Anis
In Kürze
Zusammenfassung der Erkenntnisse zum schnellen Nachschlagen
Anis (Pimpinella anisum) wird wegen seiner aromatischen Früchte angebaut. Der griechische Arzt Dioskurides und der römische Gelehrte Plinius beschrieben ihn bereits im ersten Jahrhundert. Um 800 steht er im Capitulare de villis, einer Verordnung aus der Zeit Karls des Großen, unter den Gartenpflanzen für königliche Güter. In der österreichischen und deutschen Küche ist er besonders aus der Weihnachtsbäckerei bekannt.
Traditionell wird Anis bei leichten krampfartigen Verdauungsbeschwerden mit Blähungen und Völlegefühl sowie bei Erkältungshusten angewendet. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) beschreibt diese Anwendungen in getrennten Monografien für Anisfrucht und Anisöl. Dass die EMA eine Anwendung als traditionell einstuft, belegt nicht, dass Anis wirkt. Studien am Menschen mit Anis allein gibt es nur wenige. In einer Studie von 2015 bekamen 107 Erwachsene mit Verdauungsbeschwerden nach dem Essen vier Wochen lang Anispulver oder ein Scheinpräparat. Mit dem Anispulver besserten sich die Beschwerden stärker. Auf Anistee lässt sich das nicht übertragen.
Für Tee werden die Früchte kurz vor dem Aufgießen leicht zerdrückt. Anis enthält Estragol. In Tierversuchen mit hohen Dosen löste dieser Stoff Krebs aus. Die EMA empfiehlt deshalb, aus pflanzlichen Arzneimitteln möglichst wenig Estragol aufzunehmen und Anis als Arzneimittel höchstens zwei Wochen lang anzuwenden. Anisfrucht-Arzneimittel werden für Kinder unter zwölf Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. Ätherisches Anisöl darf nicht pur eingenommen werden. Anis ist außerdem nicht mit Sternanis (Illicium verum) gleichzusetzen.
Klinische Evidenz ↔ Historische BedeutungWir zeigen zwei getrennte Kategorien von Evidenz: klinische Evidenz aus modernen Studien und historische Bedeutung aus dokumentierter Heiltradition. Beide sind wertvoll, aber sie beantworten unterschiedliche Fragen.Mehr lesen
In jedem unserer Lexikoneinträge bewerten wir zwei unterschiedliche Kategorien von Evidenz: Die in Studien verwendete klinische Evidenz erfüllt einen engeren, aber für die wissenschaftliche Beweisführung wichtigen Maßstab. Gleichzeitig sind die hunderttausenden weltweit vorkommenden Pflanzenarten bis heute nur teilweise in modernen Studien erfasst und getestet worden.
Darüber hinaus erheben unsere Experten für jeden Eintrag einen umfassenden Überblick darüber, wo und seit wann eine Pflanze in verschiedenen Naturheilkundetraditionen zum Einsatz gekommen ist. Wenn eine Pflanze in zahlreichen Kulturen über viele Generationen hinweg als Heilpflanze verwendet wurde, sollte auch diese historische Bedeutung sichtbar werden.
Wir meinen: Ein wirklich aussagekräftiger Überblick entsteht erst, wenn beide Kategorien nebeneinander dargestellt werden. Was in welche Kategorie fällt, kommunizieren wir hier transparent.
Überblick
Anis (Pimpinella anisum) ist ein aromatisches, einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Verwendet werden vor allem seine reifen Früchte, die meist Anissamen genannt werden. Sie würzen Gebäck und dienen als Grundlage für Tee. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Anisfrucht als Arzneimittel amtlich bewertet. Ihre Monografie, das Ergebnis dieser Bewertung, beschreibt die traditionelle Anwendung bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden mit Völlegefühl und Blähungen sowie als schleimlösendes Mittel bei Erkältungshusten. Als traditionell stuft die EMA ein Mittel ein, das seit mindestens 30 Jahren so verwendet wird und dessen Wirkung plausibel ist. Für diese Einstufung sind keine Studien am Menschen nötig, die eine Wirkung belegen. Sie ist deshalb kein Beleg dafür, dass Anis wirkt.
In Österreich gehört Anis zu den Gewürzen für Lebkuchen, Gewürzbrot und Anisbrezerl. Auch in Fenchel-Anis-Kümmel-Tees ist er verbreitet. Sein süßes Aroma stammt vor allem von trans-Anethol. Daneben enthält er Estragol, einen Stoff, der in Tierversuchen mit hohen Dosen Krebs auslöste. Die EMA empfiehlt deshalb, aus pflanzlichen Arzneimitteln möglichst wenig davon aufzunehmen. Das gilt auch für Arzneitee, also für Tee, der als Arzneimittel gegen Beschwerden getrunken wird. Als Arzneimittel soll Anisfrucht höchstens zwei Wochen lang angewendet werden. Für Kinder unter zwölf Jahren sowie in Schwangerschaft und Stillzeit empfiehlt die EMA sie nicht, weil ausreichende Sicherheitsdaten fehlen.
Geschichte
Anis war bereits in der griechischen und römischen Antike als Gewürz und Heilpflanze bekannt. Der griechische Arzt Dioskurides beschreibt ihn im ersten Jahrhundert in De Materia Medica, Buch 3, Kapitel 65, unter anderem als wärmend, harntreibend und gegen Blähungen. Der römische Gelehrte Plinius erwähnt in Naturalis Historia, Buch 20, Kapitel 72 und 73, seine Verwendung zum Würzen sowie bei Appetit- und Verdauungsbeschwerden. Diese Texte belegen die damalige Anwendung, nicht die Wirksamkeit nach heutigen Maßstäben.
Um 800 nennt das Capitulare de villis den Anis als „anesum“ in der Liste der Pflanzen, die in den Gärten der königlichen Güter wachsen sollten. Diese Verordnung aus der Zeit Karls des Großen regelte die Verwaltung dieser Güter. Die Stelle belegt seinen damaligen Anbau, sagt aber nichts über eine konkrete medizinische Verwendung aus. Heute ist Anis in der österreichischen und deutschen Weihnachtsbäckerei und in der Hausmitteltradition vertraut. Als Arzneimittel ist die Anisfrucht auch amtlich bewertet, in Deutschland durch die Kommission E, eine Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel, und auf EU-Ebene durch die EMA. Dass Anis früher in Kindertees üblich war, ändert nichts an den heutigen Altersgrenzen für Arzneitee.
Wirkmechanismus
Das süße Aroma des Anis stammt vor allem von trans-Anethol, dem Hauptbestandteil seines ätherischen Öls. In Laborversuchen an isolierten Muskelstreifen aus der Luftröhre von Meerschweinchen entspannten Anisöl und Anisextrakte die zuvor zusammengezogene Muskulatur, wirkten dort also krampflösend. Ein isolierter Darmmuskel von Meerschweinchen zog sich in einem Versuch mit Anisöl dagegen stärker zusammen. Die EMA hält die traditionelle Anwendung bei krampfartigen Verdauungsbeschwerden aufgrund der Laborbefunde insgesamt für plausibel. Für sich allein belegen solche Befunde keinen Nutzen beim Menschen. Auch die Anwendung als schleimlösendes Mittel bei Erkältungshusten wird von der EMA als traditionell eingestuft.
Anis enthält außerdem Estragol. In Zellversuchen und in Tierversuchen mit hohen Dosen schädigte dieser Stoff das Erbgut (genotoxisch) und löste bei Mäusen Leberkrebs aus. Deshalb empfiehlt die EMA, aus pflanzlichen Arzneimitteln möglichst wenig Estragol aufzunehmen. Das gilt für Tee ebenso wie für konzentriertes Öl. Wie viel Estragol in den Körper gelangt, hängt unter anderem von Zubereitung, Dosis und Anwendungsdauer ab. In Laborversuchen mit Hefezellen wirkte trans-Anethol bei hohen Konzentrationen östrogenähnlich, also wie ein weibliches Geschlechtshormon. Dasselbe zeigte sich bei jungen weiblichen Ratten. Was das für Menschen bedeutet, die Anistee trinken, zeigen diese Versuche nicht.
Die EMA-Monografie zur Anisfrucht beschreibt die traditionelle Anwendung bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden mit Völlegefühl und Blähungen sowie als schleimlösendes Mittel bei Erkältungshusten. Grundlage sind die lange Anwendung und eine plausible Wirkung. Die Monografie ist keine Zulassung für ein bestimmtes Produkt und kein Nachweis, dass Anisfrucht bei Menschen wirkt.
Studien am Menschen mit Anis allein gibt es, aber nur wenige. An einer randomisierten Studie von 2015 nahmen 107 Erwachsene teil, die nach dem Essen Verdauungsbeschwerden hatten, ohne dass eine Erkrankung als Ursache erkennbar war (funktionelle Beschwerden). Randomisiert heißt, dass der Zufall entschied, wer vier Wochen lang nach jeder Mahlzeit 3 g Anispulver bekam und wer ein Scheinpräparat (Placebo). Die Beschwerden besserten sich mit dem Anispulver stärker als mit dem Placebo. Untersucht wurde Pulver, kein Tee. Daraus lässt sich keine allgemeine Empfehlung für Anistee oder eine längere Selbstbehandlung ableiten. Das ätherische Öl wird von trans-Anethol geprägt; Estragol, auch Methylchavicol genannt, ist ein weiterer Bestandteil.
Wirksamkeit
| Ziel | Klasse | Note | Wirkung | Studien | Quellen |
|---|---|---|---|---|---|
| Leichte krampfartige Magen-Darm-Beschwerden und Verdauungsstörungen (Dyspepsie)Die EMA-Monografie beschreibt die traditionelle Anwendung der Anisfrucht bei leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden mit Völlegefühl und Blähungen. Diese Einstufung beruht auf der langen Anwendung und auf einer plausiblen Wirkung. Sie belegt nicht, dass Anistee in Studien am Menschen gewirkt hat.Erwachsene mit leichten krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, Völlegefühl und Blähungen | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | ||
| Schleimlösende Anwendung bei ErkältungshustenDie EMA-Monografie beschreibt Anisfrucht als traditionelles schleimlösendes Mittel bei Erkältungshusten. Die Einstufung beruht auf der langen Anwendung. Studien am Menschen, die eine Wirkung bei Husten zeigen, liegen ihr nicht zugrunde.Erwachsene mit Erkältungshusten | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | ||
| Traditionelle Anwendung bei Blähungen, einzeln und in TeemischungenAnis wird in der österreichischen und deutschen Hausmittelpraxis einzeln und in Fenchel-Anis-Kümmel-Tees bei Blähungen verwendet. Ergebnisse zu einer Mischung lassen sich nicht ohne Weiteres auf Anis allein übertragen. Die traditionelle Verwendung als Kindertee begründet keine heutige Empfehlung für Kinder unter zwölf Jahren.Erwachsene mit Völlegefühl und Blähungen | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | DEvidenzqualität D. Vorläufige Hinweise. Eine kleine Studie, ein Pilotbefund oder Labor- bzw. Tiermodell. Klinische Relevanz unklar. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Traditionelle Anwendung | ||
| Estragol in AniszubereitungenIn Zellversuchen und in Tierversuchen mit hohen Dosen schädigte Estragol das Erbgut (genotoxisch) und löste bei Mäusen Leberkrebs aus, wirkte also krebserzeugend. Die EMA empfiehlt deshalb, möglichst wenig Estragol aus pflanzlichen Arzneimitteln aufzunehmen und die Anwendung auf höchstens zwei Wochen zu begrenzen. Der Vorbehalt gilt auch für estragolhaltigen Arzneitee, nicht nur für konzentriertes Öl.Hochdosierte Tierstudien mit konzentriertem Estragol | TraditionellTraditioneller Gebrauch. Lange Anwendung in Volksmedizin oder offizieller EMA HMPC Monographie zur traditionellen Anwendung. | IEvidenzqualität I (Unzureichend). Nicht genug Evidenz für eine Aussage. Weitere Forschung notwendig. Dies ist eine Evidenzbewertung, kein Produktversprechen. | Sicherheitsvorbehalt zu Estragol | [2] |
Anwendung
Formen und Zubereitung
Wiege die im Abschnitt Dosierung genannte Menge Anisfrüchte ab und zerdrücke sie kurz vor dem Aufgießen leicht im Mörser. Übergieße sie mit 150 ml frisch aufgekochtem Wasser und decke die Tasse ab. So bleiben flüchtige Aromastoffe besser im Aufguss. Lass den Tee nach Packungsangabe ziehen und seihe ihn vor dem Trinken ab. Anis wird auch mit Fenchel und Kümmel zu Tee gemischt. Für fertige Arzneiteemischungen gelten die jeweiligen Zubereitungs- und Altersangaben auf der Packung; die Mischung ist nicht automatisch für Säuglinge oder Kinder geeignet. Beim Backen würzt Anis etwa Lebkuchen, Anisbrezerl und Springerle. Verwende dafür Anisfrüchte nach Rezept. Konzentriertes ätherisches Anisöl darf nicht pur eingenommen werden.
Dosierung
Die EMA-Monografie nennt für Jugendliche über zwölf Jahren und Erwachsene 1 bis 3,5 g ganze oder frisch zerkleinerte Anisfrüchte in 150 ml kochendem Wasser, dreimal täglich. Für ein konkretes Arzneiteeprodukt gilt die Packungsbeilage. Die Anwendung soll höchstens zwei Wochen dauern. Wegen des Estragols empfiehlt die EMA, innerhalb dieser Spanne von 1 bis 3,5 g die niedrigste Dosis zu wählen. Halten die Beschwerden an oder verschlimmern sie sich, ist ärztlicher Rat nötig. Für Kinder unter zwölf Jahren wird die medizinische Anwendung nicht empfohlen. Dosierungen für Tee lassen sich nicht auf Extrakte, Kapseln oder ätherisches Öl übertragen. Richte dich bei einem Arzneimittel nach der Packungsbeilage und lass dich bei Unsicherheit in der Apotheke beraten. Ätherisches Anisöl darf nicht pur eingenommen werden; eine innerliche Anwendung gehört in fachkundige Begleitung. Die Mengen beim Würzen von Gebäck sind keine medizinische Dosierung.
Sicherheit
Verwechslungen
Ähnliche Pflanzen und Verwechslungen
Sternanis (Illicium verum)
Sternanis (Illicium verum) gehört zur Familie Schisandraceae, Anis dagegen zu den Doldenblütlern (Apiaceae). Sternanis trägt sternförmige, holzige Früchte; Anis bildet kleine, gerippte Spaltfrüchte. Beide enthalten trans-Anethol und riechen ähnlich. Trotzdem lassen sich Angaben zu Wirkung, Dosierung und Sicherheit nicht von einer Art auf die andere übertragen.
Zum Eintrag: SternanisGefleckter Schierling (Conium maculatum)
Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist ein tödlich giftiger Doldenblütler. Junge Pflanzen können mit anderen Arten dieser Familie verwechselt werden. Purpurne Flecken am Stängel und ein unangenehmer Geruch sind Hinweise, reichen aber allein nicht zur sicheren Bestimmung. Verwende für Tee und Küche Anis aus sicher bestimmtem Anbau oder aus dem Handel. Wenn du eine wild wachsende Pflanze nicht sicher kennst, lass sie stehen.
Häufige Fragen
Ist Anis (Pimpinella anisum) dasselbe wie Sternanis (Illicium verum)?
Nein. Anis (Pimpinella anisum) ist ein einjähriges Kraut aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Verwendet werden seine kleinen, gerippten Früchte, die meist Anissamen heißen. Sternanis (Illicium verum) ist dagegen ein immergrüner Baum aus der Familie Schisandraceae, der in China und Vietnam heimisch ist und sternförmige, holzige Früchte trägt. Beide enthalten trans-Anethol und riechen ähnlich. Angaben zu Dosierung und Sicherheit sind dennoch nicht austauschbar. Die EMA-Monografie zur Anisfrucht gilt für Pimpinella anisum.
Was ist Lebkuchen und welche Rolle spielt der Anis darin?
Lebkuchen ist ein gewürztes Gebäck, das zur österreichischen und deutschen Weihnachtsbäckerei gehört. Die Gewürzmischung variiert je nach Rezept und kann neben Anis etwa Zimt, Nelken, Kardamom, Ingwer oder Koriander enthalten. Anis gibt dem Gebäck eine süße, unverwechselbare Note und prägt auch Anisbrezerl und Springerle. Verwendet werden die Früchte, ganz oder gemahlen. Küchenübliche Gewürzmengen sind nicht mit der Einnahme von konzentriertem ätherischem Öl gleichzusetzen.
Was sollte man wissen, bevor man ätherisches Anisöl innerlich anwendet?
Nimm ätherisches Anisöl nicht pur ein. Es wird mit Wasserdampf aus den getrockneten reifen Früchten gewonnen und ist hoch konzentriert; die Teedosierung sagt nichts über die richtige Menge Öl. Es enthält auch Estragol. Davon soll aus pflanzlichen Arzneimitteln möglichst wenig aufgenommen werden, aus Öl ebenso wie aus Anistee. Wenn eine innerliche Anwendung infrage kommt, lass dich ärztlich oder in der Apotheke beraten und halte dich an die Angaben des Arzneimittels. Laut EMA darf Anisöl bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden.
Darf ich Anistee in der Schwangerschaft trinken?
In Schwangerschaft und Stillzeit empfiehlt die EMA Anisfrucht als Arzneimittel nicht, auch nicht als Arzneitee. Ob diese Anwendung dann sicher ist, wurde nicht ausreichend untersucht. Das gilt auch für Anisöl. Dass Anistee früher als Hausmittel üblich war, belegt keine Sicherheit. Wenn du Beschwerden behandeln möchtest, lass dich von deiner Ärztin, deinem Arzt, deiner Hebamme oder in der Apotheke zu einer geeigneten Alternative beraten.
2 Belege.
- Ghoshegir SA, Mazaheri M, Ghannadi A, Feizi A, Babaeian M, Tanhaee M, Karimi M, Adibi P. Pimpinella anisum in the treatment of functional dyspepsia: A double-blind, randomized clinical trial. 2015. PMID:25767516
- European Medicines Agency, HMPC. Public statement on the use of herbal medicinal products containing estragole, Revision 1 Corr 1. 2023. Quelle
Rechtlicher Hinweis: Die Darstellung historischer Bedeutung und traditioneller Verwendung dient der Einordnung im Rahmen unseres Pflanzenlexikons. Sie ist keine gesundheitsbezogene Angabe für ein Produkt, kein Heilversprechen und kein Ersatz für medizinische Beratung. Welche Aussagen auf Produktetiketten, Produktseiten oder in Werbung zulässig sind, richtet sich nach den jeweils geltenden rechtlichen Vorgaben.