren Ziehzeit zubereitet und auf Körpertemperatur abgekühlt angeboten. Sprich vor der regelmäßigen Anwendung bei Säuglingen unter einem Jahr mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt. Bei Extrakten und Kapseln richtest du dich nach der Packungsdosierung. Die EMA HMPC Monografie beschreibt je nach Indikation eigene Dosierungsbereiche. Konzentriertes ätherisches Öl ist eine eigene Kategorie, in der die Estragolmenge eine Rolle spielt: nimm ätherisches Anisöl niemals pur ein, und verwende verdünnte konzentrierte Öle nur unter qualifizierter Anleitung. In der Backstube liegt der Anis als Gewürz in den Mengen, wie sie in Lebkuchen und Gewürzbrot vorkommen, deutlich im Rahmen der traditionellen Anwendung und wirft nicht jene regulatorischen Bedenken auf, die für das konzentrierte Öl gelten.

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Sicherheit

Sicherheit

Sicherheitsprofil
Anistee in moderaten Mengen hat eine lange, gut bewährte Hausmittelgeschichte in der mediterranen und mitteleuropäischen Tradition. Der wichtigste Sicherheitsvorbehalt gilt dem konzentrierten ätherischen Anisöl, nicht dem Tee und nicht der Verwendung als Backgewürz. Estragol, das im ätherischen Öl zu ein bis zwei Prozent vorkommt, hat in hochdosierten Tierstudien kanzerogenes Potenzial gezeigt, und konzentriertes ätherisches Öl sollte nicht pur eingenommen werden. In der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist konzentriertes ätherisches Anisöl zu vermeiden. Die moderate Anwendung des Tees und die gewürzliche Verwendung in der Backstube liegen im Rahmen der traditionellen Praxis, die regelmäßige tägliche medizinische Anwendung ist aber vor Beginn mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder deiner Hebamme zu besprechen. Allergische Reaktionen auf Anis sind selten, aber möglich, vor allem bei bekannter Allergie auf andere Doldenblütler wie Sellerie, Karotte, Fenchel oder Kümmel. Kreuzreaktivitäten innerhalb dieser Familie sind dokumentiert. Wichtige Klarstellung: Anis (Pimpinella anisum) ist nicht dieselbe Pflanze wie Sternanis (Illicium verum). Sternanis gehört zu einer anderen botanischen Familie und hat seine eigenen Sicherheitsvorbehalte. Für Säuglinge und kleine Kinder ist ätherisches Anisöl niemals zu geben. Der traditionelle Fenchel-Anis-Kümmel-Tee in kleinen, gut verdünnten Mengen ist die bewährte Hausmittelform.
07
Verwechslungen

Verwechslungen

Botanik
Familie
Apiaceae
Heimische Regionen
Eastern Mediterranean (native), Western Asia (native), Mediterranean basin (cultivated), Austria (Bauerngarten cultivation), Turkey, Egypt, Spain, Eastern Europe (commercial cultivation)
Erntezeit
Ripe seeds August to September
Lebensraum
Sonniges Gartenbeet mit gut durchlässigem, leicht kalkhaltigem Boden und einer langen warmen Wachstumsperiode. Der Anis ist im östlichen Mittelmeerraum und in Teilen Westasiens heimisch und wird seit Jahrtausenden im Mittelmeerbecken und bis nach Mitteleuropa angebaut. In Österreich wird er als Küchen- und Teekraut im Bauerngarten gezogen, wo ihm die warme geschützte Ecke des Gartens am besten zusagt. Der kommerzielle Anbau konzentriert sich heute auf die Türkei, Ägypten, Spanien und Teile Osteuropas.
Erkennen & Sammeln
Aromatisches einjähriges Kraut, dreißig bis siebzig Zentimeter hoch, mit fein gefiederten oberen Blättern und runderen, gelappten unteren Blättern. Im Spätsommer trägt es weiße Blütenstände in flachen Doldenrispen. Die ganze Pflanze verströmt beim Zerreiben einen charakteristischen süßen Anisduft. Die Samen, genauer die Spaltfrüchte, sind oval, längs gerippt, gräulich-braun bei voller Reife und teilen sich leicht in zwei Hälften. Anis ist eine Kulturpflanze und kein Wildsammelkraut. Verwechsle ihn nicht mit dem Sternanis (Illicium verum), der eine ganz andere Pflanze aus der Magnolien-Familie ist und eine sternförmige, holzige Frucht trägt statt kleine gerippte Samen.

Giftige Doppelgänger

Unangenehm

Illicium verum (Sternanis)

Sternanis (Illicium verum) ist eine vollkommen andere Pflanze aus der Magnolien-Familie (Schisandraceae oder Illiciaceae), nicht aus der Familie der Doldenblütler. Er trägt sternförmige holzige Früchte statt der kleinen gerippten Anissamen. Das Aroma ist ähnlich, weil beide trans-Anethol enthalten, das Sicherheitsprofil und die regulatorischen Monografien sind aber unterschiedlich. Verwechslungen passieren leicht im Handel, beim Kochen oder bei Tee-Mischungen.

Lebensgefahr

Conium maculatum (Gefleckter Schierling)

Der Gefleckte Schierling ist ein tödlich giftiger Doldenblütler, der bei der Wildsammlung jüngerer Apiaceae verwechselt werden kann. Anis wird allerdings nicht wild gesammelt, sondern im Garten oder kommerziell angebaut, deshalb ist die direkte Verwechslungsgefahr bei der Anisernte gering. Die Pflanzenfamilie ist dieselbe, die Pflanzen aber unterscheiden sich klar: der Schierling riecht modrig und unangenehm, hat purpurn gefleckte Stängel und keine süßen Anissamen. Wer im Wild sammelt und sich nicht hundertprozentig sicher ist, lässt die Pflanze stehen.

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Häufige Fragen

Häufige Fragen

Ist Anis (Pimpinella anisum) dasselbe wie Sternanis (Illicium verum)?

Nein. Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Pflanzen aus zwei verschiedenen botanischen Familien. Anis (Pimpinella anisum) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae), trägt kleine gerippte Samen und ist die Pflanze, die im Mittelmeerraum und in Mitteleuropa für Tee und zum Backen angebaut wird. Sternanis (Illicium verum) ist ein kleiner immergrüner Baum aus der Magnolien-Familie (Schisandraceae oder Illiciaceae), in Ostasien heimisch, und trägt eine sternförmige holzige Frucht. Der Duft ist ähnlich, weil beide trans-Anethol enthalten, das Sicherheitsprofil und die regulatorischen Monografien sind aber unterschiedlich. Die EMA HMPC Anismonografie gilt nur für Pimpinella anisum.

Was ist Lebkuchen und welche Rolle spielt der Anis darin?

Lebkuchen ist ein weicher Gewürzkuchen aus der deutschsprachigen Backtradition, tief verwurzelt in der österreichischen und deutschen Weihnachtsbäckerei. Die klassische Lebkuchen-Gewürzmischung kombiniert Anis, Zimt, Nelken, Kardamom, Ingwer, Muskatnuss, Piment und Koriander. Der Anis ist in vielen regionalen Rezepten der prägende Aromaträger, er ist außerdem das Herzstück von Anisbrezerl und Springerle und ein wiederkehrender Ton im Gewürzbrot. Die gewürzlichen Mengen, die beim Backen zum Einsatz kommen, liegen klar im Rahmen der traditionellen Küchenverwendung und werfen jene regulatorischen Bedenken nicht auf, die für das konzentrierte ätherische Öl gelten.

Ist ätherisches Anisöl sicher zur innerlichen Anwendung?

Nein, ätherisches Anisöl sollte niemals pur eingenommen werden. Das konzentrierte ätherische Öl ist ein destilliertes Produkt, in dem trans-Anethol und der Nebenbestandteil Estragol in deutlich höheren Mengen vorliegen als im aufgebrühten Tee oder in der gewürzlichen Backverwendung. Estragol hat in hochdosierten Tierstudien kanzerogenes Potenzial gezeigt, und die EMA HMPC hat in einer öffentlichen Stellungnahme den Sicherheitsvorbehalt klar auf das konzentrierte Öl bezogen. Wenn du Anisöl innerlich aus klinischem Anlass anwenden möchtest, gehört das in die Hand einer qualifizierten Fachperson, zu den verdünnten Dosierungen, die die EMA HMPC Monografie beschreibt, und niemals pur vom Löffel.

Darf ich Anistee in der Schwangerschaft trinken?

Die moderate Anwendung von Anistee in der Schwangerschaft liegt im Rahmen der langen europäischen Hausmitteltradition, und der Anis als Backgewürz ist seit Generationen sicher verwendet worden. Das konzentrierte ätherische Öl ist eine eigene Kategorie. Konzentriertes ätherisches Anisöl ist in der Schwangerschaft und in der Stillzeit zu vermeiden. Für die regelmäßige tägliche medizinische Anwendung des Tees in der Schwangerschaft sprich vor Beginn mit deiner Hebamme oder deiner Ärztin, besonders im ersten Trimester. Die Kombination aus moderater Gewürzverwendung und einer gelegentlichen Tasse Tee liegt klar im Rahmen der bewährten Praxis.

Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.